Auf dem Weg

Geschichte - Kultur - Spiritualität

Monat: März 2017

Lahnwanderweg: Universitätsstadt Marburg und Marburger Land

Lahnwanderweg im Marburger Land, Foto: LTV

Lahnwanderweg im Marburger Land, Foto: LTV

Herzlich Willkommen in der lebendigen Universitätsstadt mit landschaftlich reizvollem Umland!

Tourismus, Kultur und Geschichte haben sich in Marburg immer wechselseitig beflügelt. Das war schon so im 13. Jahrhundert: Da erbaute der Deutsche Orden zu Ehren der 1231 hier verstorbenen Heiligen Elisabeth die erste gotische Hallenkirche auf deutschem Boden. Die Elisabethkirche wurde zum Ziel von Pilgern aus dem ganzen Land – eine erste Form des Tourismus.

Landgraf Philipp der Großmütige legte mit der Universitätsgründung 1527 den Grundstein für die weltoffene Universitätsstadt mit Studierenden und Besuchern aus aller Welt. Emil von Behring, erster Medizin-Nobelpreisträger und Gründer des nach ihm benannten Pharmaunternehmens, gab mit seiner Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft dem Tagungs- und Kongressverkehr weitere Impulse.

Marburg Stadt und Land vereint Städte-, Aktiv- und Naturerlebnis wie auch Tagen und Gesundheit auf wirklich jeder Ebene – von der Lahnaue bis zum Schlossberg, von dem Ebsdorfergrund bis zum Burgwald.

Seine Vielfalt macht den ganz besonderen Reiz des Marburger Landes aus – und das gilt sowohl für die Landschaftsformen als auch für die Geschichte und Kultur. Hier finden Sie den Burgwald, Hessens größtes zusammenhängendes Waldgebiet, und neben der Hügelkette der Lahnberge die Ebene des Amöneburger Beckens. Charmante Landstädtchen mit ausgeprägtem Fachwerkflair, stattliche Bauerndörfer mit prächtigen Höfen oder pulsierende junge Städte laden ein zu Entspannung und Aktivität. Heute eine Wanderung auf Premiumrouten, morgen eine erfrischende Kanutour auf der Lahn und übermorgen eine erholsame Radtour – der Besucher hat die Wahl!

www.marburg-tourismus.de

Sensations-Schenkung für Museum Wiesbaden – Minister Rhein unterzeichnet Schenkungsvertrag mit Privatsammler

Das Sammlerehepaar Neess dem Werk Heimkehr von Heinrich Vogeler, 1898. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Das Sammlerehepaar Neess dem Werk Heimkehr von Heinrich Vogeler, 1898. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Der Sammler bei der Unterschrift des Schenkungsvertrags. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Der Sammler bei der Unterschrift des Schenkungsvertrags. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein bei der Unterschrift des Schenkungsvertrags. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein bei der Unterschrift des Schenkungsvertrags. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Das Museum Wiesbaden bekommt eine Sammlung mit Werken des Jugendstils und Symbolismus geschenkt, die europaweit ihresgleichen sucht. Der Wiesbadener Mäzen Ferdinand Wolfgang Neess überlässt 570 Kunstwerke aus dem 19. Jahrhundert dem Landesmuseum, das nun eine Dauerausstellung einrichten wird. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein unterzeichnet heute den Schenkungsvertrag.
 
Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Dieser Schenkungsvertrag markiert einen Meilenstein in der Geschichte des Museums Wiesbaden. Die Sammlung zeichnet sich sowohl durch die außergewöhnliche Qualität der Werke als auch durch ihre hohe kunstgeschichtliche Bedeutung aus. Teile davon waren sogar bei der Weltausstellung im Jahr 1900 in Paris zu sehen! Fast sein ganzes Leben hat Ferdinand Wolfgang Neess unendlich viel Geduld, Sachverstand und unnachahmliches Gespür für die Qualität der Objekte bewiesen. Ich danke ihm herzlich dafür, dass die Besucherinnen und Besucher des Museums Wiesbaden in den Genuss dieser großartigen Sammlungen kommen können.“ 

Bei der Schenkung handelt es sich um Gemälde und Zeichnungen (zum Beispiel Delville, Moreau, von Hofmann), Möbel (Gallé, Guimard, Majorelle, Pankok, Riemerschmid), Gläser (Lötz), Lampen (Tiffany, Gallé, Riemerschmid), Keramik (Amphora, KPM, Meissen, Nymphenburg), Plastiken (Gurschner, Minne, Rivière) sowie Silber (Dubois, Follot, Moser, van de Velde). Besonders beeindruckend ist die vielfältige Herkunft der Stücke: Sie stammen aus Deutschland, Frankreich, Österreich, England, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden, Schweden, Dänemark und Italien. Die Sammlung ist von musealer Qualität, besitzt einen Wert von über 41 Millionen Euro und ist in einem exzellenten konservatorischen Zustand.
 
Bereits in den 1960er Jahren begann Ferdinand Wolfgang Neess mit seinem Gesamtkunstwerk, das auf einzigartige Weise den Geist der Epoche reflektiert. Mit dem Jugendstil wandten sich junge Künstler und Kunsthandwerker in der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gegen rückwärtsgewandte Kunst und die als seelenlos verstandene Industrialisierung. Ihr Blick richtete sich auf Materialien wie Beton oder Eisen und neue Baumethoden. Dekorativ geschwungene Linien, Blumen-Ornamente und der Aufbruch von Symmetrien wurden stilprägend. Seine Jugendstilsammlung erweiterte Ferdinand Wolfgang Neess später um Werke des Symbolismus. Das ist eine Geisteshaltung aus dem 19. Jahrhundert, bei der es den Künstlern vor allem um die seelische Tiefe eines Werkes geht. 
 
