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Mit den 12 großen romanischen Kirchen, nur wenige Schritte voneinander entfernt, die teilweise zu den bedeutendsten Bauten in Europa zählen, hat Köln eine einzigartige spirituelle und kunsthistorische Stellung in der Welt. Leicht kann der Besucher ein verlängertes Wochenende nur mit der Besichtigung dieser imponierenden Kirchenbauten verbringen. Mir ist es nur möglich, einen kleinen Überblick zu geben. Gerade dem bau- und kunsthistorisch interessierten Jakobspilger werden die Informationen nicht genügen. Wenn Ihre Neugierde geweckt ist, nehmen Sie am Besten an einer Kirchenführung teil, die regelmäßig von der Touristen-Information, vom Erzbistum oder den Gemeinden, oder vom Förderverein Romanischen Kirchen in Köln (Internet www.romanische-kirchen-koeln.de) organisiert werden.

Folgende 12 Kirchen zählen dazu, wobei noch weitere 17 romanische Kirchbauten gefördert werden:

· St. Severin, Severinskirchplatz, geöffnet montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr, sonntags von 9 bis 12 Uhr und 15 – 17:30 Uhr
Geschichte: Severin war der dritte bekannte Bischof von Köln. Er soll mit St. Martin von Tours befreundet gewesen sein und in dessen Todesstunde die himmlischen Chöre vernommen haben. 376 soll Severin ein Kloster zu Ehren der Märtyrer Cornelius und Cyprianus geweiht haben, aus dem das spätere Severinsstift hervorgegangen ist. Die St. Severin Kirche liegt an der römischen Straße in Richtung Bonn. Hier entstand außerhalb der römischen Stadtmauern ein Gräberfeld und schließlich im 4. Jh. eine cella memoriae, ein kleiner Saalbau zum Totengedenken. Dieser rechteckige Bau wurde im 6. und 8. Jh. christlich erweitert. Um 900 wird der Neubau einer romanischen Basilika fertiggestellt. Von der 1043 geweihten Krypta ist noch der westliche Teil erhalten. Der Bau der Kirche wurde erst um 1300 abgeschlossen. Für einen spätgotischen Neubau musste der romanische Westturm weichen und ist heute im spätgotischen Stil mit Knickhelm. Das Netzgewölbe des Mittelschiffs stammt aus der Zeit um 1500. Ein achteckiges Labyrinth aus der Mitte des 12. Jh., Teil des ursprünglichen Fußbodens im Mittelschiff und das einzige bekannte in deutschen Kirchen, befindet sich heute im Erzbischöflichen Diözesanmuseum.
Ausstattung:  Nahe dem Westturm finden Sie im südlichen Seitenschiff ein noch erhaltenes, romanisches Fenster und das Pestkreuz im südlichen Querschiff stammt aus dem 14. Jh. In der Marienkapelle befindet sich eine Schmerzhafte Mutter (Pietà) aus dem 15. Jh. Im Chor befinden sich das Chorgestühl aus dem Ende des 13. Jh., ein Reliquienschrank datiert im 14. Jh. und der Tabernakel aus dem 17. Jh. In den Jahren um 1500 schuf der Meister von St. Severin  die Severinslegende in 20 Tafeln, die Sie im westlichen Chorjoch sehen. Vom selben Meister stammen auch zwei Altarflügel mit der heiligen Agatha, mit Cornelius, Stephan und Helena.
Der kunstvolle und kostbare Severinsschrein stammt aus dem Jahr 1819 – der ursprüngliche Schrein aus dem 11 Jh. wurde für die französischen Besatzer Ende des 18. Jh. eingeschmolzen. Bei einer Öffnung des Schreines im Jahr 1999 wurden auch das Holz des inneren Sarges und der Inhalt untersucht. Siegel an der Außenseite deuten auf frühere Sargöffnungen und bestätigten die Berichte, dass die Gebeine zwischen 924 und 953 umgebettet wurden – das Holz des Sarges stammt aus der Zeit zwischen 939 und 949. Ausgekleidet ist der Sarg mit byzantinischen Stoffen. Die Gebeine stammen von einem Mann im Alter von 55 Jahren, der um 400 herum gelebt haben muss. Es kann sich also durchaus um den heiligen Severin handeln.

· St. Maria im Kapitol, Kasinostraße 6, geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr
Geschichte: Ursprünglich Stand an dieser Stelle der römische Haupttempel (Kapitol) aus dem 1. Jh. nach Christus. Davon wird im Laufe der Zeit nicht viel geblieben sein, immerhin galt es als gutes Werk, einen heidnischen Tempel zu zerstören. Ganz konnte man den Bau aber wohl nicht zerstören, denn noch heute ist römisches Mauerwerk im Kreuzgang zu sehen. Die Franken nutzten das Gelände für ihre Pfalz und nachdem Pippin der Mittlere, der Urgroßvater Karls des Großen, starb, zog sich seine Witwe Plektrudis hierhin ins Exil zurück und wurde in einer Kapelle (gebaut 690) in der Mitte der Anlage bestattet. Im 10. Jh. entstand aus dem angefügten Stift ein Benediktinerinnen-Kloster und unter dessen Äbtissin Ida wird Mitte des 11. Jh. die heutige Kirche erbaut. Längsschiff und Kreuzaltar weihte Papst Leo IX. 1049, die Schlussweihe erfolgte 1065. Eine Besonderheit ist der Kleeblattchor der Kirche, der genau dem Grundriss der Geburtskirche in Bethlehem entspricht. Woher mögen wohl die Pläne gekommen sein? Die Türme des Mittelalters existieren nicht mehr, es wurde der Turm einer nahe gelegenen Kirche mit genutzt. Die Abmessungen der Krypta von St. Maria im Kapitol stehen denjenigen im Dom zu Speyer kaum nach.
Ausstattung: St. Maria im Kapitol hatte und hat in Köln eine besondere Bedeutung. Nicht nur, dass hier die Sturm- und Feuerglocken geläutet wurden, sie war auch nach dem Dom die Kölner Hauptkirche. Hier begannen Prozessionen in Richtung Dom und der Erzbischof hielt seine erste Weihnachtspredigt stets hier.
Nur einige der kostbaren Ausstattungsstücke seien hier genannt. Die ältesten erhaltenen Teile sind die ausgestellten Holztüren aus der Zeit um 1060. Sie gehörten einmal zum Nordtor. Aus der Zeit zwischen 1150 und 1250 stammt die Madonna aus Kalkstein, die wohl ursprünglich an der Außenwand in großer Höhe angebracht war. Die sogen. ‚`Limburger Madonna‘ im Mittelschiff mit einer Höhe von 1,80 m ist ein ganz besonderes Kleinod aus der Zeit um 1300. Der Lettner im Stil der Renaissance aus dem Jahr 1523 hat eine begehbare Empore, darauf ist auch die Orgel aufgestellt. Zu erwähnen sind noch ein Flügelaltar, der Hans von Aachen (1522-1615) zugeschrieben wird und ein Tafelbild aus der Schule von Hans Baldung, einem Zeitgenossen Albrecht Dürers.
