Auf dem Weg

Geschichte - Kultur - Spiritualität

Monat: Oktober 2016

Was erwarten Urlauber vom Reiseleiter?

Wanderstudienreiseleiter beherrschen die Klaviatur eines Studienreiseleiters und haben zugleich Wanderkompetenz, Foto: Wikinger Reisen

Wanderstudienreiseleiter beherrschen die Klaviatur eines Studienreiseleiters und haben zugleich Wanderkompetenz, Foto: Wikinger Reisen

Nähe zu Natur, Kultur, Alltag, Menschen – Insiderwissen und Geheimtipps

Wie gut muss ein Wander-, Trekking-, Rad- oder Studienreiseleiter sein? Was erwarten Urlauber? Fit in Landeskunde, Geografie, Geschichte und Organisation – reicht das?

„Begeistern, Erlebnisse vermitteln und Gruppenatmosphäre schaffen“

„Wir brauchen sensible Landeskenner, die mit kleinen Reisegruppen in die Urlaubsregion ‚eintauchen‘. Die begeistern, aktiv Erlebnisse vermitteln und eine gute Gruppenatmosphäre schaffen. Unsere Reiseleiter sind Sympathieträger: deutschsprachig, sozial kompetent und qualifiziert “, so Daniel Kraus, Geschäftsführer von Wikinger Reisen. Seine erfahrene, rund 350-köpfige Reiseleitercrew steht gerade für das Aktivprogramm 2017 in den Startlöchern.

„Große Nähe zu Natur, Kultur, Menschen – Insider-Know-how und Geheimtipps“

Sie sind Wander-, Trekking-, Rad- oder Wanderstudienreiseleiter. Einige haben für die Linie „natürlich gesund“ eine Zusatzausbildung zum Gesundheitswanderführer, andere sind speziell geschulte Trekking- und Bergwanderführer. Wikinger Reisen bildet sein Team selbst aus und regelmäßig fort. Dabei dreht sich alles um die Bedürfnisse des Urlaubers. Was die von „ihrem“ Veranstalter erwarten, weiß Geschäftsführerin Dagmar Kimmel aus ihren Gesprächen mit Gästen: „Große Nähe zu Natur, Kultur, Menschen und Alltag. Insider-Know-how und Geheimtipps. Dazu die fast freundschaftliche Gruppenatmosphäre. Und eine hohe Reiseleiterpräsenz: Sie sind immer ansprechbar von der ersten bis zur letzten Urlaubsminute, beim Frühstück genauso wie beim Abendessen. So fühlt sich der Gast jederzeit sicher und gut aufgehoben.“

„Natur & Kultur“-Programme: Studienreiseleiter mit Wanderkompetenz

Bei den Reiseleitern der „Natur & Kultur“-Programme, die 2017 einen eigenen Katalog bekommen, ist sogar noch mehr gefragt. Qualitätsmanager Christian Schröder: „Hier brauchen wir doppelt qualifizierte Experten, die einerseits die Klaviatur eines Studienreiseleiters beherrschen: der Geologe für Island, die Kunsthistorikerin für die Toskana, der Buddhist für Tibet. Gleichzeitig müssen sie Wanderkompetenz haben und über isländische Vulkanrouten, toskanische Hügelpfade oder tibetische Pilgerwege führen können. Denn genau diese Aktivparts unterscheidet unsere ‚Natur & Kultur‘-Programme von üblichen Studienreisen.“

Breit gefächerte Reiseleiterausbildung – zusätzlich jährliche Fortbildung Pflicht

Hohe Kundenerwartungen verlangen eine breit gefächerte Reiseleiterausbildung. Von der Einarbeitung in Destinationen über Wissensvermittlung und Organisation bis zu Reisedramaturgie und Qualitätsmanagement. Dazu kommen die Themen Gruppenstrukturen, Gesundheit und Erste Hilfe. Neben dieser Grundausbildung ist bei Wikinger Reisen zusätzlich eine jährliche Fortbildung für alle Reiseleiter Pflicht. Mit individuell wählbaren Themen, die dem aktiven, naturorientierten Reisestil des Veranstalters entsprechen: vom „gelenkschonenden Wandern“ über die „Harmonisierung des Wandertempos“ bis zu „Kräuter & Heilpflanzen“ und „Nachhaltigkeit“.

Hohensteinschule enthüllt Schild als „Draußenschule“ – Endeckendes Forschen

Seit 17. Oktober 2016 ist die Hohensteinschule in Stuttgart-Zuffenhausen schon von außen als „Draußenschule“ zu erkennen. Das entsprechende Schild haben Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg und Gerlinde Kretschmann vor der Schule enthüllt.