„Die Sammlung mit Werken aus dem 19. Jahrhundert bildet einen wichtigen Schwerpunkt des Museums Wiesbaden. Mit der Jugendstil- und Symbolismus-Sammlung von Ferdinand Wolfgang Neess kann das Museum Wiesbaden nun die Entwicklung der Kunstgeschichte von 1800 bis in die Gegenwart durchgängig in Spitzenwerken präsentieren. Damit spielt unser Landesmuseum mehr als je zuvor in der Liga der herausragenden Kulturhäuser Europas mit“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.
 
Die Eröffnung der zukünftigen Dauerausstellung mit der Sammlung von Ferdinand Wolfgang Neess im Museum Wiesbaden ist für Juni 2019 geplant.
 
 

Lahnwanderweg: 500 Jahre Reformation – Jubiläum 2017 in Marburg

Lahnwanderweg: Marburg

Lahnwanderweg: Marburg

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine berühmten 95 Thesen wider den Missbrauch des Ablasses. Der Tag symbolisiert bis heute den Beginn der Reformation und gibt Anlass, bundesweit und in Hessen zentral in Marburg das Jubiläum zu feiern. 500 Jahre Reformation: In Marburg verbrachte Martin Luther anlässlich des Marburger Religionsgesprächs vom 30. September bis 5. Oktober 1529 nur fünf Tage. Dennoch begründete das Religionsgespräch und mehr noch die Neugründung der ersten und ältesten protestantischen Universität der Welt 1527 die Bedeutung Marburgs und seines Landgrafen Philipp für die Reformation.

Zahlreiche regionale Akteure aus Kultur und Kirche, Geschichte und Wissenschaft präsentieren ein umfangreiches Programm: Von einem mehrjährigen Gemeinschaftsprojekt „Tripolis“ der drei Städte Prag, Marburg und Zürich mit ihren Reformatoren Jan Hus, Martin Luther und Ulrich Zwingli bis zur Reformations-Route durch Marburg, von der zentralen Luther 2017-Veranstaltung der beiden evangelischen Landeskirchen Kurhessen-Waldeck und Kurhessen-Nassau bis zur „Zeitreise – Stadterlebnis Reformation“, vom Theatersommer auf dem Marktplatz bis zur zentralen Ausstellung „Bildungsereignis Reformation“ im Marburger Landgrafenschloss.

Nach einem Auftakt zur Eröffnung des Reformationsjubiläums am 31. Oktober 2016 ist das Programm für 2017 gut gefüllt: Die sog. Zettelkästen im Garten des Gedenkens an der ehem.  jüdischen Synagoge thematisieren „Luther, Kirche und der Antisemitismus“.  Die vom Fachdienst Kultur der Universitätsstadt Marburg entwickelte Reformations-Route versteht sich als selbstgeführter Themenweg mit zehn Stationen auf den Spuren der Reformation und Martin Luthers. (www.marburg.de/luther)

Beim Marburger Ökumenegespräch am 28. Januar 2017 sprachen Annette Schavan, Friedrich Schorlemmer und Kurt Flasch über Konfessionalisierung, Biographie und Gesellschaft. Ende März 2017 richtet das Herder-Institut eine internationale Tagung zu reformatorischen Netzwerken im östlichen Europa aus (www.herder-institut.de). Ab April 2017 widmet sich das Studium Generale der Philipps-Universität dem Komplex der Reformation und ihrer Wirkungen und von Mai bis Oktober 2017 präsentiert das Museum für Kunst und Kulturgeschichte die zentrale Ausstellung „Bildungsereignis Reformation“ im Landgrafenschloss. Ideen, Krisen und Wirkungen des Reformationsgeschehens stehen wie die politische Rolle Landgraf Philipps im Mittelpunkt (www.uni-marburg.de/uni-museum).

Marburg ist Teil des Europäischen Stationenweges und trägt den Titel Reformationsstadt Europas. Vom 7. bis 9. Mai 2017 richten die evangelischen Kirchen der Region ein Fest aus, beleuchten die Rolle der Geschichte der Reformation und die des Protestantismus in der Gegenwart.

Vom 2. bis 18. Juni 2017 zeigt der Theatersommer des Hessischen Landestheaters auf dem Marktplatz Marc Beckers Uraufführung „Luther“ (www.theater-marburg.de) und an vier aufeinander-folgenden Tagen, vom 15. bis 18. Juni, lädt die Stadt Marburg ein zu einer Zeitreise – Stadterlebnis Reformation. Der Gast erfährt historisches Alltagsleben des 16. Jahrhunderts, nimmt teil an einer Armenspeisung und an Luthers Tischreden oder erlebt einen Gottesdienst mit einer protestantischen Schlägerei.

Musikalisch breit gefächert beginnt der Herbst 2017 mit dem Landeskirchenmusikfest der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck auf vielen öffentlichen Plätzen und in zahlreichen Kirchen der Innenstadt (www.ekkw.de).

Informationen/Kontakt: Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH, Biegenstraße 15, D-35037 Marburg, www.marburg-tourismus.de oder www.marburg.de/luther, E-Mail info@marburg-tourismus.de, Tel. 06421-99120

Neue Bretagne-Impressionen im März 2017

Fachforum Wandern 2017 – Wandern belebt Wirtschaft

Fachforum Wandern auf der ITB 2017, Foto: DWV

Fachforum Wandern auf der ITB 2017, Foto: DWV

Wandern ist die beliebteste sportliche Aktivität von Deutschlandurlaubern aus dem Ausland. Das hat Christiane Wahl von der Deutschen Zentrale für Tourismus während des Fachforums Wandern berichtet. Weitere Themen in Berlin waren Wandern und Kulinarik, Griechenland als neue europäische Wanderdestination und das neue Kompetenzzentrum Wandern im Kreis Lippe. Auf besonders großes Interesse stieß der Tag des Wanderns am 14. Mai.

