Sie konnte fechten, trommeln und sich höchst elegant verneigen. Sogar Rembrandt verewigte ihren Anmut in seinen Radierungen. Die Rede ist von der Elefantendame Hansken, die von 1634 bis zu ihrem Tod 1655 mit einem Zirkus durch Europa zog. Dabei kam sie auch in der pommerschen Kleinstadt Treptow an der Rega vorbei.

Das heutige Trzebiatów ist besonders stolz auf ein drei Meter großes Sgraffito. Das unmittelbar nach dem Auftritt entstandene Kunstwerk ziert bis heute eine Hauswand am Markt und zeigt die Elefantenkuh mit ihrem Dompteur. Hansken zu Ehren soll in Trzebiatów noch in diesem Jahr ein Elefantenwanderweg entstehen.

Die rund zwei Kilometer lange Route führt zu insgesamt neun Stationen und erschließt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie die historische Brücke über die Rega, den Grützturm oder die gotische Heiliggeistkapelle. Die Route endet an dem Sgrafitto, das 1914 bei Bauarbeiten an dem Haus wiederentdeckt wurde und seitdem eine Attraktion der Kleinstadt ist. An den Stationen wurden bereits zweisprachige Tafeln in polnischer und deutscher Sprache angebracht, die über die Geschichte des jeweiligen Ortes informieren. Der ganze Weg ist als kurzweiliges Stadtspiel geplant. Daher werden zu den Infotafeln noch zusätzliche Rätseltafeln kommen. Flankiert werden sie von Elefantenskulpturen, die passend zum Thema der Sehenswürdigkeiten kostümiert sein werden.

Trzebiatów liegt rund zehn Kilometer von der Ostsee entfernt. Besonders sehenswert ist die historische Altstadt mit dem auf dem Marktplatz gelegenen barocken Rathaus sowie der spätgotischen Marienkirche. Deren 90 Meter hoher Turm war 1864 durch den bekannten preußischen Baumeister Friedrich August Stüler umgebaut worden. Das Gebäude diente ebenso wie der Grützturm als Motiv für Lyonel Feininger, der seit 1924 seinen Sommerurlaub häufig in der Nähe von Treptow an der Ostsee verbrachte.

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