Auf dem Weg

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Monat: Juni 2009

Ratgeber: Quick-Up-Pools / von Karl-Josef Schäfer

 

Aufstellung wie von selbst, versprechen die Anbieter. Dennoch ist so einiges zu beachten.
Sie haben beim Discounter einen Quick-Up-Pool gekauft? Der kann Ihnen viel Freude machen – 
wenn Sie einige grundlegende Tipps beachten. Die Wahl des Platzes, die Aufstellung und die Pflege.

Haben Sie den Platz schon ausgewählt? Mit möglichst viel Sonne den ganzen Tag? Ein paar Stunden
sind in unseren Breitengraden nicht genug um eine angenehme Temperatur zu schaffen. Außerdem 
sollten Sie darauf achten, dass Sie einen genügenden Abstand zu Bäumen einhalten. Blätter nach 
einem Gewittersturm oder Raupen, die sich aus der Krone in den Pool fallen lassen, können das 
Wasser trüben. 

Denken Sie daran, dass Sie für Unfälle haftbar sind. Achten Sie darauf, dass unbeaufsichtigte 
Kinder nicht im und am Pool spielen können. Zu schnell ist da ein Unfall passiert.

Arbeiten im Garten

Nachdem Sie die Stelle im Garten ausgesucht und das meist beigefügte Aufbauvideo angeschaut  
haben, geht es an die Vorbereitung des Untergrundes. Der muss absolut eben sein. Die relativ 
dünne Aussenhaut aus Plastik mit einem Luftring obendrauf enthält mehrere tausend Liter Wasser. 
Das sind mehrere Tonnen Gewicht. Der Pool stabilisiert sich selbst. Aber nur, wenn der 
Untergrund eben ist. Bei einem auch noch so geringen Gefälle kann sich Ihr Pool langsam in 
Bewegung setzen und umkippen. Sie können sich leicht vorstellen, wieviel Verwüstung 
22.000 Liter Wasser hinterlassen werden.

Also noch einmal auf in den Baumarkt und eine Richtlatte, eine Wasserwaage und jede Menge 
Sand kaufen. Der Sand ist sowieso nötig, um alles, was den Pool beschädigen könnte, abzudecken. 
Steine, Wurzeln und Pflanzen können sich im Laufe der Zeit von außen in den Boden bohren und 
stellen nicht nur eine Verletzungsgefahr für Sie dar, sondern können die Plastikhaut beschädigen.

Aufstellen des Pools

Zunächst breiten Sie eine Unterlegplane an der vorbereiteten Stelle aus. Sie schützt die 
Unterseite Ihres neuen Pools. Dann falten Sie den Swimming-Pool auseinander. Dabei sollten Sie 
darauf achten, dass die Unterseite wirklich unten liegt. Auf der einen Seite befinden sich die 
Filteranschlüsse, auf der anderen Seite das Ablaufventil. Achten Sie darauf, dass die Anschlüsse 
günstig zum Filter liegen, ein späteres Drehen oder Bewegen des Pools ist nicht mehr möglich.

Dannn heisst es „Wasser marsch“. Wenn der Boden bedeckt ist, sollten Sie alle Falten nach außen 
wegziehen. Eine Falte ist eine mögliche Schadenstelle. Es ist ein mühseliges Unterfangen, gerade 
bei größeren Pools. Rechnen Sie einen ganzen Tag zum Füllen. Mit einem Feuerwehrschlauch und 
Wasser aus dem Hydranten geht es natürlich schneller.

Poolwasser mit Trinkwasserqualität?

Ihr Badespaß hat nach dem Befüllen Trinkwasserqualität. Und so muss es auch den Sommer über 
bleiben. Dreck, Pollen, Insekten, Vogelhinterlassenschaften und Verunreinigungen wie Haare, 
Hautschuppen und Schweiß durch die Schwimmer selbst sammeln sich im Schwimmbadwasser an. 
Sie kommen um eine regelmäßige Kontrolle und Pflege Ihres Wassers nicht herum.

Ein Teil davon ist mechanisch. Mit Kescher und Bodensauger entfernen Sie täglich die größten 
Fremdkörper. Ein Oberflächenabsauger (Skimmer) nutzt die Adhäsion des Wassers und zieht 
Fremdkörper von der Oberfläche in den Filter. Die Umwälzpumpe drückt ständig Wasser durch 
den Kartuschenfilter, damit es von Schwebeteilen gereinigt wird.

