Auf dem Weg

Geschichte - Kultur - Spiritualität

Kategorie: Pilgerführer – Lahn-Camino (Seite 2 von 2)

Villmarer Nachrichten 13.07.2007

 

13.07.2007 Tourismus: Hilfe von oben ?

Tagesmotto: "Wenn einer alleine träumt, dann bleibt es ein Traum. Wenn wir aber alle gemeinsam träumen, dann wird es Wirklichkeit." (Dom Helder Camara, 1909-1999). Hoffen wir, es wirkt. Denn vielleicht gibt es ja für den Tourismus in Villmar künftig einen Schub von ganz oben: 

Der im Mai erschienene Pilgerwanderführer "Der Jakobsweg von Wetzlar nach
Lahnstein – Ein Pilgerwanderführer für den Lahn-Camino" beschreibt unter
anderem als ein Tagesetappenziel auch Villmar. Mehr unter www.xschaefer.de
in der Kategorie "Pilgerführer – Lahn-Camino".

so die Mail. Wenn der Glaube Berge versetzt, hilft er auch vielleicht dem Tourismus in Villmar.

Wünschen wir den Villmarern doch, dass sich Dom Helders Worte bewahrheiten.

Der Lahn-Camino ist fertig …

 
… und damit ist diese Kategorie wohl abgeschlossen. Das Skript ist zum Lektor gegangen, der Pilgerwanderführer wird in 4 bis 8 Wochen erscheinen und ist dann im Buchhandel in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich. Natürlich ist die Rohfassung hier noch um einiges ergänzt und stellenweise auch gekürzt worden.
 
Sollte jemand Interesse am gedruckten Exemplar haben (was ich hoffe) so reicht eine einfach eMail, ich halte Euch dann mit dem Erscheinungstermin auf dem Laufenden -wsie gesagt, der Führer ist dann imBuchhandel oder bei amazon.de erhältlich.
 
Noch ein Tipp: In der Kategorie "Pilgerführer – Lahn-Camino" den letzten Eintrag zuerst lesen, damit es chronologisch bleibt.
 
Heute schon einmal einen herzlichen Dank an alle, die in den letzten Wochen mitgelesen und ihre Anregungen persönlich und per eMail an mich übermittelt haben. Ohne Euch wäre der Pilgerführer undenkbar.

6. Etappe Bad Ems – Lahnstein 22 km

6. Etappe Bad Ems – Hoher Malberg (310 m) – Miellen (140 m) – Hof Aspich ( 243 m) – Lahnstein (70 m) 22 km
Schwierigkeitsgrad: mittel
Besichtigungen: Lahnstein
Zeitbedarf: ca. 5 1/2 Stunden (bei 4 km/Stunde) zzgl. Pausen und Besichtigungen
Tagesmotto: „Sucht die Nähe Gottes; dann wird er sich euch nähern. Reinigt die Hände, läutert euer Herz, ihr Menschen mit zwei Seelen! (1 Jak 4, 8)
Lahn-Camino
Heute geht es wieder zurück auf die linke Lahnseite und damit auf den Lahn-Camino. Im Sommer können Sie den Weg ein wenig abkürzen, indem Sie mit der Malbergbahn hinauf zum Malbergskopf fahren. Alle anderen finden den Einstieg in die Lahnhöhenweg auf der linken Lahnseite in der Nähe des Bahnhofs. Der Weg führt durch die Bebauung und später dann in Serpentinen hinauf auf den 317 m hohen Malbergskopf. Wenig später führt der Weg wieder hinunter und bleibt dann etwas oberhalb der Bahnstrecke auf diesem Niveau. Der Weg folgt dem Lahnbogen, vorbei an den Ortschaften Nievern und Miellen. Am Ortsausgang von Miellen wenden Sie sich nach links, es geht jetzt hinauf, vorbei am Hohen Scheidskopf, durch das Schweizertal in den kleinen Ort Frücht auf 248 m Höhe. Hier in Frücht passieren Sie die Kapelle, unter der sich die Stein’sche Familiengruft befindet und wo auch Carl Freiherr vom und zum Stein bestattet wurde. Von Frücht geht es weiter zum ehemaligen Bergbaudorf Friedrichssegen. Hier gibt es ein interessantes Bergbaumuseum, im Jahr 2000 eröffnet. An der Strasse gehen Sie bitte nach links und folgen ihr für ein paar Meter. Hinter den Häusern führt der Lahn-Camino wieder in den Wald und hält den letzten Anstieg des Tages, hinauf zum Hof Aspich auf 243 m für Sie parat. Von hier aus geht es vorbei an einigen schönen Aussichtspunkten über Friedland hinunter nach Oberlahnstein. Der Lahn-Camino verliert sich in der Stadt – von hier aus sind es noch 2.200 km bis nach Santiago de Compostela. Verpassen Sie nicht die versteckt in der Nähe des Bahnhofs liegende Hospitalkirche. Hier haben sich in früherer Zeit die Jakobspilger für ihre Reise entlang des Rheins oder entlang der Mosel in Richtung Trier gesammelt.
Lahnstein
Allgemeines: Stadt Lahnstein, im Bundesland Hessen und im Rhein-Lahn-Kreis. Die Einwohnerzahl belief sich am 30.06.2005 auf 18.439.
Anlaufstellen: Pfarrbüro Kath. Pfarramt St. Martin, Pfarrgasse 6, Telefon 02621-40006, eMail lahnstein.pfarrei.stmartin@t-online.de, Evangelische Kirchengemeinde Oberlahnstein, Lahneckstr. 8, Telefon 02621-2236, Tourismusbüro, Kirchstr. 1, Telefon 02621-914171, eMail touristinformation@lahnstein.de
Übernachtung:  Campingplatz Burg Lahneck, Telefon 02621-2765, Hotel Zum Roten Ochse, Brunnenstrasse 9, Telefon 02621-4511
Geschichte: Lahnstein entstand 1969 durch die Zusammenlegung der bis dahin eigenständigen Städte Oberlahnstein und Niederlahnstein. Um die Burg Lahneck oberhalb von Oberlahnstein ranken sich viele Legenden. Gesichert ist die Erbauung um 1226 durch den Mainzer Kurfürsten und Erzbischof Siegfried II.von Eppstein als Zollburg. Der fünfeckige Bergfried ist 29 m hoch. Sie können Lahneck von Ostern bis Allerheiligen besichtigen, Führungen finden zu jeder vollen Stunde statt.
In einer Urkunde aus dem Jahr 1332 gewährt Papst Johannes XXII. jedem, der in der St. Ullrichs-Kapelle der Burg an der heiligen Messe teilnahm, einen 40tägigen Ablass.
Als nördlichste Enklave des Mainzer Fürstbischofes war Burg Lahneck häufig Schauplatz der Geschichte. König Adolf von Naussau weilte als Gast 1298 auf Lahneck,kurz bevor er in der Schlacht gegen König Albrecht I. von Österreich fällt. 1338 nimmt derMainzer Fürstbischof von hier aus an der Kurfürsten-Versammlung teil, die Gründung des Kurverein von Rhens führte. Im Jahr 1400 treffen sich die 4 rheinischen Kurfürsten auf Lahneck, um König Wenzel abzusetzen. Am nächsten Tag wird Ruprecht von der Pfalz zum König des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewählt. Im 30-jährigen Krieg verwüsten schwedische und kaiserliche Truppen die Burg, 1688 schiessen französische Truppen imPfälzischen Erbfolgekrieg die letzten Dächer in Brand. Damit verliert die Burg schliesslich an Bedeutung.
Zu erwähnen bleibt noch der Geistesgruss von Goethe, der gegenüber im Wirthaus an der Lahn eine Mahlzeit einnahm und dichtete:
 Geistesgruß

