Auf dem Weg

Geschichte - Kultur - Spiritualität

Kategorie: Pilgerführer Mosel (Seite 1 von 3)

Der Pilgerwanderführer für den Mosel-Camino jetzt im Buchhandel!

 

Jetzt können Sie meinen neuen Pilgerwanderführer, geschrieben zusammen mit Wolfgang Welter, im Buchhandel oder gleich hier bestellen:

Karl-Josef Schäfer und Wolfgang Welter

Ein Jakobsweg von Koblenz-Stolzenfels nach Trier
Der Pilgerwanderführer für den Mosel-Camino

Das war’s – der Mosel-Camino ist fertig!

So, die letzten Kapitel und Anhänge sind geschrieben, die letzten Informationen eingefügt, angebeblich soll am Wochenende der Sommer zurückkommen – die besten Voraussetzungen, um die Schreibarbeiten abzuschliessen und das Feintuning zu beginnen. Jetzt geht das Script in den Satz und zum Lektor und zum Korrekturlesen.

Wir denken mal, dass der 2. Band unserer Pilgerwanderführer "Der Jakobsweg von Koblenz-Stolzenfels nach Trier – Ein Pilgerwanderführer für den Mosel-Camino" in 4 – 6 Wochen im Buchhandel erhältlich ist. Wenn Sie uns eine kurze Rückmeldung geben, schicken wir Ihnen gerne eine Benachrichtigung nach Erscheinen.

Diese Kategorie ist damit abgeschlossen und wird nicht mehr aktualisiert. Ergänzungen, Neuigkeiten, weitere Informationen zum Mosel-Camino finden Sie ab sofort in der neuen Kategorie "Updates Mosel-Camino". Wir freuen uns über jeden Hinweis, jeden Ratschlag und Tipp. Wenn Sie feststellen, dass sich eine Telefonnummer geändert hat: einfach eine eMail an: mosel-camino@xschaefer.de.

Vielleicht bekommen Sie Lust, sich auch auf den Weg zu machen?

Buen Camino, Ihr Karl-Josef Schäfer

Anhang 5 – ÖPNV und Taxi

Mobilität

Sollten Sie sich einmal hoffnungslos verlaufen haben oder das Wetter Ihnen einen Strich durch die Rechnung machen oder … oder … oder: ein dichtes Netz von Bahn- und Buslinien durchzieht die Region von Eifel, Hunsrück und Mosel. Und wenn’s gar nicht anders geht: viele Taxifahrer/-innen werden sich auf Ihr Telefonat freuen …

ÖPNV:

A) Bahn – tagsüber grundsätzlich Stundentakt – (Auskünfte: www.db.de)

a) Relevante Bahnhöfe/Bahnhöfe auf der DB-Moselstrecke 690 (Koblenz – Trier)

Koblenz Hbf (Tel.: 0261 3 96-0)

Löf, Hatzenport, Treis-Karden, Cochem, Bullay, Salmtal (wg. Klausen), Schweich, Quint, Ehrang Ort, Ehrang

Trier Hbf (Tel.: 0651 1 42-0)

b) Relevante Bahnhöfe/Haltepunkte auf der DB-Moselweinbahn 691 (Bullay – Traben-Trabach)

Bullay

Traben-Trarbach

c) Relevante Bahnhöfe/Haltepunkte aus der DB-Eifelbahn 474 (Köln – Trier)

Ehrang-Ort

Ehrang

Trier Hbf

B) Bus

Region Koblenz: Verkehrsverbund Rhein-Mosel VRM

Informationen: Tel.: Info-hotline 01805 986 986 (14 Ct./min) www.vrminfo.de

Stolzenfels: rheinhunsrückbus GmbH (rhb)

Informationen: Tel.: 06761 90 66-0

Alken/Löf/Hatzenport: Kraftwagen-Verkehr-Koblenz GmbH (KVG)

Informationen Tel.: 0261 3 92 17 92

Region Koblenz/Cochem/Trier Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft (RMV)

Informationen Tel.: 0261 17383

www.rmv-bus.de

Region Bullay/Trier: Moselbahn Verkehrsbetriebsgesellschaft (MB)

– Achtung! Name täuscht: nur Busverkehr! –

Informationen Tel.: 06531 9680-0

Region Trier: Verkehrsverbund Region Trier (vrt)

Informationen: Hotline: 01805 13 16 19 (14 Ct./Min)
www.vrt-info.de

Private Taxibetriebe (ohne Garantie für Vollständigkeit)

Dillmann Josef Rhens 0171 3 84 99 12

Ewald Regina Löf 02605 30 74

Leister Peter Treis-Karden 02672 14 07

Taxizentrale Cochem 02671 80 80

Steffens Ferdinand Alf 06542 2 12 82

Hallebach Margret Zell 06542 44 44

Bollig Heinrich Enkirch 06541 92 85

Hehn Uwe Traben-Trarbach 06541 81 01 70

Hilgers Falk Traben-Trarbach 06541 94 25

Priwitzer Bernkastel-Kues 06531 96 97-0

Edringer Hans Bernkastel-Kues 06531 81 49

Stadtfeld Willi Piesport 06507 24 02

Meyer Jürgen Salmtal/Dörbach 06578 99 23 53

Druckenmüller Beate Schweich 06502 68 00 u. 69 00

Lamberty Hans-Joachim Trier-Quint 0651 6 86 09 39 u. 0171 2 65 58 55

Taxi Funkzentrale Trier 0651 3 30 30

Evangelische Anlaufstellen

Dreimal habe ich die Evangelische Kirche im Rheinland per eMail kontaktiert, weil es nicht so einfach ist, an der Mosel die zustädnischen Pfarrämter gerauszufinden (da sind die Katholen weiter, dort findet man alles auf den Seiten des Erzbistums Trier). Leider erhielt ich keine Antwort. Jetzt hat sich Wolfgang doch noch die Mühe gemacht und die Zuständigkeiten recherchiert.

Ein Stückchen Ökumene

Sollten Sie unterwegs in Schwierigkeiten geraten, Probleme haben oder vielleicht auch einfach nur Fragen haben, werden Ihnen sicherlich auch unsere evangelischen Mitchristen vor Ort gerne – nach Möglichkeit – helfen.

Deshalb hier die wichtigsten Kontakt-Adressen:

Ev. Gemeindeverband Koblenz, Gemeinsames Gemeindeamt, Moselring 2-4, 56068 Koblenz;

E-Mail: karthause@kirche-koblenz.de; Tel.: 0261 4 04 03-0

Ev. Kirchengemeinde Cochem (mit Karden), Gemeindeamt, Oberbachstraße 59, 56812 Cochem; E-Mail: gemeindeamt@ev-kirchengemeinde-cochem.de; Tel.: 02671 71 14

Ev. Kirchengemeinde Zell-Bad Bertrich-Blankenrath, Schlossstraße 59, 56856 Zell; E-Mail: zell@simmern-trarbach.de; Tel.: 06542 45 39

Ev. Kirchengemeinden Enkirch und Starkenburg, Sponheimer Straße 54, 56850 Enkirch; Tel.: 06541 6406

Ev. Kirchengemeinde Bernkastel-Kues, Gemeindebüro, Saarallee 25, 54470 Bernkastel-Kues; E-Mail: bernkastel@ekkt.de; Tel.: 06531 25 94

Ev. Kirchengemeinde Mülheim; Hauptstraße 10, 54486 Mülheim; E-Mail: muelheim@ekkt.de; Tel.: 06534 235

Ev. Kirchengemeinde Ehrang (mit Schweich), Ehranger Straße 216, 54293 Trier; E-Mail: ehrang@ekkt.de; Tel.: 0651 6 54 27

Ev. Kirchengemeinde Trier, Verwaltungsamt, Engelstraße 13a, 54292 Trier; E-Mail: trier@ekkt.de; Tel.: 0651 2 09 00-0

Anhang 2 – Stadtrundgang Cochem

 

(Dauer: ohne ausgiebige Pausen, längere Aufenthalte und Besichtigungen: ca. 1,5 – 2 Stunden)

Ausgangspunkt ist ‚Stammbaum der Stadt Cochem’ am Carlfritz-Nicolay-Platz an der (Vorland-) Brücke. Seit 1982 informiert hier ein vom 1997 verstorbenen Cochemer Grafiker Carlfritz Nicolay entworfenes Keramik- und Naturstein-Mosaik über die Geschichte der Stadt. Den eigentlichen Mittelpunkt bildet das Stadtwappen, um das sich, wie Äste an einem Baum, die Themen gruppieren, die in besonderer Beziehung zu Stadt und Land – und dem Bürger im Besonderen – stehen.