Keimen und den lästigen Algen können Sie nur durch Zusätze beikommen. 

Da ist zunächst der PH-Wert, der die Wasserqualität mitbestimmt und auch die Wirkung von 
zugefügtem Chlor beeinflusst. Dieser Wert wird mit Teststreifen ermittelt und sollte bei 
7 – 7,4 liegen. Dann ist das Wasser „neutral“. Um den Wert zu erreichen, gibt es PH-Senker 
und PH-Heber auf dem Markt.

Ein anderer Teststreifen ermittelt den Chlorgehalt. Zwar werden heute auch andere Mittel 
zur Desinfektion angeboten, Chlor ist jedoch das preiswerteste Mittel. Chlor ist 
gesundheitsschädlich und muss deshalb genau dosiert werden. In Deutschland gilt ein Chlor-Wert 
von 2 als optimal.

Im Handel sind Kombi-Tabletten zu kaufen, die sich in einem Dosierschwimmer langsam auflösen. 
Oft enthalten die Tabletten neben Chlor auch noch ein Algizid, ein Flockungsmittel, das die 
kleinsten Schwebeteilchen miteinander verbindet, so dass sie vom Filter aufgenommen werden 
können und einen blauen Farbstoff. Wenn auch blaues Poolwasser nicht Jedermanns Geschmack ist, 
so vereinfacht die Tablette die Dosierung doch erheblich.

Kosten

Selten liegt der Wasserpreis über 2 Euro pro Kubikmeter. Leider sind die Abwasserkosten in den 
vergangenen Jahren enorm gestiegen. Damit kostet die Poolfüllung schon einmal leicht 200 Euro 
oder mehr. Ihr Wasserversorger kann Ihnen den genauen Preis mitteilen. Durch Spielen und 
Verdunstung geht etwas Wasser verloren. Spätestens nach acht Wochen sollten Sie einen Teil des 
Wassers wechseln.

Die Umwälz- und Filterpumpe sollte Ihr Poolwasser am Tag 2 – 3 Mal umwälzen. Sie sollte durchgängig 
laufen, mindestens aber 12 Stunden am Tag. Durchscnittlich haben die Pumpen eine Leistung von 
150 – 200 Watt, verbauchen also in 10 Stunden zwischen 1,5 und 2 Kilowatt. Den Preis je 
Kilowattstunde nennt Ihnen Ihr Energieversorger. 

Die Filterkartuschen sollten einmal wöchentlich (bei schönem Wetter und starkem Badebetrieb 
häufiger) ausgewascheen werden. Spätestens nach vier Wochen müssen Sie diese gegen einen neuen 
Filter austauschen. Die Kartuschen und die chemischen Zusätze können Sie günstig auf den 
Online-Marktplätzen bekommen. Achten Sie aber bei der Chemie auf Qualität. Für diesen Block 
sollten Sie monatlich zwischen 10 und 20 Euro je nach Poolgröße kalkulieren.

Zum Schluss bleibt noch Ihr eigener Aufwand. Mit dem Kescher größere Fremdkörper von der 
Oberfläche entfernen, mit dem Bodensauger den Poolboden reinigen, Skimmer und Vorfilter ausspülen, 
Kartuschenfilter wechseln – 30 bis 60 Minuten müssen Sie täglich investieren.

Teurer und aufwändiger als eine Saisonkarte fürs städtische Freibad ist Ihr eigener Pool bestimmt. 
Aber die Flexibilität, Spontanität und Freude am sommerlichen Badevergnügen wiegt das alles wieder 
auf.

Viel Spaß an Ihrem Quick-Up-Pool.
Foto © Karl-Josef Schäfer, 2008

Automobillegende: Der VW-Porsche 914 wird 40 / von Karl-Josef Schäfer

 

 Sportwagen? Rennwagen? Coupé oder Cabrio? Auf der IAA 1969 in Frankfurt wurde der Volksporsche der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Übernahme von VW durch Porsche – darüber sprechen die Autoliebhaber in aller Welt. Dabei gab es schon früher eine Zusammenarbeit. Ferdinand Porsche gilt als Schöpfer des VW-Käfers. Und VW-Vorstand Heinrich Nordhoff und Porsche-Vorstand Ferry Porsche besiegelten per Handschlag die gemeinsame Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb des VW-Porsche 914.