 

Dass das Wandern für den Tourismus in Europa immer wichtiger wird, beweisen nicht nur die über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des vom Deutschen Wanderverband (DWV) in Kooperation mit der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) im Rahmen der ITB am 10. März organisierten Fachforums Wandern.  Die gestiegene Bedeutung spiegelt sich auch im Auslandsmarketing der DZT wider. Statt wie bisher in vier Sprachen stellt die DZT das Wandern in Deutschland auf der zentralen Internetplattform nun in acht Sprachen dar. Bedeutendste Quellmärkte sind die Niederlande, Schweiz, Polen, Belgien und Frankreich. Die intensive Auslandsvermarktung erfolgt marktspezifisch mit Fokus auf Online- und Social Media-Aktivitäten. Allein auf www.germany.travel/wandern werden 50 Wanderwege – kategorisiert nach Zielgruppen wie Familien, Kulturinteressierte oder Genießer ­– präsentiert. Damit habe die DZT darauf reagiert, dass gemäß  aktueller Auswertungen des DZT-Qualitätsmonitors heute 14 Prozent der ausländischen Gäste während Ihres Deutschland-Urlaubs Wandern. Und somit das  Wandern vor Radfahren und Schwimmen – weiterhin die beliebteste sportliche Aktivität von Deutschlandurlaubern darstellt.

 

Auf die zunehmende Bedeutung des Wanderns für die regionale Wirtschaft regieren viele Regionen mit entsprechenden Angeboten. Der Kreis Lippe hat nun sogar ein Kompetenzzentrum Wandern gebaut. Das WALK – die Abkürzung steht für Wandern, Austausch, Lernen, Kompetenz – liegt direkt am Qualitätsweg „Wanderbares Deutschland“ Hermannsweg und bündelt laut Günter Weigel von der Tourismus & Marketing GmbH die „Wanderkompetenz der Region“. Das Zentrum diene dem Geodatenmanagement  und der Geoinformation ebenso wie dem Aufbau der Wanderinfrastruktur. Ganz praktisch kümmere man sich im WALK dabei auch um die Überarbeitung und Neuauszeichnung bestehender Wanderwege inklusive eines Wanderwegekatasters. Eine der ersten öffentlichkeitswirksamen Aktionen des WALK ist der „E1|R1 Photo Award“. Der internationale Fotowettbewerb für Amateur- und Profi-Fotografen rückt die beiden Europäischen Fernwege E1 für Wanderer und R1 für Radwanderer, die sich unweit des WALK im Teutoburger Wald bei Detmold kreuzen, in den Blick. Unterstützt wird der Wettbewerb  vom Deutschen Wanderverband und der Europäischen Wandervereinigung (EWV).

 

Über das Trendthema Wandern und Kulinarik sprach DWV-Geschäftsführerin Ute Dicks in Berlin. Es werde beim Deutschen Wanderverband in diesem wie im kommenden Jahr einen Schwerpunkt bilden, so die Geschäftsführerin. Damit stärke der Verband nicht nur die DZT-Themenkampagne „Kulinarik“ sondern auch regionale Wertschöpfungsketten. Mitstreiter seien die bundesweit 1.600 Qualitätsgastgeber „Wanderbares Deutschland“. Schon am kommenden Tag des Wanderns am 14. Mai, den der Wanderverband  dank seines Hauptsponsors, der Sparkassen-Finanzgruppe, sowie weiterer Partner bundesweit veranstaltet, werde „regionaler Genuss“ fest verankert sein. 

 

Am Tag des Wanderns, für den in diesem Jahr Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Schirmherrschaft übernommen hat, zeigen Wandervereine, Naturparks, Gemeinden, Hotelier und Outdoor-Geschäfte mit eigenen Veranstaltungen, wie vielfältig das Wandern in Deutschland ist. Dass solch ein Tag auch in anderen Ländern auf großes Interesse stößt, beweisen Anfragen etwa aus Tschechien, sich mit eigenen Veranstaltungen am 14. Mai zu beteiligen, berichtete Dicks:  „Was als Tag des Wanderns in Deutschland begonnen hat, kann so vielleicht zum internationalen Tag des Wanderns werden.“

 

Lefteris Fafalis aus Griechenland hätte sicher nichts dagegen. Der Wanderwegekoordinator aus der Gemeinde Metsovo  sprach während des Wanderforums über die zunehmende Bedeutung des Wanderns auch für die Wirtschaft in Griechenland. Mit dem Ursa Trail im Nordwesten des Landes sei gerade der dritte Wanderweg in Griechenland als  europäischer Qualitätsweg, als „Leading Quality Trail – Best of Europe“, zertifiziert worden. Initialzündung der griechischen Qualitätsoffensive sei eine Veranstaltung der Deutsch Griechischen Versammlung (DGV) gewesen. Nach dem Ursa-Trail werde nun schon an einem weiteren Weg gearbeitet, der die gesamte Region Epirus erschließen soll.

 

Einen Überblich über alle europäischen Qualitätswege bietet eine Broschüre, die dem in Berlin ebenfalls vorgestellten neuen Magazin Wanderbares Deutschland 2017 beigelegt ist.

Geschichte und Kultur auf Schritt und Tritt – Burgen und Schlösser im Lahntal

Burg Gleiberg, Lahntal Tourismus-Wandern

Burg Gleiberg, Lahntal Tourismus-Wandern

Die abwechslungsreichen Landschaften und zahlreichen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten des Lahntals lassen sich unter einem neuen Blickwinkel entdecken und erleben. Mit dem Flyer „Burgen und Schlösser im Lahntal“ stellt der Lahntal Tourismus Verband e. V. (LTV) vielfältigen Erlebnismöglichkeiten vor und bietet dem Besucher zahlreiche praktische Tipps und Kontakte.