Es gibt einige Jakobusdarstellungen in St. Maria im Kapitol. Die Schönste befindet sich im nördlichen Seitenschiff. Dort finden Sie das Ursula-Fenster aus dem 16. Jh. In der linken Fensterbahn erkennen Sie den heiligen Jakobus d.Ä. am Pilgerstab und der Jakobsmuschel.
Zwei Teile sollen aber noch besondere Erwähnung finden. In der Ostkonche des Chorraumes steht eine etwa 90 cm hohe barmherzige Madonna vom Ende des 12. Jh. Die Figur war wohl mal Teil eines Reliefs und wurde erst im 19. Jh. rund gearbeitet. Ein Kölner Meister hat sie aus Kalksandstein gearbeitet, oder besser gesagt geschaffen. Die gertenschlanke Maria schmiegt ihre Wange zärtlich an ihr Kind. Eleganz und mütterliche Liebe fallen mir als Beschreibung dafür ein. Sie wird auch ‚Madonna des heiligen Hermann Josef‘ genannt. Der nämlich brachte ihr einen Apfel, nachdem eines seiner Gebete erhört worden war. Noch heute findet sich täglich vor dieser eleganten Madonna mit ihrem Kind ein frischer Apfel. Ebenfalls in der Ostkonche hängt eines der eindrucksvollsten Kunstwerken der Gotik: ein Crucifixus dolorosus (Leidenskreuz) aus dem frühen 14. Jh. Das Gabelkreuz mit dem eindrucksvoll gearbeiteten Korpus, mit einer Bemalung aus dem 15. Jh., das die Darstellung noch einmal ausdrücklich unterstreicht, stellt anschaulich das Leiden und Sterben von Christus dar. Dies machte das Kreuz zum Ziel besonderer Verehrung und durch dieses Kreuz wurde St. Maria im Kapitol zu einem Wallfahrtsort. Der sterbende Christus hängt kraftlos am Kreuz. Ausgemergelt erscheint sein Körper, man kann jede einzelne Rippe zählen. Der Bauch und die Wangen sind stark eingefallen. Der ganze Körper ist mit Wunden übersät. Das Gesicht ist schmerzverzerrt, die Augen geschlossen, der Mund drückt den Schmerz leicht geöffnet noch einmal verstärkt aus. Aus der Seitenwunde ergießt sich ein Blutstrom. Ein wirkliches Kreuz der Leiden in plastischer und künstlerischer Darstellung.

· St. Georg, Waidmarkt/Ecke Georgstraße, geöffnet täglich von 8 bis 18 Uhr
Geschichte: Erzbischof Anno hat 1056 das Chorherrenstift St. Georg im Süden, außerhalb der römischen Stadtmauern, gegründet. Ursprünglich stand an dieser Stelle das Gebäude eines römischen Straßenpostens, der wohl im 7. Jh. in eine christliche Kirche umgewandelt wurde. Spätestens im 11. Jh. war die Kirche aber völlig verfallen. 1067 wurde mit dem Bau der St. Georg Kirche begonnen, die aber erst 1074 geweiht werden konnte. Es handelte sich um eine dreischiffige Säulenbasilika, flachgedecktem Dach und mit einer Krypta unter dem Ostchor. Übrigens ist es die einzige Säulenbasilika in Köln. Im 12. Jh. erfolgten grosse Umbauten. Im 16. Jh. wurde durch den Bau der Nordvorhalle die ehemalige St. Jakobkirche mit der Stiftskirche verbunden. St. Jakob ist dem Städtebau des beginnenden 20. Jh. zum Opfer gefallen. Der heutige Vierungsaltar (ursprünglich Kreuzaltar) steht auf dem Sockel des Vorgängerbaus an der gleichen Stelle.
Ausstattung: Im Chor hängt die Kopie des wohl noch aus der ursprünglichen Kirche stammenden Kruzifix. 1921 fand man den Torso ohne Arme und Füße in der Krypta. Das Original wird im Schnütgen-Museum aufbewahrt. Besonders eindringlich ist die Darstellung des kantigen Gesichts. Im Westchor können Sie auch eine weitere Darstellung von Jakobs d. Ä. als Glasfenster aus dem Jahr 1930 von Jan Thorn Prikker sehen. Die meisten Fenster in St. Georg stammen von dem niederländischen Künstler und sind i.d.R. gegenständlich geschaffen. Nur hier im Westchor gibt es die figürlichen Darstellungen. Prikker wurde in seiner Sakralkunst vom Jugendstil und später vom Bauhaus beeinflusst. Teile des Jugendstils mit Im südlichen Querhaus befindet sich ein herrliches Triptychon aus der Zeit um 1550 mit der Beweinung Christi auf der Mitteltafel. Auf dem rechten Außenflügel sind außen die Kirchenpatrone St. Georg und St. Caesarius dargestellt. Im Westchor entdecken Sie ein Pestkreuz aus der Zeit um 1380, ähnlich dem in St. Maria im Kapitol und in St. Severin.

· St. Ursula, Ursulaplatz 30, gröffnet montags bis samstags von 9 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr, sonntags 15 bis 17 Uhr
Geschichte: Die Legende der heiligen Ursula erzählen wir Ihnen in der dritten Tagesteppaen vom Kölner Dom nach Wesseling. Auf einem römischen Gräberfeld entstand im 4. Jh. ein Gebäude zu Ehren der heiligen Ursula und ihren Gefährtinnen. Im 6. Jh. wurde dieser Saalbau in eine Kirche umgebaut. Auch im 9. Jh. wird die Kirche wieder umgebaut, wohl für das 866 erwähnte Kanonikerstift. 922 wird die Kirche schliesslich Teil eines Damenstiftes. Die Verehrung der Ursula hat in dieser Zeit einen ersten Höhepunkt erreicht und Anfang des 12. Jh. wird die heutige Emporenbasilika gebaut. Die Altarweihe ist im Jahr 1135 belegt. Nötig wurde die neue Kirche durch verschiedene, bei mittelalterlichen Ausgrabungen gefundenen Gebeinen, die zu Reliquien erhoben wurden. Aus den ursprünglich 11 Gefährtinnen wurden im Laufe der Zeit durch immer neue Funde 11.000 Märtyrerinnen. Gegen Ende des 13. h. wird der heutige gotische Chor gebaut. Im frühen 16. Jh. wurde St. Ursula barock umgestaltet und erhielt auch die barocke Haube des Turmes. Mitte des 17. Jh. wurde die ‚Goldene Kammer‘ für die Aufbewahrung der zahlreichen Reliquien errichtet. Die Besichtigung ist nach Abspache mit dem Pfarramt -Telefon 0221-133400- möglich. Im 19. Jh. wurde die Kirche grundlegend restauriert und dabei der romanische Zustand weitgehend wiederhergestellt.
