Dívčí Kámen

Dívčí Kámen

„Jobst von Rosenberg, einer der vier Söhne des Peter I. von Rosenberg, jagte eine Hirschkuh, die plötzlich bei einem hohen Felsplateau an den Ufern der Moldau verschwand. Statt ihrer tauchte auf dem Felsen ein weiss gekleidetes Mädel auf, an die Jobst sein Herz verlor. Jobst konnte die Jungfrau nicht für sich gewinnen, doch trug der adlige Herr seine Liebe bis zum Tod in seinem Herzen. Für die weisse Jungfrau baute er auf dem Felsen die gewaltige Festung und nannte sie Maid- oder Mädelstein.“

Dies ist eine der vielen Sagen und Legenden, die sich um die größte der Burgruinen in Böhmen ranken. Selbst die Ruinen zeugen noch von der 210 Meter langen und 45 Meter breiten Burg aus den Jahren 1350 bis 1360. Doch schon 1541 führte Peter V. von Rosenberg die Festung als Ruine, in die Landbücher ließ er als seinen Besitz die „eingestürzte Burg Meidštejn“ eintragen. Nur neun Kilometer liegt Dívčí Kámen von Cesky Krumlov, der Residenz der Rosenberger, entfernt.

Von den Rosenbergern ist immer wieder die Rede, wenn wir durch Südböhmen reisen. Rozemberg und natürlich Cesky Krumlov waren die prachtvollen Residenzen des mächtigen Adelsgeschlechtes. Auch Dívčí Kámen, die wohl größte Burganlage in Tschechien, ist eine Gründung der Rosenberger. Sie diente als Militär- und Verwaltungssitz für die ausgedehnten Besitztümer.

Die Militärfestung wurde im Zentrum einer uralten Kulturbesiedlung errichtet und zerstörte wahrscheinlich ein keltisches Heiligtum. Archäologische Untersuchungen bringen Funde aus der Bronzezeit zu Tage. Das nahe gelegene keltische Oppidum gehört zu den größten in Böhmen.