Auf dem Weg

Geschichte - Kultur - Spiritualität

Auf den Spuren von „De Stijl“: Eröffnung Doesburg-Haus in Drachten am 30. Juni

Doesburg-Haus in Drachten, Foto: Privat

Doesburg-Haus in Drachten, Foto: Privat

Im vergangenen Jahr feierten die Niederlande mit dem erfolgreichen Themenjahr „Von Mondrian bis Dutch Design“ das 100-jährige Bestehen der „De Stijl“-Kunstbewegung. Sie entstand im Jahr 1917 ursprünglich in Leiden mit der Gründung der Zeitschrift De Stijl durch Theo van Doesburg. Die Künstler, die sich der Bewegung angeschlossen haben, waren auf der Suche nach einer ‚völlig neuen Kunst‘, die auch die Gesellschaft modernisieren sollte. Piet Mondriaan ist für alle De-Stijl-Künstler das große Vorbild. Nach dem Themenjahr kann man weiterhin in den gesamten Niederlanden auf den Spuren von De Stijl wandeln.

Am 30. Juni eröffnet das Museum Dr8888 in Drachten (Provinz Friesland) nach aufwendiger Restaurierung das rekonstruierte Van Doesburg-Rinsema-Haus. Hinter diesem Haus steckt eine interessante Geschichte. Theo van Doesburg, der Gründer der berühmten „De Stijl“-Bewegung, besuchte häufig seinen Freund, den Dichter Evert Rinsema, in Drachten. Dort lernt er auch den Architekten C.R. de Boer kennen, welcher zu dieser Zeit an einer Wohnanlage für die Mittelschicht arbeitete. Er bat Van Doesburg um Rat bezüglich der Farbgebung der Häuser. Der schlug vor, die Fassaden weiß zu streichen und Akzente mit den markanten Farben gelb, rot und blau zu setzen – ganz im Sinne von De Stijl. Die ursprünglichen Entwürfe sind heute im Museum Dr8888 zu sehen. Nach rund zwei Jahren wurden die Farben allerdings wieder überstrichen, da der Anstrich in der Stadt für Aufsehen sorgte und dem Viertel den Namen „Papegaaienbuurt“ (Papageienviertel) einbrachte. Nun, 66 Jahre später, wird das Exterieur wieder nach dem Vorbild von Van Doesburg gestaltet und die Wohnung für Besucher geöffnet.

Museum Dr8888, Museumsplein 2, 9203 DD Drachten. Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag 11-17 Uhr

Weitere Informationen: https://www.museumdrachten.nl/museumwoning-vdrh/

(Niederländisch); www.holland.com/mondrian-bis-dutch-design

Notfallseelsorge – Krisenintervention im Landkreis Limburg-Weilburg

Alois Heun hat jüngst den Landesehrenbrief durch Helmut Jung, Erster Beigeordneter im Landkreis Limburg-Weilburg, erhalten

Alois Heun hat jüngst den Landesehrenbrief durch Helmut Jung, Erster Beigeordneter im Landkreis Limburg-Weilburg, erhalten

(Weilburg, im Mai 2018, KS) Es ist kalt an diesem 22. April 2017. Im gesamten Kreisgebiet Limburg-Weilburg ist der Strom ausgefallen, viele Menschen sitzen in ihren kalten Häusern. Glücklich, wer jetzt noch ein analoges Telefon besitzt. Aber die Telefonleitungen zur Rettungsleitstelle in Limburg sind mit den Anfragen besorgter Bürger überlastet. Da erreicht eine weitere Schreckensnachricht die Mitarbeiter: In Hünfelden-Dauborn brennt die Schule. Feuerwehr-Einsatzkräfte aus dem gesamten Südkreis werden alarmiert und nach Dauborn zur Brandbekämpfung beordert. Sie erwartet ein Schreckensbild. Überall verletzte Schüler und Lehrer. Blutüberströmt laufen sie verwirrt am Einsatzort umher, liegen noch im brennenden Schulgebäude oder auf den Rasenflächen vor der Schule. Überall Schmerzensschreie oder Stöhnen. Eltern und Großeltern rufen nach ihren Kindern und Enkeln. Es ist schwer, einen Überblick zu behalten und die aufgeregten Menschen vom Gefahrenherd wegzuhalten. Der Katastrophenschutz wird alarmiert. Die Sanitäter der Rettungsdienste sollen sich um die vielen Verletzten kümmern und in die umliegenden Krankhäuser transportieren. Neben unzähligen Feuerwehr-Einsatzfahrzeugen fahren Krankenwagen, Rettungs- und Notarztwagen mit Blaulicht und Martinshorn durch den Ort, übernehmen erstversorgte Verletzte und fahren gleich weiter. Das THW wird beauftragt, eine Infrastruktur mit Strom- und Wasserversorgung vor Ort aufzubauen. In ausreichendem Abstand zum Katastrophenort werden Zelte zur Versorgung der Verletzten und zur Betreuung von Leichtverletzten und Angehörigen errichtet.

Mit dabei und unermüdlich unterstützend tätig sind die ehrenamtlichen Helfer der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg. Auch sie wurden routinemäßig durch die Limburger Rettungsleitstelle alarmiert und sind mit vor Ort. Sie kümmern sich in erster Linie um Angehörige, die in großer Sorge um Kinder, Enkel, Partner oder Einsatzkräfte sind. Auch Verletzte, die auf den Abtransport warten oder Leichtverletzte, die auf ihre Abholer warten, finden in den Mitarbeitern der Notfallseelsorge einen geduldigen Gesprächspartner. „Zuhören, da sein, uns selber zurücknehmen, auch wenn es schwer fällt, das ist unsere vordringliche und schwierige Aufgabe in einem solchen Szenario,“ sagt Alois Heun, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg. Jüngst wurden er und die Schriftführerin des Vereins, Manuela Schäfer, mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet.

Natürlich, bei dem oben beschriebenen Szenario handelt es sich um die große Katastrophenschutzübung für den Südkreis und die täuschend echt geschminkten Komparsen sind nicht wirklich verwirrt oder traumatisiert, sondern finden sich in die ihnen zugewiesenen Rollen ein. Manche vielleicht ein wenig zu gut. Denn während vor einem Zelt Freiübungen zum Aufwärmen gemacht werden, führen an anderer Stelle die Mitarbeiter der Notfallseelsorge Gespräche mit Betroffenen.