Hoch auf dem alten Turme steht
Des Helden edler Geist,
Der, wie das Schiff vorübergeht,
Es wohl zu fahren heißt.
Sieh, diese Senne war so stark,
Dies Herz so fest und wild,
Die Knochen voll von Rittermark,
Der Becher angefüllt;
Mein halbes Leben stürmt‘ ich fort,
Verdehnt‘ die Hälft‘ in Ruh‘
Und Du, Du Menschen-Schifflein dort,
Fahr immer, immer zu!
Goethe, 1774  
Zwei der vielen Legenden, die sich um Lahneck ranken, sollen hier noch einmal einen Platz finden:
Im 14. Jhdt. sollte der grosse Reichtum und dieMacht, die sich die Tempelritter imHeiligen Land erworben hatten, gebrochen werden. Der Templerorden wurde per Edikt von Papst Clemens aufgehoben, die Templer selbst wurden geächtet. In Paris wurden 60 Tempelrichter hingerichtet, auch der Mainzer Erzbischof erhielt den Befehl, alle Ritter, denen er habhaft werden konnte, zu vernichten. Schliesslich blieben 12 tapfere Tempelritter übrig, die auf Burg Lahneck Zuflucht suchten. Unerwartet belagerte der Mainzer die Burg und die Templer beschlossen, ihr Leben kämpfend zu beenden. Sie schlugen sich sehr tapfer, konnten sich aber der Übermacht der erzbischöflichen Truppen nicht erwehren und starben einer nach demanderen. Schliesslich blieb ein Templer übrig, dem der Kommandant das Leben schenken wollte, sofern er ihn umGnade bäte. Dieser letzte Ritter liess sein Schwert sinken,  blickte seinem Widersacher lange in die Augen, ergriff ihn und stürzte sich mitihm in den mit spanischen Reitern gespickten Burggraben.
Eine weitere Legende ist das Verdursten der schottischen Touristin Idilia Dubb in einem der Türme der im 19.Jhdt. wieder aufgebauten Burg. Eine Treppe sei hinter ihr eingestürzt, berichtete das Adenauer Kreis- und Wochenblatt am 26. Oktober 1863. Der Schriftsteller Wilhelm Schäfer hat das Geschehen zu einer Novelle, ihre Freundin Genevieve Hill veröffentlichte ihr Tagebuch unter dem Titel „Das verschwundene Mädchen“. Auf den Internetseiten der Burg unter www.burg-lahneck.de ist die letzte Tagebuchseite veröffentlicht. Vom Bergfrfied, der in früherer Zeit von meheren Türmen umgeben war, haben Sie einen grossartigen Ausblick auf das mittlere Rheintal, auf Schloß Stolzenfels und Koblenz.
Schloß Martinsburg in Oberlahnstein wurde ebenfalls durch die Mainzer Fürstbischöfe im Jahr 1298 als Zollburg und Teil der Stadtbefestigung erbaut.  Mehrfach umgebaut enthält das Gebäude auch barocke Elemente. Heute sind Privatwohnungen in dem Schloß untergebracht.
Die mittelalterliche Stadtmauer ist noch an vielen Stelle der Stadt zu erkennen. Zu ihr gehörte auch der Hexenturm von 1324. Er dient heute als Museum. Am Salhofplatz finden Sie die Reste eines fränischen Königshofes, von den Historikern auf 977 datiert. Der Weg sollte Sie noch am Alten Rathaus und an einem sehr gut erhaltenem Fachwerkhaus aus dem 15.Jhdt. vorbeiführen. Heute ist das Stadtarchiv dort untergebracht.
Bevor wir zur Jakobus-Hospitalkapelle, dem heutigen Etappenziel gehen, sollten wir noch über die Brücke ins gegenüberliegende Niederlahnstein wechseln.
