7. Tag  Stafstedt – Nindorf (6,5 km) – Tappendorf (3,5 km) – Hohenwestedt (4 km) – Jahrsdorf (5 km) = ca. 17 km

Schwierigkeit leicht

Zeitbedarf ca. 5 Stunden ohne Besichtigungen und Pausen

Impuls für den Tag: „Wir wollen euch über die Verstorbenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Wenn Jesus und das ist unser Glaube gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen.“ (1 Thess 4,13-14)

Sage: Wenn man von Stafstedt nicht dem Jakobsweg folgt, sondern der Straße nach Luhnstedt, dann zeigt sich seit alten Zeiten auf einer Wiese eine Sau mit ihren Ferkeln. Wer zur Mitternachtsstunde über die Wiese geht, wird von dem Tier angefallen und muss schleunigst weglaufen. (Meyer Gustav Friedrich (Hrsg.): Wagrien. Sagen, Märchen und Geschichten. Neustadt 1926)

Und genau aus diesem Grund halten wir uns vorsichtshalber weiter auf der Via Jutlandica von Stafstedt über Hohenwestedt nach Jahrsdorf und vermeiden es tunlichst, in dieser Gegend vom rechten Weg des wahren Jakobs abzuweichen.

Nach Nindorf führt die erste Teiletappe des heutigen Tages. Dabei handelt es sich um eines der sog. holsteinischen Urdörfern, d. h. die Siedlungsspuren (Hügelgräber und Bodenfunde) deuten auf eine sehr frühe Besiedlung hin. Nach einer vollständigen Zerstörung wurde Nindorf als Angerdorf um das Jahr 1000 n. Chr. wieder aufgebaut. Angerdörfer sind planmäßig um einen zentralen Platz (Anger) angelegte Ortschaften.

Über Tappendorf (erste Erwähnung 1379) und Vaasbüttel geht es nach Hohenwestedt.

Hohenwestedt

Allgemeines: Hohenwestedt liegt im Landkreis Rendsburg-Eckernförde und hatte am 31.12.2012 eine Einwohnerzahl von 5077.

Ansprechpartner: Kirchenbüro Kirchengemeinde Hohenwestedt St. Peter und Paul, Lindenstraße 42, 24594 Hohenwestedt, Tel.: 04871-650; Katholische Pfarrgemeinde Heilige Familie, Burmesterstraße 19-21, 24594 Hohenwestedt, Telefon 04871-547, Pfarrer: Am Margarethenhof 39, 24768 Rendsburg, Telefon 04331-71220, E-Mail Pfarramt add  st-michael-rendsburg.de; Gemeinde Hohenwestedt, Am Markt 15, 24594 Hohenwestedt, Telefon 04871-360, E-Mail info add amt-mittelholstein.de

Übernachtung: Übernachtungstipps in Itzehoe und Umgebung

Wie so viele Ortschaften an Ihrem Pilgerweg, so ist auch Hohenwestedt vermutlich schon um 3000 v. Chr. besiedelt worden und gehört damit zu den Urdörfern. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1217 als Wetsstede. Zu dieser Zeit gab es im Ort schon eine Kirche. Die günstige Lage am Ochsenweg (Nord-Süd-Verbindung) und der Lübsche Trade (West-Ost-Verbindung) führte schnell zur wirtschaftlichen Blüte. Nachteil der günstigen Lage mit nahezu exakt 50 km zur Nordsee- und 50 km zur Ostseeküste waren die durchziehenden Soldateska-Horden, die den Ort häufig zerstörten und ausplünderten. Zwei verheerende Großbrände im 17. und 18. Jh. zerstörten Hohenwestedt fast vollständig.

Die heutige evangelisch-lutherischen Kirche Peter-Pauls-Kirche wurde 1769 geweiht, als Saalkirche im schlichten Spätbarock mit einer ‚Welschen Haube‘ (geschweifter Turmhelm). In der Lindenstraße können Sie die Kirchspiel- und Klostervogtei (Hohenwestedt gehörte zu 1/3 zum Kloster Itzehoe) besichtigen. Nach dem Brand von 1768 ist an der Kirchspielvogtei die Rokoko-Mitteltür erhalten. Die Klostervogtei wurde 1846 im klassizistischen Stil erbaut.

Etwas Besonderes ist das sog. Muschelhaus, auch in der Lindenstraße gelegen. Der ehemalige Besitzer stellte um 1900 Muschelsouvenirs her und verzierte mit den Muscheln auch Fenster, Türen und Hausecken. Schon vorher ließ er den Schalenstein vor dem Haus aufstellen – einen vorgeschichtlichen Opferstein mit künstlichen Schalen, die zur Aufnahme des Blutes von Opfertieren dienten.

Auf Ihrem Jakobsweg geht es nun an Hohenwestedt vorbei. Sie überqueren die Bahngleise und die B 430. Nach 200 m verlassen Sie die Landstraße in Richtung Grauel und begeben sich auf dem Feld-Wirtschaftsweg in Richtung Waldstück. Dort können Sie vielleicht rechts und links einige Hügelgräber erkennen. Im Wald stoßen Sie auf eine Straße, der folgen Sie nach rechts, überqueren die B 77 und gelangen dann nach Jahrsdorf, unserem heutigen Etappenziel.

Auch Jahrsdorf ist eines der holsteinischen Urdörfer und wurde dann später 1149 erstmals urkundlich erwähnt. Ganz in der Nähe, auf der höchsten Erhebung der Umgebung, dem sog. Balken, soll bis 1560 das Thinggericht für den ganzen Holstengau abgehandelt worden sein.

Mit dem Bus kommen Sie in wenigen Minuten wieder in Hohenwestedt, der Fahrplan 2014 gibt den letzten Bus an Werktagen für 18:48 Uhr an (davor 15:43 h, an Samstagen 15:43 Uhr und Sonntagen 19:49 Uhr) – der ist in 3 Minuten am ZOB in Hohenwestedt.

Überarbeitet und aktualisiert am 18. Mai 2014