„Anlass zur Gründung der Notfallseelsorge im Jahr 1996 war der tödliche Unfall eines Rettungsassistenten,“ berichtet Alois Heun. „Seine Kollegen waren wie vor den Kopf geschlagen, es wurde nach Wegen gesucht, diesen Schock, diesen Verlust zu verarbeiten. In Wiesbaden war kurz vorher die Notfallseelsorge (heute SIN Wiesbaden) gegründet worden. Und so nutzten die Initiatoren Pfarrer Sponholz und Rettungsassistent Schienbein die dortigen Erfahrungen, um in Zukunft den Gesprächsbedarf in solchen Situationen koordinieren zu können.“ Schnell wird jedoch klar, dass die Einsatzgründe viel umfangreicher und vielfältiger sind, als angedacht. Heute wird die Notfallseelsorge von der Rettungsleitstelle in Limburg immer routinemäßig mit alarmiert, wenn Betroffene, Angehörige oder Einsatzkräfte Gesprächsbedarf haben könnten. Das kann ein Szenario wie bei der großen Katastrophenschutzübung sein, oder eine Situation, in die jede und jeder von uns jeden Tag geraten kann:

·         Bei Verkehrsunfällen zur Betreuung von Betroffenen an der Unfallstelle

·         Bei der Überbringung von Todesnachrichten zur Unterstützung der Polizei

·         Bei Unfällen mit Kindern oder plötzlichem Kindstod

·         Bei Suizidversuchen zur akuten Betreuung und Betreuung der Angehörigen

·         Bei plötzlichem Tod im häuslichen Bereich

·         Bei Haus- und Wohnungsbränden

Im Jahr 2017 waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notfallseelsorge dafür an 2692 Stunden im Einsatz und legten dabei mit ihren privaten PKW 28.365 Kilometer zurück. In 146 Einsätzen haben 26 ehrenamtliche Mitarbeiter 541 Menschen betreut. Die Bandbreite reicht dabei vom Gespräch mit den Begleitern eines vermissten Paddlers auf der Lahn (der bald wohlbehalten wieder auftauchte) bis hin zu zwei tödlichen Verkehrsunfällen, bei denen Angehörige und Ersthelfer betreut wurden.

Für alle diese vielfältigen Aufgaben stehen 24 Stunden rund um die Uhr, an allen sieben Tagen der Woche immer zwei Notfallseelsorger bereit. Wenn diese zwei Kräfte nicht ausreichen, können weitere Kolleginnen und Kollegen nachalarmiert werden. So ist sicher gestellt, dass die Notfallseelsorge auf jede erdenkliche Situation reagieren kann.

„Auch bei uns gelten die Regeln der Demographie,“ sagt Alois Heun im Gespräch. „Die Notfallseelsorge Limburg-Weilburg wird im Durchschnitt immer älter und wir suchen ständig Menschen mit Lebenserfahrung, die uns aktiv unterstützen können. Mehr als 200 Menschen unterstützen uns durch ihre Mitgliedschaft im Verein mit jährlich 20 Euro, auf die sind wir genau wie auf die Spenden angewiesen. Institutionen und Firmen zahlen übrigens 100 Euro jährlich. Doch das aktive Notfallseelsorger-Team hat unter 30 Mitglieder. Eine regelmäßige Teilnahme an monatlichen Gesprächsabenden (unsere Supervision für die Einsatzkräfte) und der ebenfalls monatlichen Dienstabenden ist Voraussetzungen. Dann lassen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Malteser eine Grund- und Aufbauschulung durchlaufen. Daran schließt eine Ausbildung in Prävention und Einsatznachsorge (CISM) an. Darauf folgt noch einmal eine externe Ausbildung in Critical Incident Stress Management (CISM). Das ist aufwendig, hat sich bewehrt. Alle Ausbildungen werden zertifiziert.“

Wenn Sie die Arbeit der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg unterstützen möchten, dann werden Sie doch Mitglied. Einen Mitgliedsantrag zum Ausdrucken finden Sie unter https://www.notfallseelsorge-limburg-weilburg.de (Aktuelles, Downloads).

Kult(o)ur in Weilburg – Bergbau- und Stadtmuseum

Wechselnde Ausstellungen finden sich im Kleinen Kabinett, hier zum Beispiel Gemälde von Yuriy Ivashkevich (Foto: KS)

Wechselnde Ausstellungen finden sich im Kleinen Kabinett, hier zum Beispiel Gemälde von Yuriy Ivashkevich (Foto: KS)

(Weilburg, im April 2018, KS) Schlosskonzerte, Alte Musik im Schloss, Modell-Baumaschinenmuseum, Schlossmuseum, Villa Rosenhang, Brunnenkonzerte, Modellbaupark, Heimatmuseen in verschiedenen Stadtteilen, eine als Gesamtheit denkmalgeschützte Altstadt, regelmäßige Literaturveranstaltungen von Residenzbuchhandlung und Café Ententeich, Bergbau- und Stadtmuseum – Weilburg hat kulturell vieles zu bieten.

Wann sind Sie eigentlich das letzte Mal im Bergbau- und Stadtmuseum gewesen? Natürlich gehen Sie regelmäßig in das gar nicht so kleine Museum am Schlossplatz – zumindest, wenn Sie zu den mehr als 200 Mitgliedern des Museumsvereins gehören. Alle anderen Weilburger schaffen es nicht ganz so regelmäßig. Ich merke es ja an mir selber. Ich bin mal dagewesen, vor langer Zeit. Ganz interessant dort. Seitdem besuche ich höchstens mal eine Ausstellungseröffnung im Kleinen Kabinett.

Das prächtige Goldene Buch der Stadt Weilburg liegt gleich am Eingang zum Stadtmuseum

Das prächtige Goldene Buch der Stadt Weilburg liegt gleich am Eingang zum Stadtmuseum

Womit wir gleich beim ersten Thema wären, den wechselnden Kunstausstellungen im Kleinen Kabinett, gleich links vom Eingang. Bis Ende April wurde dort zum Beispiel eine Ausstellung mit Werken von Yuriy Ivashkevich gezeigt. Der im Jahr 2017 mit dem Weilburger Kunstpreis ausgezeichnete Künstler stammt aus Kasachstan und lebt heute in Kelkheim. Seine Bilder sind wie Poesie. Er komponiert das Farbenspiel bis es in sich stimmig erscheint. Sie überzeugen mit leuchtender Farbenpracht, technischer Finessen und kontemplativer Gedanken. Zur Zeit feiern Künstler aus der französischen Partnerstadt Privas und aus Weilburg gemeinsam das 50jährige Bestehen der Partnerschaft. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Juni zu sehen.

Holger Redling, seit 2013 Leiter des Bergbau- und Stadtmuseums, begleitet mich durch das altehrwürdige Gebäude. Ursprünglich war hier einmal die nassauisch-weilburgische Regierung untergebracht. „Erst nach und nach konnten Heizung und doppelte Fenster eingebaut werden,“ erzählt der Museumsleiter, „früher gelang es nicht, die Temperatur im Winter auf über 16 Grad zu bekommen.“

Weilburg in der Topographia Germaniae, dem 16bändigen Hauptwerk von Matthäus Merian

Weilburg in der Topographia Germaniae, dem 16bändigen Hauptwerk von Matthäus Merian

Gleich beim Betreten des Stadtmuseums fällt das Goldene Buch der Stadt Weilburg auf. In Leder gebunden macht es einen imposanten Eindruck. Den berühmten Merian-Stich mit einer Lahn, die in die falsche Richtung fließt, kennt wohl jeder Weilburger. Aber wussten Sie auch, dass Weilburg eine Gesamtausgabe der berühmten Merian-Stiche besitzt? Oder, dass Weilburg ein Zentrum früher Luftfahrt gewesen ist? Nicht nur, dass die Überreste eines in Weilburg gestrandeten Zeppelins im Stadtmuseum ausgestellt sind, es finden sich auch die Fahnen der Luftfahrtpioniere Blanchard (Frankfurt – Weilburg, 1785) und Green (London – Weilburg, 1836) ausgestellt in Vitrinen. Die klassizistische Einrichtung der Apotheke zum Engel und viele, viele Exponate zur Geschichte der Nassau-Weilburger, die heute noch als Großherzöge die Geschicke Luxemburgs lenken, finden sich in den hellen Räumen.

