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Kategorie: Allgemein (Seite 2 von 48)

Ratgeber: Quick-Up-Pool – Schwimmspaß für jedermann / von Karl-Josef Schäfer

Den Traum vom eigenen Swimming-Pool kann sich jetzt jeder Gartenbesitzer erfüllen. Hier ein paar Tipps für die Anschaffung.

Noch vor wenigen Jahren war ein Pool im Garten für Otto Normalverbraucher unerschwinglich. Heute etablieren sich die Aufstellpools auf deutschen Grundstücken. Das geflieste Schwimmbad ist auch heute noch nur mit einem gewaltigen Aufwand zu realisieren. Das beginnt mit der Information des Bauamtes der Stadt oder Gemeinde. Ein Schwimmbadaushub erfordert eine rege Bautätigkeit auf dem Grundstück. Die Wände müssen in mehreren Schichten aufgebaut werden, schließlich werden sie gefliest. Umwälzpumpe und Gegenstromanlage sind nicht nur teuer in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt. Leicht kommen da Summen im fünfstelligen Eurobereich zusammen. Die Hersteller der Aufstell-Schwimmbäder versprechen dagegen preiswerten Sommerspaß nach einem kinderleichten Aufbau.

Die Anschaffung ist günstig und der Aufbau leicht. Trotzdem sollten Sie einige Punkte beachten.

Welches Aufstellbecken sollte es denn sein?

Seit mehr als 30 Jahren werden Aufstellpools mit einer festen Kunststoff- oder Stahlwand angeboten. Vorteil dieser Variante ist die gute Haltbarkeit. Eine Nutzung des Pools über Jahre hinweg ist dadurch möglich. Ein weiterer Vorteil ist die Ganzjahrestauglichkeit. Der Swimming-Pool kann im Winter draußen bleiben. Gerade bei wenig Platz im Reihenhauskeller ein nicht zu vernachlässigendes Kriterium. Nachteil ist der Preis. Manchmal kann es angeraten sein, das Becken teilweise in den Boden einzulassen. Dadurch erhöhen Sie die Stabilität. Sie müssen aber Erde ausheben.

In den letzten vier/fünf Jahren tauchten die ersten sogenannten Quick-Up-Pools im Handel auf. Sie bestehen aus verstärktem Kunststoff mit einem Luftring. Durch die besondere Form stellen diese Becken sich beim Befüllen mit Wasser auf. Vorteil ist der günstige Preis und der schnelle, einfache Aufbau. Nachteil ist, dass Sie diesen Swimming-Pool nach Beendigung der Saison wieder abbauen und einlagern müssen. Das Becken ist niemals wieder so klein zusammenzupacken, wie es aus der Verpackung kam. Trotzdem sind die Quick-Up-Pools für den Gartenbesitzer die erste Wahl.

Beide Aufstellbecken sind in unterschiedlichen Bauformen erhältlich. Die beliebteste Form ist der Rundpool. Es sind auch ovale Becken oder solche in Form einer 8 zu kaufen. Für welchen Sie sich entscheiden ist dem persönlichen Geschmack, dem Geldbeutel und dem Platzangebot vorbehalten.

Wer soll den Pool denn eigentlich nutzen?

Ist überhaupt der Platz für einen großen Pool vorhanden? Quick-Up-Rundpools sind ab einem Durchmesser von 2,44 m und 0,76 m Höhe zu erhalten. Das ist aber dann auch nicht mehr als ein Planschbecken. Zum Schwimmenlernen eignet sich ein Becken mit 305 oder 366 cm Durchmesser schon eher. Die Kleinen haben hier eine sichere 76 cm Stehhöhe. Aber für Mama und Papa oder die Poolparty ist das auch noch nichts. Eher etwas, um darin zu liegen und zu relaxen. Erst bei dem größten Rund-Modell mit 549×132 cm geht der Schwimmspaß für alle so richtig los. Ab einer Größe von 300 cm Durchmesser sind auch Komplettsets im Handel erhältlich. Diese enthalten eine Unterleg-, eine Abdeckplane und eine Kartuschen-Filterpumpe. Hinzu kommt noch die Einstiegsleiter. Damit können Sie gleich so richtig genießen.

Preiswertes Sommervergnügen

Die Preise für Komplettsets sind in den vergangenen Jahren ständig gesunken. Dies ist besonders den Importen aus China zu verdanken. Beim Discounter, im Baumarkt oder auf den großen Online-Marktplätzen werden sie angeboten. Achten Sie darauf, einen Pool und Zubehör der großen Hersteller zu kaufen. Dort können Sie sich der Qualität einigermaßen sicher sein. Der Pool wird nicht bei erster Gelegenheit auseinanderreißen. Die gängigste Größe 366×76 cm ist inkl. Pumpe und Reparaturset schon ab 59,95 Euro zu erhalten. Das Becken fasst dann rund 5.000 Liter Wasser. Den größten derzeit erhältlichen Rundpool mit 549×132 cm gibt es bereits ab 729 Euro. (Internetabfrage am 1. Mai 2009). Dieser fasst ca. 22.000 Liter Wasser. Als Set enthält dieses Angebot noch Unterleg- und Abdeckplane, Filteranlage, Kescher, Bodensauger und Einstiegsleiter.

Wo sollte ein Pool eigentlich stehen?

Was Sie brauchen, ist eine ebene Stelle im Garten. Diese muss natürlich größer als der Pooldurchmesser sein. Achten Sie darauf, dass Ihr Pool genügend Sonnenlicht zur Erwärmung bekommt. Ein paar Stunden am Vor- oder Nachmittag reichen nicht für eine angenehme Badetemperatur aus. Bäume sollten nicht in unmittelbarer Nähe stehen. Natürlich können Sie den Quick-Up-Pool im Herbst, bevor das Laub von den Bäumen fällt, wieder abbauen. Oder eine passende Abdeckplane anschaffen. Aber heruntergefallene Raupen oder die Hinterlassenschaften von Vögeln tragen nicht gerade zur Wasserhygiene bei. Eine Gartensteckdose sollte in unmittelbarer Nähe und ein Wasseranschluss mit dem Schlauch erreichbar sein. Achten Sie auf eine Absicherung mit einem FI-Personenschutzschalter.

Und jetzt: hinein!

Haben Sie alle Punkte beachtet? Dann steht dem Badespaß im eigenen Garten nichts mehr im Wege. Bleibt nur noch auf einen warmen Sommer zu hoffen. Für Sie gibt’s den. Ganz bestimmt!

Informationen

Aufstellpools gibt es als Stahlwandbecken und aus verstärktem Kunststoff. Aus Kunststoff sind sie leichter aufzubauen und zur Winterlagerung wieder abzubauen. Im Handel gibt es Quick-Up-Pools in unterschiedlichen Größen und Formen. Rundpools reichen bis zu einer Größe von 549×132 cm mit einem Fassungsvermögen von 21.309 Liter. Die Set-Preise beginnen bei 59,95 Euro für den kleinsten Pool. 729 Euro kosten die größten Becken. Die Unterhaltskosten in den Saisonmonaten belaufen sich auf ca. 10 bis 50 Euro je Monat. Darin ist Erstbefüllung, Nachfüllen, Stromkosten für die Pumpe und Zusätze enthalten.