Weiter geht es nach links zum Hotel ‚Alte Thorschenke’ (1625), dann unter dem Enderttor, das nach Verleihung der Stadtrechte 1332, im Zuge der Stadtmauer als Stadtmauer erbaut wurde, hindurch zur Treppe ‚Hinter Kempeln’. Hier führen 102 Stufen hinauf zum Klosterberg, wo schon 862 die Burg Kemplon stand. Zwischen dem Seniorenwohnheim St. Hedwig und der Friedhofsmauer führt der Weg zum 1608 errichteten ehemaligen Kapuzinerkloster. Lange Jahre als Volksschule genutzt, befindet sich hier heute ein städtisches Kulturzentrum.

Nachdem wir einen Blick über die Dächer der Cochemer Oberstadt geworfen haben, steigen wir am Westportal die Treppe hinab zur Obergasse, wo wir insbesondere das aus dem Jahr 1704 stammende Winzerhaus (Hausnummer 24) bewundern.

Unmittelbar links davon sehen wir von unten das Balduintor, ein weiteres teilweise erhaltenes Stadttor, betreten aber links einen engen, eher unscheinbaren Pfad, um ein Stück entlang der Stadtmauer zu genießen. Über die schmale Treppe ‚Am Rähmchen’ gelangen wir zur Oberbachstraße, auf der unser Weg zunächst ein wenig aufwärts führt, an der evangelischen Kirche vorbei links ab in die Märtschelt. Auch hier geht es wieder nach links, diesmal hinauf zum Tummelchen mit seinem Zuckertürmchen. Auch dieses gehörte zur Stadtbefestigung.

Hoch über uns thront die Reichsburg, die wir binnen einer Viertelstunde, nach einiger Anstrengung, erreicht haben.

Nach der Besichtigung geht es wieder zurück; allerdings vor dem ersten Parkplatz gleich links auf einen Pfad, der sich entlang des Burgberges windet. Bald schon erreichen wir die Pestkapelle St. Rochus (Neubau von 1680). Unter diesem Namen kennt sie aber kaum jemand hier, wird sie doch überall Peterskapelle genannt.

Das Martinstor, der Cochemer sagt ‚Mäuschesportz’, ist ein weiterer Restteil der ehemaligen Stadtmauer und führt in den ‚Burgfrieden’ und weiter zur Herrenstraße. Zu bestaunen ist besonders das originell gestaltete Fachwerkhaus Nr. 24 (‚Schiefes Haus’).

Wir gehen wieder ein kleines Stück zurück und nehmen den ersten Weg zur Moselpromenade. Zwischen parkenden Autos und einer Vielzahl gastronomischer Betriebe versuchen wir dennoch, den Reiz der alten Fachwerkbauten auf uns wirken zu lassen. Unter der Hausnummer Nr. 12 finden wir ein besonders stattliches Bürgerhaus aus dem Jahr 1654 (Haus Molls). Wir machen uns dessen Torbogen zunutze und kommen über die Unterbachstraße auf den Marktplatz, in dessen Zentrum der St.-Martins-Brunnen steht. Martin (in Cochem ‚Mertes’ – das erste e wird lang gesprochen – genannt) ist der Schutzpatron der Stadt. Ohne andere Wohn- und Geschäftshäuser abwerten zu wollen: Prunkstück ist freilich das Rathaus aus dem Jahr 1739. Unter dem Turm der Pfarrkirche St. Martin gelangen wir über die Bernstraße wieder zurück zum Carlfritz-Nicolay-Platz.

Anlage 4 – Weinlagen der Mosel mit religiös-kirchlichem Hintergrund

Dass die Begriffe ‚Wein’, ‚Weinberg’ oder ‚Reben’ häufig in der Bibel auftauchen, ist sicherlich selbst Atheisten bekannt; denken wir nur an das Gleichnis in Joh 15,5: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“ Aber auch schon im Alten Testament heißt es bei Jer 6,9: „So spricht der Herr der Heere: Genaue Nachlese wie am Weinstock soll man halten am Rest Israels. Leg deine Hand an wie ein Winzer an die Reben!“

Wein ist altes Kulturgut, und seit rund 2000 Jahren auch an der Mosel beheimatet. Heute ist ‚Mosel’ eines der 13 deutschen Weinanbaugebiete. Viele Einzellagen (vom Staat abgegrenzte Weinbergsareale) tragen originelle Namen, nicht alle sind so deftig wie der ‚Kröver Nackstarsch’). Meist gehen die Bezeichnungen auf alte Sagen zurück oder haben einen historischen bzw. – wie unten aufgelistet – religiös-kirchlichen Hintergrund. Vermutlich sind die Weine der folgenden Lagen nicht nur als Messwein verwendet worden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Metternich/Güls: Marienberg

Winningen: Domgarten

Lehmen: Klosterberg

Hatzenport: Kirchberg, Burg Bischofstein

Burgen: Bischofstein

Moselkern: Kirchberg

Müden: St. Castorhöhle

Karden: Dechantsberg, Münsterberg

Treis: Kapellenberg

Cochem: Klostergarten, Bischofstuhl (Ebernach), Nilolausberg (Cond)

Ernst: Kirchlay

Bruttig: Pfarrgarten, Kapellenberg

Fankel: Kapellenberg

Bruttig-Fankel: Götterlay

Ellenz: Altarberg, Rüberberger Domherrenberg

Briedern/Senhals: Rüberberger Domherrenberg

Briedern: Kapellenberg

Mesenich: Abteiberg

Bremm: Abtei Kloster Stuben

Eller: Stubener Klostersegen, Engelströpfchen

Ediger: Osterlämmchen, Pfaffenberg

St. Aldegund: Himmelreich, Palmberg, Klosterkammer

Alf: Kapellenberg

Bullay: Kirchweingarten

Merl: Klosterberg

Zell: Kreuzlay, Domherrenberg

Briedel/Pünderich: Nonnengarten

Trarbach: Kreuzberg

Wolf: Klosterberg

Erden: Prälat

Springiersbach: Klosterberg

Wittlich: Klosterweg

Platten: Klosterberg

Kröv: Kirchlay

Zeltingen: Himmelreich

Wehlen: Abtei, Klosterberg, Nonnenberg

Graach: Dompropst, Himmelreich, Abtsberg

Bernkastel: Matheisbildchen

Kues: Kardinalsberg

Mülheim: Helenenkloster

Veldenz: Kirchberg

Maring-Noviand: Klosterberg

Burgen: Kirchberg

Brauneberg: Klostergarten

Monzel: Paulinslay

Osann: Kirchlay

Kesten: Paulinsberg

Wintrich: Großer Herrgott

Minheim: Kapellchen

Piesport: Domherr

Niederemmel: Kreuzwingert

Neumagen: Engelgrube, Laudamusberg

Trittenheim: Altärchen

Leiwen: Klostergarten

Schleich: Klosterberg

Trier: Domherrenberg, Jesuitenwingert, Benediktinerberg, St. Matheiser

… und mehrere St. Maximin-Lagen in Detzem, Fell, Longuich, Kenn und Trier

Eifel-, Hunsrück- und Moselraum

 

Zu den wichtigen Elementen einer Pilgerwanderung gehört sicherlich das bewusste Genießen der Schöpfung Gottes. Pflanzen- und Tierwelt ergeben sich u. a. aus dem Zusammenspiel von Klimabedingungen und Boden. Die Menschen arrangieren sich damit und prägen wiederum die Landschaft (leider auch zu deren und damit zum eigenen Nachteil).