Im ehemaligen Keller des Hauses, ergänzt durch die großen Remisen des Marstalles, befindet sich der Tiefe Stollen des Bergbaumuseums. Gestaltung und Exponate geben einen kleinen Einblick in die mühsame Arbeit der Bergleute. Die großen Maschinen funktionieren alle und werden bei Führungen präsentiert. Die Ausstellungsstücke stammen aus stillgelegten Gruben der näheren und weiteren Umgebung. Für Schulklassen ein absoluter Höhepunkt.

Die enge Bindung zwischen Luxemburg und Weilburg zeigt dieses wertvolle Geschenk an die Bürgergarde aus dem Jahr 1906. Es handelt sich um einen Silberhumpen mit allen Münzen, die in der Regierungszeit Herzog Adolph von Nassau geprägt wurden.

Die enge Bindung zwischen Luxemburg und Weilburg zeigt dieses wertvolle Geschenk an die Bürgergarde aus dem Jahr 1906. Es handelt sich um einen Silberhumpen mit allen Münzen, die in der Regierungszeit Herzog Adolph von Nassau geprägt wurden.

Das Bergbau- und Stadtmuseum ist in der Hauptsaison täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Von November bis März öffnet das Museum nur von Montag bis Freitag. Der Besuch kostet für Erwachsene 3,50 Euro, Kinder zahlen 2,50 Euro. Großeltern können mit ihren Enkeln eine Familienkarte für 8 Euro erwerben (2 Erwachsene, 2 verwandte Kinder). Neu ist die Kooperation mit dem Schloss, das Einzelticket kostet dann 7 Euro, für Kinder 4 Euro und die Familienkarte gibt es für 15 Euro.

Museumsleiter Holger Redling steht hier neben einem Dieselmotor, der auch heute noch einen Teil der Weilburger Stromversorgung übernehmen könnte. Er stammt aus der Engelmanns Mühle, leistet 150 PS und verbraucht 25 Liter Rohöl in der Stunde.

Museumsleiter Holger Redling steht hier neben einem Dieselmotor, der auch heute noch einen Teil der Weilburger Stromversorgung übernehmen könnte. Er stammt aus der Engelmanns Mühle, leistet 150 PS und verbraucht 25 Liter Rohöl in der Stunde.

Der Tiefe Stollen unterliegt bergbaurechtlichen Vorschriften. Eine davon besagt, dass es eine funktionierende Notstromversorgung gibt. Hier ein Blick in den modernen Generatorraum.

Der Tiefe Stollen unterliegt bergbaurechtlichen Vorschriften. Eine davon besagt, dass es eine funktionierende Notstromversorgung gibt. Hier ein Blick in den modernen Generatorraum.

Wuchtige und schwere Maschinen gehören zum Bestand des Bergbaumuseums. Hier zum Beispiel eine 6 Tonnen schwere Tongewinnungsmaschine aus dem Untertage-Tonabbau der Grube Birkenfeld bei Langendernbach.

Wuchtige und schwere Maschinen gehören zum Bestand des Bergbaumuseums. Hier zum Beispiel eine 6 Tonnen schwere Tongewinnungsmaschine aus dem Untertage-Tonabbau der Grube Birkenfeld bei Langendernbach.

Blick nach … Frankfurt – MMK 1 Soziale Fassaden

Martin Kippenberger, NO NATI, 1987 DekaBank Kunstsammlung, © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne, Foto/Photo: Wolfgang Günzel

Martin Kippenberger, NO NATI, 1987
DekaBank Kunstsammlung, © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne, Foto/Photo: Wolfgang Günzel

Ein Dialog der Sammlungen des MMK und der DekaBank vom 30. Mai bis 9. September 2018

(Weilburg, im Mai 2018, KS) Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main eröffnet am 30. Mai die Ausstellung „Soziale Fassaden“. Bis zum 9. September können Besucherinnen und Besucher erstmals im MMK 1 einen Dialog der Sammlungen des MMK und der DekaBank sehen. Aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Deka erhält das MMK vier Hauptwerke aus der Sammlung der Bank als Schenkung. Diese umfasst raumgreifende Installationen von Michael Elmgreen & Ingar Dragset, Michael Beutler und Tue Greenfort sowie eine Skulptur von Martin Kippenberger. Die Ausstellung „Soziale Fassaden“ zeigt darüber hinaus auch Arbeiten von Andy Hope 1930, Cerith Wyn Evans, Isa Genzken, Liam Gillick, Sarah Morris, Michael Pfrommer, Jeroen de Rijke/Willem de Rooij, Wilhelm Sasnal, Markus Sixay, Wolfgang Tillmans, Jonas Weichsel, Franz West und Heimo Zobernig.

MMK und Deka verbindet eine langjährige Partnerschaft beim Ausbau der Museumsammlung und als Gründungspartner des MMK 2. Neben ihrem Engagement für das MMK hat die DekaBank in den vergangenen 15 Jahren eine eigene Sammlung zeitgenössischer Kunst aufgebaut, in der sich vielschichtige Anknüpfungspunkte zur Sammlung des MMK finden. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sind in beiden Sammlungen mit umfangreichen Werkgruppen vertreten. Im Zuge der großzügigen Schenkung gibt es erstmals eine Ausstellung, die beide Sammlungen auf diese Bezüge hin untersucht und in eine direkte Gegenüberstellung führt.

Michael Pfrommer, Ohne Titel, 2015 DekaBank Kunstsammlung, Courtesy of the artist and Philipp Pflug Contemporary, Frankfurt, Foto/Photo: Wolfgang Günzel

Michael Pfrommer, Ohne Titel, 2015
DekaBank Kunstsammlung, Courtesy of the artist and Philipp Pflug Contemporary, Frankfurt, Foto/Photo: Wolfgang Günzel

Der Titel der Ausstellung „Soziale Fassaden“ ist einer Arbeit von Isa Genzken aus der Sammlung der DekaBank entlehnt. Er steht darüber hinaus auch für oft idealisierte gesellschaftspolitische und soziale Konstruktionen, die in den Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler als Trugbilder enthüllt werden. In Zeiten eines tiefgreifenden Wandels, der mit grenzübergreifenden Problemen wie Umweltverschmutzung, neuen zivilisatorischen Herausforderungen durch Urbanisierung und überholten kulturellen Idealbildern einhergeht, stellt die Ausstellung Fragen nach dem künstlerischen Umgang mit diesen Phänomenen. Die präsentierten Arbeiten legen offen, was hinter der Fassade des schier grenzenlosen Fortschrittsgedankens der Globalisierung passiert. So deckt etwa die Künstlerin Sarah Morris in ihrem Film „Beijing“ (2008), der während der perfekt inszenierten Olympischen Spiele entstanden ist, die tiefgreifenden Veränderungen der chinesischen Gesellschaft auf, die sich seit der Öffnung des Landes gen Westen abzeichnen. Dabei entwirft sie ein feinfühliges Porträt eines neokapitalistischen Staates in einer Phase zwischen extremer Selbststilisierung und Kontrollsucht.

Der Eintritt ins MMK 1 kostet 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Geöffnet ist das MMK 1 Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch bis 20 Uhr. Montags ist das MMK geschlossen.

Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main
Telefon +49 69 212 30447
Fax +49 69 212 37882
E-Mail: mmk@stadt-frankfurt.de

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Warum nicht einen Tag in Frankfurt mit dem RMV planen? Die Tageskarte (Hin und Zurück) mit Umstieg in Wetzlar oder Gießen und am Frankfurter HBF kostet 23,80 Euro. Sie sind etwa 2 Stunden unterwegs.