Foto Intex

Bestens vorbereitet geht’s in den Urlaub – Reiseverband gibt Tipps für einen gelungenen Ferienstart

Gut vorbereitet in den Urlaub. Es ist wieder soweit – die Sommerferienzeit beginnt und viele Bundesbürger starten mit ihren Kindern in den wohlverdienten Urlaub. Doch vor Reiseantritt ist einiges zu beachten. Der Deutsche ReiseVerband (DRV) gibt Tipps für die Reiseplanung, damit der Urlaub entspannt und erholsam genossen werden kann.

 

Um einen Fehlstart zu vermeiden, sollten Reisedokumente vor Reiseantritt auf Vollständigkeit und Gültigkeit überprüft und gegebenenfalls rechtzeitig beantragt oder verlängert werden. Der Tipp des DRV: Wer eine organisierte Reise bucht, wird von seinem Reiseveranstalter und Reisebüro auf die benötigten Dokumente hingewiesen. Zu bedenken ist, dass verschiedene Urlaubsländer bei Einreise einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass verlangen. Viele Reisetipps sowie aktuelle Sicherheitshinweise finden Urlauber auf der Website des Auswärtigen Amtes unter www.auswaertiges-amt.de, etwa zu Einreise- und Zollbestimmungen sowie zu medizinischen Hinweisen.

 

Vor Antritt der Reise ist es ebenfalls ratsam, sich über eventuell benötigte Impfungen oder Prophylaxen im Reiseland zu informieren. Spezielle Fragen beantwortet der Hausarzt oder das Tropeninstitut. Ein Tipp des DRV: Zahlreiche gesetzliche Krankenkassen erstatten die Kosten von Schutzimpfungen für den privaten Auslandsurlaub. Bei Fragen wenden sich Reisende direkt an ihre Krankenkasse. Auch eine Auslandskrankenversicherung ist empfehlenswert. Informationen zu dieser und anderen Reiseversicherungen gibt es ebenfalls im Reisebüro. Eine Reiseapotheke mit wichtigen Medikamenten sollte in keinem Reisegepäck fehlen. Sinnvoll kann es sein, sich die Adresse der deutschen Auslandsvertretung am Urlaubsort zu notieren (zu finden unter: www.diplo.de/adressen). Reisende sollten Kopien ihrer wichtigsten Reisedokumente, etwa von Flugtickets, Reisepässen und Kreditkarten anfertigen. Bei Verlust der Dokumente kann es sehr hilfreich sein, die Daten schnellstmöglich vorliegen zu haben.

 

Angekommen am Urlaubsort, kann die Erholung beginnen. Doch Achtung: auch im Urlaub ist es wichtig, auf Wertsachen zu achten. Im Falle eines Verlustes müssen Kredit- und EC-Karten sowie Mobiltelefone unverzüglich gesperrt werden. Der Sperr-Notruf ist täglich 24 Stunden erreichbar: in Deutschland gebührenfrei unter der Telefonnummer 116 116, aus dem Ausland gebührenpflichtig unter der Nummer +49 116 116. Zusätzlich steht aus dem Ausland noch die Rufnummer +49 30 4050 4050 zur Verfügung.

 

Informieren sollten sich Urlauber zudem über die Gepflogenheiten in ihrem Urlaubsland, um respektvoll mit den Mitmenschen umzugehen. Auch in diesem Fall stehen dem Reisenden das Reisebüro und besonders die Reiseleitung vor Ort mit Rat und Tat zur Seite. Zusätzlicher Vorteil für Gäste von Reiseveranstaltern: Die Reiseleiter geben nützliche Tipps und Anregungen zu erlebnisreichen Ausflügen, günstigen Einkaufsmöglichkeiten, landestypischer Gastronomie, schönen Stränden und lohnenden Sehenswürdigkeiten.

 

Auch der schönste Urlaub endet einmal. Um bei der Rückreise sorglos durch die Zollkontrolle zu gelangen, ist es ratsam, sich vorher über Zollvorschriften zu informieren.

 

Reisefreimengen innerhalb und außerhalb der EU sind auf der Internetseite des Zolls unter www.zoll.de zu finden.

Wochenendtipp: Geschichte Chinas zum Anfassen in Weilburg

 

Weilburg, die ehemalige nassauische Residenzstadt an der Lahn, hat nicht nur eine der schönsten Schlossanlagen Hessens zu bieten, sondern auch die größte permanente Tonkrieger-Ausstellung außerhalb Chinas.

Terrakotta-Armee lädt zum Besuch

In Weilburg an der Lahn, zwischen Limburg und Wetzlar gelegen, lebt chinesische Geschichte wieder auf. Inzwischen sind es 342 lebensgroße Terrakotta-Krieger, 24 Pferde, 6 Streitwagen und zwei bronzene Kaiser-Gespanne, die den Besucher in der größten ständigen Ausstellung außerhalb von China erwarten.

Die Terrakotta-Armee des ersten chinesischen Kaisers

Der erste Kaiser von China, Quin Shi Huangdi, ließ im Jahr 221 v. Chr., unmittelbar nach seiner Krönung, mit den Arbeiten zu seinem gigantischen Grabmal beginnen. Vermutlich waren mehr als 700000 Arbeiter insgesamt 37 Jahre damit beschäftigt, die mächtige Grabanlage auf einer Fläche von 225 km² zu vollenden. Bewacht wurde sie von einer mehr als 7000 Mann starken Terrakotta-Armee. Keiner dieser Krieger gleicht dem anderen. Jeder ist einzigartig. Und bis heute ist den Wissenschaftlern ein Rätsel, wie die lebensgroßen Terrakotta-Figuren vor fast 2200 Jahren hergestellt werden konnten.

Geheimnis des Grabhügels

Noch verbirgt der ungeöffnete Grabhügel seine Geheimnisse. Zunächst sind die Archäologen damit beschäftigt, die unzähligen Terrakotta-Soldaten, die Gespanne und all die anderen archäologischen Kostbarkeiten auszugraben, zu sichern und zu restaurieren. Bis dahin haben wir nur die Aufzeichnungen eines chinesischen Historikers aus der Zeit um 100 v. Chr. Er schreibt, dass tausende von Perlen und Edelsteinen an der Decke den Sternenhimmel darstellen und auf dem Boden ein Panorama Chinas mit Flüssen dargestellt ist, in dem ständig Quecksilber fließt. Wir dürfen also gespannt sein.

Das 8. Weltwunder in Weilburg

 Beim Betreten der Ausstellungshalle steht der Besucher zunächst vor der Nachbildung eines Teils der chinesischen Mauer und nachdem die Treppen zur Empore überwunden sind, fällt der Blick über die Reihen der Grabwächter. Weilburg beherbergt seit drei Jahren die Ausstellung mit den Duplikaten von mehr als 300 dieser Terrakotta-Krieger. Und ist damit die größte ständige Ausstellung außerhalb von China, dessen Regierung die Originale des 8. Weltwunders nicht außer Landes gibt. Neu hinzu gekommen im April 2009 sind 42 Tonkrieger, die jetzt auch farbig gestaltet sind. Erst die Untersuchungen von deutschen und chinesischen Experten erlaubten es vor ein paar Jahren, die Originalfarbe zu erhalten und gaben damit die Möglichkeit zu einer exakten Rekonstruktion.

Ihr Wochenendausflug

An Samstagen und Sonntagen ist die Ausstellung von 10:30 Uhr bis 16:30 Uhr geöffnet, der Eintritt mit Führung beträgt für Erwachsene 7,50 Euro, für Schüler 5,50 Euro. Die Familienkarte kostet 22 Euro, Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Weilburg ist von Frankfurt kommend leicht über die Bundesstraße 456 zu erreichen, von Limburg oder Wetzlar nehmen Sie die Bundesstraße 49. In Weilburg ist die Tonkrieger-Ausstellung ausgeschildert.