Eifel, Hunsrück und Mosel gehören zum Rheinischen Schiefergebirge, einer mitteleuropäische Naturlandschaft, deren Hauptachse der nach Nordwesten fließende Rhein zwischen Mainz und Bonn ist. Die wichtigsten Nebenachsen Lahn auf der rechten und Mosel auf der linken Rheinseite münden in bzw. bei Koblenz in den Rhein, so dass sich mit einiger Phantasie die Form eines Schmetterlings ergibt. Mehrere Mittelgebirge bilden gewissermaßen die Flügel: u. a. Taunus und Westerwald links und rechts der Lahn, Eifel und Hunsrück links und rechts der Mosel.

Die Entwicklung des Rheinischen Schiefergebirges setzte im Erdaltertum (Paläozoikum) vor ca. 380 Mio Jahren (Devon) ein, als das heutige Rhein-Mosel-Gebiet vom sog. Devon­meer bedeckt war. Dieses erstreckte sich damals als Flach- oder Tiefsee über das gesamte Rheinische Schiefergebirge.

Hierbei kam es zu vielerlei Ablagerungen und in der Folge zu Gesteins­um­bil­dun­gen: Aus Teilchen von Ouarz, Feldspat und Glimmer entstand die Grau­wacke, aus Tonschlämmen der Schie­fer; aus den Sanden bildete sich Sandstein (Trierer Becken). Versteinerte Reste von Korallen- und Mu­schel­bänken finden wir als Kalkstein wieder.

Diese Sedimentgesteine entstanden aber nicht nur durch das Absinken der Stoffe allein, sondern sie wurden im Erdmittelalter (Mesozoikum, vor 245-65 Mio Jah­ren) und in der Erdneuheit (Känozoikum, Beginn vor 60 Mio Jahren.) durch weite­­re Abtragungen und Ablagerungen, Verwerfungen, Verschiebungen, Schol­len­be­we­gun­gen und Über­schwem­­mungen, im Wechsel von Hitze- und Kälte­phasen, ge­formt.

Auch die Erosion wurde neu belebt: Flüsse und Bäche schnitten sich in ihren Ge­birgs­rumpf ein.

Je nach Materialhärte der Gesteine und Oberflächenbeschaffenheit formten sich nun die Mosel sowie ihre Nebenflüsse und -bäche die Fließwege. Weniger festes Material wurde erodiert, härtere Gesteine blieben stehen und zwangen zu Änderungen der Fließrichtung.

So kam es zur Bildung der Mosel-Mäander, insbesondere zwischen Schweich und Cochem. Damit bezeichnet man die Flussschlingen mit Prallhang (verstärkte Erosion) und Gleithang (Ablagerung von Stoffen), die nach dem türkischen Fluss Menderes benannt sind.

Charakteristisch für die Landschaft zwischen Eifel und Hunsrück sind weiterhin die Flussterrassen, die Reste ehemaliger Talböden (Flussgrund). Man unterscheidet Haupt-, Hoch-, Mittel- und Niederterrassen. Sie entstehen bei einem Fluss, wenn nach überwiegender Seitenerosion die Tiefenerosion überwiegt.

Gelegentlich trifft man auf Umlaufberge (Treis, Mülheim). Sie entwickeln sich aus Mäandern, im Falle der Mosel aus sog. Talmäandern. Der Umlaufberg entsteht an einer Stelle, an der zwei Mäander einander so nahe kommen, dass die Seitenerosion am äußeren Prallhang des ersten Mäanders den Mäanderhals zum zweiten Mäanders durchstößt.

Mosel

Entspringt etwa 40 km südwestlich von Colmar beim Col de Bussang auf dem Hauptkamm der Vogesen (Frankreich) in einer Höhe von 735 m ü. NN.

Nach 545 km ( Luftlinie ca. 280 km) mündet die Mosel beim Deutschen Eck in Koblenz (60m ü. NN.) in den Rhein. Zum
Großherzogtum Luxemburg ist die Mosel ein Grenzfluss. Ihr Einzugsgebiet beträgt etwa 28156 km2.

Zwischen Thionville (Frankreich) und Koblenz ist die Mosel schiffbar. Dies wurde zwischen 1958 und 1964 durch den Bau von 14 Staustufen erreicht. Die durchschnittliche Wassertiefe beträgt ca. 2,50 m, bei Hochwasser über 10m (Pegel Cochem am 22.12.1993 = 10,34 m).

Anhang 1 – Stadtrundgang Koblenz

Unser Mosel-Camino beginnt in Stolzenfels, gegenüber von Lahnstein, wo sich die mittelalterlichen Pilger sammelten, um weiter am Rhein entlang (Mainz, Speyer, Straßburg), oder auch moselaufwärts in Richtung Trier zum Grab des Apostel Matthias zu pilgern.

Vielleicht haben Sie ja ein wenig Zeit, um sich Koblenz anzusehen. Wenn es sich dabei um richtig viel Zeit handelt, dann besorgen Sie sich am besten einen der wirklich guten Stadtführer. Für ein paar Stunden kann aber unser Stadtrundgang als Anhalt dienen.

Folgende Sehenswürdigkeiten begegnen uns u. a. auf unserem Streifzug durch die Koblenzer Kernstadt:

· Münzplatz

· Florinsmarkt

· Liebfrauenkirche

· Jakobuskapelle

· St. Kastor

· Deutsches Eck

· Kurfürstliches Schloss

Beginnen wir unseren Stadtrundgang am Münzplatz, inmitten des römischen "apud Confluentes", also am Zusammenfluss. So ganz sicher sind sich die Historiker nicht – die Kastell-Theorie ist umstritten, manche glauben, Koblenz wäre als Handelssiedlung entstanden. Aber wie auch immer, fest steht, dass die Siedlung einen rasanten Aufschwung nahm und sich ständig vergrößerte. Zum Schutz gegen Angriffe germanischer Stämme bauten die Römer Confluentes im dritten Jh. zu einem starken Kastell aus.

Hier am Münzplatz standen die kurtrierischen Münzwerkstätten, Koblenz gehörte von 1018 bis 1794 dem Erzstift Trier und war lange Zeit Residenz des Trierer Erzbischofs. Einziges erhaltenes Gebäude in diesem Ensemble ist das Wohnhaus des kurfürstlichen Münzmeisters – 1761/62 nach Plänen von Johannes Seiz gebaut. Sie finden dieses Haus auf der rechten Seite des Platzes.

