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3512 AA Utrecht
Wer die hässlichen Autobahn-Schlingen erst überwunden hat, entdeckt diese wunderschöne, von den Römern gegründete Stadt. Von Burgen wie Huis Doorn (16 km südöstlich), wo Deutschlands Kaiser Wilhelm II. die Jahre 1921-1941 als Exilant verbrachte, verteidigten die Bischöfe ihre Macht gegen die Grafen von Holland und die Herzöge von Geldern. 1579 war es mit ihrer Herrlichkeit jedoch vorbei, als sich die sieben protestantischen Nordprovinzen zur Utrechter Union zusammenschlossen. Eine starke Brise 20. Jh. verrät das rot-gelb-blaue Rietveld Schroeder-Haus an der Prins Hendriklaan, das aussieht wie von Mondrian gemalt. Es ist quasi das »i-Tüpfelchen« einer gelungenen Melange aus Altstadt-Beschaulichkeit und modernem Zeitgeist mit einem munteren Studententreiben im Univiertel De Uithof. Postmodern ist auch das riesige, luxuriöse Einkaufszentrum Hoog Catharijne am Bahnhof. Nichts jedoch in Utrecht kann es mit der malerischen Oude Gracht und ihren vielen alten Brücken aufnehmen. Eine Rundfahrt vorbei an den Giebelhäusern »Oudaen« (von 1320) und »Drakenborch« (von 1280), den unter Straßenniveau liegenden Ausflugsterrassen sowie den zahlreichen, oft in Kellergewölben eingerichteten Restaurants ist geradezu ein Muss (Boote starten im Sommer bei der Hausnummer 85).

Deutschland

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54290 Trier
Ist auch historisch nicht bewiesen, dass Trier Deutschlands älteste Stadt ist, so ist sie doch unbestritten die bedeutendste antike Stadt auf deutschem Boden. Gegründet als Augusta Treverorum durch Kaiser Augustus im Jahr 15 v. Chr. war die Stadt im Tal der Mosel von 286 bis 395 Residenz der weströmischen Kaiser. Sie bauten Trier zur »urbs opulentissima«, zur allerprächtigsten Stadt aus. Die mit vermutlich 80 000 Einwohnern auch größte Stadt nördlich der Alpen verfügte über Bäder, Theater, ein Hippodrom und beheizbare Häuser. Im Jahr 395 jedoch wurde die Residenz aufgrund immer häufiger werdender Germanenüberfälle nach Mailand verlegt; um 475 wurde die Stadt fränkisch. Dennoch blieb Trier Bischofssitz, der älteste Deutschlands. Über Jahrhunderte hinweg bestimmte nun die Kirche die Geschicke der Stadt, die zum »heiligen Trier« wurde, aber nie mehr ihre ehemalige Bedeutung erlangte. Trotz aller Zerstörung ist viel vom Bauerbe der Römer übrig geblieben. Diese Baudenkmäler und ein Besuch im Rheinischen Landesmuseum veranschaulichen das Leben in Trier vor 2000 Jahren. Charme und Flair sind der Stadt aber nicht nur aus römischer Vergangenheit beschert: Der Hauptmarkt mit Bauten vor allem aus Renaissance und Barock, mit dem mittelalterlichen Marktkreuz und dem Petrusbrunnen von 1595, zählt zu den schönsten Plätzen Deutschlands.

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79206 Breisach
Die direkt am Rhein errichtete Stadt blickt auf eine mehr als 2000-jährige Geschichte zurück. Vom Münsterplatz hoch über dem Rhein reicht der Blick von der französischen Festungsstadt Neuf-Brisach bis zu den Vogesen, und über die mittelalterlich anmutende Dachlandschaft der Stadt bis zu den bläulich schimmernden Schwarzwaldhöhen. Als wichtiger Rheinübergang wurde sie immer wieder umkämpft, befestigt, zerstört und wiederaufgebaut. Wunderschön ist der Aufstieg über ihre gepflasterten Gassen mit Blick auf zauberhafte kleine Haus- und Weingärten. Ein fröhliches Vergnügen bieten Schiffsausflüge auf dem Rhein bis Basel oder Straßburg.