Fotos © Tonkrieger-Ausstellungs GmbH

Reiseknigge: Vorsicht Fettnäpfchen!

Beim Besuch einer türkischen Moschee – wie hier der berühmten Hagia Sophia in Istanbul – ist angemessene Kleidung Pflicht. Foto: TUI-Presseservice

Beim Besuch einer türkischen Moschee – wie hier der berühmten Hagia Sophia in Istanbul – ist angemessene Kleidung Pflicht. Foto: TUI-Presseservice

Andere Länder, andere Sitten: Was Reisende in sechs beliebten Urlaubszielen – Spanien, Griechenland, Türkei, Dubai, Thailand und Mexiko – richtig und falsch machen können, erklären Reiseleiter der TUI.

Spanien: Einer für alle

Michaela Krajewski, TUI Service auf Mallorca, über Besonderheiten in spanischen Restaurants:

„Die Spanier sind sehr überschwängliche Menschen. Zur Begrüßung gibt es Küsschen auf die linke und rechte Wange. Die Uhren gehen in Spanien ein bisschen anders: Da mittags Siesta – sprich: Ruhezeit – ist, verschiebt sich das Abendessen nach hinten und ist bei den Spaniern erst ab 21 Uhr so richtig angesagt. Auch in Restaurants herrschen andere Gepflogenheiten als in Deutschland: Man setzt sich nicht zu anderen an den Tisch, sondern wartet auf den Kellner, der Tischvorschläge macht. Das Bezahlen erfolgt unauffällig. Die beiläufig verlangte Rechnung kommt auf einem kleinen Teller. Üblich ist, dass in der Gruppe einer für alle zahlt und hinterher die Summe durch die Anzahl der Personen geteilt wird. Geld oder Kreditkarte legt der Gast einfach auf das Tellerchen, das der Kellner abholt. Anschließend bringt der Kellner, unbeachtet vom Gast, Wechselgeld oder Karte auf dem Teller zurück. Hier hinterlässt der Besucher dann noch etwa zehn Prozent Trinkgeld.“

Griechenland: Mit Händen und Füßen

Tanja Niedermüller, TUI-Reiseleiterin im TUI Best Family Hotel Nana Beach auf Kreta, über typisch hellenische Umgangsformen:

„Die griechische Sprache ist reich an Mimik und Gestik. Urlauber sollten also über wildes Gestikulieren der Griechen nicht irritiert sein. Weitere Besonderheiten: In griechischen Restaurants oder Cafés wird meist ein Glas oder eine Flasche Wasser gereicht – und Gäste sollten in jedem Fall einen Schluck davon trinken, alles andere würde als Beleidigung aufgefasst. Lehnen Urlauber Einladungen von Hoteliers oder Restaurants ab, gilt dies als unhöflich. Beim Besuch einer orthodoxen Kirche ist angemessene, konservative Kleidung wichtig. Ein sensibles Thema ist in Griechenland die benachbarte Türkei – nicht umsonst sollten Gäste tunlichst von ‚griechischem Kaffee‘ und ‚Gyros‘ statt von ‚türkischem Kaffee‘ und ‚Döner‘ sprechen. Das deutsch-griechische Verhältnis sollten Urlauber nur mit extrem viel Fingerspitzengefühl diskutieren. Die meisten Griechen trennen sehr wohl zwischen der Gastfreundschaft zu den Touristen und den jüngeren wirtschaftlichen Ereignissen.“

Türkei: Gefährliche Andenken

Özen Gögüllü, TUI-Reiseleiter in Antalya, zu Tabus und Regeln in der Türkei:

„So verlockend es auch ist, sich mit Andenken zu versorgen – Urlauber sollten keinesfalls Steine oder Fossilien aus der Türkei mitnehmen, sonst drohen harte Strafen. Beim Fotografieren gilt: Wer Bilder von Personen macht, sollte diese vorher um Erlaubnis fragen. Das Fotografieren von militärischen Einrichtungen ist übrigens verboten. Steht der Besuch einer Moschee auf dem Programm, sollte die Kleidung angemessen sein. Das heißt: Kopfbedeckung mitnehmen, Knie und Schultern bedeckt halten und Schuhe am Eingang ausziehen. Im Restaurant übernimmt meist ganz traditionell der Mann die Rechnung. Wer auf einen Cay, eine Tasse Tee, eingeladen wird, sollte nicht ablehnen – das gilt als unhöflich. Was Urlauber noch wissen sollten: Bei einem Marktbesuch gehört Feilschen einfach dazu, aber bitte nicht übertreiben. Clevere Urlauber bieten zunächst etwa die Hälfte des ursprünglich geforderten Preises. Beim anschließenden Handeln trifft man sich in der Mitte, also bei einem Rabatt von 25 Prozent. Wichtig für Autofahrer: Hier gilt die Null-Promille-Grenze. Der Straßenverkehr ist zudem meist chaotisch, obwohl er im Grunde denselben Regeln folgt wie in Deutschland.“

Dubai: Nicht zu freizügig

Stephanie Stolle, TUI Service in Dubai, über gutes Benehmen in der Öffentlichkeit:

„Die Einheimischen in Dubai und in den übrigen Emiraten sind tolerant und westlichen Besuchern gegenüber sehr aufgeschlossen. Das Land und seine Menschen sind geprägt von Multikulturalität – immerhin sind etwa 80 Prozent der Bewohner der Vereinigten Arabischen Emirate zugewandert. Aus Respekt vor der Religion und der stark vom Islam beeinflussten Kultur sollten sich Reisende über die Regeln und Gesetze informieren. Verstöße können zu teils empfindlichen Strafen führen. Alkoholgenuss ist in der Öffentlichkeit beispielsweise nicht erlaubt, auch Rauchen ist an fast allen öffentlichen Orten verboten. Bei der Bekleidung gilt: Je konservativer, desto besser. Schultern und Knie sollten bei Männern und Frauen bedeckt sein, Badehosen und Bikinis sind – außer beim Baden – tabu. Wer sich unangemessen kleidet, dem wird unter Umständen im Hotel, Restaurant oder Einkaufszentrum der Zutritt verwehrt. Das öffentliche Küssen ist zudem strafbar. Während des Fastenmonats Ramadan gelten spezielle Regeln, auch für Nicht-Muslime und Touristen: In dieser Zeit ist das Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nicht erlaubt. Die Emiratis sind sehr auf Höflichkeit bedacht: Offene Kritik, Streit oder Gesten, die als Beleidigung aufgefasst werden könnten, sind absolut verpönt.

