Auf dem Weg

Geschichte - Kultur - Spiritualität

Monat: Dezember 2013 (Seite 1 von 6)

9. Tag Beilstein – Zell 14.02.2007

 
Unser teures Leitungswasser aus Beilstein sorgt für mehr Furore und mehr Beachtung, als wir selber der Sache beigemessen hatten. Da haben wir mit unserem Blog schon ein wenig ins Wespennest gestochen – und wenn wir mit Moselanern über die Sache sprechen, dann ernten wir stets deutliches Kopfschütteln. Und damit die Gastfreundschaft, die wir mittlerweile im krassen Gegensatz zu diesem Ereignis erleben durften, auch anderen zu Gute kommt, nenne ich auch "Ross und Reiter": im Burg-Cafe in Beilstein kostet ein 0,2-Glas Leitungswasser 0,50 Euro (das war mal eine Mark!!!!!). Und damit ist die Sache für uns abgeschlossen, es ist mehr als wiedergutgemacht worden.
 
Trotzdem war aber dieser Tag von Beilstein nach Zell eine Tortur. Gabi hat mich morgens gegen 11 in Beilstein an der Bushaltestelle abgesetzt, der Rucksack war für vier Tage gepackt und hatte das entsprechende Gewicht und laut Wetterbericht sollte es der schlechteste Tag der Woche werden. Lag das nun an Beilstein? Oder an der Mosel? Nee, ich glaube eher an unserer Planung. Denn die 4 Tage bis Samstag passten uns so gerade richtig in den Kram. Aber so richtig eigentlich nur mir. Gabi musste noch von Mittwoch bis Freitag arbeiten – und so bin ich alleine los.
 
Es war morgens noch trocken, zumindest einigermassen. So nahm ich mir vor, die Regenhose und den Poncho erst später herauszukramen – dann, wenn es wirklich nötig ist. So richtig sexy sieht der Poncho ja nun auch nicht aus – und ein wenig Eitelkeit sei auch dem Jakobspilger gestattet. Dumm war nur, dass ich den Poncho dann auch den ganzen Tag dort ließ, wo ich ihn morgens hingepackt hatte: ganz unten im Rucksack. Ein Fehler, aber das wurde mir erst am späten Nachmittag klar.
 
Sind schon zwei Fehler, die ich gemacht habe. Der zweite war (aber das merke ich erst heute beim Schreiben), dass ich keinen Notizblock fürs Tagebuch mitgenommen habe. Mich jetzt, bei strahlendem Sonnenschein, an den grausigen Tag von Beilstein nach Zell zu erinnern, fällt schon ganz schön schwer.
 
Mit meinem schweren Rucksack ging es erstmal hoch zur Karmelitenkirche in Beilstein.Ich wollte mir noch den Stempel für unsere letzte Etappe hierhin abholen. "Kirche zu!" rief mir ein Bauarbeiter schon von weitem zu, "Pater weg, irgendeine Versammlung irgendwo!" Das wars denn mit meinem Stempel – und den Moselhöhenweg habe ich auch nicht mehr gefunden. Auch ein Schild hoch zur Burg Metternich war nirgends zu sehen. Vielleicht sollen die Touris durch die historischen Ort geführt und zum Einkehren gezwungen werden? Aber davon wollte ich ja eigentlich nicht mehr schreiben.
 
Ich habe allen Fremdenverkehrsplanern ein Schnippchen geschlagen und mich auf meinen Orientierungssinn verlassen. Die Burg lag unsichtbar hinter diesem Felsen, auf dem die Kirche gebaut war. Also musste ich drum herum. Also hinunter auf der vom Ort abgewandten Seite und immer um den Felsen herum. Schild? Immer noch keins zu sehen. Aber dafür eine Treppe neben einem Gasthof. "Wenn die nicht privat ist, dann führt sie zumindest nach oben!" Hat geklappt und viele Treppenstufen ein Weinbergterassen weiter konnte ich die Burg Metternich vor mir sehen.
 
Der Burgberg war wohl schon zur römischen Zeit besiedelt, 1910 wurde ein fränkischer Steinsarkopharg (5. – 8. Jhdt.) in der Nähe der Burg gefunden. Die schon existierende Burg wurde 1268 Lehnsbesitz der Herren von Braunshorn. 1638 lehnte das Trierer die Burg Beilstein an die von Metternichs, 1794 kamen die Franzosen. Durch den Wiener Kongress fiel die Burg 1815 an Preussen. Heute ist die Burg im Besitz der Familie Sprenger, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Burg Metternich zu erhalten.
 
An der Burg war alles verriegelt und verrammelt, den Weg hier hinauf hätte ich mir auch sparen können. Ein einsamer Bauarbeiter, der den Motor seines Baufahrzeugs laufen liess und hinter dem Gitter verschwinden wollte, würdigte mich noch nicht einmal einer Antwort, als ich fragte, ob ich mich vielleicht einmal im Burghof umschauen dürfte. Im Vorfeld haben mir viele, die die Mosel kennen, dazu geraten, Beilstein auf keinen Fall zu verpassen – ehrlich gestanden war ich froh, als ich Beilstein hinter mir lassen durfte.
 
Da ich immer noch keinen Einstieg in den Moselhöhenweg entdecken konnte, wandte ich mich an eine im Weinberg arbeitetende Dame. Sie versöhnte mich ein wenig mit dem Ort, denn die ausführliche und sehr, sehr freundlich gegebene Auskunft hätte ich besser beachtet. Das hätte mir reichlich Nässe und einige Kilometer erspart.
 
"Gehen Sie hier die Strasse herunter und folgen dann der Landstrasse so ca. 500 m bis 1 km, dann kommt ein Weg nach RECHTS, der ist als Moselhöhenweg beschildert." Ich dankte und machte mich wieder auf den Weg. Mensch, hätte ich doch auf sie gehört. Aber an dem Wegweiser nach Grenderich, der nach links in einen Waldweg führte, fielen mir die Bekannten ein, die links und rechts stets verwechselten – und schliesslich waren es bis hierhin schon so rund 700 m. Erst viel, viel später, als ich die Karte dann richtig deuten konnte, sollte ich feststellen, dass der von ihr beschriebene Weg noch ein gutes Stück an der Landstrasse entlanggeführt hätte.
 
Ich bin also links im Waldweg verschwunden, immer fleissig nach oben auf die Hunsrück-Höhen und machte beim Überklettern der Kyrill-Schadensreste die Erfahrung einer Ganzkörper-Schlammpackung bei kompletter Kleidung. Nicht ganz so prickelnd – besser nicht nachmachen. Dann wieder eine Landstrasse – aber immer noch kein Moselhöhenweg! Landstrasse also weiter nach oben gekraxelt, so langsam taten mir die Füsse vom Asphaltlaufen weh, und dann gottseidank ein Strassenschild in Richtung Grenderich. Da die andere Richtung Liesenich absolut falsch sein musste, fand ich mich so langsam damit ab, den Rest des Weges auf der Landstrasse verbringen zu müssen.
 