U-Bahnlinie: U4, U5, Haltestelle Dom / Römer
Straßenbahn: 11, 12, Haltestelle Römer / Paulskirche
S-Bahnen (S1–S6): Haltestelle Konstablerwache
Von den Haltstellen Dom / Römer (U-Bahn) oder Römer / Paulskirche (Straßenbahn) sind es nur noch 3 Minuten Fußweg zum MMK.

Mit dem Auto:
A5 > Abfahrt Westkreuz Frankfurt > B648 > Dom / Römer folgen
A3, A66 > Abfahrt Offenbach / Kaiserlei > Dom / Römer folgen

Parkmöglichkeiten:
Parkhaus Dom / Römer, Domstraße 1, 60311 Frankfurt am Main
Parkhaus Konstabler, Töngesgasse 8, 60311 Frankfurt am Main

200 Jahre Badeort Scheveningen: Sandskulpturen-Weltmeisterschaft in Den Haag

200 Jahre Scheveningen, Foto: Privat

200 Jahre Scheveningen, Foto: Privat

Der älteste Badeort der Niederlande feiert runden Geburtstag: 200 Jahre wird Den Haag-Scheveningen 2018 alt. Anlass genug, ihn in diesem Jahr als Austragungsort der Sandskulpturen-Weltmeisterschaft zu präsentieren. Der alle drei Jahre stattfindende Wettbewerb wird erstmalig in den Niederlanden ausgetragen. Aus jeweils 40 Tonnen Spezialsand haben neun Sandskulpturen-Künstler aus Großbritannien, Irland, Japan, Mexico, den Niederlanden, Russland, Singapur, Tschechien und den USA ihre Kunstwerke modelliert. Bei den vier bis viereinhalb Meter hohen Skulpturen zum Thema „Meer, Sand und …” haben sich die Teilnehmer unter anderem von Van Gogh, Dalí und Picasso inspirieren lassen. Aber auch die sprichwörtliche niederländische Toleranz und neue Trends in Kunst und Wissenschaft bestimmten ihre Arbeit.

Den Wettbewerb um den besten Sandskulpturen-Künstler der Welt konnte der Brite Baldrick Buckle am 13. Juni mit der Skulptur „Der Weg ab Scheveningen” für sich entscheiden. Da das Gastland traditionell nicht am Wettbewerb teilnehmen darf, lief der niederländische Beitrag außer Konkurrenz. Maxim Gazendam aus Monster, der die Niederlande vertritt, widmete seine Sandskulptur dem Badeort Scheveningen. Der studierte Architekt gewann die letzte Sandskulpturen-Weltmeisterschaft im Jahr 2015.

Alle neun Skulpturen sind noch bis zum 19. August im historischen Zentrum von Den Haag auf dem Boulevard Lange Voorhout zu sehen (der Eintritt ist kostenlos). Der schöne, von Linden gesäumte Platz ist unter anderem über die fünf Kilometer lange Fahrradroute „Culture by Bike” zu erreichen, die Stadt und Strand verbindet und schöne Einblicke in die „Stadt am Meer” erlaubt.

Weitere Informationen: https://denhaag.com/de/feestaanzee, https://denhaag.com/de/routen/culture-by-bike,
www.holland.com/denhaag (Den Haag allgemein)

Mein Odersbach – Spaziergang mit Heinz-Jürgen Deuster

Jürgen Deuster am Fenster des alten Rathauses von Odersbach

Jürgen Deuster am Fenster des alten Rathauses von Odersbach

„Und wenn Du den Artikel schreibst, dann nimm die Überschrift ‚Grüner Kuckuck in rotem Nest!‘“, sagte mir Jürgen Deuster gleich am Anfang unseres Gespräches. „Das war der Titel meines ersten Auftritts in der Karnevalsbütt.“

Damit war schon einmal das politische Statement für unser Gespräch klargemacht. Jürgen Deuster ist der einzige Ortsvorsteher in Weilburg mit einem grünen Parteibuch. Und dass nun gerade im roten Odersbach, in dem die SPD traditionell eine hohe Mehrheit der Stimmen erzielt.

Wir treffen uns im ehemaligen Rathaus, unten im Erdgeschoss ist die Freiwillige Feuerwehr untergebracht. Darüber ein Raum mit einem Schreibtisch und einer Kaffeemaschine. Das Büro des Ortsvorstehers, in dem auch die Sprechstunden stattfinden. „Ich habe hier zurzeit noch nicht einmal ein Telefon zur Verfügung,“ sagt Jürgen Deuster. Das ist ein technisches Hilfsmittel, das er erst einmal bei der Stadt beantragen musste. „Wenn ich telefonieren will oder muss bin ich auf den nicht besonders guten Empfang meines Handys angewiesen. Mit WLan und Internet werde ich vom Campingplatz aus mitversorgt. Aber das ist doch kein Zustand!“ Ja, das Büro versprüht den Charme längst vergangener Zeiten. Gemütlich ist anders. Dabei wünscht sich der Ortsvorsteher für das Büro ein wenig Gemütlichkeit. „Ich wünsche mir einen Platz, wo die Odersbacher einfach mal hingehen können, einen Kaffee trinken, einfach mal reden. Da erfahre ich wie von selbst, was die Odersbacher so umtreibt, höre ihre Geschichten.“ Deuster möchte den Dialog mit den Bürgern, möchte ihre Sorgen und Nöte, ihre Anregungen und Ideen sammeln und dann eines nach dem anderen umsetzen. „Gemeinschaft stärken,“ sagt Deuster, „damit könnte man meine Zeit als Ortsvorsteher überschreiben. So habe ich es mir vorgenommen. Und das geht am besten mit vielen Gesprächen und einem regelmäßigen Austausch.“

Ältestes Haus in Odersbach schmuck hergerichtet

Ältestes Haus in Odersbach schmuck hergerichtet

Ich merke dem Heinz-Jürgen Deuster an, dass ihm die Menschen in Odersbach am Herzen liegen. Erst jüngst hat er das Ortsvorsteheramt vom aus familiären Gründen zurückgetretenen Karl-Peter Wirth übernommen. „Seit 5 Monaten bin ich jetzt in diesem Amt und muss sagen, es macht mir riesig Freude. Früher dachte ich ‚Karl-Peter wird’s schon machen‘ heute stehe ich selber in der Verantwortung. Und kann im Kleinen auch etwas von diesem Gemeinwesen gestalten.“

Zwar ist Ortsvorsteher Deuster kein Odersbacher, ist in Kirschhofen aufgewachsen, aber in fast allen Vereinen Mitglied. Er möchte in den nächsten Jahren die Vereine stärken, diese für einen gemeinsamen Auftritt gewinnen. Und ganz besonders unterstützt er zurzeit die Kirmesburschen, die wieder eine Zeltkirmes in Odersbach etablieren möchten.