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79189 Bad Krozingen
Ganz auf Kur und Wellness eingestellt ist dieser Ort, seit 1911 bei Bohrungen statt Erdöl bis zu 40 °C warmes, herz- und kreislaufförderliches Wasser aus der Erde sprudelte. Brennpunkt ist der hübsch gestaltete Kurpark mit dem Mineral-Thermalbad »Vita Classica«. Das Renaissance-Schloss birgt eine große Sammlung historischer Instrumente, die im Rahmen der Ortsbesichtigung zu sehen und bei den Schlosskonzerten zu hören sind. Das Litschgi-Museum zeigt eine interessante archäologische Sammlung und in der Glöcklehof-Kapelle in Oberkrozingen sind 1100 Jahre alte Fresken zu bewundern.

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79219 Staufen
So stellen sich Romantiker ein Weinbaustädtchen vor: Auf einem rebenüberzogenen Berg thront eine Burgruine, zu ihren Füßen liegt der Ort, und schmucke Fachwerk- und Steinhäuser reihen sich an gepflasterten Straßen, in deren Mitte munter ein "Bächle" fließt. Genau so ist Staufen. Am Marktplatz erhebt sich das stattliche Rathaus, davor plätschert der obligatorische Brunnen. Gleich daneben soll 1539 im Gasthaus zum Löwen Mephisto den Doktor Faustus in die Hölle geholt haben. Zurück in den Himmel: In der Pfarrkirche St. Martin fügt sich ein moderner Altar gut in das spätgotische Innere. In Staufen wird nicht nur ein ausgezeichneter Wein gekeltert, hier residiert auch die wohl berühmteste Brennerei Badens – Schladerer.

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79379 Müllheim
Manch idyllischen Winkel zeigt dies Städtchen im weiten Klemmbachtal. Es ist Verwaltungsmittelpunkt und größte Weinbaugemeinde des Markgräfler Landes, neben drei Genossenschaften laden auch viele private Weingüter täglich zur Verkostung. Seit 1872 wird am letzten Freitag im April der Müllheimer Weinmarkt abgehalten, der älteste in Baden.

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79410 Badenweiler
Ein traditionsreicher Kurort, der Kondition erfordert: Hineinkomponiert in die hangreiche Landschaft gibt es in Badenweiler kaum einen ebenen Weg. Den römischen Legionären hat das nicht viel ausgemacht, als sie hier vor 2000 Jahren die heilbringenden Quellen entdeckten. Sie hinterließen eine der größten Thermenanlagen nördlich der Alpen. Mit einem faszinierenden Glasdach überspannt ist sie die zentrale Sehenswürdigkeit. Der Kurpark, überragt von der mächtigen Burgruine, ist eine der schönsten deutschen Parkanlagen. Eher krass ist der Gegensatz zwischen dem Betonbau des Kurhauses und der alten Burgruine, in der sogar Feigenbäume gedeihen.

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79400 Kandern
Das hübsche Städtchen gilt als Zentrum des sonnenverwöhnten Markgräfler Landes. Der fast quadratische Marktplatz gibt sich weitgehend klassizistisch, die evangelische Kirche, ein Bau des genialen Karlsruher Stadtarchitekten Friedrich Weinbrenner, wurde 1825 vollendet. Schon seit der Römerzeit wird in Kandern, in dessen Umgebung es gute Tonerden gibt, künstlerisch hochwertige Keramik gestaltet.

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79539 Lörrach
Zusammen mit Weil, Basel und St. Louis ist die Industriestadt in der äußersten Südwestecke Deutschlands mehr und mehr Teil einer fast geschlossenen internationalen Stadtlandschaft geworden, deren innere Grenzen kaum mehr wahrgenommen werden. Vor einigen Jahren hat die geschäftige Stadt ihr Zentrum neu gestaltet. Meist ansprechende Architektur ist entstanden, aus Stahl und Glas. Lörrach ist ein Einkaufsmagnet mit genügend Platz für Fußgänger, für Straßen-Cafés und Restaurants. An die über 900-jährige Stadtgeschichte erinnert fast nur noch die klassizistische Stadtkirche und vor allem die 4 km entfernte, 1678 zerstörte riesige Burgruine Rötteln. Sie bietet einen prächtigen Rundblick. Im Sommer ist sie Arena für Burgfestspiele aller Art.

