Variante Flensburg: Niehuus – Flensburg (ZOB – 7 km) –  Jarplund-Weding-Hochholz (6,5 km) – Munkwolstrup (4 km) – Oeversee (3 km) = ca. 20,5 km

Wie schon beschrieben, teilt sich der Jakobsweg in Niehuus. Während der Hauptweg hinunter in Richtung See und dann weiter nach Handewitt führt, können Sie in Richtung Flensburg einfach den Markierungen der Pilgerroute Ochsenweg/Haervej (die Markierung mit der Jakobsmuschel wollte die Stadt Flensburg nicht und hat deshalb die Genehmigung nicht erteilt) geradeaus folgen. Sie pilgern eine wenig befahrene Straße, vorbei am Klueshof, durch die Flensburger Nordstadt und Neustadt und sind dann schließlich am Hafen.

Flensburg

Allgemeines: Flensburg ist die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands und hatte am 31.12.2006 eine Einwohnerzahl von 86630.

Ansprechpartner: Evangelisches Pfarrbüro St. Johannis, Johanniskirchhof 22, 24937 Flensburg, Telefon 0461-12771; Katholisches Pfarrbüro St. Marien Schmerzhafte Mutter, Nordergraben 36, 24937 Flens­burg, Telefon 0461-1440910, E-Mail kath-kirche-fl@foni.net; Flensburg Fjord Tourismus, Rathausstraße 1, 24937 Flensburg, Telefon 0461-9090920, E-Mail info@flensburg-tourismus.de

Übernachtung: DJH Flensburg, Fichtestraße 16, 24943 Flensburg, Telefon 0461-37742, E-Mail jhflensburg@djh-nordmark.de, ÜF für 2 Personen ab 29,20 Euro; Backpacker’s Inn, Schleswiger Straße 10, 24941 Flensburg, Telefon 0461-9090833, E-Mail info@backpackers-inn.de, Ü für 2 Personen ab 38 Euro; Etap-Hotel Flensburg City, Suederhofenden 14 (am ZOB), 24937 Flensburg, Telefon 0461-4808920, Ü-DZ ab 33 Euro; Pilgerunterkunft www.via-jutlandica.de

An der inneren Flensburger Förde entstanden Ende des 12. Jh. verschiedene Ortschaften. Die Gründe hierfür sind wohl im vorbeiführenden Ochsenweg, dem Angelboweg (Nordfriesland-Angeln), den großen Heringsvorkommen und nicht zuletzt auch in der vor Winden geschützten Lage zu sehen.

Zu Beginn des 13. Jh. wuchsen die Ortschaften langsam zusammen, 1248 wird Flensburg erstmalig er­wähnt und erhält 1284 die Stadtrechte. Obwohl Flensburg nicht Mitglied der Hanse war, bestanden enge Handelsbeziehungen zu deutschen und europäischen Städten. Wichtigstes Handelsgut waren in Salz ein­gelegte Heringe. Erst im 16. Jh. – nach der Reformation – öffnete sich das dänische Flensburg mehr und mehr der deutschen Sprache und Kultur, während jedoch das Umland dänisch geprägt blieb. Als die Hanse im 16. Jh. langsam niederging, galt Flensburg bis in die Wirren des 30jährigen Krieges hinein als eine der bedeutendsten Handelsstädte im skandinavischen Raum. Haupthandelsgüter waren neben den Heringen der Zucker und Walfischtran.

Im 18. und 19. Jh. kam es zu einem erneuten Aufschwung. Zunächst war die Haupthandelsware Rohr­zucker, der aus Dänisch-Westindien importiert und in Flensburg raffiniert wurde. Als sich Flensburg nicht mehr gegen die Metropolen Hamburg und Kopenhagen durchsetzen konnte, begann der Handel mit Rum. Früher waren über 20 Rumhandelshäuser in Flensburg angesiedelt, darunter so große Namen wie Han­sen, Pott, Asmussen u. a. Heute existiert nur noch ein Rumhaus A. H. Johannsen.

Am 3. Mai 1945 erlangte Flensburg kurzzeitig eine besondere Bedeutung. Die Marineschule Mürwik dien­te der geschäftsführenden Reichsregierung unter Großadmiral Karl Dönitz als Regierungssitz. Diese Epi­so­de wurde mit der Besetzung durch alliierte Truppen am 23. Mai 1945 beendet, die provisorische Reichs­regierung wurde festgenommen.

Als Autofahrer denkt man eigentlich heutzutage mehr an die Verkehrssünderkartei, die so richtig offiziell Verkehrszentralregister des Kraftfahrt-Bundesamtes heißt. Übrigens gibt es diese Kartei schon seit 1910, damals war sie noch in Berlin angesiedelt.

Die Altstadt von Flensburg ist sehr gut erhalten, viele Sehenswürdigkeiten warten auf Sie. Sie sollten tatsächlich auf Ihrem Jakobsweg ein wenig Zeit für die faszinierende Stadt einplanen. Die Touristen-Information am ZOB hält Vorschläge für Stadtrundgänge für Sie bereit.

Nicht verpassen sollten Sie jedoch die älteste Kirche der Stadt, die Johanniskirche aus dem 12. Jh. Sie finden diese romanische Hallenkirche am Rande der Altstadt. Das gotische Gewölbe ist mit der Darstellung des Garten Eden ausgemalt.

Auch die Marien- und die Nikolaikirche gehören zu den Hauptkirchen der Stadt. Während die St. Marienkirche eine besonders schöne und wertvolle Ausstattung hat, finden Sie in St. Nikolai die Renaissance-Orgel von Heinrich Ringeringk.

Im Quartett der Flensburger Hauptkirchen fehlt noch die Heiliggeistkirche, die dänische Hauptkirche direkt in der Flensburger Fußgängerzone. Sie ist 1386 als Kapelle des Heilig-Geist-Hospitals gebaut worden und war in späterer Zeit vor allem die Kirche der Schiffer.

Der Weg führt Sie nun durch den Stadtteil Sandberg in südlicher Richtung aus der Stadt hinaus. Über die Bahngleise und später über die viel befahrene K 26 geht es an Martinsstift vorbei und durch Hochholz. Auf gut markierten Wegen erreichen Sie Munkwolstrup, und von dort aus ist es nicht mehr weit zum Sankelmarker See.

Zwar wurde Munkwolstrup schon 1352 erstmals urkundlich erwähnt, das Besondere ist aber eines der größten archäologischen Denkmäler Europas, das bis zu 75 m lange Großsteingrab aus der Zeit von 3500 bis 2800 v. Chr. Diese jungsteinzeitliche Anlage wurde bis in das 19. Jh. hinein als Steinbruch genutzt, im Jahr 2003 wurde aber die Wiederherstellung abgeschlossen.

Ein paar Meter weiter überqueren Sie die Straße, passieren die Europäische Akademie und erreichen dann den Sankelmarker See.

Wenn Sie hier nicht der Markierung folgen, sondern der Straße in südlicher Richtung, sehen Sie nach ein paar Schritten auf der linken Seite das Denkmal für die Schlacht von Oeversee und kommen dann am Historischen Krug vorbei. Beschrieben sind diese Sehenswürdigkeiten in der 2. Etappe (Handewitt-Süderschmedeby). Dort ist auch eine Übernachtungsmöglichkeit in Oeversee-Frörup genannt. Da aber Frörup doch ein Stückchen vom Weg abliegt, sollten Sie die gute Busverbindung in Oeversee nutzen und entweder zurück nach Flensburg oder voraus nach Süderschmedeby fahren.