An der Lahnmündung in den Rhein begegnen uns die Arnsteiner Patres wieder. Hier steht das Johanniskloster mit der romanischen Pfeilerbasilika aus dem Jahr 1130. Erbaut ist sie auf den Überresten einer älteren Kirche aus dem 10.Jhdt. In dem angrenzenden, von den Arnsteiner Patres geführten privaten  St. Johannes Gymnasium, finden sich die Reste eines römischen Burgus. Die Römer erbauten dieses kleine Kastell im Jahr 362 an der Lahnmündung zur Grenzbefestigung und als Vorposten des Kastell Confluentes (Koblenz).
Vor der Johanniskirche legt im Sommer die Fähre ab, die nach regelmässigem Fahrplan über den Rhein nach Stolzenfels fährt.
Der Nassau-Sporkenburger Hof, ein Märkerhof aus dem 14. Jhdt., beherbergt heute die Städtischen Bühnen Lahnstein.
In dem berühmten Wirtshaus an der Lahn haben neben dem grossen Goethe noch weitere Berühmtheiten Rast eingelegt und gespeist. Es handelt sich um einen dreigeschossigen Fachwerkbau aus dem Jahr 1697, der dazugehörige Zollturm wurde 1348 errichtet. Die rechte Lahnseite gehörte übrigens zum Einflussbereich des Trierer Erzbischofes, während die linke Seite mit der Burg Lahneck von den Mainzern regiert wurden.
Hoch über der Lahn steht auf einem Felsvorsprung die neugotische Allerheiligenbergkapelle aus dem Jahr 1895, das Klostergebäude der Hünfelder Oblaten wurde 1671 errichtet. Die Kapelle wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, derMutter Gottes und allen Heiligen errichtet. Wie sohäufig befand sich an dieser Stelle eine heidnische Kultstätte, auf der die Missionare ein Kreuz errichteten.  1919 übernahmen die Hünfelder Oblaten die Betreuung der Wallfahrtskirche. Heute leben hier 2 Patres und 5 Studenten der Theologischen Hochschule Vallendar.
Nach diesem etwas weiteren Abstecher gehen Sie zurück über die Lahnbrücke nach Oberlahnstein und folgen den Schildern zum Bahnhof.
Ganz in der Nähe des Bahnhofs liegt versteckt die St. Jakobus-Hospitalkapelle, ein gotischer Bau. Hier wurde bei der Renovierung in den Jahren 1985 bis 1989 das 4. Pilgergrab in Deutschland mit Resten einer Jakobsmuschel gefunden. Die Kirchentür ist mit Pilger-und Jakobsmuschelsymbolen verziert. Die Fresken im Inneren zeigen den Patron der Kirche und der Wallfahrt, den Heiligen Jakobus d.Ä. Über dem Portal können Sie ein Tuffsteinrelief entdecken mit der Darstellung des Heiligen Jakob, einem Pilgerschiff im Hintergrund und dem Wallfahrtsziel: der Kathedrale von Santiago de Compostela.
Hier, am historischen Sammelpunkt der Jakobspilger nach Santiago de Compostela, endet unsere sechstägige Pilgerwanderung entlang der Lahn. Ich wünsche Ihnen, dass sich Gott Ihnen durch die Natur und durch die vielen historischen Zeugnisse links und rechts des Weges genähert hat. Ich wünsche Ihnen auch, dass Sie Ruhe und ein wenig Abstand von der Hektik des Alltags finden konnten – gleich, ob Sie den Lahn-Camino in einem Stück, oder in Wochenend-Etappen  zurückgelegt haben. Vielleicht begleiten Sie mich im Ende 2007 erscheinenden Pilgerführer entlang der Mosel zum Apostelgrab des St. Matthias wieder. Ich freue mich darauf.
Im Codex Calixtinus aus dem 12. Jhdt., dem ältesten erhaltenen Pilgerführer für den Jakobsweg, steht:
Ultreia, ultreia et suseia, deus adjuva nos!
Es bedeutet soviel wie: Vorwärts, vorwärts und aufwärts. Gott begleitet uns!