Thailand: Lächeln hilft

Chinnarong Neovakul, TUI-Reiseleiter auf der Insel Phuket, über thailändische Gewohnheiten und Fettnäpfchen:

„Wer der thailändischen Kultur näherkommen möchte, sollte sich im Lächeln üben: Nicht zu lächeln gilt als unhöflich oder gar böswillig. Fragen werden nicht verneint – stattdessen wird gelächelt. Wer laut und eindringlich spricht oder schreit, gilt ebenfalls als sehr unhöflich. Absolutes No-Go sind direkte Kritik oder generell negative Äußerungen über Land und Leute. Eine Beleidigung ist es zudem, mit dem Fuß auf Personen oder Gegenstände, vor allem heilige Gegenstände zu zeigen. Kindern darf man den Kopf zwar tätscheln, aber Erwachsene sollten nicht einfach berührt werden – wobei das Händeschütteln zwar nicht üblich, aber akzeptiert ist. Die Thais reagieren sehr empfindlich auf Respektlosigkeit gegenüber ihrer Religion und Kultur: Auch wenn die zahlreichen Buddha-Statuen zum Hinsetzen oder Draufstellen – zum Beispiel zum besseren Fotografieren – geeignet erscheinen, kann dies im schlimmsten Fall mit einem Gefängnisaufenthalt enden. Für den Fall, dass Gäste in das Haus eines Thais eingeladen sind oder ein Tempelgebäude betreten möchten, sollten sie ihre Schuhe ausziehen, denn sie gelten als schmutzig!“

Mexiko: Besser elegant

Rene Urban, TUI-Reiseleiter in Playa del Carmen, zu Sitten und Unsitten in Mexiko:

„Auch wer Spanisch spricht, ist in Mexiko nicht vor Fettnäpfchen gefeit: Manche in Spanien üblichen Ausdrücke bedeuten in Mexiko etwas anderes oder gelten gar als vulgär. Urlauber sollten die Ureinwohner nicht als Indios oder gar Indianer bezeichnen – das empfinden sie als diskriminierend. Besser nennt man sie ‚indígenas‘ (mit Betonung auf der zweiten Silbe). Beim Fotografieren ist Vorsicht geboten: Manche Ureinwohner wollen nicht fotografiert werden. Gäste sollten vor dem Ablichten daher die Einwilligung der jeweiligen Person einholen, die manchmal auch eine kleine Geldsumme erwartet. Ob Drogenkrieg oder Korruption: Kritik am Land überlassen Reisende besser den Einheimischen. Auch im Gespräch kritisiert man sein Gegenüber nicht direkt, das gilt in Mexiko als Herabsetzung. Wer die erste Einladung von Mexikanern annimmt, könnte übrigens als aufdringlich gelten, da sie meist nur unverbindlich ausgesprochen wird. Kleiden können sich Reisende in Mexiko gern leger, aber bitte nicht nachlässig. Oben-Ohne am Strand oder Nacktbaden ist größtenteils verboten. Wer ein Restaurant besuchen möchte, kleidet sich elegant. Kurze Hosen sind verpönt. Die Rechnung sollte – falls nicht schon ausgewiesen – um 10 bis 15 Prozent Trinkgeld aufgestockt werden.“

Auf der Pirsch: Rund- und Erlebnisreisen boomen

Traditionelle jüdische Feste erleben Wissbegierige hautnah im Kreis von Einheimischen auf einer Rund- und Studienreise durch Israel. Quelle: Gebeco

Traditionelle jüdische Feste erleben Wissbegierige hautnah im Kreis von Einheimischen auf einer Rund- und Studienreise durch Israel. Quelle: Gebeco

Ob Amerika, Asien oder Afrika: Rund- und Erlebnisreisen liegen im Trend. Der Reiseveranstalter TUI meldet einen Anstieg der Gästezahlen von rund 30 Prozent bei Rundreisen seit 2004. „Diese Reiseform wird immer beliebter, schon ein Drittel unserer Fernreise-Gäste bucht eine Rundreise“, sagt Steffen Boehnke, TUI-Experte für Fernreisen. Auf Platz 1 der beliebtesten TUI-Rundreiseziele liegen die USA, dicht gefolgt von Kuba auf Rang 2. „Auf der Karibik-Insel entfällt sogar die Hälfte der Buchungen auf Rundreisen“, erläutert Boehnke. Außerdem unter den Top 5: Thailand, Mexiko und Südafrika.

Themenfokus und Konzepte beliebt

Vor allem thematische Rundreisen und spezielle Konzepte erfreuen sich steigender Beliebtheit, wie beispielsweise Rundreisen in der Welt der Maya in Mexiko oder die TUI-Reihe „Auf die feine Art“ in verschiedenen Ländern. „Im Mittelpunkt steht auch immer häufiger die Begegnung – mit der Natur, mit anderen Menschen und Kulturen“, so Boehnke. Dem kann Ury Steinweg, Geschäftsführer des Kieler Erlebnisreise-Anbieters Gebeco, nur zustimmen: „Gestartet sind wir vor 35 Jahren mit zwei Mitarbeitern und dem Wunsch, Menschen und Kulturen einander näherzubringen. Dank dieses Trends sind unsere Erlebnisreisen heute so gut gebucht, dass wir mittlerweile 200 Mitarbeiter beschäftigen.“

Eine immer größere Rolle spielt für viele Reisende das Thema Nachhaltigkeit: „Das Angebot an nachhaltigen Reisen ist bei Gebeco 2013 um 70 Prozent gewachsen“, erläutert Steinweg. Auch TUI-Experte Boehnke bestätigt: „Rundreisende interessieren sich heute stärker für das Thema Nachhaltigkeit und besuchen beispielsweise auch soziale und Umwelt-Projekte vor Ort.“

Von der rollenden Küche zum Buffet

Seit einigen Jahren schon profitieren Rundreisen von verbesserten Transportmöglichkeiten und der weltweit ausgebauten Infrastruktur. Die Entwicklung im Bereich der Rundreisen lässt sich auch gut an der 85-jährigen Geschichte von Dr. Tigges ablesen, des Anbieters von Studienreisen im Hause Gebeco: „Zu Anfang schliefen die Gäste in Zelten, bewegten sich mit dem Bus fort und wurden von der „rollenden Küche“ versorgt. Mittlerweile ist es selbstverständlich, mit dem Flugzeug in die ganze Welt zu reisen und auch in entlegenen Regionen komfortabel untergebracht zu sein“, sagt Gebeco-Geschäftsführer Steinweg. „Das lockt natürlich viel mehr Menschen als früher in die Ferne und ermöglicht vielfältige Erlebnisse.“

Themenvielfalt: Rundreisen für Jedermann

Dabei sind die Bedürfnisse an die Rundreise ganz unterschiedlich und entsprechend vielfältig ist die Auswahl: Die meisten Rundreise-Buchungen bei TUI tätigen Einsteiger, die eher Individualität und Entspannung bevorzugen und großen Wert auf Komfort und deutschsprachigen Service legen – zum Beispiel auf der „Eastern Discovery“, bei der Entdeckung der acht wichtigsten Städte der nordamerikanischen Ostküste. Andere Reisende wollen vor allem die Natur erleben und aktiv sein: Sie hangeln sich beispielsweise auf der „Canopy-Tour“ in Costa Rica durch die Baumkronen des Regenwaldes und raften auf dem Rio Pacuare.

Familien mit Kindern kommen bei thematischen Rundreisen ebenfalls auf ihre Kosten: Die „Kinder-Garten-Route“ in Südafrika führt beispielsweise durch große Naturreservate mit Pirschfahrten zu Löwen und Giraffen – inklusive familienfreundlicher Unterkünfte. Ein Geheimtipp für Fans exklusiver Reisen: „Im Süden Afrikas können Gäste mit dem historischen Luxuszug „Rovos Rail“ fahren, exklusive Wildlife-Touren erleben und sind in Hotels und Lodges mit höchstem Komfort untergebracht“, empfiehlt Gebeco-Experte Steinweg. Wer seinen Horizont erweitern möchte, feiert mit Dr. Tigges traditionelle Feste mit den Einheimischen – und kann zum Beispiel im Rahmen einer Studienreise das mexikanische Fest der Toten (Día de los Muertos) hautnah miterleben oder das Sabbat-Mahl bei einer jüdischen Familie in Israel zelebrieren.