Ausstattung: Beginnen wir im Chorraum der Kirche, einem der Höhepunkte der Ausstattung. Als Teil des Hochaltares, der im Barock umbaut und im 19. Jh. wiederentdeckt wurde, steht auf der linken Seite der Ursulaschrein. Er stammt, unter Verwendung einiger romanischer Teile des ursprünglichen Schreines, aus dem 19. Jh. Der alte Schrein war wohl nicht mehr zu restaurieren. Rechts vom Altarkreuz befindet sich der Schrein des heiligen Ätherius. 1156 wurden seine Gebeine gefunden und er wird als der Gatte der heiligen Ursula verehrt. Der romanische Schrein stammt aus der Zeit um 1170 und das Dach ist besonders reich verziert. Die Seitenflächen weisen 12 Arkaden auf. Vermutlich haben dort einmal Figuren der 12 Apostel gestanden. Leider sind sie im Laufe der Jahrhunderte verlorengegangen und durch Holztäfelchen ersetzt worden. Auch die vordere und hintere Giebelwand war mit Figuren besetzt. In den Glasmalereien der Chorfenster können Sie den heiligen Jakobus d.Ä. entdecken. Im Altarraum befinden sich auch die 24 Tafeln mit der wohl ausführlichsten Darstellung der Ursula-Legende. Sie sind mit 1456 datiert und stammen aus der Werkstatt des 1451 wohl an der Pest gestorbenen Stephan Lochner. Vielleicht haben Sie von dem genialen Künstler in der Zeitung gelesen. Unter seiner ‚Adresse‘ im Kölner Dom erhält er laufend Werbepost. Eine goldene Kreditkarte wurde ihm angeboten, oder ein Abonnement für die Neue Zürcher Zeitung. Im Jahr 2007 fragte die Deutsche Post freundlich bei ihm an, ob er nicht am Briefmarkensammeln interessiert sei. Dann aber überwies das Unternehmen, durch den Generalvikar von dem ‚tragischen Ableben‘ des Adressaten informiert, als Spende 1.111,11 Euro für neue Glasfenster im Dom (www.rp-online.de, 13.04.2007). Im vorderen Bereich des Chores, auf der rechten Seite, befindet sich die sogen. Clematius-Inschrift aus dem 4. Jh. Der in Stein eingemeisselte Text erzählt die Märtyrergeschichte, aus der die Ursula-Legende hervorgegangen ist und ist der früheste schriftliche Beleg für das Christentum in Köln. Die beiden Skulpturen von Maria und Johannes am grossen Boden vor dem Altarraum sind um 1500 entstanden.
Eine Legende erzählt von der Auffindung des Ursula-Grabes. Am Festtag der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen feiert Erzbischof Kunibert eine heilige Messe in der Kirche. Es kam eine Taube, die sich auf seinen Kopf setzte und sich dann im Seitenschiff auf einer Grabstelle im Boden niederließ. Einer der Messdiener öffnete das Grab und zeigte dem Erzbischof einen Schädel. Später wurden die gefundenen Gebeine als die der heiligen Ursula verehrt. Dort, wo man das Grab der heiligen Ursula gefunden hatte, steht im nördlichen Querschiff das Ursula-Grabmal aus dem Barock, datiert 1659.  Es ist aus schwarzem Marmor, die Ursula-Figur aus Alabaster. Es umschließt einen Sarkopharg aus dem frühen 15. Jh.
Im Hauptschiff finden sich in den Seitenemporen sogen. Reliquiendoppelbüsten. Doppelbüsten deshalb, weil sie sich von beiden Seiten betrachten lassen und freri aufgestellt wurden. In den Holzskulpturen, die um 1500 geschaffen wurden, befinden sich Sichtöffnungen, die den Blick auf die Reliquien ermöglichten. Es handelt sich insgesamt um sechs weibliche und eine männliche Darstellung. Auf der linken Seite des Mittelschiffs befindet sich noch ein beeindruckendes Steinrelief der Grablegung aus dem 16. Jh. und der romanische Sarkophag der Viventia aus der ursprünglichen Ausstattung der Ursulakirche. Auch hier gibt es wieder eine schöne Legende. In der Clematius-Inschrift wurde bei Höllenqualen verboten, in der Kirche jemanden anders zu bestatten, als die heiligen Gefährtinnen der Ursula. Als nun die als Kind gestorbene Tochter von Pippin dem Älteren starb, wurde sie zweimal im Boden der Kirche bestattet und auf wundersame Weise wieder herausgeworfen. Schliesslich wurde zu Beginn des 12. Jh. der steinerne Sarkopharg aufgestellt und damit das Verbot geschickt umgangen. Die Steinfiguren auf der anderen Seite der Madonna und des Christus Salvator stammen aus dem Ende des 15. Jh. Im Marienschiff, also auf der rechten Seite, befindet sich auch eine überlebensgroße Schutzmantelursula, leicht an ihrem Attribut, dem Pfeil, zu erkennen. Vielleicht stehen die Figuren unter ihrem Mantel für die Gefährtinnen. Die Darstellung stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jh. und ist aus Stein gearbeitet. Und schliesslich die Mosaiken, neuromanisch, die auf goldenem Grund Maria, Salomon, David, Isaias, Jeremias und Ezechiel darstellen.
Die in der Westempore zu sehenden Chorbänke stammen aus der Romanik um 1135 und gehörten zum Damenchor. In der Schatzkammer sind noch der Apostelzyklus erwähnswert, natrülich auch mit der Darstellung des Apostel Jakobus d.Ä. Es sind nur noch 10 Tafeln erhalten, Petrus und Paulus fehlen. Zwei Seidengewebe mit Darstellung von einer Löwenjagen aus dem 9. Jh. könnten aus dem Hippolytusschrein stammen, der 922 nach St. Ursula gebracht wurde. Von der Schatzkammer gelangen Sie auch in die ‚Goldene Kammer‘ in der viele Reliquienbüsten vom 13. bis ins 18 Jh. ausgestellt wurden. Bis in die Decke hinein sind die Wände mit einem Muster aus Knochen bedeckt.

· St. Cäcilien, Schnütgens-Museum, Cäcilienstr. 29, geöffnet dienstag bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr
Geschichte: Im ausgehenden Mittelalter vermutete man hinter der betont schlichten Stiftskirche St. Cäcilien die aktuelle Nutzung des ‚Alten Domes‘, dem Vorgängerbau des Kölner Domes, für den eine neue Verwendung gesucht wurde. Ausgrabungen haben aber eine rechteckige Vorgängerstiftskirche aus der Ottonenzeit im späten 9. Jh. zu Tage gebracht. Erzbischof Bruno vermachte dem Stift 50 Pfund Silber zur Vollendung des Kirchenbaus. Aber im 12. Jh. musste die ottonische Kirche einem romanischen Bau weichen. Vielleicht war der Reliquienkult im alten Köln der Auslöser dafür, denn hier im Stift verwahrte man die von Bruno übergebenen Reliquien seines Vorgängers aus dem 7. Jh., dem heiligen Evergismus. Gegenüber dem Chor unter der Westempore, ist eine, heute rekonstruierte, Krypta angelegt worden.
