142 km weit führt der Lahn-Camino weitgehend auf dem Lahnhöhenweg auf der Taunus-Seite (links) vom Wetzlarer Dom bis nach Lahnstein, wo die Lahn in den Rhein mündet.

Die Streckenführung könnte durchaus einem mittelalterlichen Jakobsweg entsprechen. In der St. Kastor Kirche in Dausenau (auf der Westerwaldseite) wurde auch bei Ausgrabungen eine Jakobsmuschel als Grabbeigabe gefunden. Die Flussniederungen waren meist morastig und schlecht passierbar, deshalb wird auch der Reisende des Mittelalters die Höhen von Taunus oder Westerwald bevorzugt haben.

Etappen

Wetzlar (145 m) – Wetzlar-Nauborn – Laufdorf – Solms-Oberndorf – Braunfels – Weilburg-Hirschhausen – Weilburg/Lahn (280 m) 25 km

Weilburg-Schiffstunnel (180 m) – Freienfels – Weinbach – Elkerhausen (315 m) – Langhecke – Villmar (160 m) 26 km

Villmar – Runkel (160 m) – Eschhofen (140 m) – Limburg/Lahn (125 m) – Diez/Lahn 23 km

Diez/Lahn (150 m) – Balduinstein (115 m) – Gabelstein (240 m) – Obernhof (120 m) 26 km

Obernhof – Nassau/Lahn (90 m) – Misselberg (260 m) – Hof Mauch (370 m) – Bad Ems (100 m) 24 km

Bad Ems – Hoher Malberg (310 m) – Miellen (140 m) – Hof Aspich ( 243 m) – Lahnstein (70 m) 22 km

Markierung

  • Lahn-Camino: gelbe Muschel auf blauem Grund
  • Lahnhöhenweg: weißes L auf schwarzem Grund, gelegentlich nur weißes L
  • Zwischen Kloster Arnstein und Nassau Europäischer Fernwanderweg E1: weißes Andreaskreuz (liegendes X) auf schwarzem Grund

Verkehrsverbindung

Wetzlar und Lahnstein sind über das Streckennetz der Deutschen Bahn leicht erreichbar. Die durch das Lahntal führende Bahnverbindung (Koblenz – Gießen), ermöglicht eine einfache Unterteilung in Tagesetappen. Jede Tagesetappe endet in einem Ort mit Bahnanschluss. Sie können damit rechnen, dass die Züge auf der Lahntalstrecke mindestens alle 60 Minuten, zu Stosszeiten alle 30 Minuten fahren. Aber auch alle anderen Orte sind durch den Öffentlichen Nahverkehr vebrunden – Busse fahren jedoch manchmal nur am frühen Vormittag und am späten Nachmittag (Berufsverkehr). Die Internetseite des Rhein-Main-Verkehrsverbundes www.rmv.de macht Ihnen die Planung leicht.

Unterkunft

Die Unterkünfte und Anlaufstellen sind nur für die Tagesziele genannt. Auf die Nennung von Privatquartieren haben wir bewusst verzichtet, da Etappenpilger sich i.d.R. lieber für bis zu einer Woche an preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten orientieren. Wenn Sie als Langzeitpilger dennoch ein Privatquartier suchen, wenden Sie sich bitte an den Autor oder an die örtlichen Pfarrämter (jeweils bei den Tageszielen genannt). Durch die Eröffnung des ökomenischen Pilgerweges (Elisabethweg) nach Marburg wird derzeit eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut, die jedoch noch sehr lückenhaft ist (Januar 2007).

  • Hotels und Pensionenn: in allen größeren Orten vorhanden.
  • Jugendherbergen: Wetzlar, Weilburg, Limburg, Diez, Bad Ems, Koblenz (Festung Ehrenbreitstein)
  • Campingplätze: Braunfels, Weilburg (Zeltplatz), Runkel (Zeltplatz), Limburg, Diez, Obernburg (Kloster Arnstein), Nassau, Dausenau, Bad Ems, Nievern/Fachbach, Lahnstein

Versorgung

In allen Gemeinden am Weg problemlos im „Tante-Emma-Laden“ oder im Supermarkt möglich.

Literatur und Karten

Wanderkarten mit einem eingezeichneten Lahn-Camino konnten wir noch nicht finden (Januar 2007 – über Hinweise zum Erscheinen sind wir sehr dankbar). Siehe auch „Markierung“. Für erfahrene Wanderer sind Karten im Massstab 1:50.000 ausreichend, da die Beschilderung fast lückenlos und eindeutig ist.

Die folgenden zwei Karten decken den Verlauf des Pilgerweges vollständig ab.

  • „Lahn-Dill Nord und Süd“ 1:50.000 Landesvermessungsamt Hessen, ISBN 3-89446-288-4 – siehe Buchliste
  • „Lahn-Naturpark Nassau“1:50.000 Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz ISBN 3-89637-305-6 – siehe Buchliste

Anforderungen

Der gesamte Lahn-Camino stellt an den einigermassen fitten Pilger keine besonderen Anforderungen. Dem untrainierten oder in Wetzlar startenden Pilger raten wir, einige der Tagesstrecken -insbesondere Diez – Oberhof beenden Sie besser in Laurenburg- mit Hilfe der Karte zu reduzieren. Dies ist in der Regel problemlos in allen Ortschaften möglich, da die Gegend durch den Öffentlichen Nahverkehr gut erschlossen ist.