Ein weiteres Ziel für den frisch gebackenen Ortsvorsteher ist ein Besuchsdienst mit mehreren Helfern, die auf Anfrage gerne einmal vorbeikommen und einen Plausch halten. „Einmal im Monat könnte ich mir so etwas vorstellen. Das Motto hierfür könnte „Gemeinsam statt Einsam“ sein.“ Es sind schon vier Helfer gefunden. „Trotzdem können sich noch ganz viele Odersbacher bei mir melden, die uns unterstützen wollen.“

Zeit für ein paar Informationen über Odersbach. Es gehört zu den alten Weilburger Stadtteilen. Schon 881 wurde ein Odinesbach in den Aufzeichnungen des Klosters Prüm genannt. Eine Siedlung gab es spätestens seit 1324 und Wein wurde sicher ab 1355 in Odersbach angebaut. Landwirtschaft, der ehemalige Basaltbruch in der Nähe des Kreiskrankenhauses und ab dem 19. Jahrhundert die Roteisensteingrube „Erhaltung“ sicherten das Erwerbsleben der Odersbacher. Heute leben in Odersbach rund 1000 Menschen und der Ort hat die höchsten Übernachtungszahlen ganz Weilburgs. Warum? Unten an der Lahn wird vom Kur- und Verkehrsverein der Campingplatz betrieben, oben auf den Höhen steht die Jugendherberge. Dicht daneben findet sich das Jugendwaldheim. Auch wenn der Metzger vor einiger Zeit geschlossen hat, ist die ortsnahe Versorgung noch durch einen Bäcker gesichert. Und die Pizzeria an der Weilburger Straße wird auch aus Weilburg und anderen Stadtteilen gerne aufgesucht.

Schön hergerichtet der Brunnen vor dem alten Rathaus – im Hintergrund die Gedenktafel für Richard Hoin, einer der Widerstandskämpfer im alten Oberlahnkreis

Schön hergerichtet der Brunnen vor dem alten Rathaus – im Hintergrund die Gedenktafel für Richard Hoin, einer der Widerstandskämpfer im alten Oberlahnkreis

Zwei Männer aus Odersbach verdienen besondere Erwähnung. Zum einen Richard Hoin, in Odersbach geboren und am 14. Oktober 1944 auch dort gestorben. Als Sozialdemokrat, der sich schon mit der preußischen Regierung anlegte und 1901 wegen Majestätsbeleidigung für drei Tage ins Gefängnis kam, war er besonderen Repressalien durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. Er baute die SPD im ehemaligen Oberlahnkreis auf. 1933 wurde er arbeitslos und unter ständige Polizeiüberwachung gestellt. Im Zuge des Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Hoin denunziert und in Preungesheim in Haft genommen. Er sollte zwar ins Konzentrationslager gebracht werden – dem entging er jedoch, weil er durch die Misshandlungen während der Haft schwer verletzt war. Im

Oktober starb der Sozialdemokrat an den Haftfolgen. Richard Hoin ist einer von vier Widerstandskämpfern, die auf einer Gedenktafel am DGB-Haus in Limburg genannt werden.

Der 1924 geborene Benno von Heynitz engagiert sich frühzeitig gegen den Nationalsozialismus. Er vertritt Menschenrechte und Demokratie, hört ausländische Radiosender und reicht Kettenbriefe mit regimefeindlichem Inhalt weiter. Er meldet sich freiwillig zum Kriegsdienst, weil ihm dies im Vergleich zum Reichsarbeitsdienst als kleineres Übel vorkam. In der Ukraine wurde er schwer verletzt und hatte die Möglichkeit während der Rekonvaleszenz als Lungenverletzter alleine durch den Grunewald zu streifen. Dort sammelte er Flugblätter der Alliierten auf und verteilte sie weiter. Er nutzte die Informationen zur Argumentation und Agitation gegen das NS-Regime. Nach dem Krieg kehr von Heynitz nach Bautzen zurück und wird Lehrer. Sein Engagement für einen demokratischen Wiederaufbau führt zur Kritik an Menschenrechtsverletzungen in der sowjetischen Besatzungszone und an der Zwangsvereinigung von SPD und KPD. Von Heynitz beteiligt sich am Aufbau eines Widerstandsnetzes, wird 1947 verhaftet und zu 25 Jahren Zuchthaus verurteilt. Unter anderem war er in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg a.d. Havel und im Gelben Elend, der Haftanstalt in Bautzen inhaftiert. Nach seiner vorzeitigen Freilassung 1956 konnte er in die Bundesrepublik ausreisen.

Wie viele Weilburger Stadtteile hat auch Odersbach eine Eisenerz-Geschichte und erinnert mit dieser Lore daran

Wie viele Weilburger Stadtteile hat auch Odersbach eine Eisenerz-Geschichte und erinnert mit dieser Lore daran

Wegen der menschenverachtenden Zustände in den Zuchthäusern der DDR, zur Vertretung der Rechte und Interessen der ehemaligen politischen Häftlinge und zur Aufarbeitung des erlittenen Unrechts gründet von Heynitz 1990 das Bautzen-Komitee. Bis zu seinem Tod setzt sich Benno von Heynitz für die Suche nach Massengräbern, der Gedenkkapelle und die Errichtung einer Gedenkstätte in Bautzen ein.

Zurück zum Gespräch mit Jürgen Deuster, der plötzlich die Fotokopie eines Spiegel-Artikels aus dem Jahr 1958 aus der Tasche zieht. „Grüne Themen,“ so sagt er, „waren damals schon so aktuell wie heute. Hier, in dem Raum, in dem wir jetzt sitzen, war das Büro des Bürgermeisters Karl Hoin. Wie damals sitzen wir immer noch über der Freiwilligen Feuerwehr. Und hier begann Bürgermeister Karl Hoin die Odersbacher Volksbefragung gegen die atomare Aufrüstung und Stationierung von Atomwaffen im Odersbacher Wald zu organisieren. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten stimmten 629 wahlberechtigte Odersbacher gegen das atomare Wettrüsten. Bürgermeister Karl Hoin sagte damals dazu, dass man niemanden unter Druck setzen brauchte. Selbst die Bauern hätten fast alle ihre Unterschrift gegeben. Schließlich würden diese ständig auf das Wetter schimpfen und sagen, wenn die mit dem Atomkram endlich aufhören, wird das Wetter auch wieder besser.“ (Der Originalartikel findet sich unter https://www.odersbach.de/zu-gast-in-odersbach/geschichte-von-odersbach/)

Kurze Zeit später sitzen wir im Auto und fahren hoch zum Parkplatz an der Runkeler Straße, dort, wo man einen wunderschönen Blick ins Lahntal hat. „Das ist mein Lieblingsplatz in Odersbach,“ erzählt Deuster. „Hier direkt vor uns Odersbach, der Campingplatz an der Lahn, die Jugendherberge und das Jugendwaldheim am Berg. Hier lebe ich mit meiner Familie, hier bin ich mittlerweile tief verwurzelt, bin hier zu Hause. Dort, auf der anderen Seite der Lahn, Kirschhofen. Dort bin ich aufgewachsen. Über die Fußgängerbrücke konnte man früher noch mit dem Auto fahren. Verbotenerweise, natürlich. Und im Hintergrund die Silhouette von Weilburg als verbindendes Element.“

Heinz-Jürgen Deuster, Odersbacher Ortsvorsteher, hoch über dem Ort am Parkplatz an der Runkeler Straße

Heinz-Jürgen Deuster, Odersbacher Ortsvorsteher, hoch über dem Ort am Parkplatz an der Runkeler Straße

Kurze Zeit später sind wir wieder im Ort, im alten Ort. Kommen am schmucken Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert vorbei. Es wurde die vergangenen 500 Jahre immer gepflegt und ist heute ein Odersbacher Schmuckstück. Wir fahren durch die enge Bachstraße, Deuster weist auf die schönen Häuser im alten Kern hin. „Odersbach ist nicht nur Neubaugebiet, wie man an den Ortsgrenzen fast meinen könnte. Es gibt soviel schöne Ecken zu entdecken.“ Das wissen auch die vielen langjährigen Campinggäste zu schätzen.