An der Westseite des Münzplatzes fällt der Metternicher Hof ins Auge. 1644 kam die Grafenfamilie von Metternich durch Belehnung in den Besitz des Hauses, 1773 wurde hier der spätere österreichische Staatskanzler Clemens Wenzel Lothar von Metternich geboren.

Durch den Torbogen gehen wir jetzt in Richtung Alte Burg. Wenn Sie sich einmal umschauen, dann sehen Sie eine sehr schöne Seccomalerei aus dem Jahr 1911. Die Verbindungsstraße ‚Im Paradies’ heißt so nach dem kurfürstlichen Garten. Direkt vor Ihnen liegt nun die Alte Burg, in der zweiten Hälfte des 13. Jhs. als Zwingburg am Moselufer erbaut. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Burg stets vergrößert. Im 19. Jh. diente sie als Blechwarenfabrik, dann als städtische Gemäldegalerie. Heute schließlich nutzt sie die Stadt Koblenz als Archiv.

Am Moselufer erkennen Sie linker Hand die Balduinbrücke, Mitte des 14. Jhs. auf Anweisung von Erzbischof Balduin errichtet. Diese zweitälteste Steinbrücke Deutschlands bewältigte bis zum 19. Jh. als einzige Moselüberquerung den gesamten Verkehr zwischen Köln und Mainz. Damit war sie auch eine der einträglichsten Geldquellen der Stadt.

Am Moselufer geht es an einige sehenswerten Erkern vorbei bis zum ‚Deutschen Kaiser’. Dieser spätgotische Adelsbau wurde 1520 errichtet. Als einziges spätmittelalterliches Gebäude hat es die Kriegswirren unbeschadet überstanden.

Bitte gehen Sie nun ein Stückchen die Kornpfortstraße hoch und biegen dann nach rechts in die Gasse Unterm Stern ein. Der Weg führt Sie zum Florinsmarkt. An dessen Nordseite befindet sich rechter Hand das Schöffenhaus, von Erzbischof Richard von Greiffenclau 1528-30 im gotischen Stil errichtet. 1528, Gotik? Richtig, eigentlich war der Renaissance-Stil der angesagte Baustil. Direkt daneben steht das 1425 fertiggestellte Kaufmann- und Tanzhaus. Unten, im Erdgeschoss, waren die Lagerräume und Verkaufsstände der Kaufleute, die erste Etage wurde von den Koblenzer Bürgern für Festveranstaltungen genutzt. Nach Beschädigungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg ist der spätgotische Charakter zwar noch erkennbar, aber der Barock überwiegt heute schon. Das Mittelrhein-Museum hat hier sein Domizil gefunden. An das Kaufmann- und Tanzhaus grenzt unmittelbar der Bürresheimer Hof, angelegt 1659/60. Der linke, zweiflügelige Bau kam Anfang des 18. Jh. hinzu, der moselseitige Saalbau in der Mitte 1769. Von 1851 bis zur Reichspogromnacht im Jahr 1938 war die Synagoge der jüdischen Gemeinde hier untergebracht.  

An der Ostseite des Platzes steht die ehemalige Stiftskirche St. Florin, heute eine evangelische Gemeindekirche. Um 1100 erbaut, wurde die Kirche mehrfach umgebaut und ergänzt, so dass sie heute romanische, gotische und barocke Elemente aufweist. Die kaum restaurierten mittelalterlichen Wandmalereien gehören zu den lebendigsten Zeugnisse am Mittelrhein. Bei Ausgrabungen in der Kirche entdeckte man die Fundamente eines römischen Stadtmauerturms und fränkische Estrichreste über römischen Häusern. An der Nordseite der Kirche sehen Sie das älteste Haus Koblenz, das romanische Kapitelhaus aus der Zeit um 1230. Schräg gegenüber, auf der anderen Straßenseite, befindet sich der Pfarrhof Liebfrauen. Die zwei rückwärtigen Türme der Hofanlage gehören zur frühmittelalterlichen Stadtbefestigung.

Wir gehen nun durch die Mehlgasse zur Liebfrauenkirche, die auf dem höchsten Punkt der Koblenzer Innenstadt steht. Schon im 5. oder 6. Jh. n. Chr. hat hier innerhalb eines römischen Großbaues eine Kirche existiert. Der heutige Bau zeigt überwiegend Elemente der Spätromanik und Spätgotik. Die barocken Zwiebeltürme entstanden 1693. Zur Ausstattung gehören Renaissancegrabplatten, ein Nikolausaltar von 1680 und das gotische Glasfenster im nördlichen Seitenchor.

Auf den Plan gelangen wir, wenn wir direkt neben der ehemaligen Grabkapelle die rechte Treppe hinunter gehen. Dieser Platz hat eine bewegte Geschichte zu erzählen. Er diente den Fleischern bis 1771 als Markt, den Jesuiten um 1594 als Theaterbühne, der Gerichtsbarkeit im 17. Jh. als Turnier- und Gerichtsplatz. An der Nordseite waren Stadtkommandantur und Hauptwache und im 19. Jh. das Rathaus untergebracht.  Der in der Mitte 1805 errichtete Brunnen erinnert an die erste Koblenzer Wasserleitung. An der Kreuzung Löhrstraße/Marktstraße/Altengraben/Plan sehen Sie noch die vier Fachwerkhäuser aus dem Jahr 1608, von den Koblenzern kurz die ‚Vier Türme’ genannt.

Der Kreis um das römische Koblenz schließt sich, wenn wir von hier durch den Entenpfuhl und die Kornpfortstraße in Richtung Mosel gehen. An verschiedenen Stellen ist die römische Stadtmauer zu sehen und in moderne Gebäude integriert. Im Parkhaus neben dem Hotel ‚Zur Kornpforte’ sind zwei römische Stadtmauertürme gefunden worden.

Unterwegs bewundern Sie noch den wunderschönen barocken Erker des Dreikönigenhaus, einem Adelshof aus dem Beginn des 18. Jhs. Das Relief zeigt die Heiligen Drei Könige. Der Erker des benachbarten Krämerzunfthauses zeigt dagegen die heiligen Michael, Maria und Tobias mit dem Fisch sowie einen Engel und Justitia mit Schwert und Waage.  

Am Dreikönigenhaus biegen Sie rechts in die Straße Am Alten Hospital ein und gehen dann durch das Kastorviertel in Richtung Rhein. Zwar wurde das Viertel weitgehend im 2. Weltkrieg zerstört, erhalten ist lediglich die Fassade des Fahnensaals des ehemaligen (von der) Leyenschen Hofes. Den kleinen Umweg machen wir aber wegen der aus dem 14. Jh. stammenden Jakobuskapelle.

1355 wurde die gotische Kapelle als Friedhofskapelle des Deutschen Ordens erbaut. Leider wurde die Kapelle 1944 durch Bomben zerstört, 1965 begann man mit dem Wiederaufbau.

Die Alt-Katholische Gemeinde übernahm die Innenausstattung. Heinrich Voegele-Mönnighoff (1907-1987) entwarf und arbeitete den Altar, die Gitter des Tabernakels und das schmiedeeiserne Ambo. Die kupfernen Türgriffe sind als Jakobsmuscheln ausgebildet. Voegele-Mönnighoff schenkte der Gemeinde u. a. eine Keramikfigur des Heiligen Jakobus d. Ä.; mittlerweile in Bronze gegossen passt sie sich hervorragend dem gotischen Raum an.