Der Flyer „Burgen und Schlösser“ präsentiert eine Auswahl von mittelalterlichen Burgen sowie Schlössern aus Renaissance und Barock entlang der Lahn und lädt zu einer informativen Zeitreise ein. Prägnante Infoblöcke geben Auskunft über Entstehungszeit, Erbauer und Geschichte von 24 Burgen und Schlössern. Die jeweilige Besichtigungsmöglichkeit, Kontaktadressen und Öffnungszeiten, sowie die entsprechende Internetadresse sind in einem Infoblock übersichtlich aufgelistet. Ein Veranstaltungskalender soll Lust machen auf jährlich wiederkehrende Events, wie zum Beispiel Ritterspiele, Schlosskonzertreihen oder Weihnachtsmärkte in historischen Gemäuern. Die im Flyer enthaltene Lahntalkarte macht es Interessierten leicht, die einzelnen Burgen und Schlösser im Lahntal zu lokalisieren. Besuchern mit tiefergehendem Interesse erhalten außerdem allgemeine und bauwerkbezogene Literaturtipps.

Das kostenlose Prospekt sowie ausführliche Informationen erhalten Sie beim Lahntal Tourismus Verband e. V., Brückenstraße 2, 35576 Wetzlar, Tel.: 06441-309980,  Fax: 03212-1239508, info@daslahntal.de, www.lahnwanderweg.de, www.daslahntal.de

Die schönsten Wanderungen in Mittelhessen: Mit Johann Wolfgang und Lotte zum Tanz – Einmal rund um Volpertshausen

Volpertshausen - QR-Codes sind zweidimensionale Barcodes, die jedes Gerät interpretieren kann, auf dem eine QR-Code-Software installiert ist. Lade dir die URL dieser Strecke einfach auf dein Smartphone herunter (erfordert QR Code Software auf deinem Smartphone).

Volpertshausen – QR-Codes sind zweidimensionale Barcodes, die jedes Gerät interpretieren kann, auf dem eine QR-Code-Software installiert ist. Lade dir die URL dieser Strecke einfach auf dein Smartphone herunter (erfordert QR Code Software auf deinem Smartphone).

By KlausFoehl (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

By KlausFoehl (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

Kurzbeschreibung: Am ehemaligen Jagdhaus der Grafen von Nassau-Weilburg in Hüttenberg-Volpertshausen geht es los. Der Weg führt zunächst durch die Felder nach Vollnkirchen. Nachdem Sie den kleinen Ort passiert haben, geht es nach Rechtenbach und von dort über Reiskirchen zurück nach Volpertshausen. Hier, bei einem Ball im Jagdhaus, lernte Johann Wolfgang von Goethe „seine“ Lotte kennen. Literarisch verarbeitete er den Ball in „Die Leiden des jungen Werther“. Nach der Besichtigung des originalen Ballsaales und einem Gang durch das Hüttenberger Heimatmuseum ergibt sich vielleicht die Gelegenheit zur Einkehr im Goethe-Café.

Wegstrecke: Die reine Gehzeit beträgt ca. 4 Stunden (ca. 15 km, 192 m Gesamtanstieg)

Bahnfahrer: Vom Bahnhof Wetzlar mit dem Bus über Rechtenbach nach Volpertshausen. Fahrzeit mit Umstiegen ca. 30 Minuten.

Autofahrer: Parken im Ort möglich

Kosten/Besonderheiten: Eintritt Goethehaus/Heimatmuseum Hüttenberg 1,50 Euro (geöffnet jeden 2. Sonntag im Monat 14 bis 18 Uhr)

Wegbeschreibung: „Wo Johann Wolfgang mit der Lotte schwofte,“ ist heute das Heimatmuseum der Gemeinde Hüttenberg. Natürlich ist auch der Ballsaal zu sehen, in dem Goethe der Charlotte Buff einen Kuss geraubt haben soll. Das 1719 bis 1721 von den Nassau-Weilburgern erbaute Jagdhaus gehört schon seit fast 100 Jahren der Gemeinde Hüttenberg, beherbergte Schule und Lehrerwohnung und dient seit 1965 dem Heimatkundlichen Verein Hüttenberg als Bleibe für die umfangreiche Sammlung.

Doch dazu und zum Techtelmechtel zwischen Johann Wolfgang und Lotte kommen wir hinterher. Jetzt nutzen wir den schönen Tag und wandern im großen Bogen um Volpersthausen herum. Zum größten Teil geht es durch die Felder, es bietet sich nur wenig Schutz vor Sonne, Regen oder Wind. Bitte berücksichtigen Sie das bei Ihrer Planung.

Im Ort Volpersthausen gibt es genügend Parkmöglichkeiten. Der Wanderstart ist am Goethehaus. Auf der Rheinfelser Straße mit Blick auf das Goethehaus stehend, wenden wir uns nach rechts und gehen den Weg neben dem Heimatmuseum herein. Der breiten Straße folgend geht es nach rechts und an der nächsten Straßenkreuzung nach links. Wir halten uns weiter links, überqueren die Lottestraße, gehen noch ein Stückchen Richtung Ortsausgang und gelangen so zu einem markierten Wanderweg entlang des Schwingbaches. Hier geht es mit moderater Steigung immer weiter geradeaus.

An einer Wegkreuzung (links geht es zurück in den Ort) folgen wir den Wanderwegmarkierungen nach rechts. Bleiben Sie auf diesem Weg immer geradeaus, bis Sie die ersten Häuser von Vollnkirchen erreichen. Dort führt Sie Ihr Weg nach links, immer am Waldrand entlang. Nach einer langgezogenen Rechtskurve, wenn es geradeaus nicht mehr weitergeht, wendne Sie sich wieder nach links. Wie mit der Schnur gezogen läuft der Wanderweg durch den Wald, wendet sich dann ganz leicht nach links und macht dann eine Rechtskurve. Hinter dieser Kurve führt Sie Ihr Weg in den ersten Weg links hinein.

