Mark Rothko, Phalanx of the Mind, 1945. National Gallery Washington_Quelle Gemeentemuseum_klein

Mark Rothko, Phalanx of the Mind, 1945. National Gallery Washington_Quelle Gemeentemuseum_klein

Von blühendem Rosa und jubelndem Gelb, bis zu Knallblau und düsterem Schwarz: vor den überdimensionalen Leinwänden von Mark Rothko (1903-1970) fühlt der Betrachter, wie er in Rothkos Welt hineingezogen wird. Die Farbfelder aus flimmernden Farbschichten haben eine beispiellose Intensität und stellen universelle Gefühle wie Angst, Ekstase, Tragik und Euphorie dar. Zum ersten Mal seit 40 Jahren sind die Werke des amerikanischen Malers in den Niederlanden zu sehen: Vom 20. September 2014 bis zum 1. März 2015 zeigt das Gemeentemuseum in Den Haag Bilder des Künstlers.

Rothko war ein intensiv arbeitender Maler, der sich sehr verausgabte, und wie so oft bei großen Künstlern ein schwieriges Leben hatte, geprägt von der Desillusion, welche die Weltkriege ausgelöst hatten, und heimgesucht von Depressionen. Eine gequälte Seele, die großartige Kunst erschaffen konnte, und Menschen bis heute damit tröstet und erstaunt. Die Ausstellungen des amerikanischen Künstlers ziehen ein großes Publikum an, und bei Auktionen erzielen seine Werke Rekordsummen. Das Gemeentemuseum Den Haag ist stolz, eine neue Ausstellung des Künstlers ankündigen zu können, die ab September 2014 zu sehen ist, mehr als vierzig Jahre nach der letzten Rothko-Präsentation in den Niederlanden. Die Ausstellung ist nur in Den Haag zu sehen und ist keine Wanderausstellung.

 

Rothkos Malstil ab den fünfziger Jahren, auch Classic Style genannt, machte ihn weltberühmt. Die Interaktion mit dem Besucher war Rothko sehr wichtig. „Menschen stehen weinend vor meinen Gemälden, da sie dieselbe spirituelle Erfahrung haben wie ich, als ich sie malte.“ Rothko war nicht der erste abstrakte Künstler, für den der spirituelle Aspekt wichtig war, auch Künstler wie Mondrian und Kandinsky betrachteten ihr Werk als eine geistige Übung. Rothko war jedoch der Erste, der die Emotion, innerhalb der bis dahin recht distanzierten abstrakten Kunst in den Mittelpunkt stellte.

In der Ausstellung wird der Classic Style umfangreich präsentiert, aber auch dem frühen Werk, das weniger häufig ausgestellt wird, widmen die Kuratoren Aufmerksamkeit. Eine aktuelle Studie zu Rothkos Übergangsphase zeigt, dass er, mit einer Art fauvistischem Realismus als Ausgangspunkt, eine sehr eigene Form des Surrealismus entwickelte, um sich danach für die völlige Abstraktion zu entscheiden.

 

Das Gemeentemuseum Den Haag ist der geeignete Ort, die Entwicklung seines Werkes zu zeigen. Das Museum beherbergt die größte Mondrian-Sammlung der Welt, und dieser Künstler hat wie kein anderer einen sehr deutlichen Weg zur Abstraktion zurückgelegt. Obwohl es Rothko zunächst nicht schätzte, dass seine Werke von einem Kunstkritiker „blurry Mondrians“ genannt wurden, war Mondrian eine seiner Inspirationsquellen. Er nannte ihn sogar den „sinnlichsten Maler, den er kannte“, womit der auf den Farbgebrauch des niederländischen Künstlers anspielte. In der Ausstellung werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung der wichtigsten Künstler der ersten und zweiten Generation von Pionieren der abstrakten Kunst veranschaulicht. Natürlich werden auch die Unterschiede, hauptsächlich in Format und Komposition, zwischen der europäischen und amerikanischen abstrakten Kunst beleuchtet.

 

Mark Rothko, geboren als Marcus Rothkowitz, war jüdisch-russischer Herkunft und wuchs ab seinem zehnten Lebensjahr in den USA auf. Nichts in seiner Herkunft oder Familie deutete auf seine Zukunft als Künstler hin. Er entdeckte deshalb auch erst relativ spät und mehr oder weniger zufällig seine künstlerische Neigung. Er absolvierte mehrere Ausbildungen, sah sich selbst jedoch immer vor allem als einen Autodidakten. Seine letzten Lebensjahre waren von einer sich verschlechternden körperlichen und geistigen Gesundheit geprägt. Der Farbgebrauch des Künstlers wurde in seiner letzten Phase sehr düster und dunkel. 1970 setzte er seinem Leben ein Ende.

 

Zur Ausstellung erscheint ein reichlich illustrierter Katalog, unter anderem mit Beiträgen von Joost Zwagerman, Franz-W. Kaiser und Harry Cooper. Es ist auch ein interessantes Interview mit dem Kunsthistoriker Henk van Os zu lesen, der Mark Rothko in den letzten Monaten seines Lebens regelmäßig in dessen Atelier besuchte.

 

Die Ausstellung wird u.a. durch Turing Foundation ermöglicht.

 

Mark Rothko, 20. September bis 1. März 2015,  Gemeentemuseum Den Haag, Stadhouderslaan 41, 2517 EH Den Haag, Tel.: +31 (0)70-20 338 11 11, www.gemeentemuseum.nl

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 11 bis 17 Uhr.

 

Weitere Informationen: www.gemeentemuseum.nl