5. Etappe Obernhof – Bad Ems 18 km

5. Etappe Obernhof – Nassau/Lahn (90 m) – Dausenau – Bad Ems (100 m) 18 km
Schwierigkeitsgrad: leicht
Besichtigungen: Nassau, Dausenau, Bad Ems
Zeitbedarf: ca. 4 Stunden (bei 4 km/Stunde) zzgl. Pausen und Besichtigungen
Tagesmotto: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe!“ (1 Kor 13, 13)
Lahn-Camino
Ich hoffe, Sie konnten sich in der letzten Nacht wieder gut erholen und haben gut geschlafen. Dennoch ist die heutige Tagesetappe kürzer und bequemer als der gestrige Tag. Wir verlassen den Lahnhöherweg auf der Taunusseite (linke Lahnseite) und wechseln in Nassau auf den Höhenweg der Westerwaldseite, um der Jakobsmuschel in Dausenau einen Besuch abstatten zu können.
Zunächst gehen Sie aus dem Ort wieder in Richtung Kloster Arnstein. Wenn es gestern mit der Besichtigung und mit einem Gebet in der Wallfahrtskirche nicht mehr geklappt hat, bietet sich jetzt die Gelegenheit dazu. Im Kloster befindet sich übrigends heute eine Jugendbildungsstätte – es handelt sich um ein Selbstversorgerhaus, die personelle Ausstattung erlaubt es dem Konvent nicht mehr, einen Komplett-Service anzubieten.
Gegenüber dem Hoftor führt der Lahn-Camino auf einem asphaltierten Fahrweg über oberhalb der Lahn sanft nach unten. Bitte folgen Sie nicht der Beschilderung des Lahnhöhenweges, dieser macht einen weiten Boden in den Taunus hinein in Richtung Singhofen, um dann nach rund 8 km in Nassau wieder auf die Lahn zu treffen. Folgen Sie hier dem liegendem Andreaskreuz des Europäischen Fernwanderweges E1. Auf der anderen Lahnseite können Sie jetzt das über 750 Jahre alte Wasserschloss Langenau erkennen. Wenn Sie aus dem Wald treten, können Sie schon bald den nassauer Kirchturm und wenig später rechter Hand auf dem Felsen die Nassauer Burg erkennen.
Im Ort gibt es viele Wegweiser zur Burg, die hoch über der Lahn liegt.
Nassau
Allgemeines: Nassau, im Bundesland Hessen und im Rhein-Lahn-Kreis. Die Einwohnerzahl belief sich am 30.06.2006 auf 4.899.
Anlaufstellen: Pfarrbüro Kath. Pfarramt St. Bonifatius, Emser Str. 18, Telefon 02604-942212, eMail st.bonifatius.nassau@t-online.de, Evangelische Kirchengemeinde, Bahnhofstr. 14, Telefon 02604-1820, eMail ev.kirchengemeinde.nassau@ekhn-net.de, Tourist-Information Nassauer Land e.V., Günter-Leifheit-Kulturhaus, Oberstrasse 9a, Nassau, Telefon 02604-951991, eMail info@nassau-touristik.de
Übernachtung:  Campingplatz „Auf der Au“, Telefon 02604-4442, www.camping-nassau.de, Privatpension Kreidel, Ackerweg 6,Telefon 02604-5750,Ü/F im Doppelzimmer 17 Euro
Geschichte: Nassau liegt heute an der deutsch-niederländischen Oranier-Ferienstrasse, und das hat seinen besonderen Grund. Im Jahr 915 wurde ein Gutshof erstmals urkundlich erwähnt, der dem Bischof von Worms gehörte. 1348 erhielt der sich entwickelnde Ort von Kaiser Karl IV. Stadtrechte. Die Burg über der Stadt wird erstmals 1093 im Zusammenhang mit Dudo von Laurenburg erwähnt (siehe auch „Laurenburg“), diese Stiftsurkunde des Klosters Maria Laach gilt aber als Fälschung. Gesichert ist der Bestand der Burg um das Jahr 1100. Die Söhne von Dudo nahmen den Burgberg und -turm 1120 in Besitz und begannen die Umgestaltung im Jahr 1124. Nach Streitigkeiten mit dem Bischof von Worms wurden die Laurenburger vom Trierer Erzbischof mit der Burg und dem Land belehnt, sie nannten sich fortan Grafen von Nassau – das Stammhaus der niederländischen und luxemburgischen Herrscherfamilien war geboren. Zwischen 1220 und 1230 wurde der Palas im spätromanischen Stil erbaut, im 14. Jhdt. dann der heute noch erhaltene, 33 m hohe Bergfried. Als gegen Ende des Mittelalters die Burg als Wohnsitz aufgegeben wurde, verfiel sie zusehends. Ein Merian-Stich aus dem 17. Jhdt. zeigt zwar noch einen intakten Palas und Bergfried, aber bei Restaurierungsarbeiten um 1970 waren nur noch Ruinen vorhanden. Den Bergfried können Sie kostenlos besichtigen, im Palasgebäude befindet sich ein Restaurant. Die Internet-Seiten des Restaurants geben die nassauer Familiengeschichte sehr detailliert wieder und lohnen einen Besuch www.burg-nassau.de.
In Nassau wurde 1747 der Staatsmann und Reformer Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein geboren. Er wuchs im Schloss der Familie,dem Stein’schen Hof, in der Innenstadt von Nassau gelegen auf. DerStein’sche Hof befindet sich noch heute im Besitz der Nachkommen, den Grafen von Kanitz. Die berühmte Nassauer Denkschrift nach Forderung der Selbstverwaltung von Provinzen, Kreisen und Gemeinden in Preußen beeinflusst noch heute unsere Verwaltung. Freiherr vom und zum Stein sah sich selbst als Deutscher. Sein Grab ist in der Familiengruft in Frücht,durch das unsere nächste Tagesetappe führt.