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79664 Wehr
Das Städtchen im weiten Tal der Wehra lebt gut von der Industrie an seinem Rand, von einem ansprechenden Ortsbild, einer schönen Umgebung und vom Ruhm, Geburtsort der Ausnahme-Geigerin Anne-Sophie Mutter zu sein. Weniger ruhmvoll ging die Geschichte mit einem der Anführer der Revolution von 1848/1849 um: Der radikale Urdemokrat Gustav von Struve wurde in Wehr gefasst, seine Freischaren geschlagen. Unscheinbar wirkt im Zentrum der schlichte Renaissance-Bau des Alten Schlosses gegenüber dem prächtig barocken Neuen Schloss, das heute als Rathaus dient. Die spätbarocke Pfarrkirche St. Martin zeigt im Inneren höfisch-eleganten Schmuck. Zwei mittelalterliche Burgruinen, Werrach und Bärenfels, gewähren schöne Blicke über die Stadt.

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79713 Bad Säckingen
Rund um das im wesentlichen barocke Fridolinsmünster und das als Rathaus dienende Palais Landenberg sind die Gassen den Fußgängern vorbehalten. Über die mit 200 m längste überdachte Holzbrücke Europas gelangt man ins schweizerische Stein im Aargau. Von hier aus hat man den schönsten Blick zurück auf die Kurstadt. Ein hübsches Café schimmert durch die Parkbäume in der Nähe des Hochrheinmuseums, und unterhalb der Reste der Stadtbefestigung an der Rheinpromenade starten Ausflugsboote.

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79725 Laufenburg
Eine einzige winkelige Straße führt von der B 34 durch die malerische Altstadt hinunter zum Rhein, enge Gässchen verzweigen sich nach beiden Seiten. Über eine Steinbrücke gelangt man hinüber in den heute schweizerischen Teil der Stadt. Napoleon hat 1801 den bis dahin österreichischen Ort beiderseits des Flusses in einen badischen und einen aargauischen getrennt. In der Schweiz liegt das historische Zentrum, hier ragt auf einem Felssporn die Ruine der habsburgischen Burg empor. Sehenswert sind das Rathaus und die Pfarrkirche, beide aus der Zeit der Spätgotik. Achtung: Die beschauliche Ruhe täuscht, zur alemannischen Fastnacht tobt in Laufenburg der Bär.

Frankreich

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67210 Obernai
Das Städtchen am Fuße des Odilienbergs besitzt noch fast komplett erhaltene Stadtmauern und Türme, eine Tatsache, die die Besucher von heute im Gegensatz zu früheren Zeiten sehr anziehend finden. Dazu gesellt sich die spitzgiebelige Fachwerkromantik rund um die zentrale Place du Marché, wo sich auch die Etablissements der lokalen Gastronomie und die Hauptsehenswürdigkeiten finden: der fast 60 m hohe Tour de la Chapelle (Kapellturm) aus dem 13. Jh., der verwunschene Fachwerkhof Cour Fastinger oder der Sechseimerbrunnen (Puits aux six seaux) aus der Renaissance. Getreide wurde einst in der Halle aux Blés gelagert, heute kredenzt die rustikale Bierstub es in gemälzter Form im Humpen.

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67650 Dambach-la-Ville
Etwa 60 Winzer und viele, aber nicht allzu viele Besucher fühlen sich in diesem Ministädtchen mit den engen, kopfsteingepflasterten Gassen und den vielen Fachwerkhäusern wohl. Vom Renaissance-Rathaus führt ein Weinlehrpfad in einer Viertelstunde zur gotischen Chapelle St-Sébastien in den Weinbergen. Ihr romanischer Turm wird bewohnt, im Beinhaus unter der Apsis liegen in schauriger Unordnung Schädelhaufen, der Legende zufolge die sterblichen Überreste von aufständischen Bauern, die in einer Schlacht im nahen Scherwiller 1525 hingemetzelt wurden. Von hier steigt der steile Wanderweg mit dem blauen Punkt in einer Dreiviertelstunde zur Burgruine Bernstein (12./13. Jh.) mit ihrem besteigbaren Donjon (Bergfried) hoch.