Ausstattung: In der heute turmlose Kirche ist seit 1956 das Schnütgen-Museum untergebracht mit der umfangreichsten Sakralsammlung nach dem Diözesanmuseum. Trotzdem hat sich der krichliche, stille, andächtige Eindruck erhalten. Von der alten Ausstattung ist wenig erhalten. Über dem Nordportal hängt die Kopie eines Steinreliefs, auf dem die Heilige Caecilia im Boden zu versinken scheint. Es liegt daran, dass das Relief ursprünglich für einen 8 cm grösseren Rahmen gearbeitet war und ‚zurechtgebogen‘ werden musste. Das Original aus dem 12. Jh. ist im Museum ausgestellt und hat wunderbar erhaltene Köpfe und Gesichter.
Zu den Schätzen des Schnütgen-Museums zählen viele Ausstattungsstücke der romanischen Kirchen von Köln, darunter der Kruzifixus aus St. Georg. Viele Ursulabüsten sind ausgestellt, der Jakobspilger findet eine Fülle an Darstellungen des heiligen Jakobus d.Ä. aus der Zeit des 13. – 18. Jh. Auch wenn Sie weniger Zeit mitbringen, sollten doch neben dem Dom St. Cäcilien nicht verpassen.

· St. Aposteln, Apostelnkloster 10, geöffnet täglich ausser dienstags von 10 bis 12 Uhr und 15 – 17 Uhr
Geschichte: Die ursprüngliche Kapelle wurde außerhalb der römischen Stadtmauern an der Straße nach Aachen gebaut. Erzbischof Pilgrim gründete ein Chorherrenstift . Das Stift erhielt eine dreischiffige Basilika, die jedoch nach einem Brand im Jahr 1198 wieder aufgebaut werden musste. Es entstand die heutige St. Aposteln Kirche mit dem charakteristischen Kleeblattchor. Die Kirche ist auf 12 Pfeilern gegründet, dies entspricht der Zahl der Apostel. Eine Krypta wurde während des 30-jährigen Krieges zugeschüttet und erst nach dem 2. Weltkrieg wieder entdeckt. Der Altarraum zeigt nach Westen und nicht, wie bei anderen Kirchen, in den Osten. Damit die Kirche dem Vorbild des Petersdomes in Rom. Noch erhalten von der Kirche sind die Mauerkerne. Die Schale musste mehrfach erneuert werden. Der Westturm überragt mit seinen 67 m die Türme der anderen romanischen Kirchen.
Ausstattung: Wie die Kirche im Ursprungszustand ausgemalt war, weiß man heute nicht mehr. Die bekannte Ausmalung des 19. Jh. wurde nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg nicht wiederhergestellt. Die Ausmalung der Gewölbe durch einen zeitgenössischen Künstler, die vor einiger Zeit begonnen wurde, ist durchaus umstritten.  Herausragende, sakrale Kunstwerke sind die gotischen Darstellungen der 12 Apostel als Kirchenpatrone in der Ostkonche. Sie sind um 1330 aus Lindenholz gefertigt. Den Jakobspilger interessiert hauptsächlich die Darstellung des heiligen Jakobus d.Ä., es ist die dritte Statue von rechts. Leicht ist er an dem Pilgerstab zu erkennen. Wahrscheinlich gehörten die Skulpturen zu einem Flügelaltar. Eine weitere Jakobusdarstellung findet sich in dem Tafelbild zur Aussendung der Apostel aus dem Jahr 1510. Die Skulpturen der 14 Nothelfer stammen aus dem 16. – 18. Jh. und wurden im 18. Jh. gesammelt und in einer eigenen Nothelfer-Kapelle aufgestellt. Das romanische Taufbecken stammt aus der Zeit um 1200 und 1950 mit einem neuen Deckel ausgestattet. Der ‚Schmerzensmann‘ entstand um 1450, die Madonna mit Kind um 1470 herum.

· Groß St. Martin, Groß St. Martin 9, geöffnet dienstags bis freitags von 10 – 12 und 15 – 17 Uhr, samstags von 10 – 12:30 Uhr und 13:30 – 17 Uhr, sonntags von 14 bis 16 Uhr
Geschichte: Es gibt einen sehr ausführlichen, detaillierten Beleg, dass die Benediktinerabtei, zu der Groß St. Martin gehörte, schon im 7. Jh. gegründet wurde. Im Jahr 1900 wurde diese Chronik als Fälschung eines Bednediktinermönches aus dem Jahr 1730 entlarvt. Sicher wissen die Historiker nur, dass die Kirche Groß St. Martin auf den Überresten einer römischen Sportanlage mit Schwimmbecken oder einem Lagerbecken für Rheinfische und -muscheln gebaut wurde. Gesichert ist die Gründung eines Chorherrenstiftes zwischen 953 und 965 unter Erzbischof Brun zu Ehren des heiligen Martins von Tour. Mauerreste scheinen noch zu einer ersten Kirche dieses Stiftes zu gehören. Nach einem Brand wurde 1172 ein romanischer Neubau geweiht. Der typische Kleeblattchor ist als einziges Bauteil bis heute erhalten. Alle anderen Mauern und der Vierungsturm wurden mehrfach umgebaut und umgestaltet.
Ausstattung: Von der ursprünglichen Ausstattung ist heute nichts mehr erhalten. Im Frühbarock des 17. Jhs. gab es bereits eine Neuausstattung, der wahrscheinlich die vielen urkundlich erwähnten Altäre zum Opfer fielen. Im frühen 18. Jh. wurde dann die Kirche endgültig barockisiert und gegen Ende dann nochmals mit klassizistischen Elementen ausgeschmückt. Aus kunsthistorischer Sicht scheint die Ausschmückung durchaus gelungen. Die in Groß St. Martin vorhandenen Kunstschätze sind bis auf wenige Ausnahmen Neuerwerbungen in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Der Taufstein aus Kalkstein ist ein besonders schön gearbeitetes Stück und stammt aus dem 13. Jh. Das Triptychon mit der Darstellung der Heiligen Drei Könige ist wohl am Niederrhein im Jahr 1530 entstanden. Auch hier findet sich wieder ein ‚Schmerzensmann‘, die lebensgroße Skulptur stammt aus dem 16. Jh. Der zweite Patron der Kirche, der heilige Eliphius, ist im 12. oder 13. Jh. entstanden. Sie zeigt die Legende des Heiligen, der nach seiner Enthauptung mit dem Kopf in der Hand sein eigenes Grab ausgesucht haben soll. Die Kreuzigungs- und Grablegungsgruppe stammen wohl aus der Kölner Werkstatt des Tilman van der Burch im ausgehenden 15. Jh. Besonders die Darstellung des Gekreuzigten zeigt eine aussergewöhnliche anatomische Genauigkeit.

