Markierung Lahnwanderweg

Markierung Lahnwanderweg

2. Etappe: Bad Laasphe-Feudingen nach Bad Laasphe

Länge: 18 km

Dauer: 4,5 Stunden

Anforderungen: moderat

Höhendifferenz: 424 Meter (Höhe von 176 Meter bis 570 Meter),Gesamtanstieg 665 Meter, Gesamtabstieg 493 Meter

Sehen und Erleben: Weidelbacher Weiher, Ilsetal, Schloss Wittgenstein, Altstadt Bad Laasphe, Pilzkundliches Museum, Internationales Radiomuseum, Anna-Kirche Bad Laasphe

Keine Versorgungs- oder Einkehrmöglichkeit auf der Etappe, Rucksackverpflegung und genügend Flüssigkeit mitnehmen.

Gedanken für den Tag:

„Hilf, heilige Anna, ich will Mönch werden“

Der junge Martin Luther während eines Gewittersturms bei Stotternheim am 2. Juli 1555. Aus dem Jurastudenten wurde ein bescheidener, nach Gottes Gnade suchender Mönch.

Legende:

Anna, die Großmutter Jesus Christus, war mit dem reichen Joachim verheiratet. Sie teilten ihren Besitz in drei Teile: Einen Teil erhielt der Tempel, einen Teil gaben sie als Almosen an die Bedürftigen und einen Teil behielten sie für ihren Lebensunterhalt. Sie waren sehr glücklich, doch auch nach 20jähriger Ehe konnte Anna keine Kinder bekommen. Oft weinte Anna, weil ihr keine Kinder vergönnt waren. Und wenn Joachim seine Frau so traurig sah, flehte auch er zum Himmel. Anna betete auch im Tempel darum, schwanger zu werden, und versprach Gott, ein Kind, gleich ob männlich oder weiblich, in seinen Dienst zu geben.

Anna war schon viel zu alt, um noch auf ein Kind hoffen zu können. Doch da erschien ihr im Garten ein Engel und kündigte Anna ein Kind an, über das die ganze Welt sprechen wird. Nach der Geburt erschien der Engel noch einmal. Maria, sollten Anna und Joachim ihr Kind nennen und der Engel kündigte an, dass dies die Mutter des Messias werden wird.

 

Besonders im Mittelalter wurde die Heilige Anna hoch verehrt. Viele Kirchenpatronizien belegen das noch heute. Die heilige Anna ist Patronin von Florenz, Innsbruck, Neapel und der Bretagne; der Mütter und der Ehe, der Hausfrauen, Hausangestellten, Ammen, Witwen, Armen, Arbeiterinnen, Bergleute, Weber, Schneider, Strumpfwirker, Spitzenklöppler, Knechte, Müller, Krämer, Schiffer, Seiler, Tischler, Drechsler, Goldschmiede; der Bergwerke; für eine glückliche Heirat, für Kindersegen und glückliche Geburt, für Reichtum und Wiederauffinden verlorener Sachen und Regen; gegen Gicht, Fieber, Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen, Gewitter.

So manche Bauernregeln ranken sich um den Annatag am 26. Juli. Eine davon lautet: „Ist St. Anna erst vorbei / kommt der Morgen kühl herbei.“

Anreise:

Nach Feudingen kommen Sie mit dem PKW auf der B 62 von Marburg über Bad Laasphe. Hier können Sie am Bahnhof den Wagen stehen lassen und den Zug bis nach Feudingen nehmen. Das dauert 20 Minuten und kostet 3,80 Euro (Stand: August 2013).