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67600 Sélestat
Die Metropole des Ried und des Gemüseanbaus in der Tiefebene ist keine Station der Weinstraße, wird aber meist als Abstecher besucht. Dienstagmorgens verwandelt einer der ältesten und bedeutendsten Wochenmärkte des Elsass das behutsam restaurierte Altstadtviertel in einen betriebsamen Gemüsemarkt. Fußgängerfreundlich konzentriert sich alles Sehenswerte im Umkreis von etwa 200 m um die romanische Kirche Ste-Foy. Dazu zählen das efeubewachsene Renaissancepalais der Résidence d’Ebersmunster und insbesondere die Bibliothèque Humaniste. Wer radfahren oder wandern möchte, erhält im Maison du Tourisme im Renaissance-Ritterhof der Commanderie St-Jean Infos für Touren durch die Naturlandschaft des Ried.

Schweiz

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8023 Zürich
Ohne Zweifel: Zürich ist die Metropole des Landes – keine Schweizer Stadt ist größer und wirtschaftlich bedeutender. Die rund 360 000 Einwohner leben in einer ausgedehnten Agglomeration, denn die Stadt ist längst mit ihren Vororten zusammengewachsen. So gesehen ist Zürich nahezu eine Millionenstadt, jedenfalls dann, wenn man auch Rapperswil, Winterthur und Baden zum Großraum Zürich zählt. »Helvetias heimliche Hauptstadt« verfügt über alles, was einer Großstadt, ja Weltstadt zusteht – außer der Bundesgremien, die das Land vom viel kleineren Bern aus regieren. In Zürich konzentrieren sich indessen Kultur sowie Handel und Banken. Und Zürich ist reich, gutbürgerlich aber auch innovativ und schnelllebig. Heißt es in der weiten Welt gemeinhin, dass Trends und neue Errungenschaften der modernen Zeit aus den USA stammen, so kommen die Neuheiten im »Mikrokosmos« Schweiz aus Zürich.

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7000 Chur
Chur ist das Mauerblümchen unter den Schweizer Städten und steht auch im Schatten der Graubündner Staradressen St. Moritz, Davos und Arosa – zu Unrecht. Immerhin nimmt die Stadt für sich in Anspruch, die älteste der Schweiz zu sein, und tatsächlich gibt es Siedlungsspuren, die über 10 000 Jahre zurückreichen. Zu sehen ist freilich Jüngeres, z.B. eine verkehrsberuhigte mittelalterliche Altstadt zum Bummeln und Einkaufen. Hier schnuppert man gern einen Tag lang städtisches Schweizer Flair.

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7017 Flims-Laax
Flims hat sich mit den benachbarten Orten Laax und Falera zur »Alpenarena« zusammengeschlossen, die bei Wintersportlern vor allem wegen der rund 200 Pistenkilometer und der bequemen Anfahrt durchs Rheintal beliebt ist. Flims liegt auf den Felsresten des größten Bergsturzes, der jemals in den Alpen niederging. Vor mehr als 10 000 Jahren brach ein Berg durch geologische Verschiebungen in sich zusammen und versperrte das Rheintal. Der Fluss fraß über Jahrtausende die bis zu 500 m tiefe Rheinschlucht hinein, gelegentlich und etwas übertrieben als »Grand Canyon der Schweiz« bezeichnet. Die dramatische Einkerbung (romanisch »Ruinaulta«) verläuft unterhalb von Flims zwischen Reichenau und Ilanz und ist ein erstklassiges Wildwasserrevier für Kanus, Kajaks und Schlauchboote. Die Bahn fährt durch die Schlucht hindurch, den besten Ausblick von oben genießt man von der Straße Versam-Ilanz aus.