Schräg gegenüber nun steht die bedeutendste Koblenzer Kirche: St. Kastor. Hier wurde deutsche Geschichte geschrieben und Johannes Paul II. hat sie 1991 zur Basilika minor erhoben. Der erhaltene romanische Baubestand macht sie auch Baugeschichtlich zu einer ganz besondere Kirche.

Schon seit dem 1. Jh. wurde diese Stelle für Kulthandlungen genutzt, um 100 wurde hier ein gallorömischer Tempel angelegt, der hier bis spätestens zum Ende des 7. Jhs. stand. Die erste Kastorkirche, benannt nach dem heiligen Kastor, dem Missionar an der Mosel (siehe auch 2. Tagesetappe Treis-Karden), wurde 836 geweiht. In Koblenz befand sich ein fränkischer Königshof, so galt König Ludwig der Fromme als Bauherr dieser Kirche außerhalb der Stadt.

Kirche und Stift St. Kastor waren eng mit der Reichsgeschichte verbunden: 842 wurden hier die Bestimmungen der Reichsteilung ausgehandelt, 860 verhandelten die Karolinger familieninterne Streitigkeiten, 862 wurde die Reichsteilung in Ost- und Westreich beschlossen. Daraus gingen dann das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und Frankreich hervor.

1199 wurde die Kastorkirche im Krieg schwer beschädigt, Reparaturen und der Neubau des Kirchenschiffes wurden notwendig.

1338 fand das letzte bedeutende Treffen im Stift statt. König Ludwig der Bayer und der englische König Eduard III. besiegelten in der Kastorkirche Freundschaft und Bund.

Die Fresken in der Kirche stammen aus den Jahren 1840 bis 1860. Zwischen 1890 und 1894 erhielt die gesamte Kirche eine Verblendung aus Tuffstein und somit ihr heutiges Erscheinungsbild.

Die Kastorkirche ist auch heute noch reich mit Kunstschätzen ausgestattet: die gotischen Wandgräber der Trierer Erzbischöfe, die Steinkanzel von 1625 und der Schrein der seligen Rizza, der angeblichen Tochter Ludwigs des Frommen. Im südlichen Kirchenschiff sehen Sie die Brigitten-Madonna, entstanden zwischen 1350 und 1410 in Böhmen und nach vielen Umzügen schließlich in St. Kastor gelandet.

Auf dem Vorplatz steht ein Kursiosum. Der französische Präfekt ließ etwas voreilig zur Erinnerung an den glorreichen und siegreichen Russlandfeldzug Napoleons den Brunnen errichten. Wie bekannt, endete der Feldzug in einem Desaster, die Franzosen mussten am Rhein abziehen. Der russische Stadtkommandant zeigt jedoch Humor. Er ließ am 01.01.1814 unter die eingemeißelte Huldigung des Siegers sein ‚gesehen und genehmigt’ setzen.

1110 wurde ein Hospital neben der Kastorkirche gegründet, die erste Einrichtung zur Krankenpflege nördlich der Alpen. 1216 wurde der Deutsche Orden, der sich in der Krankenpflege engagierte, nach Koblenz gerufen und erhielt einen Teil des Geländes der Kastorkirche mit dem dort befindlichen St. Nikolaus-Hospital als Geschenk. Zur Verwaltung der Ordensprovinz Koblenz errichtete der Orden direkt an der Ecke der Moselmündung in den Rhein das Deutschherrenhaus. Seitdem wird die Stelle Deutscher Ordt, bzw. später Deutsches Eck genannt. 

Das heutige Deutsche Eck mit dem Reiterstandbild auf der Landzunge erreichen wir, wenn wir der Danziger Freiheit folgen und dann die Straße überqueren. Das Standbild Kaiser Wilhelm I. wurde in den letzten Kriegstagen schwer beschädigt und demontiert. Lediglich der Kopf befindet sich heute im Mittelrhein- Museum. Am 18. Mai 1953 hat der damaligen Bundespräsident Theodor Heuss den Denkmaltorso zum Mahnmal der Deutschen Einheit erklärt. Nach der Wiedervereinigung wurde das Standbild rekonstruiert und 1993 wieder aufgestellt.

Hier von der Landzunge haben Sie einen sehr guten Blick auf die ehemalige Festung Ehrenbreitstein. Schon Ende des 10. Jhs. stand auf dem Plateau die erste Burg. 1018 schenkte Kaiser Heinrich II. sie dem Erzstift Trier. Zunächst Grenzburg gewann sie aber rasch an Bedeutung, als sich Kurtrier in den Westerwald ausdehnte. Anfang des 16. Jhs. hat der bereits erwähnte Erzbischof Richard von Greiffenclau die ersten Geschützbastionen bauen lassen und die erste Kanone, Vogel Greif, wurde 1524 in Frankfurt in Auftrag gegeben. Bis ins 18. Jh. hinein wurde die Festung immer wieder erweitert und verstärkt, sie galt als uneinnehmbar. 1794 nahmen die französischen Revolutionstruppen die Stadt ein, konnten aber die Festung erst fünf Jahre später nach einjähriger Dauerbelagerung besetzen. Damit die Festung nicht dem Feind in die Hände fallen konnte wurde sie 1801 von den Franzosen gesprengt und lag bis 1815 in Trümmern. In diesem Jahr kam aus dem preußischen Hauptstadt Berlin die Order, die Stadt Koblenz und die Festung Ehrenbreitstein neu zu befestigen. 50 Jahre später war sie aber schon wieder veraltet und wurde nach dem Frieden von Versailles (Ende des 1. Weltkrieges) noch nicht einmal mehr geschliffen. Im 2. Weltkrieg boten die Kasematten und Felsentunnel den Koblenzer Bürgern noch einmal Schutz vor den alliierten Bombenangriffen.

Heute wird die Festung als Landesmuseum, als Jugendherberge, von zwei Restaurants  und vom Landesamt für Denkmalschutz genutzt; die andere Seite ist mit einer kleinen Personenfähre erreichbar.

Jetzt geht es wieder zurück; Sie überqueren noch einmal die Danziger Freiheit und kommen durch das Tor in der Stadtmauer in den Blumenhof. Von der stattlichen Dreiflügelanlage ist nur noch das Komturhaus erhalten, seit 1992 ist hier das Ludwig-Museum mit zeitgenössischer französischer Kunst untergebracht.

Weiter geht es zum Konrad-Adenauer-Ufer und vorbei an der ehemaligen Mädchenschule von St. Kastor, bis Sie rechts in die Rheinstraße einbiegen. Auf dem Görresplatz gehen Sie doch einmal um den Brunnen mit der Historiensäule herum. Dieses Kunstwerk mit Szenen aus der wechselvollen Stadtgeschichte wurde von Prof. Dr. Jürgen Weber geschaffen und im Jahr 2000 eingeweiht.

Durch die Firmungsstraße gelangen Sie zum Jesuitenplatz, vorbei an einigen schön erhaltenen Barockhäusern. Hier steht auch das alte Gymnasium, seit 1895 als Rathaus genutzt. Im Treppenhaus des ehemaligen Jesuitenkollegiums, heute Rathausgebäude I, können Sie die 1701 von Carl Maria Pozzi geschaffenen Stuckdecken bewundern. Von der Jesuitenkirche an der Ostseite existiert leider nur noch die frühbarocke Fassade. Dahinter errichtete man nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg einen modernen Kirchenbau. Durch den Torbogen neben der Kirche geht es weiter, den ehemaligen Klosterhof können wir durch das reich verzierte barocke Westportal erblicken. Rechts steht der Schängelbrunnen. Schängel heißen die in Koblenz geborenen Jungen, denen Carl Burger 1940 hier ein Denkmal setzte. Sie folgen der Gymnasialstraße und biegen rechts in die Schanzenpforte ein. Die mittelalterliche Stadtmauer wurde hier stellenweise in die Wohnhäuser integriert und wurde dadurch erhalten.

