DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfußmit mit der Wandertagsplakette für den 113. Deutschen Wandertag im Allgäu. Die Plaketten zeigen Fotos der berühmten Allgäuer Fotografin Lala Aufsberg. Foto: J.Kuhr / DWV

DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfußmit mit der Wandertagsplakette für den 113. Deutschen Wandertag im Allgäu. Die Plaketten zeigen Fotos der berühmten Allgäuer Fotografin Lala Aufsberg. Foto: J.Kuhr / DWV

Mit dem 113. Deutschen Wandertag im Allgäu findet die größte europäische Wanderveranstaltung erstmals in den Alpen statt. In der Eröffnungspressekonferenz erinnerte der Präsident des Deutschen Wanderverbandes (DWV), Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, an das große Engagement von Ehrenamtlichen. Ohne sie sei der Wandertourismus in Deutschland nicht möglich. Außerdem stellte der Präsident in Oberstdorf das gerade veröffentlichte DWV-Positionspapier „Landschaft und Energiewende“ vor.

Während der heutigen Eröffnungspressekonferenz des Deutschen Wandertages in Oberstdorf hat der Präsident des Deutschen Wanderverbandes, Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Gesellschaft in den Vordergrund gestellt. Ohne Ehrenamt sei vieles nicht mehr möglich, so Rauchfuß. Der Präsident verdeutlichte dies am Beispiel der von den Wandervereinen wahrgenommenen so genannten Wegearbeit, also der Planung, Auszeichnung und Pflege von Wanderwegen. „In Deutschland arbeiten rund 20.000 ehrenamtliche Wegezeichner und kümmern sich 350.000 Stunden jährlich um etwa 200.000 Kilometer Wanderwege“, so Rauchfuß. Dieses Engagement verhindere nicht nur, dass sich Einheimische und Gäste beim Erkunden einer Region verlaufen sondern sei auch Grundlage eines gerade kräftig wachsenden Wandertourismus in Deutschland. Nicht zuletzt würde die Ausweisung von Wanderwegen in Abstimmung mit Naturschutzorganisationen und Forstbehörden geschehen. Das Ergebnis sei eine Besucherlenkung, die dem Naturschutz diene. Um dieses Engagement in der Öffentlichkeit bekannter zu machen und weitere Ehrenamtliche für die Vereine zu gewinnen, hat der Deutsche Wanderverband in seinem 130. Jubiläumsjahr unter Schirmherrschaft des ehemaligen Ministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Professor Dr. Klaus Töpfer, die Kampagne „Zeichen setzen – 130 Jahre engagiert für Wanderwege“ gestartet.

Mit dem 113. Deutschen Wandertag vom 26. Juni bis zum 1. Juli 2013 findet ein Deutscher Wandertag erstmals in einer Alpenregion statt. Veranstalter ist der DWV, der zusammen mit dem Markt Oberstdorf, der Allgäu GmbH, dem Heimatbund Allgäu e.V. sowie der gesamten Region ein vielfältiges Programm erarbeitet hat. Das Motto des Wandertages lautet „Wandern hoch drei“. Das Motto spielt an auf den die Wandertagsregion Allgäu auszeichnenden Dreiklang aus idyllischen Tallandschaften, herrlichen mittleren Höhen und hochalpinen Herausforderungen. Rauchfuß: „Während des Wandertages können die Besucher nahezu jede Landschaftsform entdecken. Das reicht von geheimnisvollen Mooren über eine idyllische Mittelgebirgslandschaft bis hin zu wilden Canyons und grandiosen Gipfeln.“

Um solche Landschaften angesichts der Energiewende und der damit einher gehenden wachsenden Bedeutung regenerativer Energiequellen auch für künftige Generationen zu erhalten, hat der DWV Rauchfuß zufolge gerade ein Positionspapier veröffentlicht. Auf der einen Seite, so der Präsident, bekenne sich der DWV darin klar zu regenerativen Energien. Auf der anderen Seite aber sei dem Verband die identitätsstiftende und ästhetische Bedeutung von Landschafen immens wichtig. Rauchfuß: „Landschaft ist sowohl in ihrer ästhetischen als auch ihrer identitätsstiftenden Dimension ein schutzwürdiges Gut. Unter diesen Aspekten müssen zum Beispiel mögliche Standorte für Windkraftanlagen streng geprüft werden.“

 

Schließlich verwies Rauchfuß noch auf die bundesweit von vielen Krankenkassen als Präventionsmaßnahme anerkannten DWV-Gesundheitswanderungen. Sie seien nachgewiesener Maßen ein wertvoller Gesundheitsschutz. Rauchfuß: „Ich lade alle Menschen ein, dieses Angebot einmal auszuprobieren.“

Offiziell eröffnet wird der Wandertag erst am kommenden Donnerstag wenn die so genannte Wimpelwandergruppe aus Bad Belzig im Fläming nach 850 Kilometer in Oberstdorf eingetroffen ist. Traditionell kann ein Deutscher Wandertag nämlich erst dann beginnen, wenn der Wandertagswimpel als „Olympisches Feuer“ des Wandertages von Vertretern des Wandervereines, in dessen Region das Großereignis im Vorjahr stattgefunden hat, zum Austragungsort des kommenden Wandertages zu Fuß gebracht worden ist.

Zum diesjährigen größten Wanderevent Europas unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Horst Seehofer begrüßt der DWV Wanderer aus ganz Deutschland und den europäischen Nachbarregionen in Oberstdorf, der Wanderhauptstadt 2013.

Der Deutsche Wanderverband veranstaltet einmal im Jahr gemeinsam mit einem Mitgliedsverein und regionalen Partnern den Deutschen Wandertag. Er gilt als weltweit größtes Wanderfest, zu dem jährlich über 20.000 Gäste kommen. Während des Wandertages finden traditionell diverse Fachtagungen, Vorstandssitzungen und die Jahreshauptversammlung des Deutschen Wanderverbandes statt. Der Höhepunkt ist für viele Besucher der Festumzug, an dem viele Tausend Wanderer aus ganz Deutschland teilnehmen. In Oberstdorf beginnt dieser Umzug am Sonntag, 30.6.13, um 14.00 Uhr.

Der 114. Deutsche Wandertag wird vom 13.-18. August 2014 unter dem Motto „Weltkultur erwandern – Mythen erleben“ in Bad Harzburg bzw. im Harz stattfinden.