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7130 Ilanz
Einst wichtiges Zentrum des Rheintals, liegt die Stadt heute im touristischen Schatten der Alpenarena von Flims. Immerhin ist sie Ausgangspunkt für Wanderungen und Wildwassertouren durch die Rheinschlucht. Bei einem Rundgang durch die Altstadt geben wertvolle Bauten aus dem 16. und 17. Jh. eine Vorstellung vom früheren Reichtum. Die Stadtmauer, aus der das barocke Obertor herausragt, ist fast vollständig erhalten. Die Margarethenkirche war ein Zentrum der Reformation in Graubünden; innen sind kuriose Totentanz-Malereien zu sehen, z.B. ein nackter Tod beim Schachspiel

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6718 Olivone
Erster größerer Ort des Valle di Blenio ist Olivone, das einst durch Wegzölle reich geworden ist. Davon zeugen mehrstöckige Paläste, im alten Ortskern sind aber auch Bauten in traditioneller Holzstrickbauweise erhalten. Wie das harte Leben in solch einem Haus gewesen sein muss, dokumentiert das Heimatmuseum.

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6710 Biasca
Biasca bietet als Verkehrsknotenpunkt und Industriezentrum einen harten Kontrast zu der schönen Umgebung. Die Stadt ist der Ausgangspunkt der drei Mailänder Täler – des Valle Leventina, Val Blenio und Valle Riviera.

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6500 Bellinzona
Es ist die Hauptstadt und das Verwaltungszentrum des Tessin, aber so klein, dass man schmunzeln muss, wenn es auf der Autobahn heißt: Bellinzona Sud, Bellinzona Nord. Aber die Stadt besitzt immerhin drei Schlösser. Die Tre Castelli sind die Eckpfeiler einer gewaltigen Wehranlage, mit der die Mailänder Visconti die Talenge abriegeln wollten. Das Ensemble mittelalterlicher Militärarchitektur gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. In der behäbigen Altstadt um die Piazza di Indipendenza geht das Leben auf gepflasterten Gassen und unter gepflegten Arkaden sehr schweizerisch seinen Gang.

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6901 Lugano
Vom Monte Brè ist die Aussicht auf Lugano ungetrübt. Vielarmig und glitzernd verliert sich der Luganer See im Dunst. Einmalig ist die Lage der heimlichen Hauptstadt des Tessin an der geschwungenen Bucht, nach Süden begrenzt vom anderen Hausberg, dem Monte San Salvatore. Von oben ist aber auch deutlich zu sehen, was Agglomeration bedeutet: Die umliegenden Dörfer wachsen mit Lugano zusammen, verwandeln sich in Vororte. Mit 30 000 Einwohnern nicht größer als eine Kleinstadt, gibt sich Lugano im Zentrum großstädtisch und selbstbewusst. Neue Straßen, Hotels, Kongresshaus, Messehallen haben in der Altstadt viele historische Gebäude verdrängt. Maßanzug und Pradakostüm gehören zum Dresscode. Der drittwichtigste Finanzplatz der Schweiz mit über 100 Bankinstituten gilt wegen der großzügigen Schweizer Gesetze als Oase für Kapitalflüchtlinge und Finanzjongleure aus aller Welt.

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6901 Gandria (Lugano), Gandria
Höchst malerisch stapeln sich die Häuser von Gandria an engen, steilen Gassen über dem Seeufer. Am schönsten sieht man sie vom Schiff aus (Navigazione Lago di Lugano, Viale Castagnola 12, Tel. 9 71 52 23, tgl. 10 bis 14 Abfahrten).

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6922 Morcote
Nach Morcote fährt man am besten mit den Schiffen der Navigazione del Lago di Lugano. Denn vom See aus gesehen scheint das Dorf am Felsen zu kleben. Dann reizt ein Cappuccino unter den Arkaden an der Seepromenade. Nördlich davon liegt der Eingang zum originellen Parco Scherrer. .