In Odersbach wird angepackt. Als das Freibad von Schließung bedroht war, formierte sich ein Schwimmbadverein und engagiert sich seitdem für das Kleinod. Der Kur- und Verkehrsverein betreibt mit unendlichen ehrenamtlichen Stunden den Campingplatz. Es gibt den Sportverein, die Gesangsvereine, die Freiwillige Feuerwehr, neuerdings auch wieder die Kirmesburschen. Nicht zu vergessen der Karnevalsverein. Bestimmt ist jetzt der eine oder andere nicht genannt. Heinz-Jürgen Deuster mittendrin, als grüner Kuckuck im roten Nest. Ein bisschen neugierig macht es auf seinen nächsten Auftritt in der Bütt. Es bleibt, ihm eine glückliche Hand und viel Erfolg für seine Amtszeit zu wünschen.

Hohe Beteiligung an Online-Befragung Natursporttreibende machen mit

Natursport.Umwelt.Bewusst

Natursport.Umwelt.Bewusst

Der Rücklauf in der Online-Befragung im Rahmen des Projektes „Natursport.Umwelt.bewusst“ hat alle Erwartungen übertroffen. Nun werden die Antworten ausgewertet. Ziel ist die verbesserte Kommunikation mit und unter Geocachern und Natursportlern.

 

Genau 7.433 Menschen haben an der Online-Befragung im Rahmen des Projektes „Natursport.Umwelt.Bewusst“ des Deutschen Wanderverbandes (DWV) teilgenommen. Die Befragung hatte am 18. Januar begonnen und endete am 31. Mai. Sie bietet ein solides Fundament  für die detaillierte Auswertung. Mit Hilfe der Ergebnisse will der DWV Informationen zum Kommunikationsverhalten von Geocachern sowie anderen Natursportlerinnen und Natursportlern gewinnen. Projektleiter Erik Neumeyer: „Der Rücklauf hat alle Erwartungen übertroffen. Wir beginnen nun mit der Auswertung. Dabei stehen die Geocacher sowie nicht herkömmlich organisierte Natursportler und Natursportlerinnen im Fokus.“

 

Ziel der Umfrage war, die Kommunikation zwischen Geocacherinnen und Geocachern und anderen Natursporttreibenden wie Wanderinnen und Wanderern oder Mountainbikerinnen und Mountainbikern untereinander und mit anderen Gruppen etwa aus Landwirtschaft, Naturschutz, Waldeigentum oder Tourismus besser zu verstehen. Dafür wurde danach gefragt, wie sich Natursporttreibende über ihre Aktivität  informieren sowie welche Geräte oder Apps sie benutzen. Außerdem interessierte sich der DWV für die Probleme, die in der Vergangenheit in Bezug auf andere Natursporttreibende bestanden. Auch die Bedeutung von Natur für die jeweilige Aktivität wurde abgefragt. Insgesamt fragte der DWV nach Informationen zu über 30 Natursportarten. Aus den Ergebnissen will der DWV Kommunikationsstrategien ableiten, um  ausgehend vom Beispiel Geocaching eine harmonische Raumnutzung von nicht herkömmlich organisierten Natursporttreibenden zu erreichen.

 

Weil das Geocaching als Beispielaktivität in der Natur im Projekt besonders hervorgehoben wird, hatte diese Sportart in der Online-Befragung einen eigenen Bereich. Rund 2.600 Menschen bezeichneten das Geocaching als ihre Hauptsportart. Die meisten Teilnehmer (fast 80%) gaben an, mehr als eine Natursportaktivität auszuüben. Neben Geocaching und Wandern sind Radfahren, Joggen, Reiten und Mountainbiken bei den Befragten besonders beliebt.

 

Die Ergebnisse der Online-Befragung werden während des Symposiums „Natursport.Umwelt.Bewusst“ am 1. September in Düsseldorf im Rahmen der Messe „TourNatur“ präsentiert. Anschließend werden Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismus, Umweltschutz, Geocaching und Outdoor-Industrie sowie Ministerien der Frage nachgehen, welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind. DWV-Geschäftsführerin Ute Dicks: „Wir freuen uns besonders, dass das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit das Vorhaben finanziell unterstützt und darüber hinaus gemeinsam mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung beim Symposium in Düsseldorf vertreten sein wird. Das belegt die Relevanz unserer Arbeit, ebenso wie das große Interesse verschiedenster Geocaching-Engagierter.“ Dass auch die Sportartikel-Industrie sich für die Ergebnisse der Befragung und den Erhalt der Natur und damit ihrer Geschäftsgrundlage interessiert, sagt Nicole Espey, Geschäftsführerin des Bundesverbandes  der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI): „Gerade die Erreichbarkeit der nicht  im Verein oder Verband organisierten Natursportler ist aus Sicht des BSI eine wichtige Herausforderung, um diese für die Natur und deren Schutz  zu sensibilisieren. Deshalb sind wir gerne beim Symposium dabei und sehr auf die Ergebnisse der Umfrage gespannt.“

 

Der nächste Meilenstein im Projekt „Natursport.Umwelt.Bewusst“ ist ein Dialogforum, das unter dem Titel „Lasst uns reden!“ im Anschluss an das Geocaching-Mega-Event „Märchenhaft in Kassel“ am 5. August stattfindet. Dafür hat sich unter anderem eine Vertreterin von Groundspeak aus den USA angemeldet, über deren Portal geoaching.com die meisten Geocacherinnen und Geocacher ihr Hobby betreiben. Neumeyer:  „Die Zusage des geocaching.com-Betreibers ist für uns die Bestätigung, dass wir mit unserem Projekt einen Nerv getroffen haben und auf dem richtigen Weg sind. Groundspeak hat zentrale Bedeutung in der Kommunikation von Geocacherinnen und Geocachern.“

 

Das Projekt „Natursport.Umwelt.bewusst“ wird gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Der DWV dankt allen, die sich für die Online-Befragung engagiert haben. Viele von ihnen sind bereits auf der Projektwebsite genannt unter https://natursport-umwelt-bewusst.de/netzwerk-natursport-umwelt-bewusst/#unterstuetzer

 

Weitere Infos zum Projekt: www.natursport-umwelt-bewusst.de

 

 

Seit 1883 vertritt der Deutsche Wanderverband gegenüber Politik und Behörden die Interessen seiner Mitglieder und ist der Fachverband für das Wandern und die Wegearbeit in Deutschland. Als Dachverband von rund 70 Organisationen – darunter Gebietsvereine, Landesverbände und Förderer – mit rund 600.000 Mitgliedern hat der DWV wichtige Initiativen wie das Kita-, Schul- und Gesundheitswandern oder die Ausbildung von Wanderführern gemeinsam mit Partnern ins Leben gerufen. Als anerkannter Naturschutzverband hat der DWV zudem eine wichtige Funktion im Dialog von Naturnutzern und -schützern. Er ist Initiator des bundesweiten Tages des Wanderns am 14. Mai und zertifiziert im Rahmen der Qualitätsinitiative „Wanderbares Deutschland“ Regionen, Wege und Gastgeber, wenn sie sich besonders gut für Wanderer eignen.