Am Ende der Schanzenpforte halten Sie sich rechts und erreichen die Clemensstadt (Neustadt), benannt nach dem letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzelslaus. Im 18. Jh. sollten am Rheinufer ein prunkvolles Schloss und ein neuer, repräsentativer Stadtteil entstehen. Gleich zu Ihrer Rechten befindet sich das erste neu entstandene Wohnhaus aus dem Jahr 1786, besonders die prunkvolle Fassadengestaltung fällt auf. Jenseits der Clemensstraße liegt das frühklassizistische Comödien- und Ballhaus, das heutige Stadttheater. Heute ist es das einzige Theater seines Jhs. im Rheinland. Hoch über dem Eingang erkennen Sie eine in Latein gehaltene Inschrift: „Ridendo corrigo mores“ (mit Lachen verbessere ich die Sitten); vermutlich als Konzept fürs Theater gedacht, dennoch auch eine Weisheit, auf die man sich im Alltag vielleicht häufiger besinnen sollte …

Am Theater geht es die Stresemannstraße hinunter zum Rhein, vorbei an den ehemaligen Gebäuden des Oberpräsidiums der preußischen Rheinprovinz im rheinischen Barock mit Jugendstileinflüssen. Das Regierungsgebäude von 1906 am Konrad-Adenauer-Ufer ist ein riesiger neo-romanischer Bau. Hier befindet sich heute das Präsidium des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung.

Auf der Uferpromenade geht es jetzt stromaufwärts durch die Kaiserin-Augusta-Anlagen, gestaltet nach einem Entwurf von Peter Joseph Lenné. Vorbei am Joseph-Görres-Denkmal, das an einen der führenden Köpfe der revolutionären rheinischen Jugend zu Beginn des 19. Jhs. erinnert, erreichen Sie die Pfaffendorfer Brücke und das 1925 erbaute Weindorf. Auf dem Fußgängerweg durch die Unterführung gelangen Sie schlussendlich zum Kurfürstlichen Schloss.  Das im reinen Klassizismus errichtete Gebäude mit den Zirkelbauten und dem Mittelbau, der durch die wuchtigen Säulen auffällt, wurde 1786 eingeweiht. Schon acht Jahre später musste Clemens Wenzelslaus vor den anrückenden französischen Truppen nach Augsburg fliehen. Dorthin nahm er auch die prächtige Innenausstattung mit. Leider ist das Kurfürstlichen Schloss, heute sind hier verschiedene Behörden untergebracht, nicht zu besichtigen.

Anhang 3 – Stadtrundgang Trier

 

Die Auswahl für einen Stadtrundgang fällt nicht leicht – in kaum einer anderen Stadt hat die UNESCO so viele Baudenkmäler auf die Liste der Weltkulturgüter gesetzt. Vielleicht haben Sie ja noch ein paar Stunden, bevor Ihr Zug fährt. Oder Sie können noch einen Tag anhängen, um sich für Trier die angemessene Zeit zu nehmen (so haben meine Frau und ich es gemacht, als wir auf unserem Jakobsweg nach Trier gekommen sind).

Ein ‚Muss’ in Trier sind aber, neben der für Pilger so wichtigen Basilika St. Matthias:

· Porta Nigra

· Dreikönigenhaus

· Hauptmarkt

· Dom

· Konstantinbasilika

· Kurfürstliches Palais

· Kaiserthermen

· Amphitheater

Wir schlagen folgenden Rundgang vor, der Sie in aller Kürze zu den genannten Sehenswürdigkeiten bringt (abgesehen vom etwas außerhalb des Zentrums gelegenen Amphitheater).

Beginnen wir unseren Rundgang an der Porta Nigra, einem zentralen Ort im heutigen Trier. Außerdem ist in unmittelbarer Nähe die Tourist-Information untergebracht, wo man sich mit einem Stadtplan und ausführlichen Informationen versorgen kann. Auch können hier Stadtführungen gebucht werden.

Das römische Stadttor aus dem 2. Jh. n. Chr. ist das Wahrzeichen der Stadt Trier. Es war der nördliche Zugang zur Stadt. Der Name ‚Porta Nigra’ ist erst seit dem Mittelalter bekannt und kommt von der Farbe des verwitternden und sich dunkel färbenden Sandsteins. Eine endgültige Fertigstellung hat das Tor nie erlebt. Zwar konnte man es durch Falltore verschließen, die aber eigentlich vorgesehenen beweglichen Torflügel wurden niemals eingebaut. Die Bohrungen für die Torangeln wurden angebracht, in die Drehachsen ragen aber noch immer unfertig behauene Quader. Auch die Fassade zur Landseite verstärkt diesen Eindruck noch. Die Halbsäulen dort wurden roh belassen.

Nach seinem Tod im Jahr 1035 wurde der Einsiedler Simeon im Erdgeschoss bestattet. Ihm zu Ehren nutzte man das Tor als Doppelkirche und baute das Simeonstift. Über eine Freitreppe gelangte man direkt in das heutige erste Geschoss des Gebäudes.

Im Zuge der Säkularisation wurden Kirche und Stift 1802 aufgehoben, und bei einem Besuch im Jahr 1804 befahl Napoleon den Rückbau der kirchlichen Anbauten. 

Von der Porta Nigra gehen Sie jetzt in die nach dem Einsiedler benannte Simeonstraße und kommen somit in die Fußgängerzone. Dabei passieren Sie links ein Meisterwerk der Architektur – das Dreikönigenhaus.

Aus einem romanischen Wohnturm des Jahres 1230 entstand hier ein frühgotisches Wohnhaus. Der Eingang war im ersten Stock gelegen und über eine Zugtreppe erreichbar. So konnte bei Gefahr der Turm gesichert werden. Der Name stammt von einem im Haus befindlichen Gemälde der Darstellung des Herrn (Epiphanie), die in unseren Breiten meist mit der Anbetung durch die Heiligen Drei Könige verbunden wird. Zwar ist das Gemälde verschollen, der Name hat sich aber bis heute erhalten.

Nach wenigen Metern erreichen Sie den mittelalterlichen Hauptmarkt, und damit den zentralen und einen der größten Plätze. Mit dem Marktkreuz als Hoheitssymbol wurde der Markt im Jahr 958 durch Erzbischof Heinrich I. ausgestattet. Das Original befindet sich im Städtischen Museum Simeonstift (gleich neben der ‚Porta’. Hier sehen Sie eine Kopie auf der Spitze des mittelalterlichen Prangers. Die Umbauung des Platzes mit Gebäuden der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus’ ist auch nach den schweren Bombardierungen des 2. Weltkrieges noch zu 2/3 erhalten. Das Domhotel wurde im deutschen Neo-Renaissancestil erbaut. Die berühmte Steipe, das früher Repräsentationshaus des Stadtrats, stammt aus dem Jahr 1430. Als Jakobspilger werden Sie sich freuen, hier eine Steinfigur des Heiligen Jakobus d. Ä. zu entdecken. Am Roten Haus, gleich dahinter, findet sich der sagenhafte Spruch der Gründung Triers: ganze 1300 Jahre vor Rom!: „Ante Romam Treveris stetit annis mille trecentis“ („Vor Rom stand Trier eintausend und dreihundert Jahre“).