Nur ein kleines Stückchen, dann geht es rechts und sofort wieder links. An der nächsten Gabelung rechts auf Rechtenbach zu. Hier überqueren Sie den Schwingbach und die Hessenstraße, auf der anderen Straßenseite geht es gleich wieder in die Felder hinein. Sie folgen einem Bogen nach links, gehen wiederum nach links auf den Ludwigshof zu, biegen dann nach rechts ab und nehmen dann den ersten Wirtsschaftsweg wiederum nach rechts. Am dritten Feldweg wenden Sie sich links, gehen bis zur Straße, überqueren diese und folgen dem Feldweg bis zum Ende. Dann geht es wieder nach links. Auf diesem Weg bleiben Sie, bis Sie den Ort Reiskirchen erreichen. Ein kleiner Abstecher führt zum Dorfbrunnen, der mit seinen Bänken zur Rast einlädt. Gstärkt geht es auf der Volpersthäuser Straße aus dem kleinen Ort hinaus. Nachdem die Kreisstraße überquert wurde, geht es auf einem Wirtschaftsweg geradeaus weiter. Zwei Feldweg bleiben rechts liegen, der dritte Abzweig in einen Wirtschaftsweg ist der richtige Weg. Dem folgen Sie bis zur Straße, gehen ein Stcük rechts auf dem Fahrradweg und überqueren dann wieder eine Straße. Nach etwa 250 m wieder nach links in einen Wirtschaftsweg, dem immer weiter folgen. Bald schon kommen die Häuser von Volpertshausen wieder in den Blick. Entlang der Rheinfelser Straße geht es wieder zurück zum Goethehaus. Wer die manchmal doch ziemlich stark befahrene Rheinfelser Straße vermeiden möchte, wendet sich nach rechts und geht durch die Seitenstraßen wieder zurück zum Heimatmuseum.

Nochmal zurück zum Goethehaus und zum Heimatmuseum. Das schöne, natürlich unter Denkmalschutz stehende, Fachwerkhaus ging in die Weltgeschichte ein. Und das kam so:

Johann Wolfgang trat auf Geheiß seines Vaters ein Praktikum am Reichskammergericht an. In Wetzlar kümmerte sich eine Tante um den jungen Assessor und bot ihm zum Beispiel die Teilnahme an einem Ball in Volpertshausen an. Zu eben diesem Ball war auch Charlotte Buff geladen, die Tochter des Verwalters vom Wetzlarer Deutschordenshaus. Sie kümmerte sich hingebungsvoll um ihre kleineren Geschwister und als Goethe sie zum Ball abholen wollte, musste er einige Zeit warten. Bis Lotte nämlich das Abendessen für die Geschwister gerichtet hatte. Die „brotschneidende Lotte“ ist eines der eindringlichsten Bilder in Goethes Weltroman „Die Leiden des jungen Werthers“.

Endlich war Lotte fertig, amn fuhr mit der Kutsche nach Volpertshausen. Der Abend verlief sehr kurzweilig, bis es zu einem Gewitter kam. Lotte und Johann Wolfgang standen am Fenster, während sich die Ballgesellschaft am Spieltisch amüsierte.

Wann sich Goethe in Lotte verliebt hat, ist nicht so ganz klar. Er verarbeitete seien Begegnung mit Lotte später im Roman und ließ dabei noch den Freitod seine Freundes Jerusalem mit in die Geschichte einfließen. Lotte Buff war längst dem späteren Gesandten am Hannoveraner Hof, von Kestner, versprochen. Goethe, der sich immer wieder unglücklich verliebte, nahm dies als Grund, um Wetzlar bei Nacht und Nebel zu verlassen. Aus dem „Werther“ wurde ein Welterfolg und Lotte Buff darin ebenfalls.

 

Fünf Jahre Lahnwanderweg

Der Lahnwanderweg feiert sein 5jähriges

Der Lahnwanderweg feiert sein 5jähriges

Im Lahntal wird 2017 das Jubiläumsjahr „Fünf Jahre Lahnwanderweg“ mit vielen Wanderungen, Aktionen und Gewinnspiel gefeiert.
Die Jubiläumswanderung beginnt Ende Mai an der Quelle der Lahn bei Bad Laasphe. Hier startet der riesige rote Lahnwanderweg-Rucksack seine Wanderung, und sucht Mitwanderer, die Schönheit des Lahntals auf dem Lahnwanderweg zu erkunden.
Bis zum 1. September folgenden dann weitere Aktionen. So gibt es zum Beispiel einen Wandermarathon mit dem bekannten Weitwanderer Thorsten Hoyer am 1. und 2. Juli 2017 durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf, veranstaltet in Kooperation mit der Kurhessenbahn.

Ein Besuch rund auf Ochsenfest am 6. Juni in Wetzlar und die Beteiligung am Blumencorso am 27. August in Bad Ems verbinden das Jubiläum mit den großen Festen im Lahntal. Im Landkreis Gießen wird es süß und deftig. Neben einer Naturführer-Wanderung am 12. August, warten am 13. August frischer Kuchen aus dem Backhaus und ein Wildschwein vom Grill auf die hungrigen Wanderer.
Der Landkreis Limburg-Weilburg wird zur Entdeckung des Lahnmarmors zusammen mit dem in Villmar im März 2016 neu eröffneten Lahnmarmor-Museum einladen, und die Vielfalt des Lahnmarmors vorstellen. Im Zeichen des Lahnweins steht eine Wanderung mit Weinprobe und Weinkönigin, die am 11. Juni das Nassauer Land veranstaltet.
Neben dem Wandergenuss wird es während der Aktionstage auch Einiges zu gewinnen geben. Eine Übersicht aller Veranstaltungen gibt es in Kürze unter www.daslahntal.de/veranstaltungen

Der Lahnwanderweg kann alles außer langweilig. Fröhlich und unbeschwert durchstreift er die unterschiedlichen Landschaften des Lahntals und verknüpft sie mit den lebendigen Orten und ihren Sehenswürdigkeiten. Im eigenen Wandertempo unterwegs bieten sich viele Möglichkeiten, die Seele baumeln zu lassen. Die einen mögen lieber die verwunschene Landschaft an der Quelle und im oberen Lahntal, die anderen die größere Weite der Auenlandschaften im mittleren Lahntal und das wildromantische untere Lahntal, wo sich der Fluss im tief eingeschnittenen Tal entlangschlängelt, hat seine eigenen Fans. Der erneut mit der Zertifizierung „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ belohnte Lahnwanderweg wird sich auch im fünften Jahr von seiner besten Seite präsentieren. Sehr komfortabel ist die gute Mobilität, die man durch die exzellente Bahnanbindung am Lahnwanderweg findet. Sie erleichtert die Planung, um an den verschiedenen Wanderungen teilzunehmen.