Lahnwanderweg:

Zubringerschild zum Lahnwanderweg

Zubringerschild zum Lahnwanderweg

Gleich am Bahnhof trennen sich die Wege der Wanderer auf dem Lahnwanderweg und die der Radfahrer auf dem Lahntalradweg. Die Radfahrer fahren nach rechts Richtung Feudingerhütte, die Wanderer wenden sich nach links in Richtung Ortsmitte. Nach wenigen Metern sehen Sie auch schon das gelbe Lahnwanderweg-Zubringerzeichen. Dem folgen Sie bis zum Ortsausgang. Der Lahnwanderweg beginnt ab hier die heutige Tagesetappe mit einer kräftigen Steigung. Lassen Sie sich Zeit, haushalten Sie mit Ihren Kräften. Es folgen noch zwei weitere Steigungen auf dieser Etappe.

Die Bettelmannsbuche gibt es schon lange nicht mehr

Die Bettelmannsbuche gibt es schon lange nicht mehr

Der Wegweiser führt in Richtung Bettelmannsbuche, sie stand auf der Höhe oberhalb Feudingens und fiel 1976 einem Sturm zum Opfer. Heute erinnert nur noch eine Tafel an die 250 Jahre alte Buche. Der Lahnwanderweg biegt einige hundert Meter vor dem Rastplatz nach links in Richtung Weidelbacher Weiher ab. An diesem romantischen Ort lässt sich gut rasten. Doch wenn Sie noch Kraft haben, dann gehen Sie entlang des Baches, überqueren die Straße und Brücke und rasten auf der Bank im Ilsetal.

Am Weiher

Am Weiher

Landschaftlich ein wirklicher Schatz. Zwar fährt gelegentlich ein Auto auf der Straße, aber Sie können ungestört dem Wind, dem Wasser des Baches oder den Vögeln zuhören.

Im Ilsetal geht es weiter, bis die nächste Steigung hoch zum Großgemeindestein wieder auf die Höhen des Rothaargebirges führt. Der Großgemeindestein wurde 1975 errichtet. Er steht im

Großgemeindestein Bad Laasphe

Großgemeindestein Bad Laasphe

geographischen Mittelpunkt der durch die Gebietsreform geschaffenen Großgemeinde Bad Laasphe mit insgesamt 24 Stadtteilen. Zwei Schutzhütten bieten einen bequemen Rastplatz.

Wieder unten im Tal führt der Weg an der Wahlbachmühle vorbei. Dann folgt ein unangenehmes Stück Straße durch Saßmannshausen. Ungeschützt vor der Sonne oder vor Regen geht es in den kleinen Ort hinein. Vorsicht beim Überqueren der viel LWW2-24-1befahrenen Bundesstraße. Im Ort geht es nach links und wieder den Berg hinauf. Es ist die letzte Steigung des Tages und sie endet am großen Friedwald der Stadt Bad Laasphe. Von hier aus lässt Sie der Lahnwanderweg an einem Bergrücken mit dichtgewachsenen Ginsterbüschen entlang bis zum Schloss Wittgenstein schlendern.

Schloss Wittgenstein

LWW2-29-1Können Sie sich noch an den Bestseller „Dschungelkind“ von Sabine Kuegler erinnern? Und an den gleichnamigen Film über das Leben der Familie Kuegler bei dem gerade neu entdeckten Eingeborenenstamm der Fayu in West-Papua? Dann haben Sie sicher auch Schloss Wittgenstein erkannt, in dem 2010 ein Teil des Films gedreht wurde. Schloss Wittgenstein ist Realschule und Gymnasium, im eigentlichen Schloss sind Teile des Internats untergebracht. Seit 1950 die Fürsten von Sayn-Wittgenstein-Hohenstein nach Bad Berleburg ins Schloss Schwarzenau umzogen, wird Wittgenstein nach und nach umgebaut und für die schulischen Zwecke genutzt.

1187 wird eine Burg Widenkindigstein urkundlich erwähnt. Die Battenberger wollen mit der Burg ihren Einfluss im Siegener Land sichern. 1238 teilten sich die Battenberger und die Wittgensteiner, Burg Wittgenstein und der Ort Laasphe gehörten dann bis zum Aussterben der Linie im Jahr 1359 den Grafen von Wittgenstein. Bis 1950 dienten Burg und Schloss den Sayn-Wttgensteinern als Wohnsitz.