Dann war ich es leid – Autofahrer, gleich ob einheimisch oder auswärts, haben die unangenehme Tendenz, Fussgänger nicht für voll zu nehmen. Ich bin also weiter nach oben geflüchtet und konnte die zwar unangenehmste, weil kälteste und nasseste, aber auch die schönste Strecke auf diesem Weg nach Merl weiterpilgern. Es ist schon schön, auf dem höchsten Grad der Umgebung zu gehen und links und rechts über die Felder und Wälder zu schauen. Vielleicht solltet Ihr auch diesen Umweg machen, dann aber definitiv besseres Wetter dafür aussuchen.
 
Aber auch der längste Grat geht einmal zu Ende, weit und breit keine Bank, aber in einiger Entfernung wieder die Landstrasse. Okay, dann also auf der Strasse weiter. Aber zuvor noch in der Gesellschaft von 3 Haflingern eine kurze Pause eingelegt. Die waren schon sehr an meinen Fitness-Riegeln interessiert – ich sah aber nicht ein, warum ich meine Tagesverpflegung gegen Stroh und Heu eintauschen sollte. Also habe ich mich auf das Geschäft nicht eingelassen.
 
100 m weiter tauchten dann auch meine so sehr vermissten M’s für den Moselhöhenweg wieder auf. Aber irgendwie passte mir die Richtung nicht so ganz und so nahm ich mir an der naheliegenden Schutzhütte die Zeit, die Karte zu studieren. Erstmal der netten Dame im Bedilsteiner Weinberg Abbitte leisten. Sie hat zwar die Entfernung unterschätzt, links und rechts aber nicht veratuscht. Ich hätte unten nur weitergehen müssen und mir ein Schlammbad und so manchen Kilometer erspart.
 
Schutzhütten ist übrigends so ein Thema – besonders wenn diese an einer Strasse liegen, scheinen sie dazu einzuladen, ein grösseres Geschäft dort zu verrichten. Während die Hütten am Weg und in den Weinbergen sehr sauber sind, und sicher auch einmal als Notunterkunft herhalten könnten, sind die Hütten an einer Strasse bisher immer völlig verdreckt und verschissen gewesen. Gut, eine Familie auf Sonntagsausflug im trockenen und warmen Auto scheint auch nicht so unbedingt das Verständnis für einen durchnässten Wanderer oder Pilger aufzubringen, der sich über ein trockenes und sauberes Plätzchen freuen würde. Liebe Autofahrer, habt nicht nur ein Herz für Eure und für andere Kinder – habt auch ein Herz für diejenigen, die zu Fuss unterwegs sind. Fahrt lieber ein wenig schneller weiter zur nächsten Kneipe oder zum nächsten Restaurant. Oder packt Eure Hinterlassenschaften ein, das riecht zwar ein wenig strenger im Auto, bringt Euch aber die Genugtuung, etwas für zukünftige Besucher getan zu haben. (Naja, so ganz glaube ich nicht an einen Erfolg meines Aufrufes – aber man soll die Hoffnung niemals aufgeben.)
 
Diese Gratwanderung, die hat mich geschafft. Es war eigentlich nicht genug Regen für den Regenponcho – und jetzt hatte das "bisschen" Regen mich bis auf die Haut durchnässt. Nun brauchte ich den Poncho auch nicht mehr. Einmal nass kann ich auch nass weiterpilgern – spielt keine Rolle mehr.
 
Nachdem Grenderich passiert war, ging es auf dem sogenannten Judenpfädchen im Senheimer Wald stetig bergab. Wer auf dieser Etappe eine Zugverbindung erreichen möchte, kann unterwegs dem Wegweiser nach Bullay folgen. Die Strecke ist sehr gut beschildert und bereitete keine weiteren Probleme.
 
Unten in Merl, einem Ortsteil von Zell, dem eigentlichen Ziel meines Tages, frischte dann meinen Ärger vom Vormittag wieder auf. Klar, dass die Gassen des Ortes bei Regenwetter im Februar nicht gerade übervölkert sind. Aber ich begegnete immerhin einige Menschen, die ihren Geschäften nachgingen. Auf ein freundliches "Guten Tag" erhielt ich noch nicht einmal eine Antwort. Die Kirche war verschlossen und ausserhalb der Öffnungszeiten machte im Pfarramt (oder wars ein Dekanatsbüro?) niemand auf. "Pakete bei XY in der XY Gasse abgeben" war an der Tür angeschlagen. Aber ich wollte nun einmal ein Bett für die Nacht – und nicht unter freiem Himmel an der Hochwassermosel übernachten.
 
Ganz ehrlich: im Winter ist hier in Merl tote Hose. Es mag ja ein ganz netter Ort im Sommer sein, und ich verspreche, ich komme dann noch einmal wieder. Vielleicht gelingt es mir dann, eine Antwort auf ein freundliches "Guten Tag" zu erhalten. An mindestens 10 Häusern, die ich passierte, war das Schild "Zimmer frei" – aber auf mein Klingeln und Klopfen tat mir niemand auf. Ich weiss, dieser Vergleich ist reichlich abgedroschen, aber so müssen sich Maria und Josef auf der Herbergsuche gefühlt haben. Wo sind die Leute an einem Werktag um 3 Uhr nachmittags eigentlich?
 
Eine Stärkung aus der Bäckerei und ein kurzes, auch deutlich ablehnendes Gespräch mit der Besitzerin: "Ja, es gibt schon viele, die hier in Merl vermieten!" sagte sie mir eher abwehrend. "Aber ich kann keinen finden, haben Sie keinen Tipp für mich?" war meine Antwort. "Ja, dann gehen Sie doch nach Bullay, da finden Sie bestimmt etwas!" Damit war ich bedient. Nass bis auf die Haut und nachdem ich erklärt hatte, dass ich in Richtung Trier unterwegs bin, schickte mich die "nette" Dame in die andere Richtung. Na prima.
 
Der Regen wurde auch nicht besser, und natürlich bin ich nicht nach Bullay, sondern nach Zell – in "meine" Richtung – gelaufen. Drei weitere Versuche, in einem der Weingüter mit "Zimmer-Frei-Schild" unterzukommen, scheiterten auch an den überaus "freundlichen" Gesprächspartnern.
 
Leute, ich verstehe, dass Ihr im Winter nicht für eine Nacht vermieten wollt, Ihr renovieren müsst, die Zimmer nicht fertig habt, die Heizung just am Morgen den Geist aufgegeben hat und was Euch sonst noch alles so einfällt. Aber dann täuscht doch nicht den arglosen Pilger hinterhältig mit Euren "Zimmer-Frei" Schildern in jedem Fenster. Oder regt doch einfach mal bei Eurem Fremdenverkehrsverband an, am Ortsschild gleich ein Schild anzubringen: "Pilger und Wanderer im Januar und Februar nicht erwünscht!" Das wäre wenigstens ehrlich. Damit haben wir doch als Deutsche im letzten Jahrhundert gute Erfahrungen gemacht. Erst zwischen 1933 und 1945, da klappte es wunderbar, da sanktionierte es sogar der Staat. Dann noch einmal nach 45, da stand dann an den Gaststätten das Schild "Off Limits" für unsere amerikanischen Freunde. Und in jüngster Zeit sind es Schilder für unsere türkischen, kosovo-albanischen und russischen Mitbürger. Jetzt nehmt Ihr einfach die Wanderer und Pilger ausserhalb der Saison gleich noch mit dazu.
 
