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Kategorie: 24 Stunden in …

Weilburg und Fulda verbindet der Barock und König Konrad I. – Ein Ausflug nach Fulda, wo Konrad bestattet wurde

Fulda April 2016-129(KS, im Mai 2016) Das war schon eine der mächtigsten Familien im deutschen Reich, die Konradiner. Ursprünglich aus Trier stammend, weiteten sie ihren Machtbereich im 9. und 10. Jahrhundert immer weiter aus. Sie stifteten Kirchen und Klöster, bauten Burgen und Residenzen. Auch die Martinskirche, die längst untergegangene Keimzelle des mittelalterlichen Weilburg, wurde von den Konradinern gestiftet und diente als Grabeskirche für Konrad den Älteren. Sein Sohn, Konrad der Jüngere, starb als König Konrad I. in Weilburg, schickte die Krone mit der Königswürde an seinen Widersacher Heinrich von Sachsen und wurde in Fulda, in der damaligen Ratgar-Basilika, beigesetzt.

Die größte Stadt Osthessens

Und so steht Fulda im Mittelpunkt unserer Kurzreise in die Geschichte. Dabei ist es so gar nicht das frühmittelalterliche Fulda, das uns bei einem Besuch der lebendigen und größten Stadt Osthessens ins Auge fällt. Es ist vielmehr die barocke Bischofskathedrale Sankt Salvator, einst erbaut als Dom des Fürstabtes und Stiftskirche. Auch ist es das Stadtschloss aus der Renaissance, im Barockstil umgebaut. Die Adelspalais, die Orangerie und viele weitere historische Gebäude bilden das Barockviertel. Liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser, versteckte Plätze, blühende Gärten und Parks, alte Handwerksbetriebe, malerische Innenhöfe, spannende Museen, gemütliche Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein.

An der Stelle des heutigen Doms stand einstmals die größte Basilika nördlich der Alpen. Es war die Klosterkirche der von Bonifatius gegründeten Benediktiner-Abtei. Der „Apostel der Deutschen“ wurde in Friesland ermordet und auf seinen Wunsch hin in Fulda bestattet. So entwickelte sich Fulda zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte im Reich. Die Ratgar-Basilika, benannt nach ihrem Erbauer Abt Ratgar, wurde 1704 abgerissen und über dem Bonifatius-Grab der heutige barocke Dom errichtet. Neben vielen Grabmälern, Tafeln und Inschriften wird auch an den ersten deutschen König, Konrad I., erinnert.

Gartenkultur in Fulda

Fulda April 2016-132Während Graf Johann Ernst zu Nassau-Weilburg seine Residenzstadt Weilburg umgestalten und den prachtvollen barocken Schlossgarten anlegen ließ, veranlasste auch Fürstabt Adalbert von Schleifras in Fulda neben dem Dom weitere barocke Bauten. Auch er baute seine Residenz im barocken Stil des Absolutismus um. Ein Stadtrundgang lässt die Großartigkeit der Barockstadt Fulda erleben.

Und wenn Sie so gar nicht an Architektur interessiert sind, dann fragen Sie in der Touristeninformation doch einmal nach dem Gartenkulturpfad. Wie Perlen an einer Schnur sind die Gärten und Parks Fuldas aneinandergereiht. Mit dabei sind nicht nur die städtischen Grünanlagen – schauen Sie doch auch einmal nach den privaten Gärten oder den Gärten der Kindertagesstätten. Dort zum Beispiel gestalten die Kinder ihren Garten selbst.

Von Juni bis August wird übrigens in Fulda das Musical „Der Medicus“ aufgeführt. Das dramatische musikalische Schauspiel bringt den Weltbestseller von Noah Gordon erstmals auf eine Bühne. Das Schlosstheater in Fulda bietet dafür die ideale Kulisse.

24 Stunden in … Fulda

Fulda April 2016-1069:30 Uhr: Mitten in der Fuldaer Altstadt, zwischen Bahnhof und Dom am Buttermarkt gelegen, findet sich das Bistro .heimat. Spezialität: Toller Kaffee aus einer Fuldaer Rösterei und Stullen. Belegt sind die frischen Brote ganz nach Wahl – wir haben die „Stulle der Woche“ ausprobiert, ließen uns überraschen und waren begeistert. Alle Produkte stammen aus der Region.

10:30 Uhr: Schlossführung – Der Absolutismus bestimmte die Größe und Funktion der historischen Räume der ehemaligen Fürstabt-Residenz. Der große Festsaal und die fürstliche Wohnung aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts werden ebenso präsentiert wie Räume aus dem Klassizismus des 19. Jahrhunderts. Weltweit berühmt ist die ausgestellte Sammlung von Fuldaer und Thüringer Porzellan.