· St. Pantaleon, Am Pantaleonsberg 6, geöffnet montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 16 Uhr, sonntags von 12 – 18 Uhr
Geschichte: Fast schon orientalisch könnten die beiden schlanken Türme von St. Pantaleon sein. Sie erinnern ein wenig an Minarette. Und die Beziehungen in den Orient bietet nicht nur der Namenspatron Pantaleon, der als Arzt in Byzanz, dem heutigen Istanbul, lebte und dort den Märtyrertod mit seinen auf den Kopf genagelten Händen starb. Gegen Kopfschmerzen rufen die Gläubigen ihn seit Jahrhunderten an. Und zu den 14 Nothelfern gehört der Schutzpatron der Ärzte und Hebammen auch. Aber nun zur ältesten der Kölner Kirchen, die auf Überresten einer römischen Villa aus dem 3. Jh. erbaut wurde und auf eine bescheidene Kirche mit Armenhospital aus dem 9. Jh. zurückgeht. Dieses Kirchlein war schon dem heiligen Pantaleon geweiht. Und als im 10. Jh. Erzbischof Bruno hier eine Benediktinerabtei gründet und die Pantaleon-Reliquien stiftet, beginnt 966 nach seinem Tod der Neubau von Kloster und Kirche. 300 Pfund Silber hat er für den Neubau testamentarisch hinterlassen. Schon kurz nach der Chorweihe 980 beginnen die Bauarbeiten erneut. Kaiser Theophanu, Gemahlin Otto II., brachte neben weiteren Reliquien auch die Verehrung des heiligen Nikolaus aus ihrer Heimat Byzanz mit. Erzbischof Bruno und Theophanu sind in St. Pantaleon bestattet worden. Das Westwerk der damaligen Kirche ist noch zum großen Teil erhalten. Um 1160 wird aus einer einschiffigen Saalkirche dann die dreischiffige Basilika. Im späten Mittelalter erhielten andere Klöster, Stifte und Kirchen die grossen Schenkungen – und so stammt der spätgotische Lettner erst aus dem Beginn des 16. Jh. Im 17. und 18. Jh. wurde St. Pantaleon barockisiert. Nach den großen Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde der romanische Bauzustand möglichst wiederhergestellt. Durch Auslagerung z.B. der Schreine und Schutz der wertvolleren Bauteile wie Hochaltar und Lettner hat man es verstanden, in St. Pantaleon die reichhaltigste Ausstattung zu erhalten.
Ausstattung: Das schönste und wohl auch wertvollste Ausstattungsstück ist der sofort ins Auge fallende Lettner, der 1502/1503 aufgestellt wurde. Mehrfach hat er seinen Standort gewechselt und dabei seinen nach Osten zeigenden Schmuck verloren. Um so eindrucksvoller ist die Gestaltung der Vorderseite. Zwei große Namen werden als möglich Künstler ins Gespräch gebracht: Meister Tilman aus Köln und Tilman Riemenschneider. Auf dem Lettner ist auch die barocke Orgel aufgestellt, das Orgelwerk stammt aus dem Jahr 1963. Der barocke Hochaltar wurde 1749 geweiht. Hier begegnet uns der heilige Quirinus von Neuss wieder, der gemeinsam mit St. Mauritius den heiligen Pantaleon flankiert. Die Glasfenster hinter dem Altar sind die ältesten erhaltenen der Kirche und stammen von 1622. Neben der Kreuzigungsszene in der Mitte zeigt das nördliche Fenster wieder St. Pantaleon mit den Heiligen Mauritius und Quirinus und das südliche den heiligen Benedikt mit zwei heiligen Bischöfen, wohl Bruno auf der linken und Engelbert von Berg auf der rechten Seite. Im Seitenschiff hinter dem Lettner sind auch Wandmalereifragmente wohl aus der Vorgängerkirche zu sehen. Auf der linken Seite vom Altar ist es eine gegenständliche Malerei, die von den Fachleuten in die ottonische Zeit datiert wird, die Verkündigungsszene auf der rechten Seite stammt aus der Krypta und ist wohl um 1230 entstanden.
Die Kanzel ist 1749 errichtet worden, die Vorgängerkanzel aus der ersten Hälfte des 17. Jh. zeigt die engen Verflechtungen innerhalb des Erzbistums. Diese können Sie nämlich auf Ihrem Pilgerweg in St. Bartholomäus in Andernach-Namedy besichtigen (7. Tagesetappe).
Im Westwerk, unter der Empore, sind auch noch einige erhaltene Stücke aus der Vorgängerkirche ausgestellt. Eine romanische Chorschranke, die Fragmente vom ursprünglichen Figurenschmuck der Westfassade und als besonderer Höhepunkt Teile einer Kalksteinplatte mit Einlegearbeiten, also ein Mosaik. Ursprünglich scheint die erheblich grössere Platte als kostbarer Steinteppich vor dem Altar gelegen zu haben. Sie sind in das 9. Jh. datiert – es handelt sich also um die ältesten Ausstattungsstücke. Schliesslich finden sich am nördlichen Turmaufgang die Versuche eines angehenden Künstlers. Die Skizzen sind wohl zu Übungszwecken entstanden und danach übertüncht worden. Bisher hat man sie in die Romanik des 11. und 12. Jhs. datiert, neuere Forschung könnten die Entstehung aber auch in ottonischer Zeit liegen.

· St. Andreas, Andreaskloster 3, geöffnet montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 8 bis 19 Uhr
Geschichte:  Wo sich heute St. Andreas befindet, war in der Nähe des römischen Nordtores eine grössere vorstädtische Ansiedlung. Und vielleicht stand hier auch die frühmittelalterliche Kapelle St. Matthäus in Fossa (im Graben). Gesichert ist eine frühromanische Vorgängerkirche aus dem 10. Jh., die Erzbischof Bruno für das von ihm gegründete St. Andreas Chorherrenstift bauen ließ. Von dieser Kirche kann man Teile der mächtigen Fundamente in der Krypta sehen.
Die heutige Kirche stammt aus der Spätromanik des 12. Jh. Die Pfeilerbasilika hatte drei Schiffe, einen Vierungsturm und einen Langchor. Anfang des 15. Jh. wurde die Krypta zugeschüttet und die Kirche gotisch erweitert. Erst mit dem Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg wird die Krypta wieder freigelegt und eine Grabkapelle für den heiligen Albertus Magnus geschaffen. Die Kapellen in den Seitenschiffen mit den herrlichen Wandmalereien stammen aus dem gotischen Umbau Anfang des 15. Jh. Auch der gotische Chor hebt sich deutlich von der romanischen Kirche ab. Dennoch erscheint St. Andreas nicht unharmonisch.
Ausstattung: St. Andreas ist seit 1802 eine der bedeutenden Wallfahrtskirchen in Köln. Im Zuge der Säkularisation wurde das Dominikanerkloster in Köln aufgehoben, die Kirche war zum Abriss bestimmt. Daraufhin wurden die Gebeine des heiligen Albertus Magnus (gest. 1280) in die St.-Andreas-Kirche überführt. Aber dazu später mehr.