Ich weiss, meine Formulierung oben ist schon ganz schön heftig. Ein Politiker müsste nach so einem Vergleich gleich sein Mandat niederlegen und öffentlich Asche auf sein Haupt streuen. Ich bin kein Politiker, ich bin nur ein kleiner Pilgerer, der keine Zeit hatte, sich im Vorfeld um eine Unterkunft zu bemühen. Und ich war nass, mir war eiskalt, die Füsse und Beine taten weh – kurz, ich hatte die Schnauze voll! Ich bitte jeden um Entschuldigung, der sich um die Gastfreundschaft in unserem Land verdient macht – und es ist wirklich nicht nötig, dass sich irgendjemand für irgendetwas bei mir entschuldigt, weil er/sie sich dafür verantwortlich fühlt, was mir widerfährt. Ich bin nicht blauäugig, ich weiss, es gibt solche und solche. Nur leider treten "solche" immer in Rudeln auf – und sind vielleicht auch noch am Tag vor Weiberfastnacht besonders wetterfühlig.
 
"Licht am Ende des Tunnels" sah ich auch erst in der Innenstadt von Zell. Noch einmal einen Rundumschlag? Sollt Ihr haben: die leeren Geschäfte und unrenovierten Häuser auf beiden Seiten der Strasse sind nicht gerade einladend! Ganz im Gegenteil. Ich dachte bei mir: "Wo bist du denn jetzt hingeraten?"
 
Dann aber das Schloß-Hotel, ein wirkliches Schmuckstück, dem auch das Schietwetter nicht anhaben konnte. Auch die Stadtkirche ein Kleinod. Am Schloß-Hotel habe ich kurz überlegt, ob ich da einfach ein Zimmer nehme. Gut, dass ich es nicht getan habe sondern mein Budget mich noch ein paar Meter weiterführte. Dort sah ich auf der anderen Strassenseite in einem Kneipenfenster das Schild "Ferienwohnung zu vermieten – auch für eine Nacht!" Gut, also schlafe ich heute nacht in einer Ferienwohnung. Ruhe, Wärme, vielleicht sogar eine Badewanne – das kann ich mir nach diesem Tag ruhig gönnen. Also hinein in die Kneipe. Obwohl ich mir vorgenommen hatte, diese Ferienwohnung nun wirklich für die Nacht zu mieten, koste es, was es wolle, ist es dann doch an meiner Sturheit gescheitert. Ich war schon soweit wieder aufgetaut, dass ich die verlangten 40 Euro nicht mehr zahlen wollte. "30 Euro zahle ich freiwillig," aber dieses Angebot wollte der Eigentümer nicht akzeptieren.
 
Aber Kneipen sind halt auch Stätten unerschöpflicher Informationen. Und so saß da auch ein Bäcker auf dem Weg nach Hause ins Bett und der sagte zu mir: "Wart mal, ich versuche mal etwas, hast du ein Handy dabei?" Dann nahm er doch das Kneipentelefon, telefonierte kurz und sagte: "Es liegt zwar etwas ausserhalb, aber du bekommst ein Zimmer für 30 Euro und der Besitzer holt dich hier ab!"
 
Wie oft habe ich schon in diesem Blog den Satz: "Der Weg gibt Dir alles was Du brauchst" zitiert? Auch an diesem Tag war es wieder so.
 
Während ich auf meinen "Abholer" wartete, kamen wir an der Theke ins Gespräch, eine Runde gab die andere. Hauptthema war Jakobsweg und Santiago. Dann kam mein "Abholer", es gab noch mehr Runden, ich zog die nasse Jacke aus und das nächste Bier stand vor mir. So ging es einige Zeit weiter – nicht unangenehm, wirklich nicht.
 
Dann schlussendlich fuhren wir heraus zur Pension Notenau. Das abgelegene Seitental liegt direkt am Weg, von daher sehr praktisch und pilgergünstig gelegen. Und entpuppte sich für mich als wahre Luxusherberge. Doppelzimmer, Fernseher, Platz, Dusche und WC – alles sauber, ordentlich und unheimlich einladend. Mein "Abholer" entpuppte sich als der Eigentümer Herbert Saxler, das Ehepaar Saxler ist noch im Vorstand des Fremdenverkehrsverbandes Zeller Land und kennt die Strecke bis zumindest Enkirch und Starkenburg (nächste Tagesetappe) gut. Besonders die Wegmarkierungen hat es ihnen angetan. Auf jeden Fall erhielt ich mehr Tipps fürs Weiterpilgern, als ich jemals verwerten kann.
 
Es tut mir regelrecht leid, dass die Loblieder auf die Pension Notenau und ihre Besitzer Saxler weniger Platz einnehmen, als meine negativen Erfahrungen in Beilstein und Merl. Aber so ist das leider nun einmal: das Positive ist kaum in der Lage, das Negative auszugleichen.
 Fernseher an, Buch herausgekramt, 2 Seiten gelesen – dann war ich eingeschlafen. Gegen 8 wurde ich wieder wach – noch schnell geduscht, wieder ins Bett, 5 Minuten DSDS geguckt (mehr braucht man auch nicht), wieder eingeschlafen. Gegen 2 den Fernseher ausgeschaltet – wieder eingeschlafen. Und um 7 gings zum erstklassigen Frühstück.
 
Liebe Frau Saxler, lieber Herr Saxler: Sie haben mich gerettet und die Zellerehre gleich mit. Wir kommen bestimmt wieder.
 
Erkenntnisse des Tages:
 
wenn etwas nicht klappt, hat die Vorsehung vielleicht noch ein besonderes Bonbon parat
Regenbekleidung ist bei Regen im Rucksack schlecht aufgehoben
 

Zwischenetappe

 
"Der Weg gibt Dir alles, was Du brauchst – aber nicht mehr!" Diesen Satz habe ich schon mehrfach zitiert. Und im Moment glaube ich, unser Jakobsweg gibt uns noch viel mehr, als wir brauchen.
 
Zum Beispiel erreicht mich heute morgen eine eMail:
 
Sehr geehrter Herr Schäfer,

mit Interesse habe ich Ihren Aufruf bzgl. Inhalten für einen Jakobsweg-Pilgerführer gelesen.
Wir würden diese tolle Idee gerne unterstützen – mit Fotos, Texten und anderen Informationen.
Erste Hinweise haben Sie ja schon gegeben. Wir werden dies recherchieren und an die ent-
sprechenden Stellen weitergeben. Ich denke, dass wir Ihnen in den nächsten Wochen das
erste Material zur Verfügung stellen können. Bitte halten Sie uns wg. des Pilgerführers auf
dem Laufenden.

Mit freundlichen Grüssen von der Mosel

Wolfgang Wiegratz
Leiter der Tourist-Information
Ferienland Cochem
Endertplatz 1
56812 Cochem
Tel. 02671-60040
Fax 02671-600444

info@ferienland-cochem.de
www.cochem.de

Das ist doch mal eine richtig schöne Überraschung. Ich habe mich wirklich, gerade über diese Rückmeldung, gefreut. Mit allem hätte ich gerechnet, nur nicht mit offiziellen Stellen, die ihre Unterstützung anbieten.

Und während ich noch an einer Antwort herumformulierte (denn so ein Angebot sollte man doch ausgiebig nutzen), erreichte mich die nächste eMail:

Sehr geehrter Herr Schäfer,

mittlerweile wurden Ihre Erlebnisse in Beilstein mir zur Kenntnisnahme und weiteren
Bearbeitung übermittelt.