11:30 Uhr: Stadtrundgang – Hexenturm, Stadtmauer, Zunftkirchen, alte Marktplätze und Straßennamen. Tauchen Sie ein in die mittelalterliche Geschichte Fuldas.

13:00 Uhr: Rast an der Wiesenmühle, vom Benediktinerkloster erbaut und 1332 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Nicht einmal 5 Minuten vom Dom entfernt. Das Mühlrad ist das größte noch in Betrieb befindliche Mühlrad Europas. Und die Gastronomie kann sich blicken lassen – entweder im Brauhaus und Biergarten zur Selbstbedienung oder im urigen Restaurant.

14:00 Uhr: Der Hohe Dom zu Fulda. Tauchen Sie zunächst ein in die kleine, manchmal kaum beachtete Michaelskirche und dann direkt daneben in den prächtigen Dom Sankt Salvator. Verharren Sie am Bonifatiusgrab und erleben Sie den Fuldaer Domschatz.

16:00 Uhr: Kaffee und Kuchen im Dom-Café Wess, 100 Jahre Backtradition, gleich neben dem Dom. Tipp: Verschieben Sie die Abnehm-Diät auf morgen und probieren Sie die Domherren-Torte.

17:00 Uhr: Einchecken im Hotel – Fulda bietet viele Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel. Die Touristeninformation hält ein Übernachtungsverzeichnis für Sie parat.

19:30 Uhr: Tagesausklang – Zum Beispiel mit „Der Medicus“ im Stadtschloss, oder in einem der zahlreichen Fuldaer Restaurant.

10:00 Uhr: Vonderau-Museum, in der Fußgängerzone gelegen, ist das größte Museum zwischen Kassel und Frankfurt. Themenbereiche: Kulturgeschichte Fuldas von der Steinzeit bis zur Gegenwart, Gemälde und Skulpturen von Künstlern aus der Region und erdgeschichtliche Entstehung der Landschaft Osthessens.

 

Informationen

Fulda April 2016-100Warum nicht einmal mit dem Zug nach Fulda fahren? Ab Weilburg fährt die HLB stündlich direkt in die Barockstadt. Zweieinhalb Stunden braucht die Bahn. Das normale RMV-Ticket kostet 15,25 Euro (einfache Fahrt) – Sparangebote machen die Städtereise günstiger. www.rmv.de

Touristen-Information, Bonifatiusplatz 1, 36037 Fulda, Telefon 0661-102-1814, www.tourismus-fulda.de

Schlossführungen täglich außer Montag 10:30 Uhr und 14:00 Uhr, 5 Euro

Stadtrundgang täglich 11:30 Uhr und 15:00 Uhr, 5 Euro, Kombiticket 9 Euro (mit Schlossführung)

.heimat, Buttermarkt 2-6, 36037 Fulda, Telefon 0661-95273597, www.heimat-fulda.de

Brauhaus Wiesenmühle, Wiesenmühlenstr. 13, 36037 Fulda, Telefon 0661-928680, www.wiesenmuehle.de

Café Wess am Dom, Kanalstraße 2a, 36037 Fulda, Telefon 06619025713, www.cafe-wess.de

Romantik-Hotel-Restaurant „Goldener Karpfen“, Simpliziusbrunnen 1-5, 36037 Fulda, Telefon 06618680-0, www.hotel-goldener-karpfen.de – Weilburger Arrangement: Übernachtung im Komfortzimmer inkl. reichhaltigem Verwöhn-Frühstücksbuffet, ein Glas Sekt zur Begrüßung, regionales Menü mit korrespondierenden Getränken (Wein und Wasser), ein AHA – Kräuterlikör als „Betthupferl“ und Eintritt im Vonderau Museum – pro Person im Doppelzimmer 140 Euro

24 Stunden in … (auf) Borkum im Winter

Borkum im Winter

Borkum im Winter

Wenn die Insulaner in der Osternacht an drei verschiedenen Stellen auf Borkum ein Osterfeuer anzünden, den Winterschnitt und immer auch einen Teddy oder eine Puppe als Symbol für die bösen Geister verbrennen, dann ist die gar nicht so dunkle Jahreszeit auf Deutschlands größter ostfriesischer Insel vorbei.