Die Kirche St. Gangolf können Sie nur durch das vor Ihnen liegende barocke Tor betreten – sie ist komplett umbaut.

Wenn Sie jetzt nach links in die Sternstraße abbiegen, stehen Sie vor dem ältesten deutschen Gotteshaus: dem Trierer Dom St. Peter.

Nachdem sich Konstantin I. zum Christentum bekannte, ließ er auf den Resten eines römischen Wohnhauses eine Basilika errichten, die von Bischof Maximin in der Mitte des 4. Jh.s zu einer großen Kirchenanlage mit vier Basiliken, Baptisterium und Nebengebäuden erweitert wurde. Der Kern des heutigen Domes, der sog. Quadratbau, stammt aus dieser Zeit um 340.

Im vierten Jh., in der Völkerwanderung, und dann noch einmal 882 durch die Normannen wurde die Anlage zerstört. Quadratbau und die nördliche Basilika wurden wieder aufgebaut. Erweiterungen und Neugestaltung wurden unter Bischof Egbert (977-993) durchgeführt, die Westfassade zählt zu den typischen Salierbauten. Der Westchor wurde 1196 geweiht, die Osttürme im 14. Jh. erhöht und schließlich im 18. Jh. die Heiltumskammer angebaut. Nach einem verheerenden Dombrand 1717 erfolgte eine barocke Umgestaltung, die jedoch – Gott sei Dank – Anfang des 19. Jhs. wieder rückgängig gemacht wurde.

Im Dom befinden sich zahlreiche Grabmäler ehemaliger Bischöfe von Trier, davon seien nur Balduin von Luxemburg, Richard von Greiffenclau zu Vollrads und Theoderich von Wied genannt. Der Andreas-Tragaltar des bereits genannten Bischof Egberts gehört zu den kostbarsten Kunstwerken. Es handelt sich um eine der bedeutendsten ottonischen Goldschmiedearbeiten.

Der bekannteste Domschatz ist jedoch der ‚Heilige Rock’. In einem Holzschrein, hinter Panzerglas in einem speziellen Anbau wird der Heilige Rock, ähnlich wie das Turiner Grabtuch, nur selten den Gläubigen präsentiert, zuletzt im Jahr 2005. Es soll sich um Fragmente der Tunika Jesu Christi handeln. Nach der Überlieferung wurde ein 30 x 30 cm großes Stück des Leibrocks durch Helena nach Trier gebracht und in das Gewebe genäht. Die Echtheit wurde nie überprüft – ich persönlich halte es auch nicht für wichtig. Heute ist er eher ein Symbol für die unbekannten Begegnungen Jesu mit den Menschen, die niemand beschrieben hat. Der Weg ist das Ziel für die 700.000 Pilger, die im Jahr 1996 zum Heiligen Rock gepilgert sind. Die nächste Wallfahrt ist für 2012 geplant.

Erwähnt werden muss natürlich der Domstein, eine ca. 4 m lange Granitsäule, die links vor dem Haupteingang liegt und von den Trierer Kindern (aber nicht nur von denen) gerne zum Rutschen benutzt. Um ihn ranken sich allerlei Sagen. Am bekanntesten ist vielleicht die, nach der der Teufel mit einer List zur Mithilfe beim Bau des Doms bewogen worden sein. Als der Dom fertig war, merkte er, dass er reingelegt worden war und schleuderte vor Wut diesen Stein gegen die Mauern.

Tatsächlich wurden die alten Granitsäulen (aus dem Odenwald) des Domes während der Völkerwanderung zerstört und mussten im 6. Jh. durch Kalksteinsäulen ersetzt werden. Eine der ausgewechselten Säulen blieb vor dem Südwestportal liegen und wurde später nicht mehr weggeräumt.

Hier bietet sich auch die Gelegenheit, mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Trierer Platt vertraut zu werden.

Julius Friedrich Bernards (1842-1878) widmete dem Domstein die folgenden Zeilen:

Original

Om Duhmstaan sei mer romgerötscht.

Et waor net emmer ginstig.

De Box zerröß, de Kaap verlor,

de Kopp zerschonn, blutrinstig.

Kaom eich dann haam, dao wosst eich gleich

Eich braucht kaan Red’ze haalen.

Eich braucht blus guden Dag ze saon,

det anneret soot mein Ahlen …

Roff de Trepp

Schlich eich mich off den Ziewen.

Doch mein Klepp

Die sien net ausgebliewen.

Hochdeutsche Übersetzung

Auf dem Domstein sind wir herumgerutscht.

Es war nicht immer günstig.

Die Hose zerrissen, die Kappe verloren,

der Kopf zerschunden, blutrünstig.

Kam ich dann heim, da wusste ich gleich,

ich brauche keine Rede zu halten.

Ich brauche bloß guten Tag zu sagen,

das andere sagt mein Vater …

Rauf die Treppe

schlich ich mich auf den Zehenspitzen.

Doch meine Prügel,

die sind nicht ausgeblieben.

Vor dem Dom stehend, geht es weiter nach rechts, vorbei zur gotischen Liebfrauenkirche, der Pfarrkirche dieses Innenstadtbereichs von Trier. Die Pfarrei Trier Liebfrauen ist im Jahre 2000 aus der Fusion der Pfarreien Liebfrauen, St. Agritius, St. Antonius, St. Gangolf, St. Paulus und der Dompfarrei hervorgegangen.

Sie gilt zusammen mit der Elisabethkirche Marburg als die älteste gotische Kirche in Deutschland. Seit 1951 ist sie eine Basilica minor, und sie gehört auch zum Weltkulturerbe; dennoch verläuft sich nur ein Bruchteil der ‚Dom-Touristen’ verläuft sich in dieses Gotteshaus mit seinen hohen Fenstern, so dass Sie hier viel eher eine Atmosphäre vorfinden, die zu Besinnung und Gebet einlädt. Vielleicht finden Sie ja auch den Punkt, von dem man aus alle Apostelbilder auf den zwölf Säulen erkennen kann.

Hinweis: gegenüber von Dom und Liebfrauenkirche befindet sich die Dom-Information und das Pilgerbüro der St. Jakobusbruderschaft Trier (sjb-trier).

Nachdem Sie der Liebfrauenstraße bis zu ihrem Ende gefolgt sind, sehen Sie jetzt einige Schritte weiter das imposante Bauwerk der Konstantinbasilika, der römischen Palastaula, die Konstantin als Thronsaal diente. Die Porta Nigra würde zweimal in dieses Bauwerk passen.

Anfang des 4. Jhs. wurde die Aula erbaut und sollte durch die einmalige Größe und prachtvolle Ausstattung die Macht Roms demonstrieren. Das Innere war mit Marmor verkleidet, in den Nischen standen Marmorstatuen, die Wände und der Fußboden waren beheizt.

Ausgrabungen zeigen, dass die Palastaula auf älteren Gebäuden errichtet wurde und Teil des spätantiken Palastbezirkes war. Reste der Anbauten können in der Nähe besichtigt werden. Im Bereich der Fenster sind Teile des antiken Putzes und des Stucks erhalten geblieben. So sah die Palastaula ursprünglich einmal aus.

Nachdem im 12./13. Jh. der Trierer Erzbischof durch Schenkung in den Besitz der Konstantinbasilika kam, errichtete Lothar von Metternich Anfang des 17. Jh. das Kurfürstliche Palais und integrierte Teile der Palstaula in das Palais. König Friedrich Wilhelm IV. ließ nach Plänen von Carl Schnitzler den ursprünglichen Zustand wieder herstellen.