Ich darf mich bei Ihnen und Ihrer Begleitung für das stillose Verhalten des Beilsteiner
Gastronomiebetriebs in aller Form entschuldigen. Allerdings kann ich Ihnen versichern,
dass solche Beispiele gottlob nicht die Regel sind. Wir werden der Angelegenheit
nachgehen; dabei würde es sehr helfen, wenn Sie uns den Namen des Betriebes
nennen könnten.

Um Sie mit der Mosel wieder ein wenig zu versöhnen, würde ich Ihnen gerne zwei
gute Flaschen Moselwein zukommen lassen. Bitte teilen Sie mir doch hierfür Ihre
Adresse und Ihre bevorzugte  Geschmacksrichtung (trocken, halbtrocken, lieblich)
mit.

Mit freundlichen Grüssen

Wolfgang Wiegratz

Toll, ein kleiner "Urlaubspilger" aus dem Taunus, mit einem unbedeutenden Blog (Ihr müsst mal www.jakobus-info.de oder die Seiten www.sjb-trier.de aufrufen, dort bekommt Ihr wirklich Informationen), schildert seine Erlebnisse in diesem, unserem Lande und mischt dabei die deutsche Servicewüste so richtig auf. Ich schwebe auf "Wolke Sieben". Ich könnte fast versucht sein zu glauben, es würde sich tatsächlich nach unserem Pilgerweg etwas verändern. (Naja, ich komme schon wieder herunter von meiner Wolke, keine Angst!)

Natürlich wird sich nichts verändern. Natürlich wird auch der nächste Pilger (vielleicht nicht mehr in Treis, aber im Nachbarort) stundenlang nach einer vernünftigen Unterkunft suchen müssen. Natürlich wird auch der nächste Pilger (vielleicht nicht mehr in Beilstein, aber im Nachbarort) für ein Glas Leitungswasser bezahlen müssen. Vielleicht erreichen wir aber mit den hin und wieder schon kritischen Sätzen eine Sensibilisierung für die Belange der Pilger.

Ihnen, Herr Wiegratz, ein Dankeschön für das angekündigte "Versöhnungsgeschenk" und Ihre Entschuldigung ist natürlich angenommen – auch, wenn sie nicht wirklich nötig war, und von Ihnen im relativ fernen Cochem schon gar nicht. Wo Menschen arbeiten, da "menschelt" es halt auch hin und wieder. Wirklich reibungslos wird es doch nirgends laufen, weder an der Mosel, noch an der Lahn – weder in Beilstein, noch in Weilburg. Aber wenn Sie auch nur erreichen, dass sich die Gastgeber bei der nächsten Jahreshauptversammlung betroffen ansehen und sich fragen: "Wer war das denn?" ist vielleicht schon ein Schritt in die richtige Richtung getan. Wird vielleicht der Bedienung hin und wieder mal gesagt: "Nicht ich zahle Dein Gehalt – das ist der Gast, der da im Gastraum sitzt und seine Rechnung begleicht!"

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Und jetzt soll noch einmal jemand abfällig vom "Urlaubspilger" sprechen. Pustekuchen! Dieser Weg, immer noch gerade mal etwas mehr als 150 km jung, nimmt uns ganz schön in Anspruch. Kein Tag vergeht, an dem Gabi und ich nicht über "unseren" Jakobsweg sprechen. Nicht die Planung, nicht die Organisation, nicht die Arbeit am geplanten Pilgerführer – nein, "unser" Weg ist das Thema. Wir denken und sprechen über Dinge, die 10 Jahre kein Thema für uns waren. Unsere Gedanken gehen in unterschiedliche Richtungen – aber sie drehen sich alle um den Weg.

Ich weiss heute nicht, wie das weitergehen wird. Aber ich weiss, dass dieser Weg schon heute ein grösseres Abenteuer ist, als alles, was ich in meinem bisherigen, nicht gerade langweiligen Leben, erlebt habe.

e Ultreia, e suseia, deus adjuvanos – zum ersten Mal benutzte ich diese Phrase aus dem Codex Calixtinus – Vorwärts, aufwärts, Gott beschützt uns!

Kleine Perlen am Mittelmeer kommen groß heraus

Menorca, die „kleine Schwester“ von Mallorca, besticht mit vielen kleinen Buchten und Stränden, oft gesäumt von Pinienwäldern., Foto: TUI Themenservice

Menorca, die „kleine Schwester“ von Mallorca, besticht mit vielen kleinen Buchten und Stränden, oft gesäumt von Pinienwäldern., Foto: TUI Themenservice

Sie sind die heimlichen Stars im und am Mittelmeer: Menorca, Dalaman, Kos und Apulien werden bei Urlaubern immer beliebter. „Der aktuelle Trend im deutschen Tourismus geht eindeutig hin zu kleineren Zielen, die Reisenden Individualität und Abwechslung vom Altbekannten versprechen“, sagt Oliver Dörschuck, touristischer Geschäftsführer der TUI Deutschland. „Viele Urlauber kennen mittlerweile die großen Orte und Regionen gerade rund um das Mittelmeer, die touristisch stark entwickelt sind. Jetzt möchten sie wieder das Ursprüngliche erleben, ohne dabei auf eine etablierte Infrastruktur verzichten zu müssen. Kleinere Destinationen sind dafür ideal: Sie bieten nicht nur gute Hotelqualität, sondern auch lokale, oft weniger bekannte Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten.“ Aufgrund des Wachstums der Ziele jenseits des Mainstream hat Deutschlands größter Reiseveranstalter für die nächste Sommersaison das Flugangebot vor allem gen Dalaman, Menorca und Kos aufgestockt.

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Zwischenetappe Wetzlar – Weilburg 03.02.2007

 
An diesem Wochenende ist Peter hier in Weilburg. Neben seinen vielen anderen Qualitäten, seinem Wissen, seiner Freundlichkeit ist er auch -im Gegensatz zu Gabi und mir- ein erfahrener Trekker (wie es Neu-Hochdeutsch heisst – früher nannte man das Wanderer) und plant gerade eine Tour durch Feuerland. Nicht, dass ich ihn darum beneide, dafür bin ich selbst schon zuviel unterwegs gewesen. Ich freue mich mit ihm und seiner Janina (nein, Janina, ich setze Dich nicht unter Druck :-)) auf diesen "Urlaub" und verfolge gespannt die Planungen, die Organisation und natürlich auch die Vorfreude. An diesem Wochenende hat er das Auto mit Rucksäcken voll gepackt. Dabei handelt er gar nicht mit Outdoor-Bedarf. Aber er kennt sich halt aus und ist für die äusseren Bedingungen unserer Pilgerschaft ein Quell unerschöpflicher Informationen. Die Rucksäcke gehören Janina und ihm und Gabi und ich sollen die einfach einmal in Ruhe ausprobieren. Ich war nämlich bis vor zwei Wochen noch der Meinung, ein Billig-Rucksack für 29,90 bei eBay tut es auch. Ha, den Zahn hat Peter mir ganz schnell gezogen (und ich bin bei so etwas auch durchaus lernfähig).
 