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6914 Carona
Gut 400 m höher als Morcote liegt vor großartiger Bergkulisse der Weiler Carona, aus dem viele berühmte Handwerkerfamilien stammen. Von Lugano fährt das Postauto auf sehr steiler und kurviger Straße hin. Der botanische Garten Parco San Grato ist im Gegensatz zu seinen Kollegen an den Seeufern nie überlaufen. Außerdem verfügt er über einen Panoramaweg. Ein Kreuzweg führt in 25 Min. zur barocken Wallfahrtskirche Santa Maria d’Ongero, berühmt für ihre Stuckverzierung und die Fresken Guiseppe Antonio Petrinis von 1750, die den 12-jährigen Jesus im Tempel zeigen.

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22060 Campione d’Italia
An der Ortseinfahrt gibt sich Campione siegesgewiss. Ein Triumphbogen empfängt den Besucher der italienischen Enklave. Die kleine Gemeinde verdankt ihren Wohlstand einer Reihe von Sonderrechten. Dazu gehört der Betrieb eines eleganten Spielkasinos am Ufer des Luganer Sees. So gut laufen die Geschäfte mit dem Glücksspiel, dass 2005 ein neues 12-stöckiges Gebäude eröffnet wurde. Der Entwurf stammt von keinem Geringeren als dem allgegenwärtigen Mario Botta. In Campione denkt man aber auch an die berühmten Maestri Campionesi, die als Steinmetze und Baumeister Jahrhunderte hindurch ihre Heimat verlassen mussten, um draußen in der Welt ihr Auskommen zu finden.

Italien

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22100 Como
Die Natur hat Como einen tollen Logenplatz beschert: zu beiden Seiten die felsigen Ausläufer der Alpen und vor sich den See mit seiner geschwungenen Bucht. Er ist weniger Badeplatz als glitzernde Kulisse für gemächliche Spaziergänge im Schatten baumbestandener Uferpromenaden. Deren westlicher Teil endet an den Parkanlagen der berühmten Villa Olmo, einem Prunkstück klassizistischer Architektur. Wie geschaffen für die Sommerfrische, wie sie unsere Großeltern liebten, hat der Name Como immer noch Klang, auch wenn sich die Stadt heute schwer bedrängt sieht durch einen Gürtel aus Mietskasernen und Industriebauten. In der verkehrsberuhigten Innenstadt glaubt man überall zu spüren, wie solide diese Stadt auf dem Fundament ihrer bewegten Geschichte ruht. Die Römer hinterließen den rechtwinkligen Grundriss des Centro, dessen elegante Geschäftsstraßen Como den Beinamen »Mini-Milano« eintrugen.

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29100 Piacenza
Die Straßen säumen Dutzende Paläste reicher Händler. Die zwei Reiterstandbilder aus Bronze auf der zentralen Piazza dei Cavalli markieren mit ihrer kraftvollen Bewegung den Übergang zu barocker Skulpturenkunst. Zinnen krönen den Palazzo del Comune, den die Einheimischen Il Gotico nennen. Die autofreie Via XX Settembre führt zum romanisch-gotischen Dom, unter dem sich die Krypta auf 108 Säulen stützt. Im Eisenkäfig am 71 m hohen Campanile büßten einst Ketzer. Das Stadtmuseum im Palazzo Farnese zeigt Kutschen und den Fegato etrusco. An dem Bronzemodell einer Rindsleber übten die Etrusker die Eingeweideschau.

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19038 Sarzana
Die hübsche Kleinstadt in der fruchtbaren Schwemmlandebene des Flusses Magra steht ganz im Zeichen der Antiquitäten, nicht nur, weil sie vor über tausend Jahren gegründet wurde. Auf der Flaniermeile Viale Mazzini, die quer durch die Altstadt verläuft, finden sich, z.T. in schönen Palazzi aus dem 16.-18. Jh., mehrere verhältnismäßig teure Antiquitätengeschäfte. Hinter der Kathedrale, in der Via Fiasella, gibt es auch fast nur Antiquitäten, doch die Preise sind deutlich günstiger. Jeden ersten Sonntag im Monat verwandeln sich die Gassen rund um den Dom in einen quirligen Trödelmarkt. Zu Ostern findet eine große Antiquitätenmesse statt, und in den ersten beiden August-Wochen ist »Suffita nella strada«, Rumpelkammer auf der Straße, der größte Antiquitätenmarkt in Norditalien. Aber nicht nur Antiquitätenfreunde kommen in Sarzana auf ihre Kosten.