Der Ostermorgen gehört dann noch einmal den Insulanern und ihren Freunden. Man trifft sich im kleinen Kreis zu einem uralten Brauch, zum Eierkullern. „Dann rutschen die Kinder auf dem Hosenboden die Düne herunter, um eine glatte Rennbahn hinzukriegen. Und es macht einen Heidenspaß, zunächst die Eier zu suchen. Dann wird gekullert, was das Zeug hält. Das Ei, das nicht kaputt geht, gewinnt das Eierkullern,“ erzählt die Borkumerin Isabell, die nach Jahren in Berlin wieder zurück auf die Insel kam. „So schön wie auf Borkum kann es auf dem Festland gar nicht sein!“

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24 Stunden in … Zevenaar

 

Hier gibt es privat gebrautes Bier vom Feinsten

Hier gibt es privat gebrautes Bier vom Feinsten

Übernachtungstipps in Zevenaar

Bisher in der Reihe “24 Stunden in …” erschienen:

24 Stunden in … Gehlberg am Schneekopf im Thüringer Wald

24 Stunden in … Weilburg an der Lahn

24 Stunden in … Vianden

24 Stunden in … Clervaux

24 Stunden in … Braemar

24 Stunden in … Clervaux (Clerf)

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Übernachtung in Clervaux (Clerf) suchen

 

Bisher in der Reihe „24 Stunden in …“ erschienen:

24 Stunden in … Gehlberg am Schneekopf im Thüringer Wald

24 Stunden in … Weilburg an der Lahn

24 Stunden in … Vianden

24 Stunden in … Vianden

Nur mal eben einen Sprung über die deutsch-luxemburgische Grenze. Man merkt es kaum, dass man im „Ausland“ ist. Und doch liegt in den Ardennen, nur einen Katzensprung von Bitburg und Prüm entfernt, ein Städtchen mit einer großartigen Geschichte. Diese Geschichte kann heute noch erspürt und erlebt werden: Das luxemburgische Vianden hat viel mehr zu bieten als billigen Kraftstoff oder günstigen Kaffee. Das einst mächtge Vianden atmet Geschichte und zieht damit Touristen aus Nah und Fern an.

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24 Stunden in … Weilburg an der Lahn

Weilburger Schlossgarten, Obere Terrasse, Foto mit freundlicher Genehmigung Rudi Müller, www.weilburg-lahn.info

Weilburger Schlossgarten, Obere Terrasse, Foto mit freundlicher Genehmigung Rudi Müller, www.weilburg-lahn.info

Weilburg hat was! Nein, wirklich, das kleine Städtchen an der Lahn, zwischen Limburg und Wetzlar an der B 49 gelegen, ist viel zu schade, um einfach nur daran vorbeizufahren.

Weilburg hat viel zu bieten: Eine Altstadt, die auch heute noch als Beispiel einer absolutistischen Kleinresidenz der Barockzeit durchgehen kann. Ein barocker Schlossgarten, der seines gleichen sucht. Eine gut erhalte Schlossanlage mit Deutschlands schönstem Renaissancehof. Ein Hochhaus aus Lehm, ein Schiffstunnel, ein Wildpark mit Bären und Deutschlands einzige Kristallhöhle. Und ganz viel Menschen, die sich für ihre Stadt engagieren, um sie lebens- und liebenswert zu erhalten.

Weilburg an der Lahn hat eine mehr als 1000 Jahre Geschichte. Die Kelten werden auf dem zentralen Felsen, auf dem heute das Schloss steht, vermutet. Und auch die Römer könnten durchaus bei einem ihrer Vorstösse entlang der Lahn in Weilburg ein Lager aufgeschlagen haben.

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24 Stunden in … Gehlberg am Schneekopf im Thüringer Wald

Gehlberg, ein schmuckes Straßendorf

Gehlberg, ein schmuckes Straßendorf

Wo Röntgen seine Röhren fand

„Die Ruhe ist es, die Gehlberg so lebenswert macht,“ erzählt der ältere Herr im Kurpark der rund 550 Einwohner zählenden Gemeinde am zweithöchsten Gipfel des Thüringer Waldes, am Schneekopf. „Eigentlich darf ich es ja gar nicht erzählen, aber vor zwei Jahren waren wir auf Teneriffa in Urlaub. Da störten die Geräusche der Klimaanlagen der umliegenden Hotels so sehr, dass ich nicht schlafen konnte. Also stellte ich die Balkonliege ins Badezimmer und konnte endlich in Ruhe einschlafen.“ Ja, tatsächlich, in Gehlberg ist es nicht nur ruhig, die Uhren gehen auch ein wenig anders. Es ist richtig still hier, mitten im Ort, im Schatten der uralten Dorflinde. Nur gelegentlich hört der Gast das Motorengeräusch eines Autos oder Motorrades auf dem Weg zum Schneekopfgipfel. Wegen der Ruhe kommen viele Gäste wieder und wieder nach Gehlberg. So wie der Spender aus Bielefeld, der anlässlich seines 40. Besuches eine rustikale Bank an seinem Lieblingsaussichtspunkt aufstellen ließ.

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