St. Maximin in Pintsch, die wohl älteste Kirche in den Luxemburger Ardennen

St. Maximin in Pintsch, die wohl älteste Kirche in den Luxemburger Ardennen

Lassen Sie uns von Wilwerwiltz ein Stückchen zurückfahren, genaugenommen nach Pintsch. Hier steht die wohl älteste Kirche der luxemburgischen Ardennen. Gegründet wurde die Pfarrkirche in Pintsch im 8. oder 9. Jahrhundert und dem Heiligen Maximin geweiht. Dies zeigt die Nähe zur alten Römerstadt Trier. Die Reichsabtei Sankt Maximin in Trier war eines der mächtigsten Klöster in Europa. 906 wird übrigens auch der Weilburger König Konrad I. als Laienabt in St. Maximin, Trier, erwähnt. Konrad der Ältere war seit 906 auch Herzog von Franken bevor er 911 König des Ostfrankenreiches wurde.

St. Maximin in Pintsch gab der Gemeinde, in der wir uns hier aufhalten, ihren Namen. Kiischpelt heißt übersetzt Kirchspiel und bezieht sich auf die alte Mutterkirche St. Maximin.

Vom ursprünglichen Bau der Pfarrkirche sind keine Reste mehr zu sehen. Vielleicht würde sich noch das eine oder andere Fundament finden lassen. Der älteste Teil der heutigen Kirche ist der im Osten liegende spätromanische Chorturm. Der stammt wohl von der zweiten hier errichteten Kirche und diente als Altarraum. Heute ist hier die Sakristei untergebracht.

Auch wenn Sankt Maximin keinen unmittelbaren Bezug zum Heiligen Willibrord hat, so ist die Kirche sicherlich einen Besuch wert. Nicht nur die erhaltenen gotischen Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert in einer Fensternische im Turm, auch die weitgehend erhaltene barocke Ausstattung vom Meister Jean-Georges Scholtus aus Bastogne (um 1680-1754) ist sehenswert. 1738 wurde das Langhaus neu errichtet und Meister Scholtus mit der Ausstattung beauftragt.

Trösterin der Betrübten, Maria, Schutzpatronin von Luxemburg

Trösterin der Betrübten, Maria, Schutzpatronin von Luxemburg

Der linke Marienaltar stellt die Patronin von Luxemburg als Trösterin der Betrübten dar. Darüber ist Franz Xaver (1506 – 1552) zu erkennen. Franz Xaver ist einer der Mitbegründer der Jesuiten und hat in Asien missioniert. Der rechte Altar zeigt die heilige Barbara (mit dem Turm) und die heilige Apollonia (mit Zange und Zahn).

Der wunderschöne barocke Hauptaltar zeigt oben den Apostel Thomas und als Hauptfigur den zweiten Bischof von Trier, den heiligen Maximin.

St. Maximin mit dem Pack-Bären

St. Maximin mit dem Pack-Bären

Der heilige Maximin wird häufig mit einem Bären als Attribut dargestellt. Der Legende nach soll ein Bär den Bischof bei einer Romfahrt überfallen und den Packesel getötet haben. Der Gottesmann verurteilte deshalb den Bären dazu, das Gepäck zu tragen. Und tatsächlich, wenn Sie genau hinschauen, können Sie den Bären neben dem heiligen Miximin erkennen. Auf seinem Rücken trägt er die Packtaschen des Heiligen.