Vorgeschichte

Bei VW suchte man nach einem Nachfolger des veralteten Karmann Ghia. Schon 1965 hatte Porsche die Produktion seiner „Dame“, des Porsche 356, eingestellt. Und so nutzte man die Familienbande und besiegelte 1968 die Zusammenarbeit. Porsche brachte das Sportwagen-Know how in die Gemeinschaftsproduktion ein, VW entwickelte die Karosserie. Der VoPo, wie der Volksporsche in Anlehnung an die Volkspolizei der DDR auch genannt wurde, sollte bei Karmann in Osnabrück gebaut werden.

Karosserie

In guter Sportwagenmanier spendierten die Konstrukteure dem Volks-Porsche einen Mittelmotor. Damit war aber das Platzangebot im Innenraum arg beschränkt. Der Beifahrer saß in einem unverstellbaren Sitz, die Mittelkonsole konnte mit einem beigefügten Sitzkissen zu einem Notsitz aufgewertet werden. Naja, Spaß wird es zu dritt wohl kaum gemacht haben. Aber immerhin konnte der Volksporsche als Dreisitzer verkauft werden. Das nur 9 kg schwere Targadach aus Kunststoff konnte im Kofferraum verstaut werden. Ansonsten war die Karosse rostanfällig und gerade in der Anfangszeit waren Verarbeitungsmängel offensichtlich.

Motorisierung

 Der Mittelmotor der Standardversion hatte 1,7 l Hubraum mit 80 PS und beschleunigte von 0 auf 100 in 14,2 Sekunden. 178 km/h war die Höchstgeschwindigkeit der mager ausgestatteten Basisvariante. Knapp 12.000 DM kostete der Fahrspaß für Einsteiger. Der Preis war schon recht happig, und die Liste der Zusatzausstattung lang.

Porsche verbaute außerdem einen 6 Zylinder, der durchaus im Konzert der Großen mithalten konnte. Diese Variante war aber nur 1.000 Mark günstiger als der damals schon außerordentlich beliebte Porsche 911 und konnte deshalb keine nennenswerten Absatzzahlen erzielen.

Fahrspaß

„… dieses technisch faszinierende Auto, ist hart wie eine Bank im Park und liegt wie ein Brett auf der Straße.“ Das konnte man in der Ausgabe 5 1970 in „Gute Fahrt“ der Automobilzeitschrift des VW-Konzerns lesen. Der Mittelmotor sorgte für eine hervorragende Straßenlage in einer Zeit, als es auf bundesdeutschen Straßen noch nicht ganz so voll war. Auch auf der „Kö“ in Düsseldorf oder der Ludwigstraße in München machte der Volksporsche etwas her.

Verkauf

Noch im Jahr 1968 wurde ein Prototyp der Öffentlichkeit vorgestellt, 1969 die ersten der insgesamt rund 120.000 Volks-Porsche 914 ausgeliefert. Während sich in Europa der Name Volks-Porsche etablierte, wurden die Sportwagen in den USA als Porsche verkauft. Bis 1976 wurde der Sportwagen in verschiedenen Variationen rund 120.000 Mal produziert. Kein Kassenschlager wie der VW-Käfer oder der Porsche 911, aber immerhin nicht schlecht für einen dreisitzigen Sportwagen. Porsche bot neben den verschiedenen Motorvarianten auch Tuning-Kits und spezielle Ausstattungsdetails für den besonders sportlichen Fahrer an.

Zwei besondere Modelle wurden als Achtzylinder gebaut. Eine Version mit 300 PS erhielt Ferdinand Piech und Ferry Porsche erhielt zum 60. Geburtstag den 914/8 mit 260 PS und einer Straßenzulassung.

Kultobjekt mit 40?

 Der Volks-Porsche 914 teilte das Schicksal vieler Einsteigermodelle, die umgebaut und „verschönert“ werden mussten. Die Rostanfälligkeit sorgte dann zusätzlich für eine Reduzierung des Bestandes. Im Jahre 2004 konnten nur noch 1.324 Stück in Deutschland gezählt werden.

Der 40. Geburtstag des Klassikers steht ganz im Zeichen der geplanten Übernahme des VAG-Goliaths in Wolfsburg durch den Porsche-David aus Zuffenhausen. Das wird die Liebhaber aber nicht davon abhalten, auf ihren Volks-Porsche 914 mit einem Glas Champagner anzustoßen. Und vielleicht steht ja noch in der einen oder anderen Garage ein „VoPo“, der nicht mitgezählt wurde.

Alle Fotos www.wikipedia.de  / Public Domain

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