So flexibel wie möglich, so sicher wie nötig

Um dem wachsenden Wunsch der Reisenden nach Individualität entgegen zu kommen, planen Reisveranstalter in den letzten Jahren Rundreisen in kleineren Gruppen und bieten eine Durchführungsgarantie ab beispielsweise zwei Personen. „Deshalb haben wir bei TUI für viele Rundreisen die Max-20-Garantie eingeführt, die Reisegruppen auf maximal 20 Personen beschränkt“, erklärt TUI-Reiseprofi Boehnke. „Wir beobachten, dass unsere Gäste immer stärkeren Wert auf besondere, exklusive Erlebnisse und individuelle Reisegestaltung legen.“ Besonders die Rundreisen mit Mietwagen verzeichnen bei TUI ein starkes Plus. Es ist die Balance aus Sicherheit und Flexibilität, die Rundreisen immer attraktiver macht. Boehnke erläutert: „Einerseits bietet ein Reiseveranstalter Sicherheit, organisiert die Reise und kümmert sich auch im Notfall um die Reisenden. Andererseits bietet er größtmögliche Flexibilität und kann Reisenden mit seiner Expertise und Kooperationen ganz besondere Erlebnisse verschaffen.“

Der deutsche Beitrag auf der 55. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia 2013 im Französischen Pavillon

Künstlerisches Schaffen in Deutschland ist heute von vielfältigen Formen der Zusammenarbeit zwischen Künstlern aus aller Welt und einem internationalen intellektuellen und kulturellen Klima geprägt. Susanne Gaensheimer setzt daher ihre kritische Beschäftigung mit der Bedeutung der traditionellen Form nationaler Repräsentation in den Länderpavillons auf der Biennale in Venedig in diesem Jahr fort und schlägt vor, das Format des Länderpavillons als ein offenes Konzept und Deutschland nicht als hermetische nationale Einheit, sondern als aktiven Teil eines komplexen, weltweiten Netzwerkes zu verstehen. Aus diesem Grund hat die Kuratorin vier internationale KünstlerInnen aus unterschiedlichen Ländern eingeladen:
Romuald Karmakar
Santu Mofokeng
Dayanita Singh
Ai Weiwei
Auf Initiative der Auswärtigen Ämter Frankreichs und Deutschlands findet der deutsche Beitrag im Französischen Pavillon statt, und umgekehrt. Inhaltlich ist den vier Künstlern gemeinsam, dass sie in ihren Werken – in unterschiedlicher Form und mit individuellem Fokus – die vermeintliche Eindeutigkeit biografischer, nationaler und kultureller Identität hinterfragen und die Auflösung bestimmter Identitätsvorstellungen im Zuge der Modernisierung und Globalisierung ihrer jeweiligen Lebensrealitäten thematisieren.
Romuald Karmakar beschäftigt sich in seinen Arbeiten seit fast drei Jahrzehnten mit deutscher Geschichte, deutschen Themen, deutscher Identität und zeigt in seinen Filmen, dass politische Ideologisierung nicht mehr innerhalb nationaler Grenzen stattfindet, sondern ein europa- und weltweiter Prozess geworden ist.

Dayanita Singhs Bildwelt ist von einer Lebensform geprägt, in der klassische indische Gesellschafts- und Familientraditionen mit dem modernen Dasein aufeinanderstoßen. Das permanente Reisen als Fotografin in allen Teilen der Welt ist die Daseinsform, die ihr Leben und Arbeiten mehr bestimmt als die Verwurzelung mit ihrer Heimatstadt Delhi.

In Santu Mofokengs photographischen Serien, die für den deutschen Beitrag in Venedig
entstanden sind, prallen ebenfalls transnationale Entwicklungen, kulturelle Traditionen und persönliche Schicksale aufeinander. Seine Bilder zeigen, wie sich die restriktive Lebensrealität der Apartheid auch auf die spirituelle Identität der schwarzen Südafrikaner niedergeschlagen hat und sich Trauma und Erinnerung in die Landschaft eingeschrieben haben.

Der Verlust der kulturellen Identität durch die Kulturrevolution und die Veränderung der chinesischen Gesellschaft im Zuge der Modernisierung des Landes sind zentrale Themen im Werk von Ai Weiwei.

Alle vier Künstler haben für den deutschen Beitrag im Französischen Pavillon auf der 55. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale die Venezia 2013 neue Arbeiten entwickelt, die hier erstmals präsentiert werden.
Gaensheimer zur Arbeit am deutschen Beitrag: „Die Zusammenarbeit mit den Künstlern für die Entwicklung dieser Ausstellung war mehr als außergewöhnlich. Nicht nur, dass sie großzügig die Bedingungen einer Gruppenausstellung gemeinsam neu definiert haben, sie haben vor allen Dingen auch neue Arbeiten geschaffen. Arbeiten wie Karmakars Film 8. Mai, Singhs Projektion Mona and Myself, Weiweis Installation Bang oder Mofokengs Landschaften in der Provinz Mpumalanga im Nordosten von Südafrika, ermöglichen im Zusammenklang aller Arbeiten bewegende, verstörende und erhellende Querbeziehungen, die einen Erkenntnisgewinn im Ästhetischen anbieten, der weit über meine ursprünglichen Vorstellungen hinausgeht.“
Elke aus dem Moore, die Leiterin der Abteilung Kunst des Instituts für Auslandsbeziehung (ifa) kommentiert: „Deutschland ist ein Land, das von internationalen Bewegungen und Einflüssen geprägt ist und daraus schöpft. Susanne Gaensheimer widmet sich mit ihrem kuratorischen Konzept den zentralen Fragen unserer Zeit. Ihre Einladung ging an vier herausragende, international arbeitende Künstler, die in vielerlei Hinsicht mit Deutschland verbunden sind und die in ihren künstlerischen Arbeiten Fragen nach dem Miteinander in der Gesellschaft ins Zentrum stellen. – Durch den Tausch der Pavillons zwischen Deutschland und Frankreich wird auf symbolischer wie inhaltlicher Ebene die Auseinandersetzung mit Fragen zu gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen durch die Mobilität von Individuen weitergeführt.“

„Zielgebietsservice“: Die Mutter aller Reiseleiter

Bademode im Retro-Look  Zum 50-jährigen Jubiläum von Neckermann Reisen feiern die 60er Jahre ein Revival.

Bademode im Retro-Look
Zum 50-jährigen Jubiläum von Neckermann Reisen feiern die 60er Jahre ein Revival.

Kümmerer und Dienstleister zugleich: Eine Zeitzeugin erinnert sich

Als Neckermann Reisen 1963 erstmals Pauschalreisen anbot, waren weniger als ein Dutzend Reiseleiter in sechs europäischen Zielen beschäftigt. Inzwischen umfasst das Portfolio von Neckermann Reisen 220 Zielgebiete weltweit und mehr als 500 Reiseleiter sowie weitere zahlreiche Mitarbeiter von Vertragsagenturen sind im Ausland als Ansprechpartner für die Gäste täglich im Einsatz.