Seit 1856 wird die Konstantinbasilika von der evangelischen Kirche „auf ewige Zeiten" genutzt, befindet sich aber seit Gründung des Landes Rheinland-Pfalz in dessen Besitz.

Gegenüber dem Kircheneingang steigen Sie bitte die Treppen hinauf und finden sich dann im wunderschönen Palastgarten des Kurfürstlichen Palais von 1794 wieder. Hier konzentrierte sich die kurtrierische Macht. Die Residenz im Stil des Rokoko kann nicht nur von außen besichtigt werden. Seit 1980 Sitz der Bezirksregierung Trier bzw. ihrer Nachfolgebehörde ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz), werden seit Sommer 2007 Besichtigungstage angeboten, abhängig davon, ob offizielle Veranstaltungen stattfinden (Informationen: Tel.: 0651 9494-0)

Nach einem kurzen Spaziergang durch die, zu jeder Jahreszeit herrliche Parklandschaft des Palastgartens erreichen Sie die wichtigste der drei Thermen der Stadt: die Kaiserthermen, eine großflächige Badeanlage, die drittgrößte des römischen Imperiums überhaupt. Um und nach 300 n. Chr. wurde dieser monumentale Repräsentationsbau errichtet.

Neben sportlichen und gesundheitlichen Aufgaben hatten die Thermen besonders auch kommunikative und soziale Bedeutung inne.

Offensichtlich ist der Badebetrieb aber niemals konsequent aufgenommen worden, die gewaltige Grundfläche von 260 x 145 m lässt mehr auf eine repräsentative Funktion schließen.

In diesem Zusammenhang ein kleiner Exkurs in die Geschichte: Als ‚Augusta Treverorum’ wurde das heutige Trier im Jahr 16 v. Chr. von den Römern unter Kaiser Augustus gegründet. Der Name leitet sich von einem Stammesheiligtum des hier lebenden keltischen Stamms der Treverer ab. Im Jahre 293 ernannte Kaiser Diokletian die zu dem Zeitpunkt Treviris genannte Stadt zur römischen Kaiserresidenz und Hauptstadt des weströmischen Reiches. Der in Serbien geborene römische Caesar Konstantin verbrachte einen Teil seiner Amtszeit, die sich von 306 bis 337 erstreckte, in der Kaiserresidenzstadt Trier. Als Imperator Caesar Flavius Valerius Constantinus herrschte er vor rund 1700 Jahren von dieser Stadt aus über Westrom. Erst nachdem Konstantin Alleinherrscher über das römische Imperium und Kaiser des gesamten Reiches wurde, verlegte er seine Residenz 316 in das später nach ihm benannte Konstantinopel, das heutige Istanbul.

Danach verlor Trier von seiner Bedeutung und der Rohbau der Thermen blieb ungenutzt. Erst um 360 n. Chr. wurde die Anlage in eine Kaserne für bis zu 1000 Mann der berittenen kaiserlichen Leibgarde umgebaut.

Das Amphitheater, in Deutschland steht noch ein weiteres im niederrheinischen Xanten, bot nach seiner Fertigstellung um das Jahr 100 rund 20000 Menschen Platz. Es war in die Stadtmauer integriert und bot dem Volk genau das, was man mit ‚Brot und Spiele’ bezeichnet: Es gab Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe, hier fanden Hinrichtungen statt, wichtige Ankündigungen wurden ausgerufen.

Um zum Amphitheater zu gelangen, benötigt man von den Kaiserthermen aus etwa eine Viertelstunde.

Weitere bedeutende Gebäude, die es sich lohnt zu besuchen, sind im Innenstadtbereich

· Karl-Marx-Haus in der Brückenstraße (!) 10: Geburtshaus von Karl-Marx, heute Museum

· Jesuitenkirche in der Jesuitenstraße: Ruhestätte von Friedrich Spee

· Viehmarktthermen auf dem Viehmarkt: von einem Glasbau geschütztes Thermen-Museum

Außerhalb der Stadtmauern:

· Römerbrücke (Moselbrücke auf dem Weg nach St. Matthias)

· Barbara-Thermen an der Ecke Südallee/Friedrich-Wilhelm-Straße

· St. Matthias (!!!)

· St. Paulin (spätbarocke Kirche, deren Innenausstattung Balthasar Neumann entworfen hat)

· St. Maximin (ehem. Benediktinerabtei; heute Sporthalle und Konzertsaal)

Alle drei Kirchen sind auf römischen Gräberfeldern errichtet worden.

Von den drei großen Museen ist wohl das Rheinische Landesmuseum das bedeutendste, besitzt es doch nicht erst durch die Konstantin-Ausstellung 2007 internationalen Rang. Der Schwerpunkt liegt bei den römischen Funden (Neumagener Weinschiff!).

Das lichtdurchflutete Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum zeigt einerseits archäologische Funde des frühchristlichen Trier (konstantinische Deckenmalerei), andererseits christliche Kunst aus dem gesamten Bistum.

Das Städtische Museum Simeonstift beherbergt v. a. kulturgeschichtliche Sammlungen der Stadt. Besonders augenfällig ist das Stadtmodell, das Trier um das Jahr 1800 zeigt.

Nachwort

Hier, an der St. Matthias Basilika, dem Apostelgrab in Deutschland und dem Wallfahrtsziel der frommen Pilger seit 800 Jahren, endet unser Mosel-Camino.

Wir hoffen, daß Sie stets nur schönes Pilgerwetter gehabt haben und von Erkrankungen und Unfällen verschont blieben. Wir hoffen auch, daß Sie nur gute Erfahrungen mit freundlichen Menschen, gutem Essen und Betten, die genau richtig zum Schlafen waren, machen konnten.

Pilgern ist Langsamkeit, Pilgern ist Entschleunigung, Pilgern ist in sich selber Ruhe zu finden.

Genau das wünschen wir Ihnen: dass Sie aus der Hektik Ihres Alltages den Schritt in das Pilgersein machen und in den vergangenen acht Pilgertagen ein Stück weit Ruhe finden konnten.

Wir wünschen uns, daß wir Sie neugierig gemacht haben. Neugierig auf das, was entlang des Weges von Trier über Metz, Reim, Paris und Chartres bis nach Santiago de Compostela noch auf Sie wartet.

Hier verabschieden wir uns von Ihnen mit dem Gebet eines westafrikanischen Christen:

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Die Nacht ist verflattert und ich freue mich am Licht.
Deine Sonne hat den Tau weggebrannt vom Gras und von unseren Herzen.
Was da aus uns kommt, was da um uns ist an diesem Morgen, das ist Dank.

Herr, ich bin fröhlich heute am Morgen.
Die Vögel und Engel singen, und ich jubiliere auch.
Das All und unsere Herzen sind offen für deine Gnade.
Ich fühle meinen Körper und danke.
Die Sonne brennt meine Haut, ich danke.
Das Meer rollt gegen den Strand, ich danke.
Die Gischt klatscht gegen unser Haus, ich danke.
Herr, ich freue mich an der Schöpfung und dass du dahinter bist
und daneben und davor und darüber und in uns.

Ich freue mich, Herr, ich freue mich und freue mich.
die Psalmen singen von deiner Liebe, die Propheten verkündigen sie,
und wir erfahren sie: Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Himmelfahrt ist jeder Tag in deiner Gnade.

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Ein neuer Tag, der glitzert und knistert, knallt und jubiliert von deiner Liebe.
Jeden Tag machst du. Halleluja, Herr!
Amen.

Buen Camino, guter Weg, wünschen Ihnen Karl-Josef Schäfer und Wolfgang Welter

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