In der Eingangshalle begegnet uns wieder die Ursula-Legende. Der ‚Blutbrunnen‘ aus dem Anfang des 16. Jh. soll das Blut der 11000 Gefährtinnen der heiligen Ursula aufgenommen haben. Die Größe macht das Reliquiengefäß zu einer Besonderheit – selbst im reliquiensüchtigen späten Mittelalter.
Im Südschiff (also rechter Hand) begegnet Ihnen zunächst das Triptychon der Rosenkranzmadonna aus der Zeit um 1500/1510. Gemalt wurde dieses Altarbild vom Meister von St. Severin im Auftrag der im Jahr 1472 gegründeten ersten Bruderschaft.
Im südlichen Querschiff steht der Machabäerschrein aus dem beginnenden 16. Jh. Die Legende der Machabäerbrüder und deren grausames Martyrium ist auf diesem kostbaren Schrein in einmaliger Ausführlichkeit wiedergegeben. Die sieben Brüder und ihre Mutter Salomone haben in alttestamentlicher Zeit ca. 200 v. Chr. den Tod erlitten.
Bei dem großartigen Chorgestühl handelt es sich wohl um eines der wertvollsten Arbeiten des Mittelalters in Köln. Es stammt aus der Zeit um 1430. Leider sind einige Beschädigungen nur notdürftig geflickt worden und der Baldachin ist gänzlich untergegangen. Aber auch so kann man das Chorgestühl mit seinen reichhaltigen figürlichen Schnitzereien lange betrachten und satändig etwas Neues entdecken.
In der nordöstlichen Kapelle ist eine hölzerne Pieta (leidende Mutter Gottes) aus der 2. Hälfte des 14 Jh. aufgestellt. Diese stammt aus dem aufgegebenen Dominikanerkloster und hat hier einen würdigen Platz gefunden.
Überall in der Kirche entdecken Sie zum Teil sehr alte, d.h. bis in die Gotik datierte, Wandmalereien. Leider sind sie nur noch teilweise oder nach mehrfacher Restaurierung nur noch fragmentarisch erhalten.
In der Krypta befindet sich der römische Steinsarkopharg aus dem 3. Jh. mit den Gebeinen des Albertus Magnus (1200-1280). Der Universalgelehrte des Mittelalters studierte die freien Künste und wohl auch Medizin, später dann Theologie. Sein Noviziat als Dominikaner absolvierte er in Köln, wohin er auch später immer wieder zurückkam. Ab 1248 leitete er die Ordenshochschule in Köln, die in dieser Zeit Studenten aus ganz Europa anzog. Als Provinzial der deutschen Ordensprovinz visitierte er regelmässig die insgesamt 40 Klöster. 1260 wurde Albertus Magnus vom Papst zum Bischof von Regensburg ernannt und war damit gleichzeitig Reichsfürst. Das ungeliebte Amt konnte er aber schon zwei Jahre später wieder aufgeben und zog in den Jahren 1263 und 1264 als Kreuzzugsprediger durch Deutschland und Böhmen. Nach Wiederaufnahme seiner Lehrtätigkeit kam er 1269 wieder nach Köln zurück, wo er am 15. November 1280 starb.
Albertus Magnus, der in Paris auch Lehrer von Thomas von Aquin war, hat 70 Bücher hinterlassen. Seine ausführliche Darstellung der europäischen Flora und Fauna gehörte zu den wichtigsten Schriften des Mittelalters. Das gilt auch für seine geografischen Beschreibungen.
Albertus Magnus war fasziniert von den Schriften des antiken griechischen Philosophen Aristoteles. Für Aristoteles existierte ein göttliches Wesen, weil für ihn alles, bis auf die Zeit und die Veränderung, vergänglich ist. Das schließt der geniale Philosoph aus der einzigen angenommenen unvergänglichen Veränderung, nämlich der Kreisbewegung der Fixsterne. Wenn diese Kreisbewegung ewig andauert, dann muss es jemanden geben, der ‚bewegt‘ und selbst ‚unbewegt‘ ist. Der unbewegte Beweger ist nach Aristoteles ‚Gott‘. Gott bewegt die gesamte Schöpfung. Und da er denken kann, muss er auch lebendig sein. Nicht, dass Albertus Magnus die Schriften des Aristoteles unkritisch übernommen hätte: Im Gegensatz zu vielen späteren Philosophen (darunter auch Martin Luther) hat er in seinen eigenen Werken Kritik geübt und viele Anmerkungen zu seinem Vorgänger gemacht.  Er setzte sich sehr dafür ein, dass die aristotelischen Schriften, die zuvor als ‚heidnisch‘ abgelehnt wurden, in den Kanon der Kirche aufgenommen wurde. Damit begründete Albertus Magnus letztendlich die modernen Naturwissenschaften.
Wenn Sie sich mehr für den erst 1931 heilig gesprochenen Kirchenlehrer interessieren: Das Albertus-Magnus-Institut in Bonn (www.albertus-magnus-institut.de) arbeitet seit 1931 an einer kritischen Ausgabe seines Gesamtwerkes in 41 Bände, jeder mit zahlreichen Teilbänden. 
Für St. Andreas hat der Dominikanerkonvent einen detaillierten Kirchenführer herausgegeben, der am Schriftenstand erhältlich ist.

· St. Maria Lyskirchen, An Lyskirchen 8, geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr
Geschichte: Obwohl St. Maria Lyskirchen die kleinste unter den großen romanischen Kirchen ist, hat sie doch eine große Besonderheit gegenüber den anderen Stiftungen in der Stadt. Es war niemals eine Stiftskirche, sondern wohl die Stiftung eines vornehmen Kölner Bürgers. Aus Lisolf oder Lysolfus, es sind mehrere Schreibweisen überliefert, wurde im Laufe der Zeit Lyskirchen. Einen längeren Besuch ist die Kirche wegen ihrer weitgehend erhaltenen Gewölbemalereien aus dem 13. Jh. wert. Sie liegt an Ihrem Weg aus der Stadt heraus und Sie sollten ein wenig Zeit einplanen. Im Pilgerwanderführer "Ein Jakobsweg von Neuss über Köln nach Koblenz-Stolzenfels" wird die Baugeschichte kurz erwähnt – und auch die Legende der Zelle des heiligen Maternus, die in der Krypta gewesen sein soll, wird erzählt.
