Der Yamdrok-See auf einer Höhe rund 4.400 Metern zählt zu heiligen Seen Tibets. Quelle: Gebeco

Der Yamdrok-See auf einer Höhe rund 4.400 Metern zählt zu heiligen Seen Tibets. Quelle: Gebeco

Naturgewalt und Berge haben die Menschheit seit jeher fasziniert: Vor fast genau 60 Jahren, am 29. Mai 1953, bezwangen Edmund Hillary und Tenzing Norgay als erste Menschen den Mount Everest im Himalaya. Die steile Eiger-Nordwand in den Berner Alpen wurde bereits 15 Jahre zuvor, im Juli 1938, erstmals erfolgreich erklommen. Der Trend zum aktiven Naturerlebnis hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren verstärkt: Zwar erklimmt nun nicht jeder gleich Steilwände, jedoch beziffert der Deutsche Wanderverband die Zahl der wandernden Bundesbürger auf rund 40 Millionen, darunter zunehmend junge Leute. Insgesamt planen für das laufende Jahr zwölf Prozent der Deutschen eine Wanderreise, ergab die Studie „ADAC Reise-Monitor 2013“.

 

„Der Trend zu Wander- und Trekkingreisen hält an – die Deutschen wollen aktiv und in der Natur sein“, erläutert Bettina Köckler, Expertin für Aktivreisen beim Reiseveranstalter TUI. Doch nicht immer muss es gleich der Himalaya sein: „Viele unserer wanderfreudigen Gäste verbinden Entspannung und Outdoor-Erlebnis miteinander, am besten in sonnigem Klima.“ Besonders beliebt sind bei TUI-Gästen beispielsweise die Kanarischen Inseln: Für erprobte Wanderer geht es über die vulkanischen Berge und Schluchten von La Gomera, La Palma oder Teneriffa, und Naturliebhaber können auf einer Genusswanderung die An- und Ausblicke der Inseln auf sich wirken lassen. Bislang als Wanderdestination vergleichsweise unbekannt, ist Gran Canaria gerade stark im Kommen. Wer hingegen Wert auf eine Anreise mit dem Auto oder der Bahn legt, ist in Österreich, der Schweiz oder Italien gut aufgehoben.

 

Naturerlebnis nach Maß

Aktivreisende können zwischen individuellen Wanderungen oder Gruppen-Expeditionen wählen. „Die Wünsche werden immer vielfältiger. Unser Kooperationspartner AlpinSchule Innsbruck bietet deshalb Wanderern in verschiedenen Reiseregionen speziell ausgearbeitete Routen, so dass sie sich unabhängig von einer Gruppe bewegen können“, erläutert Köckler. Außerdem besteht auch bei Gruppen die Möglichkeit, individuell zwischen Wandertagen einige Entspannungs- und Sightseeing-Tage einzuschieben. Damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt, sollten Trekking- und Wanderurlauber bei der Auswahl der Reise stets auf einen angemessenen Schwierigkeitsgrad der Routen sowie die im Paket enthaltenen Inklusivleistungen achten.

 

Gemütlich wohnen und gesund genießen

Die Hotels haben sich ebenfalls auf die Bedürfnisse der Wander- und Trekkingfans eingestellt: „Idealerweise liegt die Natur direkt vor der Tür“, so TUI-Reiseprofi Köckler. Neben regionalem Flair sollte das Hotel einen Ansprechpartner haben, der sich in der Umgebung auskennt und den Gästen gute Wandertipps geben kann. Die Viverde-Hotels bieten beispielsweise auch eine kleine Bibliothek, in der sich Reisende über die Umgebung informieren können und unkomplizierten Zugang zu Kartenmaterial der Region haben. Gesunde und aufs Tagesprogramm abgestimmte Mahlzeiten sorgen für entspanntes Wandern genauso wie ein Wellnessbereich, wo der Urlauber anschließend die Seele baumeln lassen kann. Vier Naturerlebnisse pro Woche sind bei einem Aufenthalt in einen Viverde-Hotel inklusive, darunter beispielsweise Wanderungen oder Geocaching. Die Viverde-Hotels gibt es sowohl auf Gran Canaria als auch in Italien, der Türkei und in Mecklenburg-Vorpommern.