Als Anlaufstelle für die Reiseleiter richtete Neckermann Reisen 1980 in der Firmenzentrale in Frankfurt die Abteilung „Zielgebietsservice“ ein. Zu den Hauptaufgaben gehörten der Versand von Hotel- und Transferlisten mit Informationen in welchem Hotel die Gäste wohnten sowie deren An- und Abreisedaten. Die Listen wurden als sogenannte Company-Mail (Firmenpost) in speziellen Metall-Koffern verpackt und  einmal wöchentlich mit den Charterflügen in die Zielgebiete geschickt. Zusätzlich organisierte der Zielgebietsservice den Versand der Reiseleiteruniformen und versorgte die Reiseleiter mit allen Materialien, die sie für die tägliche Arbeit benötigten, aber im Ausland nicht bekamen. Heute sind die Mitarbeiter im Ausland per Mail und via Internet mit der Firmenzentrale vernetzt und erstellen die Gästelisten aus den Reservierungssystemen tagesaktuell selbst.

Resi Schwittek, Leiterin der Abteilung Zielgebietsservice bei Neckermann Reisen von 1980 bis 2007, erinnert sich, wie es damals war und worin die kleineren und größeren Herausforderungen bestanden:

Frau Schwittek, wie wichtig war es, die Abteilung „Zielgebietsservice“ einzurichten?
„Aus meiner Sicht war es sehr wichtig den Kollegen im Ausland das Gefühl zu geben, dass in der Zentrale immer jemand für sie da ist, um größere und kleinere Probleme aus der Welt zu schaffen. Dazu gehörten viele vertrauliche Gespräche mit den Reiseleitern und, aufgrund der Zeitverschiebungen, dies auch schon mal zu ungewöhnlichen Uhrzeiten.“

Kam die Company-Mail denn auch immer im richtigen Ziel an?
„Nicht immer. Es kam schon mal vor, dass ein Koffer, der nach Ibiza geschickt wurde, in Palma de Mallorca ankam. Dann mussten wir die Kopien aller Gästelisten ins Ziel faxen. Da die Technik damals noch nicht so schnell war, hieß es dann für uns geduldig sein.“

Wie aufwendig war das Versenden der Reiseleiter-Uniformen?
„Schon zu Beginn der Reiseleiterausbildung teilten uns die jungen Leute ihre Kleidergrößen mit. Daraufhin schickten wir die Kostüme, Hosenanzüge, Hemden und Blusen nach Mallorca, wo die Schulungen stattfanden, so dass die frischgebackenen Reiseleiter ihre erste Uniform direkt nach Ausbildungsabschluss erhielten. Dies war immer ein besonderer Moment. Aber auch unterjährig verschickten wir neue Uniformen in die Zielgebiete, wenn zum Beispiel nur die Hemden oder die Tücher ausgetauscht wurden. Als 2003 generell eine neue Kollektion herauskam, mussten rund 1.800 Mitarbeiter in den Zielgebieten neu eingekleidet werden. Das war eine logistische Herausforderung. So verschickten wir die Uniformen für die Reiseleiter auf Mallorca beispielsweise in zwei LKWs dorthin.“

Gab es neben den alltäglichen Arbeiten auch außergewöhnliche Einsätze?
„Oh ja, da gab es einige. Unter anderem flog ich damals zu den Kollegen nach Bulgarien und Rumänien mit Care-Paketen im Gepäck, da die Versorgung für einen längeren Aufenthalt dort nicht optimal war. Waschpulver, deutsche Wurst, Spaghetti und die geliebten Gummibärchen durften darin nicht fehlen.“

Zur Person:
Resi Schwittek begann 1968 als Sekretärin in der Personalverwaltung der NUR Touristik. 1980 wechselte sie in die Abteilung Zielgebietsservice, deren Leiterin sie 1987 wurde. 2007 ging sie in den Ruhestand.

TOP 3 der Städteziele: Hamburg, Berlin und Stockholm

Für Besucher der Hansestadt Hamburg zählt eine Bootstour durch die Kanäle oder den Hafen zum Pflichtprogramm.

Für Besucher der Hansestadt Hamburg zählt eine Bootstour durch die Kanäle oder den Hafen zum Pflichtprogramm.

Der Wonnemonat Mai erfreut Urlauber in diesem Jahr besonders: Mit Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam laden gleich drei Feiertage zu einem verlängerten Wochenende für einen Kurzurlaub ein. Besonders im Trend liegen Städtereisen: „Viele nutzen die freien Tage zur kleinen Alltagsflucht und erkunden pulsierende Metropolen“, sagt TUI-Städteexperte Frank Stoll. Dabei urlauben die Bundesbürger bei einer Städtereise zunehmend länger.

„Wir beobachten, dass viele Gäste lieber einen kürzeren Haupturlaub machen und dafür zusätzlich ein bis zwei Kurzreisen einschieben“, bestätigt Stoll. Ziel vieler Kurzurlauber ist ein Tapetenwechsel. Gerade bei Städtereisen rücken kulturelle Events und Wissensvermittlung stärker in den Fokus. Neben Paaren nutzen immer mehr Familien den Städtetrip, um gemeinsam aktiv zu sein und etwas Neues zu erleben.

Ungeschlagen auf den ersten beiden Plätzen der TUI-Beliebtheitsskala: die zwei deutschen Metropolen Hamburg und Berlin. Sie sind gut mit der Bahn oder dem Auto erreichbar und deshalb für einen Urlaub mit Kindern besonders geeignet. Auf Platz drei liegt London, gefolgt von weiteren Klassikern wie Paris und Rom.

Gerade im Kommen sind Kopenhagen und Valencia. Kopenhagen liegt vor allem bei Design- und Lifestyle-Liebhabern im Trend. Die moderne und futuristische Architektur des Planetariums und der königlichen Bibliothek sowie das Stadtviertel Ørestad in Kombination mit maritimem Ambiente versprechen viel Abwechslung. Auch Valencia beeindruckt im Stadtviertel Ciudad de las Artes y Ciencias mit extravaganter Architektur des Architekten Santiago Calatrava, inklusive Opernhaus, Aquarium und Botanischem Garten. Zudem punktet die Mittelmeerstadt mit einem modernen Yachthafen, der für die weltberühmte Segelregatta America’s Cup angelegt wurde. Die Regatta fand 2007 und 2010 in Valencia statt.

Damit der Städtetrip möglichst unkompliziert und sorgenfrei wird, empfiehlt TUI-Experte Stoll: „Rundum-Sorglos-Pakete mit zahlreichen Zusatzleistungen stimmen den Urlaub auf die Bedürfnisse des Gastes ab.“ Für Abwechslung sorgen zubuchbare Erlebnis-Pakete. Davon profitieren vor allem Urlauber, die sich schon für eine Stadt entschieden haben, aber noch keine konkreten Pläne für den Aufenthalt haben. Stolls Geheimtipp für Familien: „In vielen Städten ist die Familien-Ralley der TUI sehr angesagt: Die ganze Familie löst als Team einen Kriminalfall und lernt die Stadt dabei mit Spaß und Spannung kennen.“

Achten sollten Städteurlauber auf günstige Wochenendraten und praktische Hotelservices, wie ein besonders spätes Checkout am Abreisetag. Einige Veranstalter bieten zudem Smartphone-Apps mit interaktivem Stadtführer und nützlichen Infos. Für Familien mit Kindern gibt es häufig spezielle Angebote für Hotel, Anreise und Freizeitgestaltung.

 

Reisetipps für die beliebtesten Städte – von den Experten auf TUI.com

Gut unterkommen in Hamburg

Zentral und komfortabel in der Hansestadt Hamburg? Ein Hotel mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis ist das „Junge Hotel“ in der Musicalmetropole. Fußläufig zum Bahnhof und der Innenstadt sowie mit Top-Ausstattung, ist das Haus bestens für einen Städteurlaub geeignet. Ein weiterer Pluspunkt ist das für ein Drei-Sterne-Hotel recht große und hochwertige Frühstücksbuffet, und auch das hoteleigene Restaurant ist empfehlenswert.