Die schönsten Wanderungen in Mittelhessen: Weilburg – Monarchie, Demokratie und Anarchie rund um den Weilburger Schlossberg

QR-Codes sind zweidimensionale Barcodes, die jedes Gerät interpretieren kann, auf dem eine QR-Code-Software installiert ist. Lade dir die URL dieser Strecke einfach auf dein Smartphone herunter (erfordert QR Code Software auf deinem Smartphone).

QR-Codes sind zweidimensionale Barcodes, die jedes Gerät interpretieren kann, auf dem eine QR-Code-Software installiert ist. Lade dir die URL dieser Strecke einfach auf dein Smartphone herunter (erfordert QR Code Software auf deinem Smartphone).

 

Lahnwanderweg: Weilburger Schloss

Lahnwanderweg: Weilburger Schloss

Kurzbeschreibung: Vom prachtvollen Landtor wandern Sie zunächst ein Stückchen auf dem Leinpfad entlang der Lahn, passieren den einzigen deutschen Schiffstunnel und steigen dann auf die Lahn- und Weiltalhöhen. Auf der Trasse der ehemaligen Weiltalbahn geht es zurück zur Lahn und auf dem Leinpfad weiter lahnabwärts. In Kirschhofen/Odersbach überqueren Sie die Lahn und wandern aufwärts zurück in Richtung Weilburg. Rund um den Weilburger Schlossberg spazieren Sie durch das Gebück des Renaissanceschlosses, gehen die Treppe hinauf in den Barockgarten und gelangen schließlich auf den Weilburger Marktplatz.

Wegstrecke: Die reine Gehzeit beträgt ca. 4,5 Stunden (ca. 16,7 km, 333 m Gesamtanstieg)

Bahnfahrer: Weilburg ist auf der Lahntalstrecke gut zu erreichen. Zum Beispiel von Gießen um 09:16 Uhr, Ankunft in Weilburg um 09:42 – danach ca. 5 Minuten zu Fuß zum König-Konrad-Platz.

Rückfahrt: Zum Beispiel ab Weilburg 16:16 Uhr (Ankunft Gießen um 16:42 Uhr)

Autofahrer: Parken im Parkhaus Innenstadt – ausgeschildert, oder kostenlos am Lahnufer unterhalb der Altstadt

Wegbeschreibung:

Weilburg, die ehemalige nassauische Residenz an der Lahn, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Hervorgegangen aus einem der Hausstifte der Lahngau-Grafen, im Jahr 918 Sterbeort von König Konrad I., entwickelte sich die mittelalterliche Stadt zur Residenz der Nassau-Weilburger Grafen und Fürsten. Noch heute zeugt eines der schönsten deutschen Barockschlösser von der Blütezeit Weilburgs unter Johannes Ernst von Nassau-Weilburg. Er gab der Stadt Weilburg ihr heutiges Gesicht, gestaltete die Residenz im Sinne des absolutistischen Barocks um.

Am Landtor, dem prächtigen Stadteingang aus den Jahren 1759 bis 1768, startet Ihre Wanderung an Lahn und Weil. Am König-Konrad-Denkmal stehend führt rechts eine Straße hinunter zur Lahn – der Mühlberg. Unten an der Kirchhofsmühle, vor fast 500 Jahren erstmals urkundlich erwähnt, wenden Sie sich nach links. Nach wenigen Schritten erreichen Sie die Lahn und die Koppelschleuse. Dahinter sehen Sie den Weilburger Schifffahrtstunnel von 1847. Es ist der älteste und längste heute noch befahrbare Schiffstunnel in Deutschland.

Sie gehen weiter auf dem Leinpfad, der früher den Treidelknechten zum Fussaufwärts-Ziehen der Lastkähne diente. An der ersten Eisenbahnunterführung geht es nach links. Wenn Sie an der Straße ein wenig zurückgehen und auf der anderen Seite den Felsen hinaufschauen, sehen Sie eine Gedenktafel für den Zeppelin LZ 5 – Z II, der sich im April 1910 in Limburg-Blumenrod losriss, führerlos durch das ganze Lahntal fuhr und schließlich an diesem Felsen havarierte.

Sie gehen den Erbstollen (der Straßenname erinnert an die Bergbauvergangenheit Weilburgs) hoch, folgen dem asphaltierten Weg nach rechts in den Wald. Am nächsten Abzweig geht es nach links, dann wieder nach rechts auf den Lahnwanderweg. Das nun folgende Wegstück werden besonders Ihre Kinder lieben. Auf dem auf weite Strecken naturbelassenen Singletrail überqueren Sie zwei Bäche die zur Rast und Spielen einladen. Immer dann, wenn es geradeaus nicht weitergeht, wählen Sie den Weg nach rechts. Wenn Sie ganz still sind, werden Sie auf diesem Wegstück vielen Wildtieren begegnen. Eichhörnchen, Rotwild und weiter weg, im Dickicht, hören und riechen Sie Wildschweine. Keine Angst vor diesen gewaltigen Wildtieren. Wildschweine haben vor Ihnen mehr Angst, als Sie vor denen. Aggressiv sind sie nur, wenn sie als Rotte mit Frischlingen durch den Wald streifen und sich bedroht fühlen. Ihren Hund sollten Sie jedoch fest an der Leine haben.