 

Zu Fuß durch exotische Regionen

Wer trotz allem das Abenteuer im Himalaya sucht, kann sich von China aus zu einer 27-tägigen Reise aufmachen: Vom Fluss Yangtze führt die Strecke über die tibetische Hauptstadt Lhasa – dem „Dach der Welt“ – zum Basislager am Mount Everest im nepalesischen Teil des Hochgebirges. „Wander- und Erlebnisreisen in Asien sowie in Lateinamerika werden immer beliebter“, sagt Outdoor-Experte und Gebeco-Geschäftsführer Thomas Bohlander. Gerade bei Reisen in die Ferne rät er Wanderern, nicht nur auf den Schwierigkeitsgrad der Tour zu achten, sondern gegebenenfalls auch klimatische Besonderheiten zu berücksichtigen: „Eine Wanderung in den Tropen hat vielleicht nicht so viele Höhenmeter, ist aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit körperlich sehr anspruchsvoll.“

 

Erfolgsfaktor Ausrüstung

Doch ob nah oder fern: Die richtige Bekleidung ist wichtig. „Bequeme, wetterfeste Kleidung, gut eingelaufene und für die Route geeignete Wanderschuhe und einen Rucksack sollten Trekking-Urlauber auf jeden Fall einpacken“, empfiehlt Bohlander. Darüber hinausgehende Ausrüstung wird häufig von den Veranstaltern vor Ort zur Verfügung gestellt. Zur Reisevorbereitung gehört bei Wanderreisen der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung und möglicherweise einer Unfallversicherung: „Hier sollten Urlauber überprüfen, ob die Versicherung alle Eventualitäten und Kosten abdeckt, beispielsweise eine teure Bergung oder Überführung ins Heimatland“, rät TUI-Reiseexpertin Köckler.

 

Wandertipps für die spanischen Inseln – von den Experten auf TUI.com:

 

Die Masca-Schlucht auf Teneriffa

Eine der schönsten Wanderungen auf den kanarischen Inseln ist die Tour durch die Masca-Schlucht zum Meer auf Teneriffa. Los geht es in dem kleinen Bergdörfchen Masca, das in einem Vulkankrater liegt. Wer eine Tour gebucht hat, kann sich nach der Ankunft an der Küste von einem Boot abholen lassen und nach Los Gigantes fahren. Vom Meer aus ist die Steilküste dort besonders gut zu sehen. Und die Chancen, Delfine zu sehen, stehen gut.

(Empfohlen von Kerstin Sander, selbständige Reiseberaterin, Holiday Profis, Dachsenhausen)

 

Vulkankrater auf La Palma

Der absolute Klassiker für Wanderer auf der Kanareninsel La Palma: Eine Tour im Nationalpark Caldera de Taburiente – steil bergauf vom Parkplatz La Cumbrecita hinauf auf den Berg Pico Bejenado. Unterwegs bieten sich herrliche Ausblicke auf die Caldera, den größten Vulkan-Senkkrater der Welt, sowie die Nachbarinsel Teneriffa mit Spaniens höchstem Berg, dem Pico del Teide. Wer mehr von der üppigen Natur der Kanarischen Insel sehen möchte, besucht den Lorbeerwald Los Tilos. Mannshohe Farne, herabhängende Lianen sowie eine grandiose Aussicht auf die Schlucht Barranco del Aqua erwarten den Besucher. Abenteuerlustige können bei gutem Wetter übrigens auch durch den Flusslauf der Schlucht kraxeln.

(Empfohlen von Heike Luhmann , Büroleiterin, FIRST REISEBÜRO Villingen)

 

Castell de Bellver auf Mallorca

Auf Mallorca ist für alle Wanderer etwas dabei – vom Genießer bis zum Profi. Wanderwege gibt es in allen Schwierigkeitsgraden. Wanderurlauber kommen bevorzugt im Frühling oder Herbst nach Mallorca, wenn das Klima milder ist. Wer doch über den Sommer auf der Insel wandern möchte, sollte früh aufstehen, damit er sein Ziel noch vor der Mittagshitze erreicht. Eine schöne Tour für den Einsteiger ist der Weg um die Burg Castell de Bellver – Gehzeit etwa 45 Minuten. Unbedingt einplanen: Die Besichtigung der kreisrunden und in Europa einmaligen Wehranlage.

(Empfohlen von Christina Thome, selbständige Reiseberaterin, TAKE OFF, Krefeld)