Lahn-Camino
Um zum Stein’schen Hof zu gelangen, mussten wir über die Brücke auf die rechte Seite der Lahn. Hier treffen Sie auf den Lahnhöhenweg der Westerwaldseite, bezeichnet mit einem scharzen L. In Richtung Krankenhaus und Schützenhäuser führt Sie der Weg auf die Westerwaldhöhen durch die Stadt in Richtung Dausenau. Nach einigen schönen Aussichtsplätzen kommen Sie beim Schieferturm in den Ort Dausenau hinein.
Beidseitig eines kleinen Nebenbaches der Lahn hat sich der 1234 erstmalig erwähnte Ort gebildet. Der alte Ortkern ist noch von einer weitgehend intakten,mittelalterlichen Ringmauer umgeben. Sehenswert sind die beiden noch erhaltenen Türme der Stadtbefestigung, der Tortum und der Schiefe Turm. Dieser neigte sich im 19. und 20. Jhdt. und musste schliesslich 1950 um ca. 7,50 m abgebrochen werden. Von weiteren 5 Türmen sind nur noch die Stümpfe erhalten. Direkt neben dem Torturm sehen Sie die 1100 Jahre alte Gerichtseiche des Ortes.
Der Grund für unseren Abstecher vom Lahn-Camino ist jedoch die St. Kastor-Kirche. Der romanische Turm wurde im Jahr 1179, die frühgotische Hallenkirche mit drei Schiffen, Staffel und Empore entstand in den 20er Jahren des 14. Jhdts. Die Wandmalereien, 1902 rekonstruiert, stammen aus dem 14.und 16. Jhdt. Sie stellen die Leidensgeschichte Jesu und die Apostel dar. St. Jakobus ist noch nicht als Pilger mit Hut, Stab und Jakobsmuschel dargestellt, sondern noch in seiner ursprünglichen Gestalt, mit Buch (Evangelium) und die linke Hand auf das Schwert gestützt. Im Jahre 44 wurde Jakobus der Ältere im Heiligen Land mit dem Schwedrt hingerichtet. Er soll nach der Missionierung Spaniens dahin zurückgekehrt sein. Der Flügelaltar aus der Zeit um 1500 ist ein besonderes Kleinod. Er zeigt Patrone und Tafelbilder aus dem Marienleben. Im linken Kirchenschiff entdecken Sie eine unscheinbare Vitrine. Sie enthält Gegenstände, die bei Ausgrabungen im Jahr 1991 in der Kirche gefunden wurden. Unter anderem auch Teile einer Jakobsmuschel, die darauf schliessen lassen, dass sich ein Pilger im 14. oder 15. Jhdt. auf den beschwerlichen Weg von Dausenau nach Santiago de Compostela gemacht hat und wohlbehalten mit der Jakobsmuschel zurückkehrte. Diesem unbekannten Pilger war die Muschel so wichtig, dass sie ihm mit ins Grab gegeben wurde. Die Besichtigung der evangelischen St. Kastor-Kirche ist von Ostern bis zum Erntedankfest jeweils sonntags von 14 – 17 Uhr möglich. Ausserhalb dieser Zeiten rufen Sie bitte 02603-6256 an oder senden Sie eine eMail an ugschdausenau@aol.com.
Von Dausenau ist es nicht mehr weit bis zum Ziel unserer heutigen Tagesetappe, Bad Ems. Der Weg führt noch einmal hinauf Richtung Höhenhaus und Concordiaturm, von wo sich ein schöner Blick auf die Stadt bietet. Dann geht der Weg hinunter in die Stadt Bad Ems.
Bad Ems
Allgemeines: Verbandsgemeinde Bad Ems, im Bundesland Hessen und im Rhein-Lahn-Kreis. Die Einwohnerzahl belief sich am 30.06.2006 auf 9.452.
Anlaufstellen: Pfarrbüro Kath. Pfarramt St. Martin, Gartenstr. 4, Telefon 02603-2573, eMail kath.pfarramt.ems@onlinehome.de, Evangelische Kirchengemeinde, Kirchgasse 15-17, Telefon 02603-50126, eMail evkirchebadems@web.de, Tourist-Information, Bahnhofplatz, Telefon 02603-9415-0, eMail info@bad-ems.info
Übernachtung:  Jugendherberge,Alte Kemmenauer Str. 41, Telefon 02603-2680, eMail bad-ems@diejugendherbergen.de, Ü/F ab 17 Euro, Campingplatz Obere Lahnstrasse, Telefon 02603-2679, Pension Haus Rheingau, Fam.Cajan, Bahnhofstr. 4, Telefon 02603-4481, Ü/F im Doppelzimmer Euro 15-20 p.P.
Geschichte: Bad Ems wurde 880 erstmalig urkundlich erwähnt und erhielt im Jahr 1324 die Stadtrechte. Im Stadtbereich befand sich ein römische Kastel, von dem jedoch keine Spuren mehr erhalten sind. Ringsum, in den Wäldern um Bad Ems, finden sich jedoch noch zahlreiche Relikte aus römischer Zeit.
Im 17.und 18. Jhdt. entwickelte sich die Stadt Ems zu einem der berühmtesten deutschen Kur- und Badeorte. Die Blütezeit erlebte Ems im 19.Jhdt. – die Stadt wurde zum Weltbad und zur Sommeresidenz zahlreicher europäischer Monarchen und Künstler, darunter in erster Linie Kaiser Wilhelm I., die Zaren Nikolaus I. und Alexander II., Richard Wagner, Wassili Wereschtschagin, Fjodor Michailowitsch Dostojewski und vielen anderen. Im Mainzer Haus auf der linken Lahnseite tagte 1786 der Emser Kongreß.
Die Emser Depesche ging in die Geschichtsbücher als einer der Auslöser des deutsch-französischen Krieger von 1870/71 und damit auch der Kaiserkrönung Wilhelm I ein. Ganz kurz die Geschichte:
In Spanien wurde die korrupte Königin Isabella II. gestürzt, der Thron war vakant. Einer der aussichtsreichsten Kandidaten auf den spanischen Herschertitel war Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen. Jedoch wurde ihm die Krone erst dann angeboten, als schon drei andere Kandidaten auf Drängen Frankreichs abgelehnt hatten. Und so wollten die Franzosen auch nicht zulassen, dass ein  Hohenzoller auf den spanischen Thron kam. Die drohende Umklammerung durch die Preußen bereitete ihnen schlaflose Nächte. Otto von Bismarck, als preußischer Ministerpräsident, förderte die Thronbesteigung Prinz Leopolds nach Kräften, hatte er doch schon früher die Absetzung des Hauses Boubon mit Napoleon III an der Spitze in Frankreich gefordert. Obwohl Wilhelm I. von Preußen nicht viel von der ganzen Sache wissen wollte und sie als Privatsache Leopolds abtat, stimmte er doch dem Plan zu und die Wahlversammlung der Comtes in Spanien wurde auf den 20.Juli 1870 festgelegt. Dies brachte die französische Regierung, allen voran der neu ernannte Aussenminister Herzog de Gramont (als antipreußisch geltend) in Zugzwang. Obwohl Napoleon III durch die Möglichkeit gehabt hätte, die Sache diplomatisch geschickt von König zu König aus der Welt zu räumen,bevorzugte Herzog de Gramont den Frontalangriff. Er suchte mit antipreußischen Erklärungen die Öffentlichkeit. In scharfem Ton erklärte er den europäischen Hauptstädten und dem Cahmbrfe ligislativ in Paris, dass Frankreich diese Entwicklung nicht hinnehmen und ohne zu Zögern seiner Pflicht nachkommen werde. Dies war eine kaum verhüllte Kriegserklärung. König Wilhelm I. machte aber trotzdem seinen Einfluss geltend und der Prinz Leopold verzichtete am 12.Juli auf die Königskrone. Dies war de Gramont jedoch nicht genug, vielmehr verlangte er nun von Wilhelm I. einen endgültigen Verzicht des Hauses Hohenzollern auf den spanischen Thron und übermittelte dem französischen Botschafter Benedetti seine Forderung.
König Wilhelm I. weilte zur Kur in Ems,als Benedetti am Morgen des 13. Juli versuchte, eine Audienz zu erhalten. Wilhelm I.befand sich auf seinem Morgenspaziergang und der Botschafter suchte ihn auf der Kurpromenade an der Lahn auf. Die erneute Forderung der Franzosen lehnte der preußische König kategorisch ab und gab nach einem weiteren Audienzersuchen Benedettis kund, dass er sein letztes Wort in der Angelegenheit gesprochen hatte.
Am Abend wurde Bismarck von einem engen Mitarbeiter über die Ereignisse informiert, und mit dieser eigentlichen Emser Depesche ist auch Bismarcks Version in die Geschichtsbücher eingegangen. Bismarck redigierte und kürzte den Bericht nämlich gewaltig, so dass der Eindruck entstehen konnte, weitere diplomatische Kontakte seien vom König abgelehnt worden. Bevor Bismarck seine redigierte Fassung an die Presse gab,erkundigte er sich noch nach dem Stand der Rüstung. Noch am 13. Juli wurde die Emser Depesche in einer Sondernummer der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung verbreitet. 5 Tage später, am 19. Juli, erfolgte die von Bismarck erhoffte Kriegserklärung Frankreichs an Preußen.
Weit weniger bedeutend, aber für die Betroffenen nicht weniger schrecklich, war 1876 die Unterzeichnung des Emser Erlasses durch Zar Alexander II im Haus 4 Türme. Dieser Erlass verbot den Gebrauch der ukrainischen Sprache bei Strafe.
Im 19. und 20. Jhdt. wurde die heutige Kurstadt auch durch den Bergbau geprägt. Schon seit der römischen Zeit waren Vorkommen von Blei, Silber, Zink und Kupfer bekannt, die bis ins Mittelalter hinein im Tagebau abgebaut wurden. Im Laufe der Zeit ging der Abbau dann im Untertagebau vor sich. Während der Industrialisierung wurde der Abbau durch die Emser Blei- und Silberwerk AG vorangetrieben. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Förderung nicht wieder aufgenommen.
Sehenswerte Gebäude in Bad Ems: Kurhaus und barockes Badeschloß, die Brunnenhalle, das Kursaalgebäude mit Marmorsaal (heute Sitz der Bad Emser Spielbank), die Malberbahn und die Kurwaldbahn zum Bismarckturm, die neugotische, katholische St. Martinskirche, gebaut 1866 bis 1882, darin eine Sandnerorgel aus dem Jahr 1995, die evangelische Martinskirche aus einer ursprünglich romanischen Basilika, die evangelische Kaiser-Wilhelm-Kirche imneo-romanischen Stil, die russisch-orthodoxe Kirche aus demJahr 1876, der Quellenturm aus dem Jahr 1907, der Limeswsehrturm, das Künstlerhaus Schloß Balmoral, der Bismarckturm, der Concordiaturm (an dem Sie auf demWeg in die Stadt vorbeigekommen sind), das Glockenspiel amalten RFathaus und das Kaiser Wilhelm Denkmal im Kurpark.