Kooperation Let´s go – Familien, Kids und Kitas: Wanderinitiative für Kinder

Um die Initiative „Let´s go – Familien, Kids und Kitas” fortzuführen, haben die BKK Pfalz und der Deutsche Wanderverband (DWV) eine Kooperation vereinbart.

 

Im Rahmen der DWV-Initiative „Let´s go – Familien, Kids und Kitas” arbeiten Familien- und Ortsgruppen von Wandervereinen mit Kindergärten und Kitas in so genannten Tandems zusammen, um sowohl den Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren als auch deren Familien Spaß an der Bewegung im Freien zu vermitteln. DWV- Geschäftsführerin Ute Dicks: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Hilfe unseres Gesundheitspartners BKK Pfalz die erfolgreiche Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit ´Let´s go – Familien, Kids und Kitas` nun weitere zwei Jahre fortsetzen können.“

 

In Regionalkonferenzen können sich Vertreterinnen und Vertreter von Familienwandergruppen und Kitas über die Initiative und Möglichkeiten der Teilnahme informieren und gleich mit Wandervereinen aus der Region in Verbindung setzen. Außerdem bietet der DWV weiterhin Fortbildungen an, die das Wissen für Wanderungen mit Kinder- und Familiengruppen im Sinne der DWV-Bewegungsinitiative vermitteln oder den Tandems aus Familien- und Ortsgruppen mit Kindergärten und Kitas ein individuell auf sie zugeschnittenes Coaching bieten.  „Als familienfreundliche Krankenkasse liegt uns das Wohl der gesamten Familie, von Kindesbeinen an, sehr am Herzen“, so Andreas Lenz, Vorstandsvorsitzender der BKK Pfalz, „mit der Kooperation zu ´Familien, Kids und Kitas` wird außerdem unsere Wanderfit-Initiative sinnvoll ergänzt.“

 

Die erste Regionalkonferenz findet im Gebiet des Spessartbundes  statt am Donnerstag, den 12. Juli, in Aschaffenburg.  Am Donnerstag, den 13. September, folgt eine Regionalkonferenz in der Region Rhein-Neckar bei der BKK Pfalz in Ludwigshafen.

 

 

Seit 1883 vertritt der Deutsche Wanderverband gegenüber Politik und Behörden die Interessen seiner Mitglieder und ist der Fachverband für das Wandern und die Wegearbeit in Deutschland. Als Dachverband von rund 60 landesweiten und regionalen Gebirgs- und Wandervereinen mit rund 600.000 Mitgliedern hat der DWV wichtige Initiativen wie das Kita-, Schul- und Gesundheitswandern oder die Ausbildung von Wanderführern gemeinsam mit Partnern ins Leben gerufen. Als anerkannter Naturschutzverband hat der DWV zudem eine wichtige Funktion im Dialog von Naturnutzern und -schützern. Er ist Initiator des bundesweiten Tages des Wanderns am 14. Mai und zertifiziert im Rahmen der Qualitätsinitiative „Wanderbares Deutschland“ Regionen, Wege und Gastgeber, wenn sie sich besonders gut für Wanderer eignen.

 

 

Weitere Informationen: www.familien-wandern.de

14. Mai – Tag des Wanderns Modern und vielfältig

Tag des Wanderns

Tag des Wanderns

Der „14. Mai – Tag des Wanderns“ liegt in diesem Jahr das erste Mal auf einem Werktag. Deswegen beteiligen sich auch viele Schulklassen und Unternehmen mit Veranstaltungen an dem Tag. Schirmherrin ist diesmal Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.

 

In Saarbrücken wird die After-Work-Party am 14. Mai anders gefeiert als gewohnt. Dafür sorgt der Landesverband Saarwald-Verein, der unter dem Motto „Raus aus dem Büro“ zum Tag des Wanderns eine After-Work-Wanderung auf die Beine stellt. Möglich ist diese Aktion, weil der „14. Mai – Tag des Wanderns“ das erste Mal an einem Werktag liegt. Das eröffnet neue Spielräume für tolle Veranstaltungen. Auch Kitas und Schulen sind deswegen in diesem Jahr verstärkt dabei. So hat der Eifelverein zusammen mit der Kita „Arche Noah“ eine Familienwanderung im Programm und die  Louise-Schröder-Schule in Hessen bietet einen „Wolfstag“, an dem die Kinder auf leisen Sohlen durch den Wald schleichen und dabei erfahren, wie ein Wolf lebt. Alle am Tag des Wanderns teilnehmenden Schulklassen können sich mit ihren Aktionen auch beim bundesweiten Schulwander-Wettbewerb des Deutschen Wanderverbandes (DWV) bewerben.

 

Natürlich kommen  am „14. Mai – Tag des Wanderns“ auch die Erwachsenen auf ihre Kosten. Der Harzklub nimmt den in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, stehenden Tag des Wanderns zum Anlass,  einen barrierefreien Wanderweg einzuweihen. Der Odenwaldklub macht eine Biber-Exkursion und der Vogtländische Wanderverband bietet mit dem Sachsenforst eine Aufforst-Aktion. Wie in den vergangenen Jahren gibt es auch in diesem Jahr zum Tag des Wanderns Aktionen im Ausland. So hat der Tourismusverband der Ferienregion Tirol West die Wanderung  „Handyfrei! Genießen mit allen Sinnen“ auf die Beine gestellt. Hier bleibt das Smartphone zu Hause oder versiegelt in einer Tüte. Denn die Wanderer sollen ohne Ablenkung die Tiroler Berge in einer geselligen Runde genießen. Geplant sind außerdem eine Reihe Kooperation mit Unternehmen, beispielsweise Infostände mit Wanderberatungen beim Einzelhandel oder in Sparkassenfilialen, die montags geöffnet haben.

 

All das zeigt, wie modern und vielseitig das Wandern heute ist. Winfried Balzert, Geschäftsführer der Ortsgruppe Daun aus dem Eifelverein: „Das Wesentliche am Tag des Wanderns ist das Kreative. Wandern war etwas verstaubt. Mit dem Tag des Wanderns entstauben wir es wieder.“ Entsprechend legt sich seine Ortsgruppe mächtig ins Zeug. In der Vulkaneifel beginnt der 14. Mai um 8.45 Uhr mit einer Gesundheitswanderung, um 13.30 Uhr folgt eine Radwanderung und ab 18.30 Uhr schließt auch hier eine After-Work- Tour den Tag ab.

Nicht zuletzt wird der 14. Mai einmal mehr zeigen, wieviel Spaß das Wandern macht. Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, Präsident des Deutschen Wanderverbandes (DWV): „Die  DWV-Mitgliedsorganisationen, Natur- und Nationalparke, Tourismusverbände und andere mit dem DWV befreundete Organisationen werden den Tag mit spannenden Aktionen bereichern.“ Passend zum DWV-Jahresschwerpunkt wird „Regionaler Genuss“ vielerorts eine Rolle spielen, etwa während einer kulinarischen Wanderung mit Spargel stechen und anschließendem Spargel schlemmen.

 

Wie in den Vorjahren wird es Kulturtouren ebenso geben wie Brauchtumsveranstaltungen, Markierungskurse und Naturschutzaktionen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Außerdem hat der DWV ein Gewinnspiel mit tollen Preisen organisiert und verschenkt dank Unterstützung seiner Partner kleine Präsente. So bekommt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer der Veranstaltungen eine von insgesamt 10.000 Samenkugeln „Staatsbankett für Bienen“. Auf diese Weise setzt der Deutsche Wanderverband ein Zeichen gegen das Insektensterben in Deutschland.