Auf jeden Fall haben wir neben der Rucksack-Anprobe noch ein paar Dinge zu besprechen ("besprechen" ist gut, sehr gut sogar! – das war jetzt intern, müsst Ihr nicht verstehen) und da hat es sich angeboten, das einfach mit der Tagesetappe von Wetzlar nach Weilburg auf dem Lahn-Camino zu verbinden.  Die fehlt uns noch in unserer Etappen-Sammlung an der Lahn – und da der Lahn-Camino Pilgerführer Gestalt anzunehmen beginnt (http://lahn-mosel-pilger.spaces.live.com) dachte ich mir, es wäre gar nicht schlecht, auch diese 22 km einmal selbst gepilgert zu sein.
 
Nach einem sehr guten Früstück (Peter bringt immer tolle Brötchen aus Bonn mit) waren wir so gegen 11 in Wetzlar am Dom. Peter, Csaszar, Feny und ich. Ein typischer Samstag-Morgen in Wetzlar. Es wimmelte von hektischen Menschen (als ob es ab Montag nichts mehr zu kaufen gibt). Die Besichtigung des Domes haben wir uns gespart, wir kennen den Dom beide und ich weiss, dass der Lahn-Camino am Dom beginnt. Also machten wir uns auf die Suche nach der gelben Jakobsmuschel auf blauem Grund. Bald gefunden und durch die Wetzlarer Altstadt hinunter zum Karl-Kellner-Ring bzw. Ernst-Leitz-Platz.
 
So ganz eindeutig ist die Beschilderung nicht, wir sind auch ein paar Mal falsch gelaufen. Auch denke ich, dass die Streckenführung eher ökonomisch angehaucht ist (der kürzeste Weg) – vielleicht hätten die Initiatoren des Lahn-Camino ohne besonderen Aufwand einen Weg an den zahlreichen historischen Gebäuden Wetzlars vorbei wählen sollen. Reichskammergericht, Steinerne Brücke, Hospitalkirche und vieles mehr. Aber zur Streckenführung gleich nochmal mehr.
 
Am Ernst-Leitz-Platz kann der Pilger mit Mühe die Muschel auf der anderen Seite (vor dem Leitz-Gebäude) erkennen. Es geht also durch die Unterführung und dann rechts an der Sancura-Krankenkasse vorbei Richtung Stoppelberg und Nauborn. Hinter der Sancura geht es rechts – dem Schild zum Kalsmunt folgend. Die Reichsburg diente dem Schutz Wetzlars und heute bietet der Turm der Ruine einen wunderschönen Blick auf Wetzlar. Bestimmt einen Abstecher wert – aber der Lahn-Camino führt weiter auf der Strasse, lässt den Kalsmunt rechts liegen. Es geht dann weiter durch Nauborn, über die Strasse und dann ein kleines Stückchen im Wald. Vor der Mühle wird die Strasse wieder überquert und endlich ist der Wald in Richtung Laufdorf erreicht.
 
Gleich zur Linken steht ein Schild zur Theutbirg Basilika und da ich keine Ahnung hatte, worum es sich hier handelt (Peter sowieso nicht) sind wir die paar Schritte hinaufgegangen. Im Kloster Lorsch gibt es ein altes Dokument aus dem 8. Jhdt., in dem Frau Theutbirg die Basilika (für mich ist es eine Kapelle, aber naja) dem Kloster vermacht. Die Grundmauern hat man erst bei Ausgrabungen 1927 gefunden und dabei festgestellt, dass Frau Theutbirg hier wohl in der Klause (hinten der kleine Anbau links) zurückgezogen ein gottseliges Leben geführt hatte. In dieser Klause hätte unser heutiges Bett keinen Platz gefunden. Das Leben als Einsiedler war also eindeutig nicht besonders komfortabel. Es wurde auch verschiedene Gräber um die Kirche herum gefunden und ein Stück Ackerland.
 
Nochmal zur Streckenführung. Nutzen Sie besser die Zeit für einen ausgiebigen Rundgang durch die Wetzlarer Altstadt, die soviel zu bieten hat, oder sparen Sie sich die Zeit für Braunfels mit dem romantischen Schloss und der Altstadt. Nehmen Sie einen Bus bis nach Nauborn statt die unattraktive Strecke durch Wetzlar und Nauborn zu pilgern. Eigentlich war es sogar so, dass Peter und ich erst hinter Laufdorf einhellig der Meinung waren: jetzt wird es schön. In der Etappen-Beschreibung bei outdoorwiki.com ist der Stoppelberg erwähnt. Ich habe mir vorgenommen, im Frühjahr die Strecke noch einmal zu wandern, dann über den Stoppelberg, über Volpertshausen (Ja, richtig, Goethe, Charlotte Buff, Leiden des Jungen Werthers) und Braunfels nach Weilburg. Vielleicht ist die Strecke ja schöner.
 
Der Waldweg führt nach Laufdorf, auch nicht gerade attraktiv. Wenn Sie jedoch durch Laufdorf gegangen sind und den Höhenzug erreicht haben, belohnt Sie ein wunderschöner Ausblick auf Wetzlar, den Stoppelberg und den Hochtaunus mit dem Grossen Feldberg. Einige Bänke an diesem Waldrand-Weg laden zur Rast ein.
 
Bald schon können Sie den ersten Blick auf das Braunfelser Schloss erhaschedn, dann führt der Weg wieder nach unten durch Solms-Oberndorf und entlang eines Baches auf einem beliebten Spazier- und Radweg wieder hinauf nach Braunfels. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit für die Braunfelser Altsatdt und das Schloss. Es lohnt sich bestimmt. Die Schlossführungen dauern rund 45 Minuten. Die Gemäldesammlung der früher fürstlichen, heute gräflichen Familie ist weit über die Grenzen hinaus berühmt. Verpassen Sie nicht die Deiker-Gemälde und lassen Sie sich durch die Augen des Wildes verblüffen. Egal, wo Sie gerade in der Deiker-Galerie stehen, die Tiere schauen Sie direkt an.
 
Der Lahn-Camino führt jetzt den Schloß-Berg hinunter, dann über die Strasse und am Campingplatz vorbei durch den Wald nach Hirschhausen. Für uns der schönste Abschnitt des Tages, auch wenn jetzt so langsam die Wehwehchen einsetzten. Peter stellte fest, dass er seine schweren Schuhe nicht mit nach Feuerland nehmen wird, ich beschwerte mich über meine Nieren. Mindestens ein faustgrosser Tumor auf beiden Seiten. Natürlich weiss ich, dass es lediglich die Lendenmuskulatur ist, welche die Schmerzen verursacht – aber ab einem gewissen Zeitpunkt komme ich schon regelmässig ins Grübeln.
 
In Hirschhausen ist die 1732 gebaute achteckige Kirche ein interessanter Mittelpunkt. Und gleich unterhalb der Kirche erinnert eine Lore, gefüllt mit Erzbrocken, an die lange Zeit Haupterwerbsquelle des Örtchen, dem Eisenerzbergbaus.
 
Hier hatten wir eigentlich keine rechte Lust mehr. Nach "gefühlten" 20 km, schätzungsweise 5 km von zu Hause entfernt, wollten wir nicht mehr. Lassen Sie sich unterwegs nicht von den Kilometerangaben verwirren. Häufig beziehen sich diese auf eine andere Wegführung. Nach diesen Kilometerangaben sind wir zwischen 20 und 30 km gewandert. Nicht schlecht also.
 
