Bas Kosters, 'Monster Dress', Freedom womenswear collection, 2009, photo Marc Deurloo

Bas Kosters, ‚Monster Dress‘, Freedom womenswear collection, 2009, photo Marc Deurloo

Das Centraal Museum im niederländischen Utrecht zeigt vom 19. Oktober 2013 bis zum 19. Januar 2014 eine Ausstellung unter dem Titel „ARRRGH! Monster in der Mode”. Präsentiert werden rund 70 Entwürfe bekannter Designer und junger Talente, darunter unter anderem Rick Owens, Issey Miyake, Bernhard Willhelm, Walter van Beirendonck, Viktor & Rolf, Bas Kosters, Bart Hess, Charlie Le Mindu, Maison Martin Margiela und Craig Green.


Monster, Avatare und Helden aus Comic-Büchern kommen immer häufiger in der aktuellen Mode vor. „Monströse“ Kreationen sind auf den Laufstegen zu sehen und erobern die High Fashion. Designer geben ihren Entwürfen atypische, zuweilen auch extreme Formen. Sie bedecken oder maskieren das Gesicht und machen aus der menschlichen Figur hybride Wesen mit übernatürlichen Formen, leuchtenden Farben und abstrakten Elementen.

 

Craig-Green.-Commissioned-by-ATOPOS-cvc-and-Gaîté-lyrique-for-ARRRGH-Monstres-de-Mode-Paris-2013

Craig-Green.-Commissioned-by-ATOPOS-cvc-and-Gaîté-lyrique-for-ARRRGH-Monstres-de-Mode-Paris-2013

„ARRRGH! Monster in der Mode“ ist die erste internationale Mode-Ausstellung zum Thema Charakter-Design. Sie zeigt mehr als 70 Entwürfe von 40 etablierten und aufstrebenden Designern, darunter unter anderem Rick Owens, Issey Miyake, Bernhard Willhelm, Walter van Beirendonck, Viktor & Rolf, Bas Kosters, Bart Hess, Charlie Le Mindu, Maison Martin Margiela und Craig Green.

 

Athen – Paris – Utrecht

Fast alle ausgestellten Entwürfe waren jüngst auf den internationalen Laufstegen zu sehen. Die Ausstellung „ARRRGH!“ wurde im Jahr 2011 im Benaki Museum in Athen und im Frühjahr 2013 in La Gaîté Lyrique in Paris gezeigt. In Utrecht ist auch ein Motiv aus der eigenen Sammlung des Central Museums zu sehen: „L‘ Hiver de l‘ Amour 1994“ von Viktor & Rolf, die früheste Arbeit des Duos in der Sammlung des Central Museums. Bart Hess und Bas Kosters entwarfen eigens für die Ausstellung im Auftrag des Centraal Museums ein neues Design. Vom aufstrebenden britischen Designer Craig Grün wurden für die Ausstellung zwei Outfits aus seiner Herbst-/Winterkollektion 2013 angekauft.

 

ssey-Miyake-and-Dai-Fujiwara-Zoo-Monkey-‘A-POC’-2001-photo-Marcus-Tomlinson

ssey-Miyake-and-Dai-Fujiwara-Zoo-Monkey-‘A-POC’-2001-photo-Marcus-Tomlinson

Ein auffälliges Merkmal der Ausstellung ist, dass die Exponate nicht auf Sockeln oder auf einer Bühne stehen, sondern auf dem Boden. Der Besucher steht buchstäblich Auge in Auge mit den „Monstern“ und wird dadurch dazu eingeladen, die Entwürfe an sich selbst zu spiegeln und seine eigenen Vorstellungen von Schönheit zu hinterfragen. Akzeptieren wir etwas Andersartiges – oder  nehmen wir nur das an, das uns selbst ähnlich ist?

 

Untersuchung eines Phänomens

Die Ausstellung „ARRRGH! Monster in der Mode“ wurde auf Grundlage der Forschungen des griechischen Künstler-Kollektivs   „ATOPOS Contemporary Visual Culture“ konzipiert. Das 2003 gegründete ATOPOS hatte herausgefunden, dass ab den 1990er Jahren Monster und Comicfiguren auf den Laufstegen  verschiedener Modedesigner erschienen. Drei Jahre lang forschte das Künstler-Kollektiv zu diesem Phänomen. Das Ergebnis der Recherchen wird in dem Buch „Not A Toy – Fashioning Radical Characters” präsentiert, das 2011 veröffentlicht wurde (Pictoplasma Publishing, Berlin). Aus diesem Buch wiederum entstand die Idee für die Ausstellung.

 

 „ARRRGH! Monster in der Mode”, 19. Oktober 2013 bis zum 19. Januar 2014, Centraal Museum, Nicolaaskerkhof 10, 3512 XC Utrecht. Geöffnet dienstags bis sonntags 11 bis 17 Uhr.