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54036 Carrara
Die von den Römern im 1. Jh. gegründete Stadt ist seit vielen Jahrhunderten ein Synonym für Marmor. Carrara liegt einige Kilometer vom Meer entfernt, vor dem beeindruckenden Hintergrund der weiß glänzenden Apuanischen Alpen. Hier wird in drei Tälern (Colonnata-, Fantiscritti- und Ravaccione-Tal) in über 400 Steinbrüchen und bis in 1000 m Höhe der edle kristalline Kalkstein aus den Bergen gesägt, und das bereits seit über 2000 Jahren. Was hier von unten wie Schnee aussieht, ist der weiße Marmor-Schutt, der sich angesammelt hat. Auch der durch Carrara fließende Carraione hat oft eine milchigweiße, vom Marmor-Abbau herrührende Farbe. Der mittelalterliche Stadtkern wird – wie sollte es anders sein – ebenfalls vom weißen Marmor bestimmt.

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54037 Massa
Wenige Kilometer südöstlich von Carrara liegt an den Hängen des Monte Belvedere (897 m) die Stadt Massa. Der Hauptort der Provinz Massa-Carrara teilt sich in Massa Vecchia, wo im 11. Jh. die erste Rocca (Festung) errichtet wurde, und in Massa Nuova, das im 15. Jh. vom Grafen Cybo Malaspina auf einem Hügel gegründet wurde. Sehenswert ist der Palazzo – heutiger Sitz des Gerichts -, das Schloss der Malaspina sowie der Duomo Pietro e Francesco mit seiner Marmorfassade, die allerdings erst 1936 an das 1389 geweihte Gebäude kam. Die zentrale, hübsche Piazza Aranci mit dem barocken Palazzo Ducale mit schönem Renaissance-Innenhof ist ideal für eine Kaffeepause.

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55045 Pietrasanta
Pietrasanta ist für seine Marmorverarbeitung berühmt. Internationale Künstler lassen hier ihre Entwürfe umsetzen, aber auch Repliken großer Meister werden produziert. Sehenswert ist auch der ganz aus Marmor gebaute Dom San Martino aus dem 13. Jh. sowie eine mächtige mittelalterliche Bergruine. Marina di Pietrasanta ist der vorgelagerte Badeort mit Pinienhainen und einem ruhigen, gepflegten Strand.

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55049 Viareggio
Viareggio ist der älteste und größte Badeort der Riviera della Versilia. Bereits Anfang des vergangenen Jahrhunderts war Viareggio ein beliebter Treffpunkt der norditalienischen Schickeria: Es gab über 3000 Strand-Kabinen, viele davon waren privat. An der 3 km langen Küstenpromenade entstanden Dutzende von Hotels, Palazzi und Badeanstalten, die meisten im italienischen Jugendstil (Stile Liberty). Im Palazzo Paolina, den Napoleon für seine Schwester Pauline errichten ließ, sind heute drei Ausstellungen untergebracht: ein archäologisches Museum, ein Musikinstrumente-Museum und eine Pinakothek mit Werken des hier geborenen Bildhauers Lorenzo Viani. Die 1544 erbaute Torre Matilde am Burlamacca-Kanal ist das einzige alte Bauwerk, das den großen Brand 1917 überstanden hat. Heute finden hier Kunst- und Foto-Ausstellungen statt.

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56124 Pisa
Pisas Altstadt wirkt mit ihren prachtvollen Bauten aristokratisch, aber nicht arrogant. Die vielen gelben, hellroten oder ockerfarbenen Fassaden schaffen eine freundliche Atmosphäre. Schön und lebhaft ist ein Spaziergang auf der Geschäftsstraße Borgo Stretto, die Laubengänge säumen. Die Universitäts- und Geburtsstadt von Galileo Galilei blickt auf eine Jahrtausende alte Geschichte zurück, schließlich haben die Etrusker sie gegründet. Doch deswegen kommt niemand nach Pisa. Die Besucher wollen Wunder sehen und kriegen sie. Auf der Piazza dei Miracoli, dem Platz der Wunder, sind der Schiefe Turm, das Baptisterium und der Dom wie auf einem surrealistischen Gemälde arrangiert.

