Weihbischof Manfred Grothe, der Apostolische Administrator für das Bistum Limburg, lädt die Gläubigen in der Diözese dazu ein, die Zeit, in der der Bischofsstuhl nicht besetzt ist, mit ihm zu nutzen, einem neuen Bischof den Weg zu ebnen, dass er zu seiner Zeit seinen Dienst in der Diözese unbeschwert aufnehmen kann. „Es wäre eine schöne Frucht unserer gemeinsamen Arbeit, wenn das Bistum zu der alten Geschlossenheit zurückfindet und mit der Phase des Neubeginns auch erkennbar wird, was es für eine Diözese bedeuten kann, nach einer Krise, die sie zutiefst erschüttert hat, zu neuen Ufern aufzubrechen“, schreibt Weihbischof Grothe in einem Brief an alle Gläubigen im Bistum. Das Schreiben soll an diesem Wochenende in allen Gottesdiensten verlesen werden.

 

Grothe blickt hoffnungsvoll auf seine Zeit als Apostolischer Administrator im Bistum Limburg. Die herzliche Aufnahme und der freundliche Empfang, die er in den ersten Tagen in Limburg erfahren habe, hätten ihn sehr berührt. Jetzt bitte er alle um Unterstützung und um ihr Vertrauen. „Ich kam hierher in das Bistum Limburg in dem Bewusstsein, auf Menschen zu stoßen, die geprüft wurden und in den letzten Monaten sehr gelitten haben. Und ich kam hierher in der Hoffnung, Menschen zu treffen, welche die Bereitschaft zeigen, das alles mit der jetzigen Entscheidung des Heiligen Vaters hinter sich zu lassen und neu aufzubrechen“, so Weihbischof Manfred Grothe. Diese Hoffnung sei nicht enttäuscht worden.

 

In seinem Brief dankt Grothe auch dem emeritierten Bischof von Limburg, Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst. „Er hat mit seinem Bischofsamt eine große Hoffnung verbunden und ist seinen Weg in Fleiß und mit großem Einsatz gegangen. Und er hat dieses Amt zurückgelegt in die Hände von Papst Franziskus“, schreibt Grothe. Dies sei ihm sicherlich nicht leicht gefallen. Dass sich Tebartz-van Elst auch für die begangenen Fehler entschuldigt und sein Bedauern ausgedrückt habe, dass durch sein Handeln viel Vertrauen verloren gegangen sei, sei eine Geste, die nicht einfach übergangen werden sollte. „In Gedanken bin ich auch bei dem ehemaligen Generalvikar Prälat Dr. Franz Kaspar. Seine Mitverantwortung an den Geschehnissen der Vergangenheit hat er angenommen. Dafür, aber auch für seinen großen Einsatz in der Diözese und an verschiedenen anderen Stellen in den letzten Jahrzehnten möchte ich ihm Dank sagen. Wo ihm Unrecht widerfahren ist, spreche ich ihm meine Solidarität aus“, so Grothe.

 

In den vergangenen Monaten habe sich im Bistum, bei aller Unsicherheit und trotz der offenen Situation, sehr viel Positives entwickelt. Dabei denke der Administrator nicht zuerst an Zahlen und rechtliche Fragen. „Uns ist es aufgetragen, in der Wahrheit zu stehen und durch Versöhnung und durch die Haltung der Barmherzigkeit zu reifen“, so Grothe. Den Anfang hierzu habe das Bistum in überzeugender Weise gemacht.

 

Die Fastenzeit sieht Grothe als eine Zeit der Neuausrichtung, die zu einem neuen Denken führen kann. Der Weg in der Nachfolge Christi sei kein leichter Weg. „Aber im Glauben gestärkt können wir ihn gehen, befreit von Angst und Hoffnungslosigkeit. Limburg ist ein Bistum von gesundem Selbstvertrauen und mit einer eigenen Geschichte“, so Grothe. Die Diözese sei in den vergangenen Monaten weltweit bekannt geworden. Jetzt gelte es deutlich zu machen, dass der Neuanfang in der Diözese gelungen ist, weil sie eine Krise angenommen habe und darin gereift sei. Und es gelte, dem Auftrag als Kirche von Limburg gerecht zu werden, für die Menschen da zu sein, Ihnen zu helfen, ihr Leben im Geheimnis Gottes zu verankern und seinen Plan mit ihnen in der Geschichte ihres Lebens zu finden.