Wir sind dann noch bis zum Tiergarten-Parkplatz gewandert, immer an der Mauer entlang. Den gibt es schon seit dem 16. Jhdt. als Wildgehege, im 18. Jhdt. wurde dann ein Tiergarten daraus. Dort tauchte kurze Zeit später Gabi mit dem Auto auf. Gabi und Peter haben noch das "grosse" Auto aus Wetzlar abgeholt, während ich mit den völlig geschafften Hunden (Csaszar humpelte schon seit geraumer Zeit wieder) am Tiergarteneingang mich den Fragen der neugierigen Tiergartenbesucher stellte. Nein, nach meinem Befinden hat sich niemand erkundigt. Alles drehte sich nur um die Hunde. Ich konnte so richtig angeben mit unseren ach so gefährlichen Kötern, die mit der Leine auf dem Rücken so gehorsam und brav liegenblieben. "Die sind aber gut ausgebildet, mein Kompliment!" hörte ich von einem Besucher. "Klar, das war aber auch ein gutes Stück Arbeit," bestätigte ich ihn in seinem Glauben. Ich brauchte ja niemandem zu erzählen, dass die Monster nach einer Wanderung von Wetzlar nach Weilburg völlig geschafft waren. Die Komplimente gingen mir runter wie Öl – das tat so richtig gut.
 
Mal sehen, wann es weitergeht. Hoffentlich finden wir bald die Zeit.

Zwischenetappe – Aufruf

 
Unsere Erfahrungen der letzten Wochen haben uns gezeigt, dass es -zumindest für den Lahn-Camino und die Mosel- keinen regionalen Pilger-Führer gibt. Da sich gerade Lahn und Mosel für 1-, 2- oder Wochentouren anbieten, planen wir die Erstellung eines Jakobsweg-Pilgerführers, und zwar
 
1. Lahn-Camino Wetzlar – Lahnstein
2. Mosel-Pilgerführer Koblenz-Stolzenfels – Trier.
 
Dafür benötigen wir Ihre/Eure Unterstützung, und zwar:
 
  • Wird schon irgendwo an einem Pilger-Führer für diese Regionen gearbeitet? Dann brauchen wir das Rad nicht neu zu erfinden und können vielleicht wertvolle Erfahrungen beisteuern.
  • Sie leben an der Lahn oder der Mosel und kennen Ihre Region wie Ihre Westentasche? Dann freuen wir uns über jeden Hinweis auf kulturelle und/oder spirituelle Besonderheiten und natürlich auch über besondere Naturerlebnisse am Weg. Vielleicht kennen Sie ja auch eine Geschichte/Legende o.ä., die es wert ist, veröffentlicht zu werden.
  • Sie können ein kostenloses Privatquartier am Weg zur Verfügung stellen? Dann freuen wir uns über Ihre Rückmeldung, die wir auf dieser Webseite und in dem geplanten Pilger-Führer veröffentlichen. Die benötigten Daten erhalten Sie auf den Internet-Seiten der St. Jakobus Bruderschaft in Trier unter  http://www.sjb-trier.de/downloads/pilgerwillkommen.pdf.
  • Sie führen ein Hotel, einen Gasthof, eine Pension oder einen anderen gastronomischen Betrieb an der Lahn oder der Mosel und können einen speziellen Pilgerrabatt auf Übernachtung und Verpflegung einräumen? Wir veröffentlichen gerne Ihre Anschrift/Telefonnummer/Homepage. Der Übernachtungspreis soll deutlich unter 25 Euro pro Person, das Abendessen deutlich unter 10 Euro pro Person liegen.
  • Ihre Pfarrgemeinde liegt an Lahn oder Mosel? Wir möchten gerne die Öffnungszeiten von Kirche (wenn geschlossen, ob und wo gibt es einen Schlüssel?) und Pfarrbüro (gibt es einen Pilgerstempel?) und weitere Informationen veröffentlichen und freuen uns über Ihre Rückmeldung.
  • Ihr Gebetsraum (z.B. die Moschee Ihrer islamischen Gemeinde) liegt am Weg? Wir freuen uns über eine Rückmeldung und die Möglichkeit, Ihre Adresse zu veröffentlichen.

Bitte senden Sie Ihre Rückmeldung an kajo@xschaefer.de oder rufen Sie einfach an: 06471-506088.

Und zum Schluss, vielen Dank an Dich, Anne. Du hast mich erst auf den Gedanken gebracht!

Reiseveranstalter setzt auf Gesundheit – Weitere Gesundheitswanderführer bei Wikinger

Im vergangenen Jahr hat der Deutsche Wanderverband 23 Wikinger-Reiseleiter zu Gesundheitswanderführern ausgebildet. Deren Angebote waren offenbar erfolgreich: Am vergangenen Dienstag haben weitere 22 Wikinger-Reiseleiter ihr Prüfung abgelegt.

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8. Tag Treis – Beilstein 27.01.2007

 
So ganz so gut geschlafen haben wir nicht. Zwar fielen uns schon früh die Augen zu, aber Gabi hat sich über mein Schnarchen beschwert (ich schnarche nicht, das muss im Nebenzimmer gewesen sein :-)), und ich bin ungefähr stündlich wach geworden. Um halb sechs habe ich dann aufgegeben und mich darüber geärgert, dass wir das Frühstück erst für 8 Uhr bestellt hatten. Als einzige Gäste im Haus hätten wir vielleicht schon eine Stunde früher frühstücken können.
 
Nach dem mittelmässigen Schnitzel vom Vorabend erwartete uns jetzt ein opulentes Frühstück vom Feinsten. Eine reichhaltige Aufschnittplatte, Marmelade, Honig, Orangensaft, Müsli – alles, was das Herz begehrt. Selbst Gabi, ein Frühstücksmuffel, schlug so richtig zu. Die Brötchen waren aber auch wirklich aus der Kategorie "Spitzenklasse".
 
Bezahlen, Pilgerstempel in den Pass und los gings. Wir waren uns nicht so sicher, wo wir den Einstieg in den Moselhöhenweg auf der Hunsrückseite finden sollten, aber da half uns ein netter Herr auf dem Weg, der sich wirklich gut auskannte. Etwas Befürchtungen hatten wir wegen der verschneiten und vereisten Strasse. Ein paar Mal kamen wir ins Rutschen – und ich dachte mir: "Wenn das so weitergeht, müssen wir hier abbrechen, das ist zu gefährlich!" Aber dann konnten wir am Ende des Ortes nach kurzem Anstieg auf der Landstrasse auf einem Waldweg weitergehen und alles war in Ordnung.
 