Das Schloss hat drei Flügel, die aber nicht symetrisch, sondern unregelmäßig gebaut wurden. Dem Besucher wird schnell klar, dass es keinen einheitlichen Baustil gibt. Hauptsächlich gehört das Gebäude in die Renaissance und den Barock. Der Mittelbau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Hier wurden im westlichen Teil die Fundamente eines quadratischen Turms gefunden – sicher die Rest der ursprünglichen Burg aus dem 12. Jahrhundert. An den Mittelbau, der eigentlich der Nordflügel ist, schließen sich Küchenflügel (Westbau) und Kammerflügel (Ostflügel) an. Der Marstall mit den Reitställen und dem Schlosscafé stammt aus dem 1736.

Lahnwanderweg

Wenn Sie auf das Schloss blicken, führt der Lahnwanderweg links nach unten in die Stadt Bad Laasphe. Sie gehen auf einem schönen Waldweg, vorbei am ehemaligen Schlossfriedhof. Es handelt sich nicht um einen öffentlichen Friedhof und ist daher verschlossen.

Im Jahr 1806 wollte die damalige Fürstin nicht mehr in der Gruft an der evangelischen Kirche beigesetzt werden. Ihre Vorfahren fanden die letzte Ruhestätten im Ort, sie aber bestand auf einem eigenen Friedhof nahe dem Schloss. Dort, wo sie gelebt hatte. Auch einige Schlossbedienstete wurden auf dem Schlossfriedhof bestattet. 1948 wurde die Gruft an der evangelischen Kirche geräumt, die Särge der Grafen wurden auch auf dem Schlossfriedhof beigesetzt.

2010 verstarb Botho Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, der ehemalige Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und Vorsitzende der Ständigen Kommission der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Der Mediziner, ehemalige Bürgermeister von Bad Laasphe und  Bundestagsabgeordnete wurde auf dem Schlossfriedhof bestattet-

Bitte respektieren Sie die Totenruhe. Wenn Sie den Friedhof mit berechtigtem Interesse besuchen möchten, können Sie sich gerne  mit der Rentkammer Wittgenstein, Schloß Wittgenstein 4 in Verbindung setzen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 7 Uhr bis 12:30 Uhr und von13:30 Uhr bis -16 Uhr und freitags von 7 Uhr bis 12:30 Uhr.

Bad Laasphe

Bad Laasphe liegt an der Lahn im Kreis Siegen-Wittgenstein im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Einwohnerzahl beträgt 14.039 (31.12.2012).

Evangelische Kirchengemeinde: Gemeindebüro, Kirchplatz 20, 57334 Bad Laasphe, Fon: 02752/9373, Mail: WI-KG-BadLaasphe(add)kk-ekvw.de, Öffnungszeiten:
montags, dienstags, mittwochs 10 bis 12 Uhr, donnerstags 16 bis 18 Uhr

Katholische Kirchengemeinde Bad Berleburg: Gemeindebüro, Am Herrengarten 2, 57319 Bad Berleburg, Telefon 02751-7148, Mail pfarrbuero@pv-wittgenstein.de, Öffnungszeiten: Dienstag 8:30 – 11:30 Uhr und 13:00 – 15:00 Uhr, Mittwoch 8:30 – 11:30 Uhr und 13:00 – 15:00 Uhr, Donnerstag 8:30 – 11:30 Uhr und 13:00 – 15:00 Uhr

Tourist-Information: Haus des Gastes, Wilhelmsplatz 3, 57334 Bad Laasphe, Telefon 02752 / 89 8, E-Mail: info[add]tourismus-badlaasphe.de