Wenn Sie aus dem Wald treten, sind Sie unten im Weiltal. Die stark befahrene Straße überqueren Sie und gehen auf der gegenüber liegenden in den Feldweg hinein. Dieser führt nach rechts und lässt Sie kurz hinterm Wehr die Weil überqueren. Die Weil entspringt am Kleinen Feldberg im Taunus und schlängelt sich auf einer Länge von knapp 50 km durch das Weiltal bis zur Mündung in die Lahn. Vielleicht ist der Name des Flüsschens abgeleitet von Villa, dem lateinischen Wort für Dorf. Oder aber die keltische Mondmutter Wilbeth gab der Weil ihren Namen – über dem Feldberg erreicht der Vollmond seinen Höchststand. Oder aber es ist ganz anders … wer weiß.

Auf der anderen Lahnseite sind Sie nun auf dem viel befahrenen Weilwanderweg. Wenden Sie sich nach links und folgen dem Weillauf aufwärts. Bald kommt hoch über der Weil die Burgruine Freienfels in Sicht. Ursprünglich um 1300 gegen die Nassau-Weilburger errichtet, verlor sie schon bald durch Verkauf an die Weilburger ihre Bedeutung. Um die Erhaltung und Sicherung der Burgruine kümmert sich ein sehr rühriger Förderverein. Jedes Jahr rund um den 1. Mai veranstaltet der Förderverein mit unermüdlichem Einsatz der Mitglieder die Freienfelser Ritterspiele, eine der größten nicht kommerziellen Veranstaltungen in Deutschland.

Wenn der ehemalige Freienfelser Bahnhof in Sicht kommt, biegen Sie gleich in Spitzkehre wieder nach rechts ab. Es geht nun zurück in den Wald in Richtung Weilburg. Sie können nun den Jakobsmuscheln des Lahn-Camino in entgegengesetzter Richtung folgen. Beim Lahn-Camino handelt es sich um einen der ersten wiederbelebten Wegen der Jakobspilger in Deutschland. Er führt vom Wetzlarer Dom bis zur Hospitalkapelle in Lahnstein. Der Abstieg zurück auf Lahnniveau ist leicht zu verfehlen – achten Sie auf eine Schonung linker Hand, dort geht es rechts hinunter. Die Straße überqueren Sie, gehen ein Stückchen und biegen dann scharf nach links ein, um die Eisenbahn zu unterqueren. Jetzt stehen Sie wieder auf dem Leinpfad und wenden sich links lahnabwärts.

Auf dem kombinierten Fuß- und Radweg geht es jetzt bis zum Weilburger Stadtteil Kirschhofen. Hier überspannt eine Brücke die Lahn und verbindet die Stadtteile Kirschhofen und Odersbach. In Odersbach wenden Sie sich gleich nach rechts und folgen der Lahnstraße. Bald schon lassen Sie die Häuser hinter sich und sind in den Lahnauen.

Bald kommt das Weilburger Schloss in Sicht. Vorbei am Jugendzeltplatz geht es bis zu einer weiteren Weilburger Sehenswürdigkeit, dem Rollschiff. Seit mehr als 300 Jahren existiert diese Personenfähre zwischen der Weilburger Westerwald- und Taunusseite. An Sonntagen zwischen April und September setzt Sie der Fährmann gerne für 50 Euro-Cent über. An einem gespannten Stahlseil zieht er die Fähre über die Lahn.

Wenn das Rollschiff nicht in Betrieb ist, geht es weiter, im an der Lahn entlang. Ein stellenweise fast schon verwunschen erscheinender Spazierweg. Zweimal es geht auf Holzstegen um einen Felsen herum. Es geht vorbei am Ernst-Dienstbach-Steg, hier querten seit dem 16. Jahrhundert die Rohre der Weilburger Wasserversorgung die Lahn. Hier haben Sie wieder Asphalt und Beton unter den Füßen. Vorbei an den Villen im Odersbacher Weg gelangen Sie zur Steinernen Brücke. Viele Vorgängerbrücken aus Holz konnten dem Hochwasser und Eisgang nichts entgegensetzen und so wurde 1359 die erste steinerne Brücke gebaut. 100 Jahre lang war sie zwischen Limburg und Wetzlar die einzige feste Brücke über Lahn. Nicht zuletzt zeigt diese frühe Brücke die wirtschaftliche Bedeutung Weilburgs im Mittelalter.

Gehen Sie ruhig über die Brücke. Hinter der Schlossmühle biegen Sie nach links ab. Durch ein großes Tor gelangen Sie in das Gebück. Einst wurde der Steilhang zum Schloss aus Schutz vor Eindringlingen bepflanzt. Seit dem 18. Jahrhundert ist das Gebück aber zum Landschaftsgarten umgestaltet worden. Der Weg führt direkt in den Schlossgarten, wenige Treppen hinauf in die Untere Orangerie. Hier, wo einstmals die empfindlichen Kübelpflanzen der fürstlichen Familie gelagert wurde, finden heute Touristen das Schlosscafe. Zwei große Freitreppen führen weiter auf die obere Terrasse mit dem Lindensaal. Am Ende des Lindenboskett erwartet Sie rechter Hand ein freier Blick über die Lahn und auf die Westerwald-Seite Weilburgs. Linker Hand erblicken Sie die Obere Orangerie. Ein Durchgang (Schild beachten) führt Sie durch das Hochschloss in den schönsten Renaissance-Schlosshof Deutschlands.

Sie befinden sich jetzt im ältesten Teil des Gesamtkomplexes, der zwischen 1533 und 1572 im Renaissancestil erbaut und bis heute nahezu unverändert blieb. Hier finden in jedem Jahr die weit über hessische Grenzen hinaus bekannten Weilburger Schlosskonzerte statt.