Der Moselhöhenweg ist hier gleich am Anfang als "Arbeitsdienstweg Beilstein" beschildert – und obwohl ich mich immer dagegen wehre, in der Zeit des Nationalsozialismus irgendetwas positives zu sehen, muss ich hier doch zugestehen, dass zumindest der Reichsarbeitsdienst auch ein paar sinnvolle Dinge vollbracht hat. Der lange Anstieg auf die Hunsrückhöhen geht sanft, kaum merklich nach oben. Sehr angenehm zu laufen. Später folgt der Weg dann dem Keltenweg und einer alten Römerstrasse, die heute auch von einem archäologischen Wanderweg begleitet wird. So sind am Wegrand immer wieder Hinweise auf keltische Grabhügel oder römische Siedlungsreste zu finden. Sehr interessant, wenn man sich für die deutsche Frühgeschichte in keltischer, oder später römischer, Zeit interessiert. Später beim Abstieg nach Beilstein hat Kyrill wieder ein paar stärkere Spuren hinterlassen. Ein gutes Stück Weg ist durch umgestürzte Bäume unpassierbar. Diese haben wir weit umgangen, drüber- oder drunterdurchklettern war uns zu gefährlich, weil einige Bäume sichtbar unter Spannung standen.
 
Oben an einem Aussichtspunkt, mit Blick auf Beilstein, Burg Metternich und die Karmelitenkirche traf es mich dann wie einen Hammer. Ich konnte einfach nicht mehr, die Beine versagten ihren Dienst. Ob das nun an einem zu hohen Tempo oder zu wenig Pausen lag, weiss ich nicht. Heute, während ich hier schreibe, spüre ich aber die Erkältung in den Knochen, und vielleicht waren es gestern die Vorboten.
 
Die Karmelitenkirche ist sehenswert. Das wohl kostbarste Stück ist die schwarze Madonna, ein spanisches Kunstwerk aus dem 12. Jhdt., das von den Spaniern im 30-jährigen Krieg nach Beilstein gebracht und dort beim Abzug den Bewohnern geschenkt wurde.
 
Unten im Ort haben wir dann in einem Cafe auf den Bus nach Cochem gewartet. Und hier habe ich zum ersten Mal in meinem Leben für ein Glas Leitungswasser bezahlen müssen. Nein, es war nicht das Einzige, was wir verzehrt haben. 3 Pötte Kaffee und eine heisse Schokolade standen auf der Rechnung. Und ein Glas Leitungswasser für 50 Cent. Hammerhart, oder? Ich sehne mich nach Wien, wo ein Glas Wasser zum "Verlängerten" gehört, oder nach USA-Land, wo als erstes das Wasser auf den Tisch kommt. Nach der frustrierenden Unterkunftssuche vom Dienstag war dies noch ein besonderes Beispiel für Gastfreundschaft in diesem, unserem Lande. 
 
Wir waren relativ zeitig wieder zu Hause. Durch den Abbruch in Beilstein war die Tagesetappe auch nur so ca. 10 km lang. Aber wir haben die zwei Tage so richtig genossen. Der Winter (gleich, ob er sich frühlingshaft mit Rosen, oder winterlich mit Eis und Schnee gibt) hat seinen ganz eigenen Reiz. Und dazu zählt auf jeden Fall, dass wir im Wald und in den Ortschaften nicht ständig Touristen begegnen.
 
Die Zwei-Tages-Etappe war so richtig teuer. Über 100 Euro haben wir ausgegeben. Dies gerechnet mal 150 Tage bis Santiago de Compostela: da können wir nur sagen, dass eine Pilgerreise nichts für den Durchschnittsverdiener, sondern nur für die Reichen ist. 15.000 Euro, 7.500 Euro pro Person – dafür können wir auch eine Luxus-Kreuzfahrt oder einen 3-Wochen-Urlaub in der Karabik machen. Irgendetwas müssen wir uns einfallen lassen. Wie soll das erst in Frankreich werden, wenn wir aufgrund von Sprachproblemen nicht mehr verhandeln können? Aber selbst die 2 oder 3 Etappen bis Trier übersteigen unser Budget schon erheblich.
 
"Der Weg gibt Dir alles, was Du brauchst – aber nicht mehr!" Vielleicht ist das so – aber im Moment zweifeln wir ein wenig daran.
 
Erkenntnis des Tages:
 
Trinkwasser ist unser kostbarstes Gut
 

7. Tag Löf – Treis 26.01.2007

 
"Frisch, fromm, fröhlich, frei" gemäss Turnvater Jahns Spruch ging es gegen 10 Uhr in Löf am Bahnhof los. Wunderschönes Winterwetter, diesmal ausnahmsweise auch kalt, aber trocken – das war für Gabi und mich die Hauptsache.
 
Bis Hatzenport auf dem Moselradweg – tatsächlich keine berauschende Sache. Autos im Minutentakt – ob die sich alle an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten? Ich habe da so meine Zweifel.
 
In Hatzenport begann der Anstieg auf die Eifelhöhen in Richtung Burg Eltz. Schon hinter der nächsten Moselbiegung konnten wir Burg Bischofstein vor uns liegen sehen, heute das Schullandheim eines Krefelder Gymnasiums. Aber für uns ging es immer weiter nach oben, der Anstieg endete erst oberhalb von Bischofstein mit einem herrlichen Ausblick auf das Örtchen Burgen (naja, so herrlich war der dann doch wieder nicht – Wohnwagen im Winterquartier und ein paar Häuser).
 
Immer weiter in Richtung Burg Eltz, durch die verschneiten Wälder, erst kurz vor dem Elztal kommt der Moselhöhenweg bei der Antoniuskapelle auf die asphaltierte Strasse Richtung Eltz. Schon ein besonderes Schauspiel, an einem der Aussichtspunkte in Höhe der Trutzeltz-Ruine mit einem wunderschönen Blick auf eine der besterhaltenen Burgen Deutschlands eine Rast einzulegen.
 
Es stellt sich schon die Frage, warum diese Burg gerade hier, in einem engen Tal, errichtet wurde. Die naheliegende Antwort: es lief eine wichtige Handelsstrasse durch das Elztal. Aber die versteckte Burg war in späterer Zeit wohl nicht so einfach zu finden. Nur einmal berichten die Geschichtsbücher von einer kriegerischen Auseinandersetzung. Da wurde Burg Eltz belagert und zu diesem Zwecke die Burg Trutzeltz errichtet (Fotounterschrift fälschlicherweise Vorburg – naja, ich hätte vorher nachlesen sollen :-)). Seit mehr als 800 Jahren ist die Burg jetzt in Familienbesitz – und scheint sich auch ganz gut zu tragen, denn diese Burg zieht die Besucherströme magisch an.
 
Wir durften das bei der Rast erleben, als eine Gruppe gut gekleideter Herrschaften neben uns stand und den Blick auf Burg Eltz genossen. Plötzlich bot uns eine der Damen ein Schokohörnchen zur mitgebrachten Apfelsaftschorle an. "Ich muss immer etwas zum Essen bei mir haben – man hört so oft von Staus auf der Autobahn und von hungernden und frierenden Fahrzeugsinsassen – jetzt brauche ich das Hörnchen nicht mehr, wollen Sie es haben?" Ganz ehrlich, ich checkte ganz schnell in Gedanken unser Aussehen. Sahen wir wirklich so verhungert aus? Nun gut, ich habe mich seit Weihnachten nicht mehr rasiert, die Jeans sind unten ganz schön dreckig. Aber ich hatte frisch geputzte Schuhe an. Also mit Tippelbrüdern waren wir wohl nicht zu verwechseln. Gabi nahm das Hörnchen dankend an, ihr Kommentar: "Das leckerste Schokoladen-Hörnchen, das ich jemals gegessen habe!"
 
