Riesenrummel im beschaulichen Weiltal am ersten Maiwochenende

Am ersten Maiwochenende treffen sich die Freunde des Mittelalterspektakels in Freienfels zu den Ritterspielen. Im Hintertaunus herrscht dann der Ausnahmezustand.

Wo sonst nur Spaziergänger und Fahrradfahrer das beschauliche Weiltal und die Natur genießen, klirren einmal jährlich die Waffen. Die europäischen Mittelalterfreunde treffen sich an der Burgruine Freienfels zum Ritterturnier. Was vor 17 Jahren mit einer Handvoll Aktiven innerhalb der alten Burgmauern startete, entwickelte sich inzwischen zu einem der größten, nichtkommerziellen Ritterspielen.

Was erwartet Sie?

In diesem Jahr finden die Ritterspiele auf Freienfels vom 1. bis zum 3. Mai statt. 2.500 Aktive, 20 berittene Ritter und 30 römische Legionäre bieten den Besuchern ein einzigartiges Schauspiel. Täglich sind mehrere Turniere zu beobachten, eindrucksvoll von den Aktiven in Szene gesetzt. Dabei handelt es sich um richtige Kämpfe, bei denen der Sieger vorher noch nicht feststeht. Aber auch das Treiben in der Zeltstadt ist einen Bummel wert. Met und Bier fließen in Strömen, gekocht wird mit gusseisernen Geräten am Lagerfeuer.

Das Hämmern der Schmiede, die Töne der Musikanten und der Geruch der vielen Köstlichkeiten vermischen sich zu einem wahrhaft mittelalterlichen Erlebnis für die ganze Familie. 150 Verkaufsstände sind in diesem Jahr dabei. Amulette, Runensteine, Pilgerbedarf und mittelalterliche Kostüme und Gerätschaften werden angeboten. An jeder Ecke des rund 100.000 m² großen Geländes werden mittelalterliche Speisen und Getränke angeboten. Handwerker zeigen an vielen Ständen ihre Kunst.

Am Samstagabend nach dem prächtigen Renaissanceturnier der Löwenritter um 21 Uhr gibt es das Feuerwerk mit der Burg in Flammen.

Das Organisations-Team besteht aus 20 Personen.

Gerade einmal 20 Mitglieder hat das Organisationskomitee des Fördervereines Burg Freienfels e.V. In deren Hände liegt die gesamte Planung und Logistik. Hier braucht eine Gruppe Strom, hier möchten zwei oder drei Gruppen nebeneinander kampieren, und dort hat sich der Kleinbus einer Gruppe festgefahren. Im Vorfeld und besonders während der Ritterspiele bekommt niemand so richtig ein Auge zu.

Die Einnahmen aus dem Ritterspektakulum setzt der Förderverein gleich wieder zum Erhalt der Burgruine aus dem 14. Jahrhundert ein. Nur so ist die eindrucksvolle Ruine auf einem Felssporn an der Weil zu erhalten.

Absage ging an 70 Gruppen.

 Einfach aus Platz- und Logistikgründen musste der Förderverein in diesem Jahr 70 Gruppen mit insgesamt wohl 2.500 Protagonisten eine Abfuhr erteilen. Für nächstes Jahr sucht man nach einer Lösung. Was heute noch unvorstellbar erscheint, nämlich 5.000 aktive Teilnehmer, könnte dann im nächsten Jahr Wirklichkeit werden. Man darf gespannt sein.

Burg Freienfels war ein Bollwerk gegen die Grafen von Nassau.

Über den ursprünglichen Zweck der Burg und seine Bewohner gibt es keine Überlieferungen. Vielleicht wurde sie um 1300 von den Grafen Diez-Weilnau errichtet. Die Grafen von Nassau-Weilburg wollten ihr Gebiet in das Weiltal ausdehnen. Dem musste Einhalt geboten werden. Aber schon 1331 wurde sie an den Grafen Gerlach von Nassau verkauft und hatte ihre Schuldigkeit getan. Nach mehrfachen Besitzerwechseln begann im 18. Jahrhundert der Verfall. Das, was keine kriegerische Auseinandersetzung schaffen konnte, erledigte der Zahn der Zeit. Erst 1996 gelang es dem Förderverein, die Burgruine zu erwerben. Gleich begann der Verein mit der Sicherung des Bestandes, trotz ständiger Geldnot. Eine Einnahmequelle sind die alljährlichen Freienfelser Ritterspiele.

Informationen

Rund um Freienfels stehen nur rund 1.800 Parkplätze zur Verfügung, die schnell belegt sind. Deshalb sollten Sie den Shuttlebus von Weilburg nach Freienfels nehmen, der im Pendelverkehr von 11 bis 24 Uhr fährt. Weilburg erreichen Sie von Frankfurt kommend auf der B456, von Limburg oder Wetzlar kommend auf der B49. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 10 Euro, für Kinder und für Besucher in mittelalterlichen Gewändern 5 Euro. Bis zur Größe einer Schwertlänge ist der Besuch kostenfrei.

Alle Fotos © Karl-Josef Schäfer, 2009