Lachse haben Bad Laasphe den Namen gegeben

Lachse haben Bad Laasphe den Namen gegeben

Schon 780 findet sich ein Ort mit dem Namen „Lassafa“ in den alten Urkunden. In der Urkunde wird eine Villa Lassafa erwähnt. Das Landgut einer karolingischen Adligen also. Der Name Bad Laasphe soll sich von Lachswasser oder Lachsgewässer ableiten. Vor 1277 hat der Ort die Stadtrechte bekommen und durfte eine mächtige Stadtmauer mit sechs Türmen und zwei Toren bauen. Viel ist davon nicht mehr zu sehen, die Mauern wurden im 19. Jahrhundert abgetragen. Da platzte Laasphe aus allen Nähten und die Menschen brauchten Wohnraum. Vielleicht sind noch einige Fundamente der Häuser in der Wallstraße und in der Mauergasse Reste der Befestigung. Große, dicke Tonnengewölbe deuten darauf hin, dass sich Laasphe in alter Zeit wohl zu wehren wusste.

LWW2-37-1Bad Laasphe begrüßt den Pilger gleich mit einigen wunderschönen historischen Gebäuden. Wenn Sie auf Ihrem Weg in die Fußgängerzone (Königstraße) einbiegen, gehen Sie gleich am wohl schönsten Fachwerkhaus im weiten Umkreis vorbei. Es war das erste Haus vor dem damaligen Stadttor. Wenn Sie dahinter nach rechts in die Wallstraße abbiegen, kommen Sie am Haus Nr. 63 vorbei. Hier bildet die alte Stadtmauer die Rückseite des Gebäudes.

Die Touristeninformation gibt einen schönen Flyer mit einem kleinen Rundgang heraus. Der umfasst alles wissenswerte.

St. Anna Kirche in Bad Laasphe

St. Anna Kirche in Bad Laasphe

1230 wurde die evangelischen Kirche erstmals in einer Urkunde genannt. Der Turm und das kleine Seitenschiff stammen aus der Bauzeit im Übergang von der Romanik zur Gotik. Im Gewölbe des Fachwerkhauses daneben fanden die Wittgensteiner Grafen ihre letzte Ruhe. Auf dem Luftbild ist auch heute noch deutlich zu erkennen, dass die Kirche der Mittelpunkt des mittelalterlichen Ortes war. Ringförmig gruppieren sich die Häuser um den Gottesbau. Der heutige Kirchplatz war jahrhundertelang ein Friedhof. Heute stehen schmucke Häuser rund um den Kirchenbau.

Am Ende der Königstraße geht es nach links zum Bahnhof von Bad Laasphe. Dieser Weg führt am Internationalen Radiomuseum Bad Laasphe vorbei. Es handelt sich um eine wohl einzigartige Sammlung von Röhrengeräten. Von den insgesamt 2700 Exponaten werden ständig 750 ausgestellt. Sie sollten also ein wenig Zeit mitbringen, bevor Ihr Zug fährt. Geöffnet ist das Museum Dienstag, Samstag und Sonntag von 14.30 Uhr bis17 Uhr oder nach Vereinbarung (Tel. 02752/9798).

Mehr oder weniger geradeaus führt der Lahnwanderweg auf die nächste, die dritte Etappe nach Biedenkopf. Überqueren Sie die Bahnhofstraße, Sie gelangen dann zum Haus des Gastes. Hier ist das Pilzkundliche Museum der Stadt untergebracht. Über 1000 Pilzarten sind als gefriergetrocknete Exponate ausgestellt. Sie stammen aus Deutschland, viele sind aber auch aus dem Ausland hierhergebracht worden. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Freitag von 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr, Samstag von 12 Uhr bis 16 Uhr, Tel. 02752/898.

Auf jeden Abend folgt ein Morgen, sagt ein türkisches Sprichwort. Ihnen einen schönen Tagesausklang, geruhsamen Schlaf und eine gute Nacht.

Beten mit den Füßen: Lahnwanderweg – 1. Etappe von Lahnhof nach Feudingen