Unten am Elzbach entdeckten wir noch etwas ganz besonderes. Die Eiseskälte der vergangenen Nacht liess das Wasser an Ästen und Wurzel gefrieren – und weil der Elzbach schon etwas unruhiger ist, bildeten sich nicht Eiszapfen, sondern Eiskugel, die wie Weihnachtsschuck aussahen.
 
Schon bald erreichten wir Karden und liefen zunächst an dem Hof vorbei, von dem wir wussten, dass hier "Schlafen im Heu" angeboten wird. Auch hier hatte ich am Dienstag angerufen – das Angebot der Übernachtung in der Scheune aber dankend abgelehnt. Von der folgenden Anhöhe hatten wir einen schönen Blick auf Karden und auf St. Kastor, der Stiftskirche. "Wollen wir Geld sparen?" fragte Gabi hier oben, "wir können ja jetzt zurückwandern, nach Hause fahren und dort schlafen. Es ist noch sooo früh!" Mein Kommentar? "Wenn Du den Rucksack trägst!" Der drückte nun schon ganz ordentlich mit seinen rund 9 kg. Diesmal hat sich Gabi eine Antwort gespart.
 
Für die Stiftskirche haben wir uns ein wenig mehr Zeit genommen und dann auch an einem Seitenaltar den Schutzpatron unserer Pilgerschaft auf dem Jakobsweg, den Heiligen Jakobus entdeckt. Der Altar ist datiert aus dem Jahr 1632 – und so passt die Darstellung des Jakobus auch in das 17. Jahrhundert. Mit Pilgerstab, Pilgerhut und einem Kragen mit Jakobsmuscheln. St. Kastor ist bestimmt einen Besuch wert.
 
Schnell ist Treis auf der Hunsrückseite über eine Brücke zu erreichen. In einem Supermarkt kauften wir noch schnell unseren Getränkevorrat für den nächsten Tag. Ich musste schnell wieder heraus, mir war es zu warm geworden. Und auf mein freundliches "Schönen Tag noch!" rief dann die Kassiererin mir laut nach: "Können wir noch etwas für Sie tun?" Was hat die sich wohl gedacht?
 
Um unseren Tagesstempel zu bekommen, sind wir dann noch zum Pfarrhaus gegangen. Geschlossen! Auch auf Klingeln rührte sich da nichts. Da lobe ich mir schon unsere Diaspora im heimischen Weilburg, zumindest ist unser Pfarrhaus nicht nur 2 x im Monat geöffnet, wie hier in Treis.
 
Das Gasthaus Gräf, in dem wir unser Zimmer gebucht hatten, war noch geschlossen und auch auf Klingeln und Klopfen kam keine Antwort. Ein Schild verriet uns, dass die Mittagspause bis 17:30 Uhr dauern sollte – da es aber erst 4 Uhr war, suchten wir ein Kaffee und liessen uns da auf die Stühle fallen. Hier gab es den besten Kuchen, den wir seit langer Zeit gegessen haben. Und ein freundliches Gespräch über Treis und Karden und Karneval und Übernachtungsmöglichkeiten gab es auch noch dazu. Hier hätten wir sitzenbleiben können. Aber dann rief die freundliche Besitzerin bei Gräf an – "Sie macht jetzt auf!" und wir konnten den kurzen Weg in unser Gasthaus herübergehen.
 
Der Abend verging schnell. 2 x Jägerschnitzel mit Pommes, ein ganz passabler offener Roter aus der Gegend – und wir lagen früh im Bett.
 
Erkenntnisse des Tages:
 
1. Geschenkte Schokohörnchen sind Spitze
2. Bei 9 kg Rucksack-Gewicht transportiert man Vorräte am Besten im Magen
3. Die Mosel ist auch im Winter schön 
 
 

Weilburger Wanderwege – Weilburger Extratour 1

 

 

Zwischenetappe

 
Übernachten auf dem Jakobsweg im Winter:
 
Unsere Planung steht – am Freitag geht es von Löf nach Treis-Karden und am Samstag weiter nach Zell-Merl. Die Idee mit dem Moselradweg nach Cochem haben wir ad acta gelegt. Einen ganzen Tag, ca. 28 km, auf Asphalt, das ist so eine Sache. Wir übernachten also in Treis, um am nächsten Tag ausgeruht die weietere Strecke nach Merl zurückzulegen.
 
Übernachten ist überhaupt so ein Thema. Ich war gestern morgen schon sehr frustriert. Es hat fast 3 Stunden gedauert, bis ich eine bezahlbare Unterkunft für uns gefunden hatte. Ich hatte schon geplant, den Wagen in Cochem abzustellen, dann mit dem Zug nach Löf, mit dem Zug oder Bus von Karden wieder nach Cochem und dann von Merl wieder nach Cochem. Alles, was unter 70 Euro (für 2 Personen) liegt, hat entweder geschlossen, oder renoviert, oder hat geschlossen und renoviert. Oder es fällt ihnen was anderes ein. In meiner Not habe ich das Pfarrbüro angerufen (dem Herrgott sei Dank für die Telefonflatrate), die haben mir zumindest bestätigt, dass die Fremdenverkehrsinformation eigentlich präsent sein müsste und hatten auch drei Adressen für uns. Fehlanzeige. Die endlich erreichte Information hat mir dann 3 Adressen gegeben: bei der ersten ging niemand ans Telefon, bei der zweiten bin ich kurz abgewatscht (würde der Bayer sagen) worden, wie ich mich denn erdreisten könne, am Montag im Winter anzurufen und bei der Dritten (Gasthaus Gräf) musste ich erst mal mit den beiden Kindern parlieren (piepsig: Hallo – ich: Hallo, gibst Du mir bitte die Mama – piepsig: Hallo – ich: Hallo, gibst Du mir bitte die Mama – piepsig: Hallo – ich: … – piepsig: dann gebe ich Dir jetzt mal lieber die Mama), bevor ich die Chefin an die Strippe bekam. Und das Zimmer mit Etagendusche kam auch erst ins Gespräch, als ich dreimal sagte, dass mir 50 Euro zuviel sind. Wenn wir das bis zur spanischen Grenze bezahlen sollen, dort, wo es dann richtige Pilgerherbergen gibt, müssen wir einen Pilgerkredit aufnehmen 🙂 Die Hotels sind durchweg der Meinung, der Januar-Gast muss gefälligst die Strom- und Heizungsrechnung für 3 Monate zahlen. 50 Euro pro Person sind nicht die Ausnahme, sondern eher die untere Regelpreisgrenze. Da ist die Mosel hervorragend touristisch erschlossen – nur die Pilger mit einem bescheidenen Budget sind völlig vergessen.
 
Das ist der Nachteil, wenn im Winter abseits der Hauptpilgerströme gepilgert wird. Vielleicht wäre es am Rhein Richtung Mainz und Speyer oder in der Eifel zwischen Köln und Trier anders. Wir werden es nicht mehr ausprobieren, wir sind schon auf dem Weg. Mal sehen, wie die nächsten Übernachtungsplanungen verlaufen werden.
 
Auf jeden Fall werden wir hier in Weilburg für die Pilger auf dem Lahn-Camino eine Übernachtungsmöglichkeit schaffen – und vielleicht ist ja auch unsere Heimatgemeinde bereit, das Pfarrheim für Pilger zur Verfügung zu stellen.
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