Der Hohensteinschule in Stuttgart-Zuffenhausen ist eine von bundesweit drei Modellschulen, an denen seit gut zwei Jahren einmal in der Woche draußen unterrichtet wird. Und zwar nicht nur Biologie und Sachkunde sondern auch Mathematik und Deutsch. Die Schülerinnen profitieren davon mehrfach. Der Unterricht im Freien beugt nicht nur der bei vielen Kindern verbreiteten Bewegungsarmut vor, die Schüler können auch sehr vielfältig ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen nachkommen: Regen spüren, Schnecken beobachten, Trampelpfade durchlaufen, vespern im Freien, gemeinsam einen Unterschlupf bauen. Diese Erlebnisse stärken die Kinder und eröffnen neue Lernfelder. Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann: „Der Wert und die Schönheit von Natur lassen sich nur draußen erleben und vermitteln. Die ´Draußenschule` gibt Raum für neue Lernerfahrungen und schult weit über die klassischen Unterrichtsinhalte hinaus.“ Gerlinde Kretschmann ergänzt: „Draußen-Tage, unabhängig vom Wetter, auch bei Schnee und Regen, sind keine Selbstverständlichkeit im normalen Schulalltag. Es ist daher schön, dass mit den Draußenklassen nachhaltige Erlebnisse und so auch nachhaltiges Lernen in der Natur ermöglicht werden.“

 

Dabei werden keineswegs nur Orte in der Natur besucht. In Stuttgart standen u.a. die Stadtbücherei, die Bäckerei sowie das Rathaus und die Schreinerei auf dem Programm. Ute Dicks, Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbandes, der das Projekt leitet: „Auf diese Weise erkunden  Schülerinnen und Schüler ihre Lebenswelt außerhalb des Schulgebäudes und erwerben so zunehmend Reflexions-, Handlungs- und Gestaltungskompetenz.“ Dicks dankte in Stuttgart der Schulleitung und Lehrerin Ursula Conrad sowie den Eltern dafür, dass sie sich für die „Draußenschule“ engagiert und damit eine neue, effektive,  Art des Lernens für ihre Kinder möglich gemacht hätten.

Die Hohensteinschule wurde zusammen mit der Grundschule Lichterfelde in Brandenburg und der Ahrbach-Grundschule im Norden von Rheinland-Pfalz unter bundesweit 51 Bewerbern als Modellschule ausgewählt. Die Schulen sind Teil des vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums finanzierten und als offizielles Projekt der UN-Dekade biologische Vielfalt ausgezeichneten Projekt „Schulwandern – Draußen erleben. Vielfalt entdecken. Menschen bewegen“. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.

Erste Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler an „Draußenschulen“ wesentlich motivierter sind als an klassischen Schulen. Lernen wird von den Kindern nicht als „trockene“ Aneignung von Wissen begriffen, sondern als endeckendes Forschen. Dies ist möglicherweise der Grund dafür, dass das vermittelte Wissen länger erinnert wird als in herkömmlichen Schulformen, wo Untersuchungen zufolge 90 Prozent des Wissens schnell vergessen werde. Dies betrifft keineswegs nur naturkundliche Disziplinen sondern gilt auch für Fächer wie Deutsch oder Mathematik. Ein weiterer Vorteil der „Draußenschulen“ ist die starke Sensibilisierung der Kinder für das Thema biologische Vielfalt. 

Schinderhannespfad: Von Schmitten nach Idstein-Kröftel

Schmitten im Taunus

Schmitten im Taunus

Einen der seit Urzeiten wichtigsten Taunuspässe, den Rotes Kreuz mit 688 Metern über NN, nutzt auch der Schinderhannespfad auf dem Rundweg durch den Taunus. Von den Kelten und von den Römern wissen wir, dass sie den Pass nutzten, um von Königstein ins Weiltal zu gelangen. Wir wandern auf der heutigen Etappe nicht ganz auf keltischen und römischen Spuren – doch unser Wanderweg gehört auch, zumindest teilweise, zu den alten und wichtigen Handelsstraßen im Taunus.

Die Wanderung beginnt dort, wo unsere letzte Etappe endete. Im Kernort der Feldberggemeinde Schmitten. Genaugenommen ist Schmitten nur der Etappenort und wir setzen unsere Rundwanderung durch den Taunus oberhalb Schmittens am Weißen Stein fort. Die Markierung folgt überwiegend dem Schinderhannessteig, der über rund 38 Kilometer den Taunuskamm von Kelkheim in Richtung Burg Eppstein überquert.

Unterwegs treffen wir immer wieder auf die Spuren der Vergangenheit. Der Weiße Stein oberhalb von Schmitten zeigt schon lange die Richtungen zu den Nachbardörfern an. Das Rote Kreuz haben wir oben schon erwähnt. Nicht weit davon entfernt errichteten die Römer das Kastel am Kleinen Feldberg. Die Quelle der Weil war für die Wasserversorgung der Legionäre wichtig. Glashütten fanden sich nahe der alten Fernstraße Frankfurt nach Köln im Wald. An der Stelle wurde auch Erz verhüttet und es qualmten die Kohlenmeiler der Köhler.

Eine schöne und geschichtsträchtige Wanderung. Bei jedem Wetter geeignet, führt überwiegend auf guten Wirtschaftswegen durch den Wald. Dadurch wird Schutz vor Regen und Sonne geboten.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es ein wenig umständlich, Start- und Zielpunkt der Streckenwanderung zu erreichen. Idealerweise finden sich zwei Wanderer mit Fahrzeug, von denen das eine am Einstieg in Schmitten (der REWE bietet genügend Platz) bleiben kann. Das andere Fahrzeug findet reichlich Platz am Dortgemeinschaftshaus in Idstein-Kröftel (Roderweg 7). Fahrzeit zwischen beiden Punkten etwa 15 Minuten.

 

 

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