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57125 Livorno
Livorno ist, nach Florenz, die zweitgrößte Stadt der Toskana – eine moderne, geschäftige Handelsstadt mit einem Fährhafen, an dem die Schiffe nach Capraia, Sardinien und Korsika ablegen. Südlich des Hafens beginnt der Viale Italia, ein von Gärten und prächtigen Wohnhäusern aus vergangenen Jahrhunderten gesäumter Boulevard. Dort finden Sie gute Fischlokale. Der Viale Italia führt an Badestränden und der begrünten Terrazza Mascagni vorbei.

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58100 Grosseto
Die lebendige Stadt liegt inmitten der Maremma-Ebene. Das ausgedehnte Zentrum wird von den sternförmigen Befestigungsanlagen umringt, die im 16. Jh. von den Medici-Herzögen gebaut wurden. 1835 verwandelte man die Mauern in begrünte Wallanlagen, auf denen ein Spazierweg rund um die Altstadt führt. Der schönste Platz ist die von Arkaden umgebene Piazza Dante mit dem romanisch-gotischen Dom. Es gibt erstklassige Restaurants in der Altstadt, z.B. das »Buca di San Lorenzo« (Via Manetti 1).

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58015 Orbetello
Orbetello war der wichtigste Hafen der Etrusker. Seine einzigartige Lage auf der Landzunge mitten in der Lagune verlockt zu einem Spaziergang auf der palmengesäumten Promenade.

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01016 Tarquinia, Necropoli Etrusca
Das heutige Tarquinia wurde im Mittelalter gegründet und hat sein altes Stadtbild weitgehend bewahrt. 4 km südöstlich sind die Überreste des etruskischen Tarquinia zu sehen. Es galt einst als vornehmste der 12 Etruskerstädte. Erhalten geblieben sind das Fundament eines Tempels und vor allem eine Totenstadt mit rund 600 Grabkammern, Verbrennungsstätten und Massengräbern. 150 der Grabkammern sind reich mit Fresken aus dem 7. bis 2. Jh. v. Chr. ausgemalt, die in leuchtenden Farben und lebhaften Szenen das damalige Leben schildern. Die symbolische Bedeutung der Werke ist unbekannt – die etruskische Kultur hat kaum schriftliche Zeugnisse hinterlassen. Prunkvolle Grabbeigaben, Reliefs und Sarkophage sind im im Nationalmuseum von Tarquinia ausgestellt, das im Palazzo Vitelleschi untergebracht ist.

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00185 Rom
Die ältesten Zivilisationsspuren stammen aus vorrömischer Zeit und finden sich auf dem Palatinhügel. 753 v. Chr., als die Etrusker bereits eine blühende Kultur entwickelt hatten, sollen die Zwillingsbrüder Romulus und Remus Rom gegründet haben. Mit einem Pflug zogen sie eine Furche um ein Stück Land am Tiber (ital. Tevere) und markierten damit ihren Besitzanspruch. Bis in unsere Zeit erhalten haben sich erst die Zeugnisse der steinernen Hauptstadt des römischen Imperiums, die um die Zeitenwende die ursprünglich hölzernen Bauten Schritt für Schritt verdrängten. Der moderne Respekt vor dem Alten behindert die Modernisierung der Stadt nachhaltig und verhindert zugleich den Gesichtsverlust, der so viele Metropolen heimgesucht hat. Rom lebt mehr denn je von seiner Geschichte, und die letzten Bürgermeister haben das auch erkannt. Neue Museen erschließen dem Besucher das reiche Erbe, und besucherfreundliche Öffnungszeiten kommen den Touristen entgegen. Rom ist moderner geworden, ohne seine tiefen Wurzeln abgeschnitten zu haben. Die UNESCO hat die historische Altstadt von Rom zum Weltkulturerbe der Menschheit ernannt.

 

Quelle: ADAC www.adac.de – Abruf 22.10.2008