Dass es Vorgängerbauten gegeben hat, ist unstrittig. 948 wird in den Urkunden von einem ‚Kirchlein‘ berichtet. Alte Fundamente ziehen sich quer durch die Emporenbasilika.Wie weit Vorgängerbauten zurückdatiert werden können, kann man heute nicht mehr sagen. In einer Ecke sind römische Baumaterialien verwendet worden. Auf jeden Fall gab der Grundriss der Kapelle die Bauform für die neue romanische Kirche aus der ersten Hälfte des 13. Jh. vor. Noch heute kann man von außen erkennen, dass es nicht so einfach gewesen sein kann, den Grund und Boden zu erwerben. Vorne gab die Straße die Begrenzung vor, das nördliche Seitenschiff hatte mehr Platz zur Ausdehnung. Insgesamt wirkt der Grundriss unregelmäßig, ja sogar verzogen. Durch Um- und Anbauten im Laufe der Jahrhunderte, besonders im 16. und 17. Jh., erhielt St. Maria Lyskirchen ihr heutiges Gesicht.
Ausstattung: Der Taufstein im südlichen Seitenschiff ist wohl das letzte Stück der ursprünglichen Ausstattung. Gearbeitet gegen Ende des 13. Jh. aus schwarzem und hellem Marmor. Gegenüber steht die 2 m hohe sogen. Schiffermadonna, die angeblich aus dem Kloster Walberberg im 19. Jh. nach Lyskirchen kam. Gearbeitet wurde die Madonna aus Holz um 1410/1420. Ursprünglich stand sie im Freien und blickte auf die Schiffe auf dem Rhein herunter. Zum Schutz vor Witterungs- und Umwelteinflüssen hat man sie jedoch in die Kirche umgesetzt. Wenn Sie sich in der Mitte umdrehen, erkennen Sie die wohl älteste Wandmalerei der Kirche. Es handelt sich um die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Dieses Bild aus den Jahren um 1220/1230 ist das letzte erhaltene an den Wänden, aus der wohl ursprünglich gänzlich ausgemalten Kirche. Immerhin konnten die Menschen des Mittelalters nur selten lesen und schreiben, Bilder ersetzten also die Schrift.
Im nördlichen Seitenschiff sind einzelne Scheiben der ehemals prächtigen Glasfenster erhalten. Die aus den Jahren 1520/1530 stammenden Fenster zeugen von einer hohen Qualität der künstlerischen Darstellung. Achten Sie nur einmal auf die Gesichter und auf die Kleidung.
Erwähnenswert, bevor Sie den Blick nach oben richten, sind noch das Triptychon in der nördlichen Chorkapelle. Es ist eine Kopie aus dem Beginn des 19. Jh. – das Original hat die Pfarrgemeinde 1812 verkauft. Der Altar steht heute im Frankfurter Städel. Die ursprüngliche Arbeit stammt von Joos van Kleve, der wohl ab 1511 die Bilder geschaffen hat. Und am Hochaltar steht eine Madonna aus der Zeit um 1350 mit einer alten, farbigen Bemalung.
Die herrlichen Malereien im Mittelschiff und den beiden Chorkapellen stammen aus dem 13. Jh. Trotz der Zerstörungen des 2. Weltkrieges sind sie erhalten geblieben. In der nördlichen Chorkapelle, dort wo auch das Triptychon steht, wird die Legende der heiligen Katharina erzählt, die Anfang des 4. Jh. den Märtyrertod erlitten haben soll. Diese Malereien sind 1879 entdeckt worden und man hat in dem Versuch, sie zu restaurieren, viel übermalt und reichlich Goldbronze verwendet. In diesem Zustand sind sie hier noch heute. Die Beschädigungen stammen aus neuerer Zeit. Gegenüber in der südlichen Kapelle hat man die Übermalungen 1934 wieder entfernt. Hier zeigen die Bilder Szenen aus der Nikolaus-Legende, die besonders im Rheinland sehr oft zu finden sind.

· St. Gereon, Gereonskloster, geöffnet montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr, sonntags von 12:30 bis 18 Uhr
Geschichte: Erfahrungen sind immer subjektiv und Neutralität gehört beim Zusammenstellen meiner Pilgerwanderführer nicht zu meinen Zielen. Deshalb darf ich wohl schreiben, dass St. Gereon für mich die faszinierendste der romanischen Kirchen in Europa ist. Vielleicht liegt es daran, dass diese Kirche eigentlich gar kein romanischer, sondern ein spätantiker, Bau ist.
Was wissen und was vermuten die Historiker? Es gab an dieser Stelle ein viel genutztes römisches Gräberfeld, auf dem eine prächtige ‚cella memoriae‘ gestanden hat. Dieses Totengedenkhaus wurde sogar teilweise beheizt. Nur eine mächtige und reiche Familie konnte sich so etwas leisten – aber die ließen sich kaum in der Provinz bestatten, ja, selbst für Trier, wo der Hof häufig residierte, wäre es ungewöhnlich gewesen. Wohl im 4. Jh. wurde der ovale Bau mit acht Nischen gebaut. Die Legende berichtet, dass Kaiserin Helena diesen Bau für den heiligen Gereon, einem Offizier der Thebäischen Legion (vgl. Ein Jakobsweg von Neuss über Köln nach Koblenz-Stolzenfels – Bonn), errichten ließ. Die Datierung beruht allein auf einem eingemauerten Isis-Altarstein, in dem eine in Trier nach 345 geprägte Münze gefunden wurde.  Damit scheidet Helena (gest. 330) als Bauherrin allerdings aus. Die Nutzung ist unklar, jedoch wird im Zusammenhang mit der Thebäischen Legion im 5. Jh. von einer Kirche ‚Zu den Goldenen Heiligen‘ berichtet. Dies bezieht sich auf die goldenen Mosaike, die in dem Ovalbau gefunden wurden.

Das schon 839 erstmals belegte St. Gereonstift entwickelt sich zur ranghöchsten Kirche im Erzbistum Köln. Aber der Zahn der Zeit hat auch vor St. Gereon nicht halt gemacht. Im 11. Jh. war die Kirche baufällig, umfangreiche Baumaßnahmen folgen. Nachdem dann 1121 die angeblichen Gebeine des heiligen Gereon gefunden wurden, wurde An- und Umbauten intensiviert. Zwischen 1210 und 1227 wird der Ovalbau zu einem Dekagon (Zehneck) umgebaut und eine nach der Hagia Sophia in Konstantinopel (Istanbul) und dem Dom zu Florenz grösste Kuppel des Mittelalters gebaut. Eine barocke Umgestaltung wurde im 19. Jh. wieder rückgängig gemacht.
Heute stellt sich St. Gereon als einzigartige Verbindung von spätantiken, romanischen und gotischen Bauelementen dar.
Ausstattung: Die wertvolle Ausstattung geht in dem prachtvollen und aussergewöhnlichen Bauwerk ein wenig unter. In der Vorhalle ist der linke Löwe war wohl nicht an seiner ursprünglichen Stelle, aber sicherlich aus romanischer Zeit im 12. Jh. Längst nicht so fein gearbeitet ist der rechte Löwe, der später geschaffen wurde. Schon damals galt der Satz: "Früher war alles besser!" Die Grablegung Christi aus Sandstein mit lebensgroßen, vollplastischen Figuren ist vom Beginn des 16. Jh.