4. Etappe Diez/Lahn – Obernhof 26 km

4. Etappe Diez/Lahn (150 m) – Balduinstein (115 m) – Gabelstein (240 m) – Obernhof (120 m) 26 km
Schwierigkeitsgrad: schwer
Besichtigungen: Balduinstein, Schaumburg, Kloster Arnstein
Zeitbedarf: ca. 7 Stunden (bei 4 km/Stunde) zzgl. Pausen und Besichtigungen
Tagesmotto: „Der Mensch kann sich nicht umschaffen, ohne zu leiden, denn er ist beides, der Marmor und der Bildhauer.“ (Alexis Carrel)
Lahn  Camino
Die heutige Tagesetappe von Diez nach Obernhof stellt an Ihre Kondition einige Anforderungen. Wenn Sie nicht besonders trainiert sind, ist es vielleicht besser, die Etappe schon in Laurenburg zu beenden. Zwar geht es von der Lahn kaum auf über 300 m hoch, jedoch ist die Vielzahl der Anstiege eine besondere Herausforderung. Besonders der letzte Anstieg an den Häuserhöfen hat es in sich und fordert Sie auf den letzten Kilometern noch einmal besonders.
Aus der Stadt Diez geht es an der Kirche zunächst einmal auf die Höhen, dort durch ein Wohngebiet und dann an der Strasse entlang auf einem Fussgängerpfad in Richtung Fachingen. Hier oben können Sie schon eines der heutigen Tagesziele in einiger Entfernung erkennen: die Schaumburg. Nach ein paar Kilometern geht es auf einem steilen Weg, der bei schlechtem Wetter durchaus unangenehm werden kann, wieder hinunter zur Lahn in das kleine Örtchen Fachingen. Aus diesem Ort kommt das berühmte Staatl. Fachingen Mineralwasser. Schon im 18. Jhdt. erzählte man sich von einem Kölner Schiffer, der nach dem Trinken des heilsamen Wassers von seinem Verdauungsleiden befreit wurde.
Schon bald geht es wieder nach oben und nach etwa 2 km erreichen Sie Balduinstein mit der Burg. Unterwegs bieten sich Ihnen einige wunderschöne Ausblicke auf die Lahn. Erzbischof Balduin von Trier begann im Jahr 1319 mit dem Bau der Burg unterhalb der Schaumburg und übergibt sie 1335 an den Ritter von Staffel. Nachdem sie im 14. und 15 Jhdt. ausgebaut wurde, verfällt die Burg ab dem 17. Jhdt.immer stärker, so dass schliesslich nur noch die Mauern standen. Seit 1974 wird die Burg Balduinstein von der bündischen Jugend als Jugendburg genutzt. Ein weiteres interessantes Bauwerk ist der, nahe der Lahn gelegene, achteckige Port-Turm. Hier gibt es Hinweise darauf, dass es sich um einen, lange vor der Burg errichteten, Templerturm handelt. Nie führte durch diesen, in die Stadbefestigung integrierten Turm, eine Pforte oder ein Tor. Ausserdem hatten die Templer eine Vorliebe für die Zahl 8. Dieser Turm gibt heute den Historikern viele Rätsel auf.
Vorbei an der Burg geht es mit einem Blick zurück auf Balduinstein wieder hinauf. Am Ende dieses Anstieges wartet die Schaumburg, die vermutlich schon im Jahre 915 erbaut wurde. Die ersten urkundlichen Erwähnungen stammen aus dem Jahr 915. Von 1847 bis 1867 gehörte die Schaumburg Erzherzog Stefan von Österreich die Schaumburg, der sie ab 1850 aufwändig zu dem neugotischen Schloss umbauen liess, in der sie heute noch erscheint. Nachdem sich nach 1983 die Planung eines Hotels mit Goilfplatz zerschlagen hat, verfällt das Schloss mitsamt dem Inventar zusehends. Lediglich die Schloßkapelle ist in einem guten Zustand. Das von der Decke herabhängende Jerusalemkreuz soll der älteste Gegenstand im Schloss sein und sich dort seit der Grundsteinlegung befinden. Teilweise kann das Schloss in den Sommermonaten besichtigt werden, von Juni bis September täglich ausser Montag. Der Eintritt beträgt 2 Euro.
Weiter führt der Weg zunächst an der Strasse entlang, aber schnell wieder im Wald, auf den Lahnhöhen nach Steinsberg, vorbei an einigen Schutzhütten, die wieder einen schönen Blick ins Lahntal bieten. Nach dem Überqueren der L 323 führt der Weg wieder steil nach oben zur Schönen Aussicht. Nach dem Abstieg führt der Lahn-Camino am Bahnhof von Laurenburg vorbei. Hier empfiehlt es sich für den untrainierten Pilger, diese Etappe zu beenden und am nächsten Tag die Pilgerwanderung mit einer Besichtigung von Burg und Schloß Laurenburg (auf der rechten Lahnseite) fortzusetzen. Die Übernachtung auf dem Campingplatz kostet Euro 4,50 pro Person, im Gasthof „Zum Lahntal“ die Übernachtung mit Frühstück im Doppelzimmer pro Person Euro 20,–. Die Anschrift: Gasthof „Zum Lahntal“, Inh. Fam Ehrich, Lahnstr. 5, 56379 Laurenburg, Tel.: 0 64 39 / 76 20, E-mail: webmaster@gasthofzumlahntal.de.
Im Jahr 1093 wird die Burg Laurenburg erstmalig urkundlich erwähnt.  Dudo Comes de Lurenburch gilt als Erbauer. Seine Söhne haben schon im Jahr 1124 mit dem Bau der Burg Nassau begonnen und nannten sich dann Grafen von Nassau. Wie es zur Zerstörung der Burg kam, ist weitgehend unbekannt. 1643 hat Reichsgraf von Holzappel die verfallene Laurenburg erworben. 1985 hat Horst Wienberg die Burg gekauft und es sich zur Aufgabe gemacht, die Ruine zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie ist ganzjährig täglich, ausser dienstags, von 10 – 18 Uhr geöffnet. Zur Burg gehört auch ein kleines Militär-Museum.
Das Alter des Schlosses Laurenburg liegt im Dunkeln. Im 14.Jhdt. gibt es urkundliche Erwähnungen eines Hofes an dieser Stelle. Die Fürsten von Anhalt-Bernburg nutzten es im 18. Jhdt.als Sommerresidenz. Durch Erfolge gelangte es an Erzherzog Stephan von Österreich (siehe auch Schaumburg), der es seinen Bediensteten als Altersruhesitz überliess. Nach mehreren Besitzer-Wechseln gelangte das Schloss schliesslich in den Besitz der Evangelischen Kirche Nassau-Hessen und wird heute als Pflegeheim genutzt.
Wir gehen aber weiter auf der linken Lahnseite, auf dem Weg neben der Bahntrasse. Wenn die asphaltierte Strasse über die Bahngleise zur Lahn führt, bleiben Sie bitte links der Bahn. Evtl. müssen Sie sich hier einen Weg bahnen, zum Zeitpunkt unserer Begehung im Januar 2007 war der Weg hier weder ausgeschildert, noch vom Gestrüpp und hohem Gras befreit. Hinter dem verlassenen Haus wenden Sie sich nach links. Hier folgt der letzte heftige Anstieg des Tages. Aber auch hier erreichen Sie nach einigen 100 m die Höhen. Auf gut ausgebauten und ausgeschilderten Wegen geht es jetzt in Richtung Obernhof und Kloster Arnstein.
Schon lange bevor Sie das Kloster sehen können, hören Sie die Glocken der Kirche. Und bevor Sie in den Ort hinuntergehen, sollten Sie erst noch diese alte Wallfahrtstätte besuchen.
 