(empfohlen von Andreas Gründinger, Mitarbeiter im TUI ReiseCenter Passau)

 

Der Reichstag in Berlins Mitte ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.

Der Reichstag in Berlins Mitte ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.

Freiluft-Kunst in Berlin

Die weltweit längste Freiluftgalerie können Berlin-Urlauber an der East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain bewundern. Das bekannteste der zahlreichen Kunstwerke ist der „Bruderkuss“ mit Breschnew und Honecker von dem russischen Maler Dmitri Vrubel. Da das denkmalgeschützte Mauerstück im Laufe der Zeit zunehmend marode wurde, unterstützte eine Künstlerinitiative 2009 die Sanierung. Im März 2013 hat ein Bauinvestor einen kleinen Teil der Mauer entfernt, was zu großem Protest in der Bevölkerung geführt hat. Der größte Teil der Galerie, in der sich einst 118 Künstler aus 21 Ländern verewigten, steht noch und ist ein Muss für jeden Berlin-Fan.

(empfohlen von Daniela Friedrich, Inhaberin, FIRST Reisebüro Daniela Friedrich, Hamm)

 

Oldtimer-Feeling in London

London ohne die alten roten Routemaster-Doppeldeckerbusse? Schwer vorstellbar! Und doch sind die Busse inzwischen selten geworden. Strenge Umwelt- und Sicherheitsbestimmungen haben die klassischen Busse fast gänzlich aus dem Stadtbild getilgt. Nur gut, dass London an vielen Traditionen festhält. Denn zum Kulturgut der Stadt gehören auch die Doppeldecker. Noch heute fahren die roten Oldtimer zeitweise zusätzlich auf zwei regulären Buslinien: Linie 9 vom Trafalgar Square nach High Street Kensington und Linie 15 vom Trafalgar Square zum Tower Hill. Die Busse fahren tagsüber zwischen 10 und 18 Uhr etwa alle 15 bis 20 Minuten ab.

Wiedereröffnung des Noordbrabants Museum: Fünf Ausstellungen zeigen ein vielfältiges Repertoire

Marina Viši: „Magla” 2012, Site-specific Drahtkunst, Fotografie: Peter Cox

Marina Viši: „Magla” 2012, Site-specific Drahtkunst, Fotografie: Peter Cox

Nach einer zweijährigen Renovierung öffnet das Noordbrabants Museum am 25. Mai seine Türen mit einer komplett erneuerten ständigen Sammlung sowie mit nicht weniger als vier Eröffnungskollektionen: Von der großen Ausstellung „The Moonlight Garden“ mit Werken des zeitgenössischen Künstlers Marc Mulders  über Zeichnungen des Kirchenmalers Pieter Saenredam, gegenwärtigem Design von Kiki van Eijk, Joost van Bleiswijk und der regionalen Newcomerin Marina Višić.

 

Im Fokus des Noordbrabants Museum steht das kulturelle Erbgut der südlichen niederländischen Provinz. Das bestehende Gebäude wurde renoviert, restauriert und ausgestattet mit neuer Kommunikations-, Sicherheits- und Klimatechnik. Auch der monumentale Garten sowie die benachbarten Höfe wurden umgestaltet. Zusammen mit dem Stedelijk Museum ’s-Hertogenbosch bildet es nun das „Museumsquartier“ mit einem erweiterten Ausstellungsrepertoire. Eindrucksvolle Präsentationen der ständigen Sammlung, mit Tausenden bekannten Objekten und Kunstwerken, spiegeln den Reichtum der Brabanter Kunst, Geschichte und Kultur wider. Vielseitigkeit und künstlerische Qualität stehen hier im Fokus. Zu sehen sind Präsentationen rund um die Römer, Kunst zwischen 1500 und 1800 sowie Kunst nach 1800. Die Geschichte der Provinz Brabant ist ab
20. September 2013 im neuen Brabantsaal zu sehen.

 

Die Moonlight Garden. 30 Jahre Marc Mulders

25. Mai bis 22. September 2013

Seit Jahren gehört Marc Mulders (Tilburg, 1958) mit seinen Arbeiten, die stets ein großes Publikum anziehen, zu den bedeutendsten Künstlern der Niederlande. Das Noordbrabants Museum zeigt in dieser Eröffnungsausstellung 80 Werke aus all seinen Genres: von seinen frühesten Ölgemälden bis hin zu neuesten Teppich-Designs – und so ergibt sich ein vielschichtiges Bild Mulders‘ bisheriger Karriere. Der Titel der Ausstellung, „The Moonlight Garden“, bezieht sich auf den Mondscheingarten am indischen Taj Mahal, während der Begriff „Garten“ die jüngsten Arbeiten von Marc Mulders in Öl und auf Glas bestimmt. Zum ersten Mal zu sehen ist das Herzstück der Ausstellung: Der Fensterrahmen „Moonlight Garden“, der danach einen besonderen Platz in einem denkmalgeschützten Haus in ’s-Hertogenbosch erhält.

 

Saenredam in Den Bosch

25. Mai bis 21. Juli 2013

Der Haarlemer Künstler Pieter Saenredam (1597-1665) ist weltweit berühmt für seine präzisen Zeichnungen und Gemälde von Kirchen, Gebäuden und Denkmälern. In dieser kleinen, aber feinen Eröffnungsausstellung sind 13 seiner Arbeiten zu sehen, die 1632 in ’s-Hertogenbosch entstanden. Einen Monat lang war Saenredam derzeit bei seinem Großneffen, dem Pfarrer Johannes Junius, zu Gast, und skizzierte dort in kurzer Zeit eine Reihe von Zeichnungen – darunter detaillierte Stadtansichten und Kircheninterieurs.

 

Joost van Bleiswijk: „No screw no glue: wall cabinet“ Fotografie: Frank Tielemans

Joost van Bleiswijk: „No screw no glue: wall cabinet“
Fotografie: Frank Tielemans

Co-evolution. Kiki van Eijk und Joost van Bleiswijk

25. Mai bis 18. August 2013

Das Designerduo Kiki van Eijk (1978) und Joost van Bleiswijk (1976) stammt aus der renommierten Design Academy Eindhoven. Seit 2001 arbeiten sie als selbstständige Designer in einer gemeinsamen Werkstatt. 80 Meisterwerke aus den ersten zehn Jahren ihrer beachtlichen Karriere sind nun zusammengeführt – von Möbeln über freie Arbeiten. Die Ausstellung ist der Beginn einer mehrjährigen Serie in Brabant, um zeitgenössisches Design der Provinz in den Mittelpunkt zu rücken.

 

Brabants Neue: Marina Višic

25. Mai bis 14. Juli 2013

Unter dem Titel „Brabants Neue“ bietet das Noordbrabants Museum jungen Künstlern aus Nord-Brabant eine Plattform für ihre Arbeiten. Derzeit macht die Künstler Marina Visic (1987) durch abstrakte und monumentale Werke von Tausenden von farbigen Fäden auf sich aufmerksam.