Wenn Sie aus dem Renaissancehof heraustreten und an der alten Wache vorbei gehen, erreichen Sie linker Hand nach wenigen Schritten die Schlosskirche. Die heutige Kirche wurde unter Johann-Ernst von Nassau-Weilburg in den Jahren 1707 und 1708 gebaut. Durch einen besonderen Gang wurde sie mit dem Schloss verbunden. Die Fürstengruft unter einer Steinplatte vor dem Altar mit dem Wappen der Nassauer und Luxemburger ist im Besitz des Hauses Luxemburg und nur am Todestag von Herzog Adolph von Nassau am 17. November der Öffentlichkeit zugänglich.

Die Schlosskirche selbst ist ein barocker Hallenbau. An dieser Stelle standen schon Vorgängerkirchen, die den Pilgern als Zufluchtsstätte gedient haben mögen. Die Konradiner gründeten ein Chorherrenstift mit einer kleinen Kirche. Sie wurde St. Walpurgis geweiht und diente bis 1397. Dann musste diese Stiftskirche einem neuen Bau, der St. Andreas-Kirche weichen. Bald darauf wurde angebaut, die St. Martins-Kirche diente bis zum Abbruch der Doppelkirche der Herrschaft und der Stadt. Noch heute zeugt der mächtige Turm der Schlosskirche von dieser Zeit.

Baumeister Rothweil hat mit der Schlosskirche einen fast quadratischen Raum mit guter Akustik und freier Sicht auf die Kanzel und den Altar geschaffen. Die Stadt- und Landbevölkerung fand ihren Platz Parterre, während der Hof in Logen Platz nahm. Die Herrscherloge befindet sich gegenüber dem Altar. Der Innenraum ist relativ sparsam ausgeschmückt, Gestaltungselemente sind fast ausschließlich die Seitenwände, die klassisch-schlichten Stukkaturen und die Logen des Hofes.

Von der Schlosskirche gehen Sie die paar Schritte wieder zurück zum Schlossplatz und folgen, links abbiegend, der Neugasse bis hinunter zum Denkmal für die Gefallenen des Krieges 1870/71. In der außergewöhnlich breiten Neugasse gehen Sie vorbei an schmucken Fachwerkhäusern. In der Mauerstraße nach links finden Sie rechter Hand den Komödienbau und linker Hand das im Jahr 1780 errichtete Gymnasium, dessen Vorläufer eine im Jahr 1540 durch Graf Phillipp III. gegründete Freischule war. Im weiteren Verlauf der Mauerstraße mit ihren klassizistischen Bauten sehen Sie noch das Rathaus und hinter der kleinen Biegung das Gesellschaftshaus.

Wir gehen durch die Mauerstraße wieder zurück zu unserem Startpunkt am König-Konrad-Platz. Hier klärt sich der Titel dieser Wanderung: „Monarchie, Demokratie und Anarchie rund um den Weilburger Schlossberg“.

Monarchie: König Konrad I. starb im Jahr 918 irgendwo hier oben auf dem Felsen mitten in der Lahnschleife.

Demokratie: Heinrich Wilhelm August Freiherr von Gagern (1799 – 1880), Präsident der Frankfurter Nationalversammlung, ging in Weilburg zur Schule und lebte mit seinen Eltern und Geschwistern im heutigen Amtsgericht.

Anarchie: Das Abitur in Weilburg machte auch Ulrike Meinhof (1934 – 1976) , eine Journalistin und radikale Linke, die später zu eine der meist gesuchten Terroristinnen Deutschlands wurde.

Der Lahnwanderweg – Wandern im FacettenReich

Lahnwanderweg: Weilburger Schloss

Lahnwanderweg: Weilburger Schloss

Der Lahnwanderweg kann alles außer langweilig. Fröhlich und unbeschwert
durchstreift er die unterschiedlichen Landschaften des Lahntals und
verknüpft sie mit den lebendigen Orten und ihren Sehenswürdigkeiten.

Im eigenen Wandertempo unterwegs bieten sich viele Möglichkeiten, die Seele baumeln zu lassen. Die einen mögen lieber die verwunschene Landschaft an der Quelle und im oberen Lahntal, die anderen die größere Weite der Auenlandschaften im mittleren Lahntal und das wildromantische untere Lahntal, wo sich der Fluss im tief
eingeschnittenen Tal entlangschlängelt, hat seine eigenen Fans. Die Lahn fließt in 242 Kilometern bis zum Rhein. Der Lahnwanderweg nimmt sich für diese Strecke mehr Zeit. Er führt in 290 Kilometern über Berg und Tal, Wald und Aue, Stadt und Dorf durch das ganze Lahntal bis zum Rhein. Dabei dürfen die Wanderer meist wohl dosierte, insgesamt ca. 6.000 Höhenmeter erwandern, unzählige Aussichten genießen und sogar durch ein paar leichte Klettersteigpassagen kraxeln.

Facettenreich ist das Erlebnis Lahnwanderweg. Kelten und Römer haben in der Region schon ihre Spuren hinterlassen. Ritter und Adlige ließen Burgen, Schlösser und Dome zurück. Die Universitäten als Wegbereiter für Chemie, Physik und Reformation sind auch heute quirlige Städte. Die Kultur am Weg bildet eine herrliche Mischung mit der umgebenden Landschaft. Diese fasziniert mal als verwunschenes Mittelgebirge, mal als weitläufige Auenlandschaft, und dann wieder als romantisches Flusstal, tief zwischen hoch aufragenden Felsen.

Auf den 19 Etappen zwischen Feudingen und Lahnstein bleibt Stress völlig außen vor, nicht zuletzt wegen der exzellenten Bahnanbindung bei 18 von 20 Etappenorten.

Die Wanderplanung für eine Tour auf dem Lahnwanderweg ist komfortabel. Zur Wahl stehen Karte und Taschenführer, außerdem im Internet Tourenplaner und Touren-App oder das Rundum-Sorglos-Paket einer gebuchten Wanderung. Ausführliche Informationen finden sich unter www.lahnwanderweg.de.

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