Außenansicht der Sankt-Gotthardtkirche in Brandenburg an der Havel, Foto: WIKIMEDIA, Stefan14776, public domain

Außenansicht der Sankt-Gotthardtkirche in Brandenburg an der Havel, Foto: WIKIMEDIA, Stefan14776, public domain

Am Mittwoch, den 3. Juli 2013 um 10.30 Uhr wurde das Epitaph des Pfarrers Thomas Crusius in der evangelischen St. Gotthardkirche in Brandenburg wieder eingeweiht. An der Restaurierung des Grabdenkmals beteiligte sich im vergangenen Jahr auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit exakt 15.908,00 Euro dank mehrerer zweckgebundenen Spenden, insbesondere der Vicco-von-Bülow-Stiftung.

Der gotische Backsteinbau der St. Gotthardtkirche entstand zwischen 1456 und 1475 als dreischiffige Hallenkirche mit Umgangschor und war ursprünglich auch den Heiligen Maternus und Matthias geweiht. Der in der Nähe des Altstädter Rathauses gelegene spätgotische Bau mit einem älteren, doppeltürmigen Westwerk zählt zu den ältesten Kirchen Brandenburgs. Nach Einführung der Reformation 1559 wurde das Innere umfassend umgestaltet. Die außerordentlich reiche Ausstattung – Emporen, Kanzel, Orgel, Grabsteine, Altäre und Skulpturen – stammt durchweg aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Zur Ausstattung der Brandenburger St. Gotthardtkirche gehört auch ein qualitätvolles Leinwandgemälde, auf dem der Pfarrer Thomas Crusius dargestellt ist und das lange auf der Südempore lagerte. Das im 17. Jahrhundert gemalte Bild war in einem sehr schlechten Zustand. Der Rahmen war stark zerstört, Leisten fehlten und Schädlinge hatten das Bild befallen. In den unteren Rahmenschenkeln fanden sich Löcher, die nach Einschussspuren aussahen. Das Leinwandgemälde war nur auf einen Spannrahmen gespannt. Am unteren Bildrand hatte sich die Leinwand vom Rahmen gelöst und war dadurch stark gewölbt. 16 Löcher und Risse beschädigten die Leinwand, Laufspuren einer Flüssigkeit bedeckten große Teile des Bildwerks. Das Gesicht des Pastors jedoch war kaum geschädigt.

Das Gemälde wurde auf einen Keilrahmen gespannt, da der Spannrahmen nicht mehr geeignet war. Die Unebenheiten und Falten in der Leinwand konnten geglättet, die Malschicht gereinigt und die Fehlstellen in der Malerei retuschiert werden. Das Holz des Rahmens wurde gefestigt und die Fehlstellen im Rahmen ergänzt und retuschiert.

Die St. Gotthardkirche mit ihren Kunstwerken ist eines von über 530 Förderprojekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Brandenburg fördern konnte.