In der Taufkapelle sind einige schöne Wandbilder aus dem Übergang von der Romanik zur Gotik zu erkennen. Nachdem die Bilder mehrfach übermalt wurden, konnten sie im 20. Jh. wieder freigelegt werden. Ins Auge fällt sofort die Darstellung des heiligen Konstantin aus der Zeit um 1240. Der Flügelaltar mit der Kreuzigungsszene ist vor 1515 entstanden. Links und rechts sind der heilige Georg und der heilige Christopheruas dargestellt. Unter dem Kreuz erkennen Sie Maria, Johannes und die heilige Margaretha. Der vierte Heilige lässt sich nicht eindeutig zuordnen. Vielleicht ist es ja ungewöhnlicherweise Jakobus d.Ä., der hier mit dem Schwert als Attribut seines Märtyrertodes dargestellt wurde.
Gegenüber, in einer der nördlichen Nischen des Zehnecks, steht eine Alabasterfigur der heiligen Helena, der Mutter des römischen Kaisers Konstantin. Helena ist im hohen Alter von 76 Jahren von Trier nach Jerusalem gepilgert und hat dort der Legende nach das Wahre Kreuz und das Grab Christi gefunden. Wie oben erwähnt soll sie auch in Köln gewesen sein.
Im Chor befindet sich auf der rechten, südlichen Seite die Sakristei, heute als Schatzkammer gestaltet. Dort befindet sich noch ein Fenster, dessen unterer Teil aus der ersten Hälfte des 14. Jh. stammt und u.a. die Anbetung durch die Heiligen Drei Könige zeigt. Die Sakristeitür mit den Reliefs des leidenden Christus und seiner Mutter stammen aus der Zeit um 1540.
Der prunkvolle Josephsteppich an der Nordwand stammt aus der Mitte des 18. Jh. und erzählt die alttestamentarische Geschichte von Joseph und Jacob. Das kunstvolle Sakramentshaus entstammt der Renaissance, datiert 1608.
Über dem Zugang zur Grabkapelle hat sich eine Kreuzigungsdarstellung aus dem 13. Jh. erhalten. Der Märtyrerbrunnen (in den der hingerichtete Gereon geworfen sein soll) nahm man im westlichen Teil der Krypta an und errichtete um 1190 ein neues Gewölbe über dem Grab. Dass Samsonmosaik stammt aus dem Chorraum und ist hier im 19. Jh. neu verlegt worden.  Die Fragmente stammen aus der Zeit um 1070.

· St. Kunibert, Kunibertkloster 6, geöffnet täglich von 10 – 13 und 15 – 18 Uhr, sonntags von 15 – 18 Uhr
Geschichte: Bei einer fast 800 Jahre alten Kirche von der ‚jüngsten‘ zu sprechen, erscheint etwas seltsam. Der Baubeginn liegt immerhin vor 1210, der Chor wurde 1226 fertiggestellt und geweiht wurde St. Kunibert 1247 als Stiftskirche. Der um 600 herum an der Mosel geborene heilige Kunibert gilt als Missionar der Friesen und Sachsen, war aber recht erfolglos. Gegen seinen Willen wurde er der siebte (oder neunte) Bischof von Köln und gründete eine St. Clemens-Kirche. An Stelle dieser ersten Kirche, in der der Heilige und 690 die zwei Ewalde (angelsächsische Priester, die bei der Sachsenmission ums Leben kamen) bestattet wurden,  ist dann St. Kunibert gebaut worden. Heute ist es eine der ausgewogendsten romanischen Kirchen in Deutschland, vielleicht liegt das an der späten Bauzeit.
Ausstattung: St. Kunibert war schon von alters her mit zahlreichen wertvollen Reliquien ausgestattet. In der neu entstandenen Schatzkammer auf der linken Seite des Querhauses fallen sie heute sofort wieder ins Auge. Auch werden in der Schatzkammer die kostenbaren Seidenstoffe des 10. Jh. aus dem Kinibertschrein und dem Schrein des zwei Ewalde aufbewahrt.
Gegenüber sind Fragmente eines Schnitzaltares aus der Werkstatt des Meister Tilman ausgestellt. Die Reliefs aus Eiche sind um 1500 entstanden.
An den Vierungspfeilern, kurz vor dem Chor, sind die Skulpturen einer Verkündigungsgruppe angebracht. Sie stammen aus dem Jahr 1439. Der Stifter dieser Gruppe ist als kleine Figur unter dem Lesepult von Maria dargestellt. Das Triptychon rechts davon wird auch ‚Meinerzhagen-Altar‘ genannt, ist in Öl auf Holz gemalt und stammt aus der Mitte des 16. Jh.
In der Taufkapelle steht das Taufbecken aus den Jahren um 1260. Bemerkenswert ist das sehr qualitätsvolle Wandbild, das auch in diese Zeit datiert wird. Die Darstellung des Gekreuzigten ist sehr zart, fast schon zerbrechlich wirkend. Weder Maria noch Johannes blicken zum Kreuz auf, sondern nach unten auf den Boden.
Daneben sehen Sie das Sakramentshaus, eines der Prunkstücke der Kirche. Es verbindet plastische mit gemalten Elementen und stammt aus dem 15. Jh. Der reichahltige figürliche Schmuck mit Darstellungen von Heiligen lässt Sie ständig etwas Neues entdecken.
Gegenüber befindet sich der Reliquienschrank aus dem Beginn des 13. Jh. Darunter befanden sich z.B. ein Stück vom Kreuz, der Bart des heiligen Antonius (dem Einsiedler) und ein Arm des heiligen Nikolaus. Und auf diese Reliquien nehmen die Wandbilder in der Nische oberhalb des Schrankes Bezug.
Im Chorraum fallen die Glasfenster aus spätromanischer Zeit um 1220/1230 auf. Sie gelten als die bedeutendsten Zeugnisse der romanischen Glasmalerei in Deutschland. Eine genaue Beschreibung der Fenster finden Sie am Schriftenstand in der Kirche. Das Triptychon des Hochaltares ist erst seit 1998 wieder in St. Kunibert, nachdem es während der Säkularisation zu Beginn des 19. Jh. verkauft wurde.
Die eingelassene Platte im Chor weist auf die Krypta und den ‚Kunibertpütz‘ hin. ‚Pütz‘ steht im rheinischen für Brunnen. Mit diesem Brunnen, der viel älter als der erste Kirchenbau an dieser Stelle ist, sind die Legenden der zwei Ewalde verbunden. Die Leichen der Priester sollen hier an Land gespült worden sein. Auch der heilige Clemens, Patron der ersten Kirche an dieser Stelle, soll mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen worden sein. Und wenn die Kinder in Neuss, dem Startpunkt unseres Rhein-Caminos, nicht vom Klapperstorch gebracht, sondern aus dem Quirinusbrunnen kommen, so ist es in Köln der Kunibertpütz, auf dessen Grund die Kinder spielen. Noch im 19. Jh. tranken Frauen aus dem Brunnen, damit sich ihr Kinderwunsch erfüllte.