Obernhof und Kloster Arnstein
Allgemeines: Obernhof liegt an der Lahn und gehört zur Verbandsgemeinde Nassau, im Bundesland Hessen und im Rhein-Lahn-Kreis. Die Einwohnerzahl belief sich am 30.06.2006 auf 387.
Anlaufstellen: Pfarrbüro Kath. Pfarramt St. Margareta, Kloster Arnstein, Obernhof, Telefon 02604-1412, eMail s.nonn@bistum-limburger.de
Übernachtung: 

Privatpension Klose,

Hauptstrasse 35  Tel 02604/ 62 71 Fax 02604/ 95 15 25

Mit 3 Sternen klassifizierte Pension.
Gesamtbettenzahl: 4, B/D/T/L/Gt/TV/Radio
Übernachtung mit Frühstück: ab 18.-/Tag

www.fewo-klose.de.vu
H-M.Klose@web.de 

Geschichte: Obernhof ist ein romantisches Lahnörtchen mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern. Die als Hallenkirche im Barockstil 1715 erbaute evangelische Kirche ist ein Kleinod. Etwas ausserhalb des Ortes liegt das über 750 Jahre alte Wasserschloß Langenau. In Oberhof wird heute noch Wein angebaut, die Lage Obernhofer Goetheberg zählt zum Weinanbaugebiet Mittelrhein. Es werden Spätburgunder und Riesling angebaut.

Unterhalb des Klosters passieren Sie die Klostermühle, die in früheren Zeiten dem Kloster zur Fertigung der Lebensmittel diente, heute aber die Bibelschule der evangelikalen Missionsgesellschaft der Fackelträger beherbergt. Dann geht es entweder die Strasse, oder, wenn Sie noch Kraft haben, den schmalen Trampelpfad hinauf zum Kloster. Die Geschichte reicht zurück bis in die 2. Hälfte des 10. Jhdt. 1139 hat Graf Ludwig III.seine Burg Arnstein in ein Prämonstratenser-Kloster umgewandelt, 1145 bestätigt Konrad III. die Abtei als reichsunmittelbar. Als die Nassauer zum Protestantismus übertraten, unterstellte sich das Kloster dem Erzbistum Trier. 1919 bildeten die Arnsteiner Patres hier das erste Konvent auf deutschem Boden. Seit 1924 gibt es die Arnsteiner Herz-Jesu-Wallfahrt.

 

6. Etappe Bad Ems – Lahnstein 22 km

 
Bad Ems – Hoher Malberg (310 m) – Miellen (140 m) – Hof Aspich ( 243 m) – Lahnstein (70 m) 22 km
 

4. Etappe Diez – Obernhof 26 km

 
Diez/Lahn (150 m) – Balduinstein (115 m) – Gabelstein (240 m) – Obernhof (120 m) 26 km
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