 

Über alles Wichtige zum Tag des Wanderns informiert die Homepage www.tag-des-wanderns.de. Die vom Westerwald-Verein ausgerichtete Zentralveranstaltung zum Tag des Wanderns findet nahe dem Ort Westerburg in Rheinland-Pfalz statt.

 

Möglich wurde der Tag des Wanderns, weil verschiedene Organisationen den Deutschen Wanderverband als Veranstalter bei diesem Thementag unterstützen. Besonders dankt der Verband dem Hauptsponsor, der Sparkassen-Finanzgruppe, und dem Premiumpartner Maier Sports, sowie Wikinger Reisen, der KOMPASS Karten GmbH, der „BKK Pfalz. Die freundliche Familienkasse“ und LOWA. Ohne deren Hilfe wäre der Tag so nicht möglich.

 

Der vom DWV veranstaltete „14. Mai – Tag des Wanderns“ – an diesem Tag wurde im Jahr 1883 der Deutsche Wanderverband gegründet – hat im Jahr 2016 erstmals über die Vielfalt des Wanderns informiert und ist seitdem fest im Jahreskalender verankert.

 

Seit 1883 vertritt der Deutsche Wanderverband gegenüber Politik und Behörden die Interessen seiner Mitglieder und ist der Fachverband für das Wandern und die Wegearbeit in Deutschland. Als Dachverband von rund 60 landesweiten und regionalen Gebirgs- und Wandervereinen mit rund 600.000 Mitgliedern hat der DWV wichtige Initiativen wie das Kita-, Schul- und Gesundheitswandern oder die Ausbildung von Wanderführern gemeinsam mit Partnern ins Leben gerufen. Als anerkannter Naturschutzverband hat der DWV zudem eine wichtige Funktion im Dialog von Naturnutzern und -schützern. Nicht zuletzt zertifiziert er im Rahmen der Qualitätsinitiative „Wanderbares Deutschland“ Regionen, Wege und Gastgeber, wenn sie sich besonders gut für Wanderer eignen.

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Blick nach … Obernhof

Im Pilgersaal von Kloster Arnstein finden viele Veranstaltungen zur Vollmondnacht statt (Foto: Bistum Limburg)

Im Pilgersaal von Kloster Arnstein finden viele Veranstaltungen zur Vollmondnacht statt (Foto: Bistum Limburg)

(Weilburg, Februar 2018, KS) In den letzten Jahren hat sich Obernhof an der Lahn nicht nur mit dem Lahnwein, sondern auch als Kulturdorf einen Namen gemacht. Mehr als 50 kulturelle Veranstaltungen im Jahr laden Gäste ein, Kultur zu erleben. Besonders ausgesuchte Veranstaltungen werden unter dem Titel „Gegen den Strom“ angeboten, die „Arnsteiner Abende“ werden von der kath. Erwachsenenbildung veranstaltet und die „Obernhofer Vollmondnächte“ prägen das kulturelle Leben an der unteren Lahn schon seit vielen Jahren.

Immer zum vollen Mond kommen Besucher nach Obernhof. An verschiedenen Veranstaltungsorten gibt es auch 2018 wieder literarisch-musikalische Vollmondnächte in und um den kleinen Weinort. Eingebettet in die wechselvolle Geschichte und umrankt vom einheimischen Lahnwein, garniert mit kleinen Leckereien und immer im reizvollen Ambiente – das sind die Obernhofer Vollmondnächte.

Mittwoch, 28. März 2018, 20:00 Uhr – Die Arnsteiner Bibel und das Arnsteiner Skriptorium im Mittelalter

Die wenigsten Besucher von Kloster Arnstein wissen wohl, dass es im Mittelalter ein bedeutendes Skiptorium sein Eigen nannte. Hier schrieben bis ins 13. Jhdt. die Mönche liturgische und andere Bücher ab und illustrierten sie auch. Eine der bekanntesten Handschriften, die daraus hervorging, ist die großformatige, zweibändige „Arnsteiner Bibel“, die der Mönch Lunandus von 1170 bis 1172 geschrieben hat. Heute hat sie einen fast unermesslichen Wert. Sie wird seit fast 300 Jahren in London in der British Library aufbewahrt, wo sie im dortigen Showroom als einer der größten Schätze von Zeit zu Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die Gäste dieser Veranstaltung im gotischen Pilgersaal von Kloster Arnstein erfahren natürlich auch, wie früher in einer Schreibstube gearbeitet wurde, wie die Farben und Tinten hergestellt wurden … Die Texte sind von Monika Kahm und Gaby Fischer, für die Musik zeigt das Ensemble Stellaris verantwortlich.

Samstag, 28. April 2018, 20:00 Uhr – Nimm mich mit, Kapitän … Kleine Geschichte der Lahnschifffahrt

Da das Lahntal schon seit der Steinzeit besiedelt war, kam der Lahn spätestens seit der Römerzeit eine wichtige Rolle als Transportweg zu. „Die ersten christlichen Sendboten fuhren auf der Lahn in das heidnische Gebiet des Lahngaus und des Vogelberges und nach frommer Sage landete der Leichnam des Heiligen der Lahnschiffer, Lubentius, von der Mosel herauf auf unbemanntem Nachen vom Wind die Lahn stromauf getrieben, oberhalb von Limburg an der Dietkirche.“ (Erich Goldsticker)

Der beliebte und bekannte Songpoet und Folksänger Andreas Sittmann, der durch seine musikalische Vielseitigkeit besticht, wird an dem Abend mit seiner warmen und herzlichen Stimme Lieder aus seinem Freddy-Quinn-Programm singen, während Dr. Ulrich Brand im Pilgersaal von Kloster Arnstein über die Geschichte der Lahnschifffahrt erzählt.

Dienstag, 29. Mai 2018, 20:00 Uhr – Die Geschichte der Lahntalbahn

Mit Texten von Hans-Peter Günther und Musik der American Folkband Goldrush laden die Obernhofer Vollmondnächte in das Kloster Arnstein ein. Die 1858 eröffnete Lahntalbahn führt durch eines der schönsten deutschen Flusstäler und begeistert bis heute viele Touristen. Der Bau der Strecke wurde 1857 aufgenommen, am 1. Juli 1858 erfolget bereits die Eröffnung des Streckenabschnittes Oberlahnstein – Ems. Ab 1860 waren weitere Teilstrecken fertig gestellt, die Gesamtstrecke wurde am 10. Januar 1863 vollendet. Die Gesamtkosten für den Bau der Lahntalbahn betrugen 15,2 Millionen Gulden. Etliche (früher von imposanten Dampfloks gezogenen) Sonderzüge brachten seit 1925 in jedem Sommer Tausende von Wallfahrern zum Kloster Arnstein! Goldrush besteht aus Musikern mit besonders hohen gesanglichen Qualitäten. Sie interpretieren amerikanische Folksongs und lassen zum Beispiel mit Freight Train die Zeit der amerikanischen Eisenbahnromantik wiederaufleben.

Wenn nicht anders erwähnt, finden die Veranstaltungen zur Obernhofer Vollmondnacht im Pilgersaal von Kloster Arnstein statt. Zu erreichen ist Obernhof mit der Lahntalbahn ab Weilburg um 17:57 Uhr, Rückfahrt um 21:48 Uhr (nach Winterfahrplan). Umstieg ist jeweils in Limburg. Die Rückfahrkarte kostet derzeit 25,40 Euro.

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