 

Öffnungszeiten

Het Noordbrabants Museum, Verwersstraat 41, ’s-Hertogenbosch

 

Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr

 

Mehr Informationen: www.holland.com;

www.hetnoordbrabantsmuseum.nl

Seminarkritik: Schreiben was im Kopf steckt / von Karl-Josef Schäfer

 

Zwei Tage Schreibwerkstatt mit Lutz Rathenow

„Schreiben was im Kopf steckt“ ist der Titel einer zweitägigen Schreibwerkstatt mit dem Essayisten, Lyriker und liberal-Redakteur Lutz Rathenow für angehende Autoren.

An Schreibanfänger wendet sich ein Seminar der liberalen Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. „20 Jahre Mauerfall – Schreibwerkstatt mit Lutz Rathenow – Schreiben, was im Kopf steckt“ nennt sich die Veranstaltung im Jahr 2009.

Zielgruppe

Die Schreibwerkstatt wendet sich ausdrücklich an angehende Autoren, die sich für Literatur und Journalismus interessieren. Die Bandbreite der Teilnehmer ist groß. Neben dem Studenten einer geisteswissenschaftlichen Fachrichtungen sitzt auch die Unternehmensberaterin, der Rentner, Wiedereinsteiger oder Autor, der bereits erste Erfahrungen sammeln konnte.

Inhalte

Reagiert ein Teilnehmer eher visuell oder doch eher akustisch auf einen Text? Ein Kreativtest macht dies deutlich. Im weiteren Verlauf werden die verschiedenen Textformen angesprochen und geübt. Dabei ist der Bogen der Inhalte weit gespannt. Von der Lyrik, über die Minigeschichte, den journalistischen Prosaformen, der Autobiographie und dem Kommentar bis hin zum Drama werden Themen zumindest angerissen. Jeder Teilnehmer kann einen Text im Vorfeld einreichen, der entweder in der Gruppe oder mit dem Seminarleiter besprochen wird.

Seminarablauf

Von Freitag, 17:00 Uhr bis Sonntag gegen 15:00 Uhr wird die Zeit intensiv genutzt. Übungen, Coaching und Erläuterungen gibt es im steten Wechsel. Einen breiten Raum nehmen Kreativitätsübungen und Lyrik ein: am ersten Tag bis 22 Uhr und am folgenden Vormittag bis zur ersten Pause.

Die Seminartage sind durch die vorgegebenen Essenszeiten klar strukturiert.

Die abendliche Lesung mit vielfältigen Texten aus dem jahrzehntelangen Schaffen des Seminarleiters ist Bestandteil und für manchen Teilnehmer ein Höhepunkt des Seminars.

Seminarleitung

Lutz Rathenow, Dissident und Kritiker des DDR-Regimes, ist 1952 in Jena geboren. Er lebt und arbeitet als freier Publizist in (Ost-) Berlin. Mehrfach wurde ihm vor der Wende die Ausreise aus der DDR nahegelegt. Rathenow lehnte das Angebot noch am 9. November 1989, dem Tag des Mauerfalls, ab. Das Veröffentlichungsverbot in der ehemaligen DDR umging er gemeinsam mit einem westdeutschen Verlag. Gute Kontakte zu akkreditierten, westdeutschen Journalisten halfen dabei, seinen Lebensunterhalt zu sichern.

Aus der Zusammenarbeit mit dem Fotografen Harald Hauswald entstanden eindrucksvolle Bildbände. Das 1986 im Westen erschienene und in der DDR verbotene Buch „Ost-Berlin“ erlangte Kultstatus.

In seinen Essays, (Kinder-) Büchern, Kommentaren, Glossen und anderen Beiträgen greift Rathenow immer wieder die deutsche Ost-West-Problematik auf. Er erzählt anschaulich das Leben in der DDR vor dem Mauerfall.

Die Vielfältigkeit seines Schaffens erlaubt ihm, flexibel, spontan und häufig unerwartet humorvoll durch die Schreibwerkstatt zu führen. Er bietet immer wieder Einzelgespräche und -coaching außerhalb der Seminarzeiten an. Dieses Angebot wird von den Teilnehmern dankbar angenommen. Die Gestaltung ist kurzweilig und dennoch straff. Mit Beispielen aus seinem eigenen und dem Werk von Kollegen reichert Rathenow die Inhalte an, bewertet gelegentlich seine eigenen Texte durchaus kritisch.

Tagungsort

Die Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach wurde 1967 eröffnet und mittlerweile modernisiert. Der Eingangsbereich vermittelt eine angenehme Atmosphäre, die zweckmäßig eingerichteten Zimmer mit großem Schreibtisch sind hell und sauber.

Das Personal ist sehr freundlich, hilfsbereit und zeigt, besonders bei den Mahlzeiten, eine unaufdringliche Präsenz.

Die Mahlzeiten in Büffetform sind sehr schmackhaft, die Auswahl ist reichlich. Ein vegetarisches Essen steht jeweils zum Mittag- und Abendessen zur Verfügung. Auf spezielle Diätwünsche geht das Personal gerne nach Möglichkeiten ein.

Im gesamten Komplex gibt es die Möglichkeit, sich über das kostenlose W-LAN mit dem Internet zu verbinden. Daneben stehen mehrere PC und Drucker in der Halle und in einem Seminarraum zur Verfügung der Gäste.

In der Cafeteria können sich die Gäste mit kostenlosem Wasser, Tee und Kaffee versorgen. Eine Bar im Keller dient dem Tagesausklang und dem Kennenlernen.

Der großzügige Außenbereich mit wunderbarem Blick ins Oberbergische ist aufwendig gestaltet und bietet Rückzugsmöglichkeiten zur Entspannung.

Kosten

Der Tagungsbeitrag beträgt 95 Euro (Schüler, Studenten, Auszubildende und Arbeitslose 70 Euro) inklusive Übernachtung und Vollverpflegung. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist problemlos.

Fazit

Zwei Tage Seminar mit Lutz Rathenow haben, unabhängig vom Seminarthema, ihren eigenen Reiz. Als Seminarleiter stellt Rathenow sein Wissen und sein Können uneingeschränkt den Teilnehmern zur Verfügung. Er bietet auch an, Texte nach der Veranstaltung zu redigieren und zu bewerten. Die Auswahl der von ihm vorgestellten Texte ist auf die Zielgruppe abgestimmt.

Mancher angehende Autor mag sich eine klarere Bewertung seiner Texte wünschen. Kritik wurde geschickt umgangen, ließ sich eher an den teilweise sehr feinen Abstufungen des Lobes erkennen.

Die Lesung am Abend des zweiten Werkstatttages gibt einen Überblick über die vielen Facetten seines publizistischen Wirkens. Dabei bleibt sich Rathenow als Erzähler treu. So stellt er sich schon zu Beginn des Seminares vor.

Die langen Arbeitszeiten und die Lesung stellen die Konzentrationsfähigkeit der Teilnehmer auf eine harte Probe. Rathenow versteht es jedoch, die Inhalte immer wieder interessant zu gestalten.

Der Titel der Ausschreibung ist hingegen irreführend. Wer in der Schreibwerkstatt „20 Jahre Mauerfall“ erwartet, wird enttäuscht. Dies bezieht sich ausschließlich auf die Lesung des Seminarleiters. Vielleicht sollte der Veranstalter für eilige Leser die Überschrift überarbeiten.

Insgesamt ist die Veranstaltung, dank der Präsenz Lutz Rathenows, uneingeschränkt empfehlenswert. Die Konzeption lässt auch Teilnehmer zu, die mehr als nur rudimentäre Erfahrungen im Schreiben haben. Die Theodor-Heuss-Akademie bietet ein ideales Lernumfeld.

Foto © Karl-Josef Schäfer, 2009

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